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Experten aus den Niederlanden und aus Australien begutachten den Absturzort der Maschine MH17.
Experten aus den Niederlanden und aus Australien begutachten den Absturzort der Maschine MH17.
Bild: IGOR KOVALENKO/EPA/KEYSTONE
MH17

Experten beginnen Ermittlungen an Absturzstelle in Ostukraine

01.08.2014, 19:26

Trotz anhaltender Gefechte hat eine Gruppe von Experten am Freitag ihre Arbeit am Absturzort des mutmasslich abgeschossenen Passagierflugzeugs in der Ostukraine aufgenommen. Rund 70 Forensiker und Kriminaltechniker vornehmlich aus den Niederlanden und Australien begannen am Freitag mit der Suche nach weiteren Leichenteilen der 298 Absturzopfer und der Spurensicherung an Wrackteilen.

«Falls die Experten sterbliche Überreste finden, werden diese umgehend geborgen», erklärte das niederländische Justizministerium in Den Haag. Die Untersuchung wird von den Niederlanden geleitet, aus denen die meisten der Absturzopfer stammen.

Rund 70 Forensiker und Kriminaltechniker sind vor Ort.
Rund 70 Forensiker und Kriminaltechniker sind vor Ort.
Bild: IGOR KOVALENKO/EPA/KEYSTONE

Begleitet wurde die Gruppe von Beobachtern und Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Bis zu 950 bewaffnete Polizisten aus den Niederlanden und Australien sollen die Arbeiten zudem absichern. Ihre Stationierung soll ebenfalls am Freitag beginnen.

Kämpfe behinderten Arbeiten

Die Regierung in Kiew und der Westen machen die prorussischen Separatisten für den Abschuss des Flugzeugs am 17. Juli verantwortlich. Die Rebellen bargen 227 Leichen, doch befinden sich inmitten der weiträumig verstreuten Trümmer die sterblichen Überreste weiterer Opfer.

Bemühungen zu ihrer Bergung und zur Untersuchung des Absturzes wurden durch die Kämpfe in der Region behindert. Versuche der Ermittler, zur Absturzstelle vorzudringen, scheiterten mehrfach. Eine Vorhut der Experten konnte das Gelände erstmals am Donnerstag in Augenschein nehmen.

Inmitten der Trümmern befinden sich sterbliche Überreste weiterer Opfer.
Inmitten der Trümmern befinden sich sterbliche Überreste weiterer Opfer.
Bild: IGOR KOVALENKO/EPA/KEYSTONE

Die ukrainische Armee und die prorussischen Separatisten vereinbarten bei Krisengesprächen in Minsk, den Ermittlern einen Zugang zum Absturzort zu gewährleisten, wie der ukrainische Ex-Präsident Leonid Kutschma in Kiew sagte.

Beide Lager hätten zudem den gegenseitigen Austausch von 20 Gefangenen beschlossen. «Die Männer werden in Kürze freigelassen», sagte Kutschma, der am Donnerstag als Vermittler an dem Treffen in der weissrussischen Hauptstadt teilgenommen hatte.

Kämpfe gehen weiter

Armee und Regierungstruppen warfen sich allerdings gegenseitig vor, die beschlossene Feuerpause nicht einzuhalten. Die Armee feuere aus Mehrfachraketenwerfern, sagte Separatistenanführer Andrej Purgin. Die militanten Gruppen könnten daher die Sicherheit internationaler Ermittler nicht garantieren.

Mindestens zehn ukrainische Soldaten seien getötet worden, als ihre Einheit in Schachtjorsk, rund 25 Kilometer vom Absturzort entfernt, in einen Hinterhalt geriet, sagte Armeesprecher Alexej Dmitraschkowski. Dabei starben auch vier Separatisten.

In Lugansk wurden mindestens fünf Zivilisten getötet. Das von Regierungstruppen eingekesselte und von der Versorgung mit Lebensmitteln abgeschnittene Lugansk ist neben Donezk die letzte Hochburg der Rebellen. (viw/sda/afp/dpa/reu)

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