Russland
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A Malaysian expert (L) examines a black box belonging to Malaysia Airlines flight MH17 during its handover from pro-Russian separatists, in Donetsk July 22, 2014. The remains of some of the 298 victims of the Malaysia Airlines plane downed over Ukraine were making their way to the Netherlands on Tuesday as Senior Ukrainian separatist leader Aleksander Borodai handed over the plane's black boxes to Malaysian experts. REUTERS/Maxim Zmeyev (UKRAINE - Tags: POLITICS TRANSPORT DISASTER CIVIL UNREST)

Vertreter der prorussischen Separatisten übergeben einen Flugschreiber einem malaysischen Experten. Bild: MAXIM ZMEYEV/REUTERS

«Sie werden die Wahrheit enthüllen»

Separatisten übergeben Blackboxes an malaysische Experten



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Ein Video der Übergabe (russisch ohne Untertitel). Youtube/RuptlyTV

Prorussische Separatisten haben die Flugschreiber der in der Ostukraine abgestürzten Passagiermaschine an eine malaysische Delegation übergeben. Die Rebellen händigten den zwölf Experten in Donezk im Beisein von 150 Journalisten am Dienstagmorgen die Black Box aus.

Ein malaysischer Experte dankte den Separatisten. Die Geräte, ein Flugdatenschreiber und ein Stimmenrekorder, seien intakt und nur geringfügig beschädigt, sagte er. Die Übergabe fand im Hauptsitz der selbstproklamierten «Volksrepublik Donezk» statt, auch der selbsternannte Regierungschef Alexander Borodaj nahm daran teil.

«Die Blackboxes werden die Wahrheit enthüllen. Wir haben nicht die technische Fähigkeit, dieses Flugzeug zu zerstören.»

Separatistenführer Borodaj

Er sagte bei der Übergabe der Black Boxes, sie «werden die Wahrheit enthüllen». Er bestritt Anschuldigungen, nach denen die Separatisten das Flugzeug abgeschossen hätten. «Wir haben nicht die technische Fähigkeit, dieses Flugzeug zu zerstören», sagte Borodaj. Gleichzeitig erklärte er, er habe im Umkreis von zehn Kilometern rund um die Absturzstelle eine Waffenruhe angeordnet.

Die Delegation hatte nach Angaben der russischen Agentur Interfax den Tag über in Donezk mit den Separatisten verhandelt. Kurz vor der Übergabe hatte der UNO-Sicherheitsrat zudem per Resolution eine unabhängige Untersuchung des mutmasslichen Abschusses der Passagiermaschine gefordert. Alle 15 Mitglieder des Gremiums stimmten dem Papier bei einer kurzfristig einberufenen Sitzung am Montag in New York zu.

Senior Ukrainian separatist leader Aleksander Borodai (centre R) gestures as a rebel (L) places the black boxes of Malaysia Airlines flight MH17 on a desk, during their handover to Colonel Mohamed Sakri (R) of the Malaysian National Security Council, in Donetsk July 22, 2014. The remains of some of the 298 victims of the Malaysia Airlines plane downed over Ukraine were making their way to the Netherlands on Tuesday as Borodai handed over the plane's black boxes to Malaysian experts. REUTERS/Maxim Zmeyev (UKRAINE - Tags: POLITICS TRANSPORT DISASTER CIVIL UNREST TPX IMAGES OF THE DAY)

«Wir haben nicht die technische Fähigkeit, dieses Flugzeug zu zerstören», sagt Separatistenführer Borodaj (vor dem Mikrofon) bei der Übergabe. Bild: MAXIM ZMEYEV/REUTERS

Resolution «ohne Konsequenzen»

Die Resolution fordert eine «umfassende, tiefgreifende und unabhängige Untersuchung» des Absturzes von Flug MH17 mit fast 300 Menschen an Bord, bei der die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO eine «zentrale Rolle» spielen soll.

Zudem fordert sie sofortigen ungehinderten Zugang für die Experten zur Unglücksstelle. Im Fall der Nichtbefolgung droht die Resolution allerdings keine Konsequenzen an. Sie verurteilt den mutmasslichen Abschuss des Flugzeugs und spricht den Angehörigen der Opfer Beileid aus.

