Populärkultur
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Twitter-Kommentare zum «Tatort»

Bullen, Buddies und blaue Bohnen

Der «Tatort» bot verblüffende Wendungen und Einblicke in das trübe Leben des frisch geschiedenen Kommissar Bootz. Für Erheiterung sorgte, dass Kollege Lannert wegen eines tödlichen Schusses unter Druck stand. Die Polizei! Unter Druck!

Arno Frank

Ein Artikel von

Spiegel Online

Selten dürfte es einen «Tatort» gegeben haben, dessen Tonspur sofort mit Schüssen beginnt. Überfall im Supermarkt, alles geht sehr schnell, wie das bei Überfällen im Supermarkt so üblich ist. Kommissar Lannert verpasst dem Täter, der den Wachmann als Geisel nimmt, den «finalen Rettungsschuss». 

Den sieht aber niemand, weder der Zuschauer noch sein Kollege Bootz (Felix Klare), der bei der anschliessenden Dienstaufsichtsbeschwerdeanhörung (oder wie man das nennt) dennoch für seinen Buddie aussagt. In schneller Folge sagen die geladenen Zeugen nichts Bemerkenswertes, bis auf eine Mitarbeiterin des Supermarkts. Sie meint, für 8,50 Euro die Stunde würde sie sich «nicht abknallen lassen». Das provoziert natürlich Fragen.

ARD/SWR TATORT,

Während der Wartezeit beim Gericht gibt es ein Wiedersehen von Lannert (Richy Müller) mit der Geiselnehmermutter. Bild: ard

So geht Sozialkritik im «Tatort», und damit hatte es sich auch schon mit den linken Flausen, wie wir noch sehen werden. Das Plot schien auf dem Gleis, und dieses Gleis fand nicht überall gleichermassen Gefallen.

Eine Zeugin gibt es, die allerdings bei der Anhörung völlig die Nerven verliert. Das ist unschön und weckt in dem einen oder anderen Twitterer bizarre Sehnsüchte nach einem gewissen Kommissar mit gewissen Methoden.

ARD/SWR TATORT,

Lügen für den Kollegen? Bootz (Felix Klare) tut es, Lannert verflucht ihn dafür. bild: ard

Kurz darauf ist aber auch die Zeugin tot. Erschossen, in ihrer Wohnung. Und Bootz ist, weil's der Zufall so will, gerade bei ihr, als sie ihren Verletzungen erliegt. Nun beginnen die Ermittlungen. Wir sehen Männer, die auf Bildschirme starren. Die verstorbene Zeugin, stellt sich heraus, war in einem sozialen Netzwerk angemeldet. Das darf beim Öffentlich-Rechtlichen weder Facebook noch Facebookle heissen. Sondern nur irgendwie anders. Und fiktive soziale Netzwerke finden Nutzer sozialer Netzwerke immer besonders lustig ...

ARD/SWR TATORT,

Anwalt Pflüger (Michael Rotschopf) will den Kollegen Lannert wegen «polizeilicher Willkür» vor Gericht bringen. Bild: ARD

Über das ominöse Stutt.net kommen die Kommissare etwas absolut Bizarrem auf die Schliche, nämlich dem klassischen Feindbild aller Spiesser, einem linksextremistischen und mopedfahrenden Netzwerk aus häuslebesetzenden Haschbrüdern also. Sehr unsympathisch, die Brüder. 

Wie auch der dienstaufsichtsbeschwerdeführende und gerne die Systemfrage stellende Anwalt, der sich am Ende als Vergewaltiger herausstellen wird. Oder dessen Frau, ebenfalls linksmotivierte Anwältin, von deren Hand die Zeugin sterben musste. Viel mehr interessiert sich die Gemeinde für das oben erwähnte Feindbild. Und die Tatwaffe. Und die Parallelen mit einem anderen – wie sollen wir sagen? – Kriminalfall.

Mit einer Pistole der Marke Česka wurde im baden-württembergischen Heilbronn die Polizistin Michelle Kiesewetter ermordet. Von Rechts-, nicht von Linksradikalen. Und so kommt es denn auch, dass dieser eigentlich ganz anständige «Tatort» aus Stuttgart bei Twitter ein seltsam reaktionäres «Gschmäckle» hinterlässt.



Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Trash-TV-Regisseur packt aus – das sind seine absurdesten Anekdoten

Kai Tilgen manipuliert für die Quote. So sehr, dass sich der Regisseur von «DSDS» und Co. sicher ist, dass er nicht in den Himmel kommt.

Kai Tilgen ist 57 Jahre alt und seit 24 Jahren Profi im Trash-TV-Metier – er hatte TV-Formate wie «Deutschland sucht den Superstar», «Verstecke Kamera», Hochzeits- und Abnehmwettbewerbe in der Hand. Nun hat er in einem Buch darüber aus dem Nähkästchen geplaudert – und die absurden Anekdoten, die er da so erzählt, klingen fast genauso scripted wie die Sendungen selbst ... 

Nach über zwei Jahrzehnten Schieberei im Fernsehen glaubt Tilgen selbst nicht mehr, dass er in den Himmel kommt. Warum? …

Artikel lesen
Link to Article