DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Klassenzimmer in Liberia: Wegen des Ebola-Ausbruchs im vergangen Jahr wurden viele Schulen vorübergehend geschlossen. In vielen Ländern gibt es dagegen gar kein Grundschulsystem. 
Klassenzimmer in Liberia: Wegen des Ebola-Ausbruchs im vergangen Jahr wurden viele Schulen vorübergehend geschlossen. In vielen Ländern gibt es dagegen gar kein Grundschulsystem. Bild: AHMED JALLANZO/EPA/KEYSTONE

Eine Grundschule für alle Kinder gibt es nur gerade in jedem zweiten Land

09.04.2015, 03:20

Nur in etwa der Hälfte aller Länder weltweit gibt es ein flächendeckendes Grundschulangebot für alle Kinder. Das ist das Ergebnis eines Erziehungsberichts, den die UNO-Organisation Unesco am Donnerstag in Neu Delhi und Paris vorstellte.

Lediglich ein Drittel der Länder habe die im Jahr 2000 beschlossenen Ziele einer messbaren «Bildung für alle» erreicht, teilte die Bildungsorganisation weiter mit. Nach Unesco-Berechnung sind zusätzlich gut 20 Milliarden Euro jährlich notwendig, um neue Bildungsziele bis zum Jahr 2030 zu erreichen.

 «Im südlichen Afrika kann jede zweite Frau weder lesen noch schreiben.»
Befund des Unesco-Bildungsberichts

Sechs Ziele für 164 Staaten

164 Staaten hatten sich vor 15 Jahren in Dakar auf sechs verbindliche Bildungsziele geeinigt: Einen Ausbau der frühkindlichen Bildung, eine Grundschulbildung für alle, eine Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen, eine Senkung der Analphabetenrate bei Erwachsenen um die Hälfte, die Überwindung von Geschlechterungleichheiten und eine Verbesserung der Qualität der Bildung.

Die Welt habe enorme Fortschritte bei der Bildung gemacht, sagte Unesco-Chefin Irina Bokowa nach Angaben der Organisation. Millionen von Kindern mehr seien in der Schule, als die Trends der 1990er Jahre annehmen liessen. Allerdings sei das Ziel noch nicht erreicht. Mit speziellen Strategien sollten die Ärmsten und vor allem Mädchen gefördert werden, um die Zahl der Analphabeten zu verringern.

781 Millionen Analphabeten

Nur in jedem vierten Land wurde dem Unesco-Bericht zufolge das Ziel erreicht, die Analphabetenrate um 50 Prozent zu senken. Zwei Drittel der weltweit 781 Millionen erwachsenen Analphabeten sind Frauen. Im südlichen Afrika kann jede zweite Frau weder lesen noch schreiben.

Besonders besorgt ist die Unesco über die Situation von Kindern in Krisengebieten. Ein Drittel der Kinder, die keine Schule besuchen, lebt in Konfliktregionen. Auch Armut ist ein zentrales Hindernis bei der Bildung: Die Wahrscheinlichkeit, die Grundschule abzuschliessen, ist bei den Ärmsten fünfmal geringer als bei den Reichsten. (trs/sda/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Jugendgewalt und Sexualdelikte nehmen zu – diese Massnahmen werden nun gefordert
Eine Umfrage zu Gewalterfahrungen von Zürcher Jugendlichen ist alarmierend. Sexualdelikte, Mobbing, Erpressung und Gewaltandrohungen nehmen stark zu. Der Psychologen-Verband fordert nun zusätzliche Beratungsangebote, damit Kinder und Jugendliche künftig nicht diesen Weg wählen.

Es sind besorgniserregende Zahlen. Zum vierten Mal hat die Universität Zürich nach 1999, 2007 und 2014 die Auswertung ihrer Jugendumfrage bekannt gegeben. 4400 Jugendliche wurden im Kanton Zürich im Alter von 13 bis 19 Jahren von Mai bis Juli 2021 zu ihren Gewalterfahrungen befragt. Die Resultate zeichnen ein Bild von einer Jugend, welche mehr Gewalt ausgesetzt ist. Bei der Befragung wurden einige unschöne Rekorde gebrochen.

Zur Story