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Was, wenn Ruslan stirbt? Aargau verweigerte Flüchtling eine dringend nötige Operation

Ruslan Nachchaev müsste dringend operiert werden. Doch der Kanton will ihn und seine Familie ausschaffen und verweigert die Operation. Erst als rechtliche Schritte angedroht werden, geht plötzlich alles schnell. Im Nachhinein bereuen die Verantwortlichen den Entscheid

Noemi Lea Landolt / ch media



Der 15. Januar 2018 ist ein Montag. Um 15.35 Uhr verschickt ein Arzt des Kantonsspitals Aarau eine E-Mail an den Kantonalen Sozialdienst. Bei seinem Patienten wäre eine grosse urologische Operation notwendig, die man gerne im April 2018 durchführen würde. «Lässt der aktuelle Bewilligungsstatus solch einen Eingriff zu, oder bestehen diesbezüglich Limitationen?», erkundigt sich der Arzt.

Die Angst vor der Ausschaffung nach Russland bleibt Ruslan Nachchaev (Mitte) mit seiner Frau Khawa Dugaeva und seinen Söhnen Yasin (links) und Malik (hinten). Nicht auf dem Foto ist der älteste Sohn. Magomed ist untergetaucht,

Die Angst vor der Ausschaffung nach Russland bleibt Ruslan Nachchaev (Mitte) mit seiner Frau Khawa Dugaeva und seinen Söhnen Yasin (links) und Malik (hinten). Nicht auf dem Foto ist der älteste Sohn. Magomed ist untergetaucht. Bild: Sandra Ardizzone/ch media

Sein Patient ist Ruslan Nachchaev, 48 Jahre alt, verheiratet, Vater von drei Söhnen. Ruslan Nachchaev ist Tetraplegiker. Seit einer Bombenexplosion in seiner Heimat Tschetschenien im Jahr 1996 sitzt er im Rollstuhl.

Nebst der spastischen Lähmung hat er eine Funktionsstörung der Harnblase und ist auf einen Katheter angewiesen. Die Ärzte wollen ihn operieren, weil die Gefahr eines Rückstaus aus der Blase in beide Nieren besteht. Das könnte im schlimmsten Fall zu einem tödlichen Nierenversagen führen.

Ruslan Nachchaev hat der AZ Einsicht in seine Akten gewährt. Auf 243 Seiten wird seine Geschichte dokumentiert. In E-Mails, Spitalberichten, Gerichtsentscheiden und Befragungsprotokollen.

Sonderflug statt Operation

Die Familie Nachchaev ist am 30. Oktober 2015 in die Schweiz eingereist und hat Asyl beantragt. Ihre Asylgesuche wurden abgelehnt. Die drei Kinder und ihre Eltern dürfen nicht in der Schweiz bleiben. Sie müssen nach Russland zurück, hätten eigentlich am 17. November 2017 ausreisen müssen.

Das teilt am 16. Januar 2018 auch die Mitarbeiterin des Kantonalen Sozialdienstes dem Arzt mit. Sie schreibt, es sei noch ein Beschwerdeentscheid ausstehend. Für grössere Behandlungen müsse (falls möglich) noch zugewartet werden.

Am 17. Januar steht fest, dass das Bundesverwaltungsgericht nicht auf die Beschwerde der Familie eintritt. «Somit kann die geplante Operation nicht durchgeführt werden», informiert der Sozialdienst den Arzt.

Fünf Tage später haben Ruslan Nachchaev und seine beiden erwachsenen Söhne Magomed und Malik einen Termin beim kantonalen Amt für Migration und Integration. Es geht um die Rückschaffung nach Russland.

Malik hat in den drei Jahren in der Schweiz genug gut Deutsch gelernt, um die Fragen des Beamten zu übersetzen. «Sollte es aus medizinischen Gründen möglich sein, Sie auszuschaffen, müssen Sie damit rechnen, dass wir Sie entweder in Haft nehmen und ab Haft ausschaffen oder dass man Sie am Flugtag polizeilich in der Unterkunft festnimmt und zum Flughafen bringt, wenn Sie nicht selbstständig ausreisen. Haben Sie das verstanden?» Der Vater und seine Söhne bejahen.

Verstanden haben sie. Angst haben sie trotzdem. Ruslan Nachchaev sagt, er würde sich etwas antun, wenn die Polizei am Flugtag komme.

Während die Behörden damit beschäftigt sind, die Ausschaffung vorzubereiten, machen sich verschiedene Personen Sorgen, weil der Kanton Ruslan Nachchaev die Operation verweigert.

«Ich möchte für allfällige Folgen einer unterlassenen Behandlung nicht zur Verantwortung gezogen werden»

Nachchaevs Betreuer

Am 21. Februar schaltet sich das Kantonsspital Aarau erneut ein. In einer E-Mail an den Anwalt der Familie schreibt ein Arzt: «Zur Vermeidung von gesundheitlichen Folgeschäden sollte die geplante operative Behandlung in absehbarer Zeit erfolgen.»

