Populärkultur
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zwei Mal wurde dieses Menstruations-Bild auf Instagram gesperrt – jetzt darf die junge Frau öffentlich bluten. Zu Recht?



«Sie postete ein Foto ihrer Periode. Was dann geschah, macht uns sprachlos»

Das ist der Titel des Artikels, den gleich zwei meiner Facebook-Freunde gestern auf dem sozialen Netzwerk teilten. Ich dachte erst, das sei ein Scherz – so salopp formuliert. Und überhaupt: Was hat die Periode auf meinem Facebook zu suchen? 

Worum es in der Geschichte geht: Eine junge Frau namens Rupi Kaur, Studentin und Künstlerin aus Toronto, lancierte ein Fotoprojekt mit dem Namen «Periode». Es soll dem Publikum veranschaulichen, dass die monatliche Blutung der Frau ein «regelmässiger und normaler Prozess» ist und nichts, was Frauen ablehnen oder wofür sie sich gar schämen sollten. So weit, so Kunst

Ein von Rupi Kaur (@rupikaur_) gepostetes Foto am

Um ihre Botschaft in die Welt hinauszutragen, postete die Künstlerin eines ihrer Werke auf Instagram. Auf dem Foto ist eine Frau zu sehen, die auf einem Bett liegt und – nun ja – blutet. 

Innert nicht einmal 24 Stunden hat Instagram das Bild entfernt und die Userin als Begründung auf ihre Richtlinien aufmerksam gemacht. Auch Kaurs zweiter Anlauf, das Bild hochzuladen, scheiterte. 

Für Kaur war das genau die Reaktion, die sie sich zwar nicht erhoffte, aber die ihre Sicht der Gesellschaft bestätigte: Wieso sollte es verboten sein, etwas solch Natürliches wie die monatliche Blutung der Frau zu thematisieren? In einem Brief an Instagram machte die Künstlerin noch einmal ihren Standpunkt klar, erklärte ihre Botschaft ausführlich. Daraufhin gab das soziale Netzwerk klein bei, entschuldigte sich für den «Fehler» und liess Kaur ihr Menstruationsbild online stellen.  

Die Community klatscht über den Triumph in die Hände, die Geschichte geht derzeit um die Welt.

Dürfen Männer jetzt auf Instagram ejakulieren? 

Doch wann ist etwas «natürlich» und wann abschreckend? Wie schmal ist der Grat zwischen einem Projekt einer Feministin und ein paar Bildern, die viele nicht sehen wollen und nicht damit umgehen können? Was wäre, wenn ein Mann seine Ausflüsse posten würde? Ist alles erlaubt, solange es Kunst ist oder sich mit Menschenrechten befasst?  

Fragen über Fragen.

Das sagt Instagram

Fragen, die Instagram mit seinen Gemeinschaftsrichtlinien nur teils beantworten kann. Dort ist zu lesen: «Bitte poste keine Nacktfotos oder Erwachseneninhalte gleich welcher Art». Oder: «Wenn wir feststellen, dass du verbotene oder illegale Inhalte, einschliesslich Fotos oder Videos, die Gewalt oder Blut zeigen, teilst, kann dein Konto gesperrt werden, und wir werden entsprechende Massnahmen einleiten.»

Gewalt ist es nicht, Blut zwar ein bisschen. Von Erwachseneninhalten kann auch nur in aller Spitzfindigkeit gesprochen werden. Die geposteten Bilder befinden sich also (noch) im Graubereich. 

Was denkst du? 

Umfrage

Dürfen Bilder mit Menstruationsblut ins Internet gestellt werden?

  • Abstimmen

3,115

  • Ja. Das ist nichts als natürlich.33%
  • In diesem Fall schon. Schliesslich ist es ein Kunstprojekt.12%
  • Ih! Das will ich nicht sehen!17%
  • Mir egal. Ich muss es ja nicht anschauen.38%

Kennst du schon die watson-App?

Über 100'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

15
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • A_C_Doyle 28.04.2017 12:39
    Highlight Highlight Ich glaube wir sind uns doch alle einig das auch Urin, Stuhl oder menschliche innereien ganz natürlich sind. Wollen wir deshalb solche Dinge in der öffentlichkeit sehen?

    Menstruation ist natürlich was ganz normales, was aber nichtbheisst das man es jedem unter die Nase reiben und dauernd darüber sprechen muss.

    Anders gefragt, wann habt ihr euch das letzte mal über euren Letzten Toilettenbesuch auf Instagram unterhalten oder das ganze noch kit Bildern untermalt?
  • Alnothur 01.04.2015 10:10
    Highlight Highlight Watson, die Umfrage ist falsch formuliert. Es sollte in diesem Zusammenhang heissen: "Dürfen Bilder mit Menstruationsblut auf Instagram gestellt werden?"
  • wolkenesser 01.04.2015 09:15
    Highlight Highlight Ich mache jetzt auch ein Kunstprojekt, dass Männer zeigt, die im Stehen pinkeln, denn das ist nur natürlich. Wir folgen ja auch nur unserem Ur(in)instinkt, auch wenn Urin stinkt, es liegt in der Natur, das Urin stinkt.
    Nein, jetzt Spass bei Seite. Was ist daran denn so schlimm? Auch wenn es nicht sonderlich kreativ ist als Kunstprojekt, hat jeder seine freie Meinung, gerade in der Kunst. Es kommt nicht von ungefähr das man von "künstlerischer Freiheit" spricht, auch wenn man heutzutage in der Kunst oftmals, das Handwerk vernachlässigt und ich es langsam nervig finde, das alle "Künstler", meinen sie müssen mit Körperflüssigkeiten spielen. In diesem Fall hat es wenigstens eine Bedeutung, die sogar verhebt aus meiner Sicht.
  • Matthias Studer 01.04.2015 03:08
    Highlight Highlight Metallica brachte ein Cover raus mit Sperma und Blut. Hat eigentlich niemanden gestört, geschweige den wurde darüber geschrieben.
    Unsere Gesellschaft ist eh sterilisiert. Der Tod findet im Krankenhaus oder Altersheim statt, nicht Zuhause usw.
    Mein Gott, es ist ein bisschen Blut. Das tägliche Blut in den Medien die über Verbrechen und Kriege berichten stört uns anscheinend weniger.
  • SVRN5774 01.04.2015 01:24
    Highlight Highlight Ich finde Periode an sih normal und in der Schule sollte man das den Kindern erklären.
    Aber jetzt daraus "Kunst" zu machen??
    Ich habe keine Lust solche Bilder zu sehen oder von mir online zu stellen.

