DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Kurz vor der Abstimmung

Eher keine Unabhängigkeit für Schottland: Umfragen sehen Gegner knapp vorn

18.09.2014, 03:5818.09.2014, 08:59

Unmittelbar vor dem Schottland-Referendum vom Donnerstag sehen neue Umfragen die Gegner der Unabhängigkeit weiterhin knapp vorn. 52 Prozent der Befragten wollten Nein sagen zur Abspaltung Schottlands vom Vereinigten Königreich und 48 Prozent Ja. Das ermittelte das Meinungsforschungsinstitut YouGov für die Donnerstagsausgaben der Zeitungen «Times» und «Sun». 

Zum selben Ergebnis kam die Konkurrenz von Panelbase. Survation ermittelte sogar eine Führung von 6 Prozentpunkten für die Unionisten, während Ipsos Mori mit 51 zu 49 Prozent den knappsten Abstand errechnete. Die Unentschlossenen sind jeweils herausgerechnet. 5 bis 9 Prozent der Befragten sagten in den verschiedenen Umfragen, sie hätten sich noch nicht auf «Yes» oder «No» festgelegt.

90 Prozent Stimmbeteiligung erwartet

Laut «Sun» geben die Meinungsforscher von YouGov an, dass die Schotten mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent ein Teil des Vereinigten Königreichs bleiben. 

Mehr zur Schottland-Abstimmung

Rund 4,3 Millionen für das Referendum registrierte Einwohner Schottlands können am Donnerstag entscheiden, ob das Land unabhängig wird. Die Demoskopen rechnen mit einer Beteiligung in Rekordhöhe von mehr als 90 Prozent.

International wird mit grosser Spannung verfolgt, ob sich die Schotten nach mehr als 300 Jahren aus der Union mit England lösen und so das Vereinigte Königreich Geschichte werden lassen. Die Wahllokale öffnen um 7 Uhr Ortszeit (8 Uhr MESZ). Erste Trends werden in der Nacht auf Freitag erwartet, ein Ergebnis am Freitagmorgen.

Obama hofft auf Ablehnung der Unabhängigkeit

Am Vorabend des Referendums über die Unabhängigkeit Schottlands plädierte US-Präsident Barack Obama für die Einheit Grossbritanniens. Das Vereinigte Königreich sei ein «aussergewöhnlicher Partner» der USA und eine zuverlässige Kraft in einer instabilen Welt, schrieb Obama am Mittwoch im offiziellen Profil des Weissen Hauses auf Twitter«Ich hoffe, es bleibt stark, robust und vereint.»

Unterzeichnet war der Eintrag mit der Abkürzung «bo», die immer dann verwendet wird, wenn die Äusserung vom US-Präsidenten selbst und nicht von seinem Presseteam stammt.

Die US-Regierung hatte bereits in den vergangenen Tagen ihre Unterstützung für einen Verbleib Schottlands in Grossbritannien erkennen lassen. Gleichzeitig betonte sie aber, die Schotten hätten das Recht, darüber abzustimmen.

Die USA pflegen mit Grossbritannien eine Sonderbeziehung («special relationship»), die bei einer schottischen Unabhängigkeit erschüttert würde. Washington befürchtet, dass einer seiner wichtigsten Verbündeten militärisch und wirtschaftlich an Einfluss verlieren könnte. (trs/sda/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Schottland flirtet erneut mit der Unabhängigkeit
Die schottische Parlamentswahl steht einmal mehr im Zeichen der Unabhängigkeit. Die Nationalisten wollen im Fall einer absoluten Mehrheit eine neue Volksabstimmung durchführen.

Als der britische Premierminister Tony Blair den Schotten 1999 eine begrenzte Selbstverwaltung mit eigenem Parlament und Regierung ermöglichte, wollte er den Befürwortern einer Unabhängigkeit des nördlichen Landesteils das Wasser abgraben. Erreicht hat der Labour-Politiker das Gegenteil: Ein unabhängiges Schottland wird immer wahrscheinlicher.

Zur Story