Schule - Bildung
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** ARCHIV ** Lehrer Oliver Hartmann fuehrt einer 10. Klasse in Bremen am 27. November 2007 waehrend einer Physikstunde ein Experiment vor. Sachsen ist der grosse Sieger der diesjaehrigen Pisa-Studie. Das meldete das ZDF am Montag, 17. Nov. 2008. Das Bundesland habe den Laenderbildungsvergleich sowohl beim diesmaligen Schwerpunktthema Naturwissenschaften als auch in Mathematik und Lesen gewonnen, hiess es im

Trotz Klagen; Positiv bewerteten die Lehrkräfte das Unterrichten selbst und den Respekt seitens der Kinder und Jugendlichen. Bild: AP

Umfrage zur Berufszufriedenheit

Lehrer klagen: Zu wenig Erholungszeit, schlechtes Image und tiefer Lohn

Die Schweizer Lehrerinnen und Lehrer sind mit ihrem Job nur «solala» zufrieden. Und dennoch: Vier von fünf würden ihren Beruf wieder wählen.



Zum vierten mal nach 1990, 2001 und 2006 erhob der Schweizer Lehrerdachverband LCH im Frühling 2014 die Zufriedenheit seiner Mitglieder. Sie liegt auf einer Skala von 1 bis 6 bei 4,3, wie der LCH am Dienstag in einer Mitteilung schreibt.

Trotz mässiger Begeisterung gaben 82 Prozent der Befragten an, sie würden den Beruf wieder ergreifen, sollten sie sich nochmals entscheiden können. Das sind deutlich mehr als früher: Bei den beiden letzten Umfragen waren es nur rund 70 Prozent.

Grafik Lehrerzufriedenheit

quelle: LHC.ch

Individuelle Strategien

Für die geringe Zufriedenheit am stärksten ins Gewicht fallen das Ungleichgewicht von Arbeits- und Erholungszeit, das als schlecht empfundene Ansehen in der Öffentlichkeit, die mangelhafte Umsetzung von Reformen und der Lohn. Dieser sei verglichen mit Berufen mit entsprechenden Anforderungen tief, die Lohnentwicklung ungenügend, heisst es in der Mitteilung.

Zu wenig Erholungszeit, schlechtes Image und tiefer Lohn, verstehen Sie die Klagen der Lehrer?

Viele Lehrkräfte haben eigene Strategien entwickelt, wie sie den hohen Anforderungen ihres Berufs standhalten können. Zum Beispiel reduzieren sie freiwillig ihr Arbeitspensum. Laut LCH wird damit «verhüllt», dass ein Vollpensum auf die Dauer häufig «nicht mehr leistbar» ist.

Ein Vollzeitpensum für Volksschullehrkräfte soll deshalb nur noch 26 Lektionen pro Woche umfassen, wie der LCH fordert. Weitere zentrale Massnahmen seien ein besserer Lohn und eine attraktive Lohnentwicklung. Dafür werde man sich stark machen, wird LCH-Präsident Beat Zemp zitiert.

Freude am Unterrichten

Pluspunkte sind für die Befragten die Möglichkeit, das Arbeitspensum den eigenen Bedürfnissen anzupassen und Teilzeit zu arbeiten. Positiv bewerteten die Lehrkräfte auch das Unterrichten selbst, den Respekt seitens der Kinder und Jugendlichen, das Vermitteln von Werten, das Sicherstellen von Disziplin und die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gäry 09.12.2014 14:31
    Highlight Highlight Liebe Lehrer ich habe einen Vorschlag:
    Wenn ihr das negative Ansehen in der Öffentlichkeit schlecht findet, hört endlich auf zu JAMMERN!
    Jammern die verkäuferinnen beim sonntagsverkauf? Jammern die bauarbeiter, wenn sie im regen arbeiten müssen? Jammert das Servicepersonal, wenn sie an Weihnachten arbeiten müssen? ...
    • The Destiny // Team Telegram 09.12.2014 15:24
      Highlight Highlight Sind auch nicht mehr die gleichen goofen wie vor 20 Jahren.
      Die wo man heute bekommt sind enorm anspruchsvoll, respektlos, einige haben schwächen auf die man wegen wenig verfügbarere Zeit nicht eingehen kann, usw.
    • Gäry 09.12.2014 16:08
      Highlight Highlight Und doch jammern sie nicht über die schüler...

      Das mit den Bauern muss ich eingestehen. Aber diese sind trotzdem in einer ganz anderen situation als lehrer...
    • Señor Ding Dong 09.12.2014 16:18
      Highlight Highlight Gäry, dein Vergleich ist an den Haaren herbeigezogen. Und wenn nie jemand "jammern würde" und alle nur ihr Maul halten und Arbeiten würden, dann wären wir immer noch im Industrialisierungszeitalter und du hättest so eben 8 deiner 16 Stundenschicht abgearbeitet.

      Die Kritik ist berechtigt. Die Arbeitsbedingungen der Lehrer werden immer schlechter, und es hat immer weniger, die den Beruf ergreifen. Warum soll das nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden? Über den GAV der Bauarbeiter redet man ja auch in regelmässigen Abständen. Wo ist das Problem?
  • Sonnentanz 09.12.2014 13:11
    Highlight Highlight Haben die nicht schon 12 Wochen Ferien..?
    • Señor Ding Dong 09.12.2014 16:24
      Highlight Highlight 12 Wochen, in denen sie keinen Unterricht geben. Das ist ein wichtiger Unterschied.

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