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Petition gegen «Giacobbo/Müller»: Transmenschen fordern öffentliche Entschuldigung 



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Transmenschen fordern von «Giacobbo/Müller» einen öffentlichen Kotau.
bild: srf

Gerade erst hat «Giacobbo/Müller» den einen oder anderen Gläubigen gegen sich aufgebracht und dafür eine Rüge kassiert – und schon droht der SRF-Satireshow neuer Ärger: Diverse Organisationen haben eine Petition eingereicht, die «eine öffentlichen Entschuldigung von Viktor Giacobbo und Mike Müller bei allen Transmenschen» fordert.

Stein des Anstosses ist die Sendung vom 3. April, in der die beiden Moderatoren eine Meldung von 20 Minuten aufgreifen, wonach sich die SP Frauen künftig «SP Frauen*» nennen wollen. Mit dem Sternchen soll Offenheit für Transsexuelle ausgedrückt werden.

«Das ist grobschlächtig, das ist sexistisch, das ist primitiv», erklärt Mike Müller mit Blick auf den alten Namen. «Die SP Frauen selber haben gesagt, das sei ein Statement gegen das sexistische, hetero-normative Patriarchat. Ob es ein Sternchen gibt, ist diskutiert worden. Man hat sich auch überlegt, ein Möndchen oder ein Herzchen anzufügen.»

Doch die Szene, an der Vereine wie das Transgender Network Switzerland Anstoss nehmen, kommt erst noch. «Früher hat sich der einfache SP-Arbeiter gefragt beim Pinkeln: Darf ich stehen oder muss ich mich hinsetzen? Heute ist das anders. Heute überlegt sich die SP-Transe: Bin ich schon so weit operiert, dass ich beim Pinkeln noch stehen kann, oder muss ich sowieso absitzen?»

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«Giacobbo/Müller» spielt selbst gerne mal mit Geschlechterrollen
bild: srf

Viktor Giacobbo ergänzt: «Es kann ja sein, dass sich noch weitere Gruppierungen innerhalb von der SP melden, die sich mit ihrer sexuellen Präferenz oder mit ihrer physischen Konsistenz oder was auch immer outen wollen». Mike Müller fragt später noch mit Blick auf die Geschehnisse in Therwil BL: «Darf so ein muslimischer Bub seiner Lehrerin, wenn sie eine Transe ist, die Hand verweigern?»

Das Wort «Transe» fällt in der Sendung mehrfach: Für Transmenschen ist der Begriff ein «bekanntermassen bewusst diskriminierendes Schimpfwort», klagt das Transgender Network Switzerland. Die «schlimme Diskriminierung und vorsätzliche Verunglimpfung» förderten Vorurteile: «Alles beginnt mit der Sprache. Es ist daher unverantwortlich und gefährlich, wenn solche Ausdrücke wie ‹Transe› leichtfertig im Fernsehen verbreitetet werden.»

Dem SRF dürfte die Sache nicht angenehm sein. «Ziel war nicht, Transmenschen zu diffamieren», versichert Rolf Tschäppät, Bereichsleiter Comedy und Quiz, auf Anfrage von watson. Die neue Bezeichnung der «SP-Frauen*» habe für Schlagzeilen gesorgt: «Dass dieses Thema in einem satirischen Wochenrückblick aufgegriffen wird, liegt auf der Hand – und dann eben auch, dass es satirisch behandelt wird, das heisst überspitzt und übertrieben ad absurdum geführt wird.»

Der Mediensprecher des Transgender Network Switzerland war bis dato für Nachfragen von watson nicht zu erreichen.

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