    Warum müssen manche Frauen so übertreiben? :/
    • wolkenesser 01.04.2015 12:01
      Highlight Highlight und trotzdem hat dich der Artikel brennend intressiert?^^ oder war er so wiederwärtig, dass du dir gedacht hast: "Iiiiih hässlich, sooo wiederwärtig, dass ich den ganzen Artikel lesen muss und das Bild genau unter die Lupe nehmen muss"?^^
      Bitte nicht beleidigt sein, ist nicht ernst gemeint ;)
  • Lumpirr01 31.03.2015 18:31
    Highlight Highlight Was soll dies hier in Watson? Das richtige Wort ist möglicherweise: "primitiv"
  • Pieter 31.03.2015 18:15
    Highlight Highlight KUNST?!! So ein hirnlosen Schmarren
  • dracului 31.03.2015 17:02
    Highlight Highlight Was Kunst sein soll und was nicht, darüber herrscht seit Jahren ein Streit. Eine Frage der Neuzeit ist: Wer darf enscheiden, ob etwas publiziert werden kann und basierend auf welchen (westlich-männlichen?) Wertvorstellungen? Ich möchte eigentlich visuelle und auditive Unversehrtheit und kriege sie nicht! Mit der Zurschaustellung verliert vieles seine Natürlichkeit und wird eben künstlich. Trotz Handy und Internet: Es muss nicht alles visualisiert, verfilmt oder vertont werden!
  • mrgoku 31.03.2015 16:44
    Highlight Highlight klar ist es natürlich. muss deswegen die ganze welt blutflecken am arsch einer frau sehen? ich lege ein strunz in die schüssel und poste das bild. will auch keiner sehen obwohl jeder mensch kacken geht...

    die tante ist bescheuert ganz einfach
  • quintessenz 31.03.2015 15:36
    Highlight Highlight Der gesunde Menschenverstand scheint mal wieder auf ganzer Linie versagt zu haben. Warum um alles in der Welt sollte man so ein Foto öffentlich posten? Kunst? Ach ja, unter dem Deckmantel der Kunst darf man ja so ziemlich alles.... Verrückt!
  • Michèle Seiler 31.03.2015 15:16
    Highlight Highlight Wozu gibt's Binden/Tampons?

    Die Darmentleerung ist auch natürlich, trotzdem halte ich es für unnötig, zum Beweis dessen ein Bild von jemandem, der sich gerade in die Hose gemacht hat, ins Internet zu stellen. Hygiene ist ja nichts Schlimmes und diesbezüglich haben wir uns stark weiterentwickelt ...
  • Linus Luchs 31.03.2015 14:57
    Highlight Highlight Im Web sind mit entsprechenden Suchbegriffen leicht die furchtbarsten Bilder zu finden. Auch seriöse Medien muten uns schreckliche Fotos zu. Da wirkt die Reaktion von Instagram lächerlich. Und lässt sich als Frauenfeindlichkeit interpretieren.
    Aber ist das fair? Dass es sich beim Menstruationsfoto um Kunst handelt, ist nicht ohne weiteres zu erkennen. Es zeigt etwas, das zum Intimbereich der Frau gehört. Ein Vergleich: Menschen gehen täglich auf die Toilette. Etwas völlig Natürliches. Will ich Details auf Instagram sehen? Nein! Ist es also ein Fehler von Instagram, gewisse Grenzen zu setzen?
    • EvilBetty 31.03.2015 16:21
      Highlight Highlight Frauenfeindlich? Bitch, please!
  • Don Huber 31.03.2015 14:49
    Highlight Highlight Was nicht alles als Kunst angesehen wird.......Jemand blutet, einer macht ein Foto, das ist Kunst ??? So ein Dreck heutzutage.

Hörner wegen Smartphones? Was uns sonst noch so wachsen könnte (oder sollte)

Wie eine Studie angeblich zeigt, schlägt unser Lebensstil mit Smartphone und Co. bereits auf unsere Anatomie durch. Wir fragen uns, was als nächstes kommen könnte.

Australische Forscher wollen herausgefunden haben, dass uns aufgrund unseres Handy-Konsums (oder eher: durch die dadurch geänderte Körperhaltung) Hörner am Hinterkopf wachsen. Wir wollen den Teufel aber so schnell nicht an die Wand malen, auch wenn Hörner womöglich ein wenig dazu verleiten mögen.

Veränderungen können ja auch eine erleichternde Komponente beinhalten, da unnötiger Ballast abgeworfen wird. Aber Hörner? Am Hinterkopf? Naja. Darum stellt sich nun die dringliche Frage, welche …

Artikel lesen
Link zum Artikel