Der Arzt will wissen, ob eine solche Behandlung vom Migrationsamt aus medizinisch/ethischer Sicht überhaupt verweigert werden könne.

Am 14. März verfasst der zuständige Betreuer der Familie einen Kurzbericht zuhanden des Sozialdienstes. Sein Klient leide seines Erachtens sehr unter der ausbleibenden medizinischen Versorgung. Er berichte von starken Schmerzen, das Sitzen im Rollstuhl sei ihm nicht mehr möglich. «Ich möchte für allfällige Folgen einer unterlassenen Behandlung nicht zur Verantwortung gezogen werden», schreibt der Betreuer weiter.

Es sind klare Worte. Doch sie vermögen die Verantwortlichen beim Sozialdienst und Migrationsamt nicht aufzurütteln. Diese scheinen weiterhin nur ein Ziel vor Augen zu haben: die Familie so rasch wie möglich nach Russland auszuschaffen.

Ausschaffung scheitert

Am 15. März schreibt ein Mitarbeiter vom Migrationsamt eine E-Mail ans Staatssekretariat für Migration. Er will wissen, wann die Ersatzreisedokumente für die Familie vorliegen. «Die Zeit drängt in dieser Angelegenheit, da Ruslan Nachchaev gesundheitliche Probleme hat und eine Behandlung anstehen würde, wenn er sich noch länger in der Schweiz aufhalten würde.»

Bern schreibt zurück, es sei unmöglich, vorauszusagen, wie lange es dauern werde, bis eine Antwort vorliege. Diese Information gibt der Mitarbeiter an den Kantonalen Sozialdienst weiter. Worauf die Verantwortliche schreibt: «Wenn dem so ist, muss ich wohl nochmals mit der Ärztin Kontakt aufnehmen und abklären, ob keine Operation lebensbedrohlich für ihn ist.»

Das sagt der Kanton

Auf Anfrage der AZ schreibt das Departement für Gesundheit und Soziales, der Sozialdienst habe die Situation von Ruslan Nachchaev aufgrund der Intervention von Benno Straumann erneut beurteilt.

«Im Nachhinein erachten wir es als Fehler, dass wir der Behandlung zugestimmt haben.» Aus medizinischer Sicht habe keine lebensbedrohliche Situation bestanden. «Deshalb hätte Ruslan Nachchaev nach seiner Rückkehr auch in seiner Heimat behandelt werden können.» Das kantonale Amt für Migration und Integration habe Ruslan Nachchaev Ende November als reisefähig eingestuft.» Der Sozialdiensthabe jedoch kein Risiko eingehen wollen und deshalb zugunsten des Patienten entschieden.

Während der Kanton die Ausschaffung plant, belastet die ausweglose Situation Ruslan Nachchaev zunehmend. Am 26. März versucht er, sich das Leben zu nehmen, und wird in die Psychiatrische Klinik in Königsfelden gebracht. Die Psychiater schreiben im Austrittsbericht, die suizidale Krise sei durch den Ausschaffungsentscheid und die damit einhergehenden Ängste und Befürchtungen ausgelöst worden.

«Den Umständen entsprechend ist rasch zu handeln, da Gefahr im Verzug ist. Falls Sie dazu nicht bereit sind, liegt bereits ein strafbares Vergehen vor»

Benno Straumann, Freiwilliger

Irgendwann zwischen Juni und Juli hätte die Familie wohl ins Flugzeug steigen sollen. Das Migrationsamt hatte alles organisiert. Doch aus Bern schaltete sich Mitte Mai die Fachspezialistin Sonderflüge und Spezialaufgaben ein. Die Familie müsse per Sonderflug ausgeschafft werden, informiert sie.

Es bestehe Selbstgefährdung und eine erhebliche Fremdgefährdung. Beim Vater hätte der Ausschaffungsentscheid suizidale Gedanken und Taten ausgelöst. Die Anmeldung müsse deshalb annulliert und eine neue Anmeldung für einen Sonderflug geschickt werden.

Am 31. August versucht Ruslan Nachchaev erneut, sich das Leben zu nehmen. Er bleibt fast zwei Wochen in der Psychiatrischen Klinik in Königsfelden.

Am 25. September liegt die Zustimmung der russischen Behörden vor, dass die Familie nach Russland reisen kann.

Am 4. Oktober versucht der Anwalt der Familie über das Staatssekretariat für Migration, die Ausschaffung der Familie zu verhindern. Sein Gesuch wird abgelehnt.

Im letzten Moment

Am 8. November fehlt dem Kanton nur noch das Formular zu Ruslan Nachchaevs gesundheitlichem Zustand. Dieses sollte von der Firma Oseara kommen, die für die medizinische Betreuung bei Ausschaffungen zuständig ist. «Sobald wir dieses Formular haben, werden wir prüfen, was für ein Flug gebucht wird und wie bei der Ausschaffung genau vorgegangen wird», informiert der Mitarbeiter des Migrationsamts seine Kollegin beim Sozialdienst.