epa04325116 Two TV journalists react on the corpses' smell from the bodybags lying in one of the train's refrigerated coaches that carry the bodies of the victims of Boeing 777 Malaysia Airlines flight MH17, which crashed during flying over the eastern Ukraine region, at the railway station of Torez, some 90 Km east from Donetsk, Ukraine, 21 July 2014. A team of Dutch forensic experts, accompanied by OSCE inspectors and guarded by rebel soldiers arrived today to check the remains of the plane crash victims. The MH17 victims' remains are be stored in refrigerated railway coaches and are to be taken to a laboratory in Kharkiv, more than 250 kilometres north of the crash site and far from rebel-held territory. Senior OSCE members and Dutch forensic specialists were allowed by separatists to check the bodies after being loaded into the refrigerated wagons. A Malaysia Airlines Boeing 777 with more than 280 passengers on board crashed in eastern Ukraine on 17 July. The plane went down between the city of Donetsk and the Russian border, an area that has seen heavy fighting between separatists and Ukrainian government forces.  EPA/ROBERT GHEMENT

Zwei Journalisten halten sich die Nase zu, als die Leichen mit in den Zug gebracht werden. Bild: ROBERT GHEMENT/EPA/KEYSTONE

Unterdessen verliess der Zug mit den Überresten von 251 Flugzeuginsassen am Montagabend die Stadt Tores Richtung Charkow. Dort richten niederländische Spezialisten ein Zentrum zur Identifizierung der Opfer ein. Die Niederlande wollen jedoch die Opfer so schnell wie möglich ausser Landes bringen.

«Die Identifizierung geht in den Niederlanden viel schneller», sagte Ministerpräsident Mark Rutte im Parlament in Den Haag. Auf dem Flugplatz von Charkow steht eine Hercules-Maschine der niederländischen Streitkräfte bereit. Nach ukrainischen Angaben wurden an der Absturzstelle 282 Leichen und 87 Körperteile gefunden.

Russische Aufnahmen

Wenige Stunden vor der Sitzung des UNO-Sicherheitsrates in New York präsentierte der russische Generalstab am Montag in Moskau Satellitenaufnahmen und Karten mit Flugbahnzeichnungen vom Absturztag. Der russische Generalleutnant Andrej Kartopolow rief die Amerikaner auf, eigenes Kartenmaterial vom Absturztag zu veröffentlichen.

In this photo provided and dated Sunday, July 20, 2014 by Airbus DS/AllSource Analysis, a satellite image shows the primary crash site, at left, of Malaysia Airlines Flight 17 located near Hrabove, eastern Ukraine. Four days after Flight 17 was shot out of the sky, international investigators still have had only limited access to the crash site, hindered by the pro-Russia fighters who control the verdant territory in eastern Ukraine. (AP Photo/Airbus DS/AllSource Analysis) MANDATORY CREDIT

Eine russische Satellitenaufnahme des Absturzortes. Bild: AP/Airbus DS/AllSource Analysis

Die Aussenminister der Europäischen Union kommen am Dienstag in Brüssel zusammen, um über die Ukraine-Krise und Konsequenzen aus dem Absturz zu beraten. In der Ostukraine lieferten sich Armee und Separatisten derweil erneut heftige Gefechte. (rey/sda/reu/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 22.07.2014 14:21
    Highlight Highlight Selbst wenn die pro-russischen Terroristen das Flugzeug nur aus Versehen abgeschossen haben, so haben sie sich trotzdem eines schweren Verbrechens schuldig gemacht. Wer einfach nach Lust und Laune mit modernen Waffen blind in die Luft ballert in der Hoffnung ein feindliches Ziel zu treffen und dabei unschuldige Flugpassagiere abschiesst, dem hilft auch die Ausrede "Sorry, euch haben wir nicht gemeint, Shit happens" nichts.
    Hier wurde die Grenze zum Terrorismus überschritten, weil unbeteiligte Passagiere die nichts mit diesem Krieg zu tun haben von Deppen ermordet wurden die nichts besseres zu tun haben, als mit schweren Luftabwehr-Raketen, deren Bedienung sie ohnehin intellektuell überfordert, auf irgendwelche Flugzeuge zu schiessen ohne dass sie vorher überprüft haben, ob es sich dabei um eine zivile Maschine handelt.
    • Horny 22.07.2014 15:43
      Highlight Highlight Ich würde mal die Untersuchung abwarten, bevor Du Vorurteile fällst!

NATO-General warnt vor «fake news» aus Russland

Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses warnt vor der Streuung russischer Desinformationen nach dem Muster eines Berichts über Vergewaltigungsvorwürfe gegen deutsche Soldaten. Der Bericht, wonach sich deutschsprechende Männer an einer 15-Jährigen in Litauen vergangen haben sollen, «basiert nicht auf echten Ereignissen», sagte der Leiter des höchsten militärischen Gremiums der Allianz, General Petr Pavel, am Samstag in München.

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