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Medienorientierung zum Pilotversuch selbstfahrende Busse am Dienstag, 7. Maerz 2017, in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Der Prototyp des selbstfahrenden Fahrzeugs namens «Olli». Bild: KEYSTONE

Premiere: Selbstfahrende Shuttles auf öffentlichen Strassen in Zug 



Schweizer Premiere in Zug: Erstmals werden selbstfahrende Shuttlebusse in ein bestehendes Verkehrs- und Mobilitätssystem integriert. Im Gegensatz zum Versuch in Sitten sind die Busse im normalen Strassenverkehr unterwegs. Der Pilotversuch startet im Sommer.

«Die Fahrzeuge sind auf öffentlichen Strassen unterwegs. Das ist eine Schweizer Premiere.»

Andreas Meyer, CEO der SBB

«Ich werde im Sommer bei der ersten Fahrt sicher mitfahren», sagte Andreas Meyer, CEO der SBB, am Dienstag vor den Medien. Zusammen mit Vertretern von Mobility Carsharing, Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB), Stadt Zug und Technologiecluster Zug enthüllte er am Dienstag am Bahnhof Zug den Prototyp des selbstfahrenden Fahrzeugs namens «Olli».

«Die Fahrzeuge werden sicher auch einmal stehen bleiben.»

Andreas Meyer, CEO der SBB

Gemeinsam verfolgen sie einen grossen Plan: Ab Sommer sollen im Rahmen eines Pilotversuchs zwei selbstfahrende Shuttles zwischen dem Bahnhof Zug und dem Technologiecluster Zug verkehren. «Die Fahrzeuge sind auf öffentlichen Strassen unterwegs. Das ist eine Schweizer Premiere», sagte Meyer. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) unterstützt sie in diesem Vorhaben.

Medienorientierung zum Pilotversuch selbstfahrende Busse am Dienstag, 7. Maerz 2017, in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Das knapp vier Meter lange Modell ist mit Lidar-, Radar- und Kamerasensoren ausgestattet. Bild: KEYSTONE

Shuttles in Fahrplan einbinden

In einer ersten Projektphase fahren die beiden Shuttles mit definierten Zwischenhalten, sie werden in den Fahrplan eingebunden. Danach sollen die Kunden innerhalb eines begrenzten Gebiets – quasi auf Abruf – beliebig ein- und aussteigen können. Diese zweite Phase soll im Jahr 2018 starten.

«Das ist eines der spannendsten und cleversten Projekte, die wir je in Zug hatten.»

Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller (SP)

«Die Fahrzeuge werden sicher auch einmal stehen bleiben», sagte Meyer. Für ihn und seine Partner, die alle ihr spezifisches Wissen einbringen, sei es vor allem wichtig, dass man miteinander lerne.

Der Pilotversuch dauert bis Ende 2018. Danach werden die Partner entscheiden, ob und wie die selbstfahrenden Fahrzeuge in das Zuger ÖV-System integriert werden.

Für den Zuger Stadtpräsidenten Dolfi Müller (SP) ist bereits jetzt klar: «Das ist eines der spannendsten und cleversten Projekte, die wir je in Zug hatten». Er sei überzeugt, dass bereits «unsere Kinder und Enkelkinder mit diesen Bussen zur Arbeit fahren werden».

Medienorientierung zum Pilotversuch selbstfahrende Busse am Dienstag, 7. Maerz 2017, in Zug. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Olli bietet Platz für acht bis zehn Personen. Bild: KEYSTONE

«Olli» soll sich selber aufladen

Bei «Olli» handelt es sich um ein elektrisch betriebenes selbstfahrendes Fahrzeug der Firma Local Motors, das in Berlin hergestellt wird. Es bietet Platz für acht bis zehn Personen. Der Prototyp wird momentan vom Hersteller in Berlin getestet.

Das knapp vier Meter lange Modell ist mit Lidar-, Radar- und Kamerasensoren ausgestattet. Während des Pilotprojekts wird aus Sicherheitsgründen Personal mitfahren.

Aufgeladen werden die Fahrzeuge vorerst per Kabel an einer sogenannten «Wallbox». Im Laufe des Projekts soll dann auf induktives Laden umgestellt werden. So wird das kontaktlose Laden der Elektrofahrzeuge möglich, ohne dass zusätzliches Personal notwendig ist.

In der Stadt Sitten fahren bereits seit letztem Sommer versuchsweise selbstfahrende, elektrisch angetriebene Postautos. Sie befördern auf einer circa 1.5 Kilometer langen Rundstrecke Personen in der Fussgänger- und Begegnungszone der Altstadt. Diese Testfahrten sollen noch bis im kommenden Herbst dauern. (whr/sda)

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