Russland
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epa04319593 (FILE) A file picture dated 17 September 2007 shows Ukrainian Su-25 attack planes with flares flying in the background during manoeuvres at the landfill in Rovno, Ukraine. Ukraine accuses Russia of shooting down one of its fighter jets. A Russian Air Force plane fired a rocket at a Ukrainian Su-25 over Ukrainian territory, a spokesman for the National Security and Defence Council says. The incident happened 16 July evening, he says, adding that the Ukrainian pilot ejected from the plane and survived.  EPA/SERGEY POPSUEVICH

Bild: SERGEY POPSUEVICH/EPA/KEYSTONE

Kampf um Separatistenhochburg

Ukrainische Luftwaffe greift Donezk an 

Der Kampf um Donezk geht offenbar in die entscheidende Phase. Erstmals hat die ukrainische Luftwaffe die Separatistenhochburg bombardiert. 

06.08.14, 11:44 06.08.14, 13:01

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Zum ersten Mal hat die ukrainische Luftwaffe in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch das Zentrum der Separatistenhochburg Donezk attackiert. Gegen Mitternacht flogen zwei Kampfjets über die Millionenstadt im Osten des Landes, die von prorussischen Separatisten kontrolliert wird. Wie SPIEGEL-Korrespondent Christian Neef berichtete, feuerten die Maschinen im Tiefflug mehrere Raketen ab. Sie trafen auf eine Strasse. Es habe keine Opfer gegeben. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete, ein Geschoss habe einen vier Meter breiten und eineinhalb Meter tiefen Krater in einer Strasse hinterlassen.

In der Nacht lieferten sich ukrainische Regierungstruppen und Milizen schwere Gefechte in Donezk, wie Neef weiter berichtete. In der Nähe seines Hotels sei immer wieder Artilleriefeuer zu hören gewesen. AFP meldete mindestens zwei Tote. Nach Angaben der Stadtverwaltung handelt es sich bei den Opfern um Zivilisten. 

Die ukrainische Armee war am Dienstag immer weiter auf Donezk vorgerückt. Das Bürgermeisteramt berichtete von heftigen Kämpfen im westlichen Vorort Petrowski. Laut Nachrichtenagenturen gab es auch in südwestlichen Vorort Mariinka Gefechte. Dort waren regelmässig Explosionen zu hören, Rauchsäulen stiegen auf. Bei nächtlichen Mörserangriffen wurde ein Elektrizitätswerk in der Nähe von Mariinka beschädigt. Ein ukrainischer Armeesprecher erklärte, die Streitkräfte bereiteten sich auf die Einnahme der Grossstadt vor. 

Seit Wochen versucht die ukrainische Armee, die Separatisten aus ihren Hochburgen Donezk und Luhansk zu vertreiben. Zwar gelang es der Armee, Slowjansk, Mariupol und andere kleinere Städte zurückzuerobern, doch geriet die Offensive angesichts der heftigen Gegenwehr der Rebellen immer wieder ins Stocken. Die bisherige Strategie in Donezk bestand darin, die Separatisten zu isolieren, bis ihre Ressourcen aufgebraucht sind. Ausserdem sollten sie von der russischen Grenze abgeschnitten werden. Kiew und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten mit Waffen und Kämpfern zu unterstützen. 

UNO warnt vor Verschärfung der humanitären Lage 

epa04341660 Ukrainian soldiers drive on an Armoured Personnel Carrier (APC) in the eastern Ukrainian city Kramatorsk, Ukraine, 05 August 2014. Much of the fighting in eastern Ukraine has been on the border with Russia, which Ukrainian government forces want to safeguard to prevent any influx of fighters and military hardware from Russia.  EPA/ROMAN PILIPEY

Auf dem Vormarsch: Ukrainische Armee. Bild: ROMAN PILIPEY/EPA/KEYSTONE

Die UNO warnte vor einer dramatischen Verschärfung der humanitären Situation in der umkämpften Ostukraine. «Wir sprechen von 3,9 Millionen Menschen, die in einer von der Gewalt heimgesuchten Region leben», sagte John Ging vom Nothilfebüro der Uno am Dienstag in New York in einer Sondersitzung des Sicherheitsrates. «Die Infrastruktur ist zerstört, Strom gibt es kaum und Wasser nur ein paar Stunden am Tag.» Jeden Tag würden etwa 1000 Menschen aus dem Kampfgebiet fliehen. Seit Beginn des Konflikts seien 1376 Menschen getötet worden, mehr als 4000 seien verletzt. 

«Es ist ein echter Krieg», sagte Russlands UNO-Botschafter Witalij Tschurkin, der die Dringlichkeitssitzung gefordert hatte. Trot«z internationaler Abkommen setzt Kiew seine Militäreinsätze fort. Wohngebiete werden beschossen, und es werden sogar Kassettenbomben eingesetzt.» Tschurkin sagte, Russland habe 800.000 Flüchtlinge aufgenommen. Laut UNO sind es allerdings 168'000. 

Die USA warfen Russland Heuchelei vor. «Russland kann das alles beenden», sagte Vizebotschafterin Rosemary DiCarlo. «Die Gewalt endet an dem Tag, an dem Russland seine Hilfe für die Aufständischen einstellt.» Moskau müsse die Ukraine respektieren und die Besetzung der Krim beenden, sagte sie. «Und Russland muss endlich mit der Destabilisierung der Ostukraine aufhören.»  (heb/phw/AFP/dpa)



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Brikne, 20.7.2017
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