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Alexander Hug (rechts) spricht mit einem prorussischen Separatisten bei der Absturzstelle.
Alexander Hug (rechts) spricht mit einem prorussischen Separatisten bei der Absturzstelle.
Bild: AFP
Inakzeptable Sicherheitslage

OSZE muss den Zugang zum Absturzort «Meter für Meter» aushandeln

27.07.2014, 04:32

Aus Sicherheitsgründen haben Beobachter der OSZE am Sonntag einen Besuch an der MH17-Absturzstelle in der Ostukraine abgesagt. Das teilte die Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ukraine über Twitter mit. Auch die unbewaffneten niederländischen und australischen Polizisten sagten einen geplanten Besuch an der Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs aus Sicherheitsgründen ab.

«Vor Ort wird weiter gekämpft, wir können das Risiko nicht eingehen», sagte der stellvertretende Leiter der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Schweizer Alexander Hug. Die Sicherheitslage sei «inakzeptabel für unsere unbewaffnete Beobachtermission».

Zusammenarbeit mit Separatisten verbessert

Besser, aber noch immer kompliziert: So beschreibt der Schweizer OSZE-Vizemissionsleiter Alexander Hug die Zusammenarbeit zwischen den OSZE-Beobachtern und den prorussischen Kräften im Osten der Ukraine nach dem Abschuss des Passagierflugzeuges.

«Unsere Zusammenarbeit hat mit den Rebellen hat sich verbessert», sagte Hug in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Die Verhandlungen seien aber trotzdem kompliziert. Sobald es in Gesprächen um die Absturzursache gehe, werde es «sehr sensitiv».

«Wir stehen jetzt täglich in Kontakt miteinander, um unseren Zugang zum Absturzort sicherzustellen», sagte Hug. «Dadurch entstehen mehrmals täglich temporäre Waffenruhen, und das führt auf gewissen Achsen zu einer Stabilisierung.» Das sei positiv.

Kontakt haben die Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) laut Hug um die Zugangsrouten zum Absturzort «Meter für Meter» abzusprechen. Dazu seien Verhandlungen mit verschiedenen Rebellenführern nötig, welche den OSZE-Vertretern dank der Präsenz in der Region seit März mittlerweile bekannt seien.

«Es war eine Erleichterung, als wir sahen, wie die sterblichen Überreste der Opfer endlich ihren Weg nach Hause fanden.»
Alexander Hug (links) ist dabei, als die Leichen per Zug wegtransportiert wurden.
Alexander Hug (links) ist dabei, als die Leichen per Zug wegtransportiert wurden.
Bild: Vadim Ghirda/AP/KEYSTONE

«Den Geruch des Todes vergisst man nicht»

Den OSZE-Mitarbeitern und ihm selbst habe es in den letzten Tage zu schaffen gemacht, dass die Leichen im Absturzgebiet so lange unter freiem Himmel gelegen seien. «Es war eine Erleichterung, als wir aus Holland die Bilder sahen, wie die sterblichen Überreste der Opfer endlich ihren Weg nach Hause fanden.»

Hug spricht von schwer zu verarbeitenden Bildern am Absturzort: «Ich war in vielen Krisenregionen, aber dass fast 300 unschuldige Zivilisten auf engstem Raum liegen, dazu noch so viele Kinder, das habe ich noch nie erlebt. Dass kann man nicht verstehen.»

Trotz aller Strategien und Massnahmen, die den Beobachtern zur Verarbeitung der Eindrücke helfen sollen, sagt Hug: «Die Bilder und Gerüche werden lange bleiben. Auch bei mir. Den Geruch des Todes vergisst man nicht.» (whr/sda)

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