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ARCHIV - Pendler steigen am 29. September 2009 abends im Bahnhof Museumsstrasse im Hauptbahnhof Zuerich in eine S-Bahn ein. - 1410 Zuege verkehren taeglich auf dem 380 Kilometer langen Zuercher S-Bahn-Netz und jaehrlich werden 612 Millionen Passagiere befoerdert: Das sind die imposanten Kennzahlen des Zuercher Verkehrsverbunds (ZVV), der unter dem Motto

Mobility-Pricing würde auch höhere Preise für ÖV-Nutzer bedeuten – wenn sie zu Stosszeiten reisen. Bild: KEYSTONE

Richtiges Mittel gegen Stau und Stosszeiten? Umfrage zeigt: Mobility-Pricing hat bei Städten einen schweren Stand

Die Anhörung des bundesrätlichen Konzepts zu Mobility-Pricing dauert noch bis am 15. September. Eine Umfrage unter städtischen Verkehrsdirektoren zeigt aber: Die Neuerung hat bereits jetzt einen schweren Stand. 



Pumpenvolle Züge, endlose Staus: Die Mobilität wächst schneller als die Wirtschaft und die Bevölkerung, Spitzenzeiten werden verkehrstechnisch zunehmend zum Problem. Ende Mai hat der Bundesrat deshalb einen Konzeptbericht zu Mobility-Pricing präsentiert. Die Anhörung dauert noch bis am 15. September. 

Mobility-Pricing würde Preise vorsehen, die je nach Zeit und Ort variieren, und sollte Auto- sowie Zugfahrer dazu anregen, stark befahrene Strecken zu meiden und auf Randzeiten auszuweichen. Das heisst: Es würden nicht nur zusätzliche Gebühren für Autofahrer drohen, sondern auch höhere Preise für ÖV-Benutzer. 

Was hältst du von Mobility-Pricing? Stimme ab!

Besser führe hingegen, wer wenig und ausserhalb der Spitzenzeiten unterwegs wäre. Doch hat die Neuerung eine Chance? Bislang wurde nie eine politische Mehrheit für ein leistungsabhängiges Preiskonzept gefunden und auch heute hat Mobility-Pricing einen schweren Stand, wie der «Tages-Anzeiger» am Freitag berichtet

Die Zeitung hat bei städtischen Verkehrsdirektoren nachgefragt, was sie von Mobility-Pricing halten. Das sind die Ergebnisse der Umfrage:

Bern: Die Berner Verkehrsdirektorin Ursula Wyss (SP) bezieht sich gegenüber dem «Tages-Anzeiger» vor allem auf Roadpricing, mit dem sich der Verkehr um 15 bis 20 Prozent reduzieren liesse. Damit würden Verkehrs- und Finanzprobleme gelöst werden können, sagt Wyss. 

Luzern: Roadpricing sei ein gangbarer Weg, sagt Adrian Borgula (Grüne) gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Der Luzerner Verkehrsdirektor regt zudem «eine nach ökologischen Kriterien abgestufte Verteuerung der Mobilität» an.

Basel: Hans-Peter Wessels (SP) sorgt sich um die Kundenfreundlichkeit des ÖV. «Ein Dilemma», schreibt der «Tages-Anzeiger»: Mobilität solle weiterhin für alle erschwinglich bleiben, aber gleichzeitig Verkehrsteilnehmer zu einer Verhaltensänderung motivieren.

St.Gallen: Patrizia Adam (CVP), die in St.Gallen für die Verkehrsplanung verantwortlich ist, zeigt sich offen für Pilotprojekte. «Mobilität wird in Spitzenzeiten teurer, aber solche Effekte sind auch aus anderen Bereichen bekannt, etwa den Ferien oder beim Stromverbrauch», sagt Adam gegenüber der Zeitung.

Zürich und Winterthur: Filippo Leutenegger (FDP), Vorsteher des Tiefbaudepartements, befürchtete einst, Mobility-Pricing werde keine lenkende Wirkung entfalten, sondern einzig zu einer neuen Einnahmequelle für den Staat werden. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» verwies er nun auf eine baldige Stellungnahme des Städteverbandes. Ähnlich habe der Winterthurer Stadtrat Josef Lisibach (SVP) die Anfrage beantwortet. (dwi)

Wegen einer Masenkarambolage im Gubrist-Tunnel staut sich der Verkehr auf der A1 rund 20km zurueck bis hier zum Glattzentrum in Wallisellen, am Dienstag, 9. Juni 2009. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Rückstau vom Gubrist bis nach Wallisellen. Bild: KEYSTONE

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