Doch soweit kommt es nicht. Am 12. November trifft ein eingeschriebener Brief beim Kantonalen Sozialdienst ein. Der Absender ist Benno Straumann. Er engagiert sich als Freiwilliger für Flüchtlinge im Aargau, unterrichtet an der Schule für minderjährige Asylsuchende in Aarau Deutsch und Mathematik. Als er Ruslan Nachchaevs Geschichte hört, handelt er sofort.

In seinem Brief schreibt er, es bestehe eine akute Notsituation, der Kanton sei zur Hilfeleistung verpflichtet. Er fordert die Verantwortlichen auf, «unverzüglich die Verfügung zu erlassen, Ruslan Nachchaev die zur Erhaltung seines Lebens notwendige Operation zu ermöglichen».

Eine Mitarbeiterin des Sozialdiensts bedankt sich drei Tage später per E-Mail bei Straumann für sein Schreiben. Sie informiert, das Migrationsamt sei aufgrund der Ausreisepflicht für das weitere Verfahren zuständig. Straumanns Antwort folgt postwendend. Er beharre umgehend auf einer Verfügung, ansonsten werde er Beschwerde wegen Rechtsverweigerung erheben. «Den Umständen entsprechend ist rasch zu handeln, da Gefahr im Verzug ist. Falls Sie dazu nicht bereit sind, liegt bereits ein strafbares Vergehen vor», schreibt Straumann. Die Drohung wirkt.

Die Angst bleibt

Die nächste E-Mail des Sozialdienstes an Straumann folgt eine Woche später. Darin heisst es knapp: «Die Behandlung für Ruslan Nachchaev wurde eingeleitet. Besten Dank für Ihre Kenntnisnahme.»

Die Ärzte werden Mitte Januar operieren. Ruslan Nachchaev sagt, er sei erleichtert und sehr dankbar. In den letzten Monaten habe er sich im Stich gelassen gefühlt, alleine. Seit dem negativen Asylentscheid sei die medizinische Hilfe praktisch gestoppt worden.

Im Moment werde ihm noch alle sechs Wochen im Kantonsspital Aarau der Katheter gewechselt. Gegen die Schmerzen bekommt er starke Medikamente. Trotzdem falle es ihm schwer, im Rollstuhl zu sitzen.

Die Operation wird einen Rückstau aus der Blase in die Niere verhindern und damit auch ein tödliches Nierenversagen. Was hingegen bleibt, ist die Angst vor der Ausschaffung nach Russland. (aargauerzeitung.ch)

Anni Lanz – die älteste Schlepperin der Schweiz

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    Alle Leser-Kommentare
  • dorfne 27.12.2018 13:23
    Highlight Highlight Offenbar sind die SVP-Werbeleute wieder unterwegs. Bald sind Wahlen. Kommentare die den kranken Mann unterstützen werden in Grund und Boden geblitzt. Zwei Mal Weihnachten kann man halt unterschiedlich feiern: entweder man spendet etwas, oder man wirft mit Steinen auf andere Menschen.
    • Asmodeus 27.12.2018 15:48
      Highlight Highlight Mir ist auch aufgefallen, daß die Kommentarspalten in den letzten Wochen wieder viel aggressiver und nationalistisch motiviert waren.

      Ich weiß nur nicht ob es an den Russen liegt oder ob bei der Konkurrenz einfach die Kommentarspalten geschlossen wurden.
  • Miau 27.12.2018 12:51
    Highlight Highlight Wenn eine Hilfeleistung gegenüber einem Schweizer verweigert wird, gilt dies als schwere Straftat. Sowohl im Inland wie im Ausland. Einem Ausländer in der Schweiz Hilfe zu verweigern, einfach so zur Abschreckung jemanden sterben zu lassen, gilt inzwischen weitum als "Kavaliersdelikt". Auch 1000-fach im Mittelmeer-Raum zu erleben. Immer wieder muss erwähnt werden, dass wir hier nicht Menschen "erster Klasse" sind, die über das Leben von Menschen "zweiter Klasse" zu entscheiden haben. Mit der einzigen Begründung, dass wir in einem Land geboren wurden, an dem es uns an nichts fehlt.
    • dorfne 27.12.2018 13:10
      Highlight Highlight Ich finde, die ertrunkenen Armutsmigranten und den schwerkranken Mann kann man nicht miteinander vergleichen. Bei den Ertrunkenen tragen die Schlepper, das organisierte Verbrechen die Schuld, beim kranken Mann tragen allein die Schweizer Behörden die Verantwortung.
  • Mutbürgerin 27.12.2018 09:46
    Highlight Highlight Ich versteh den Freiwilligen nicht. Anstelle Drohbriefe zu schreiben, hätte er doch die Operation bezahlen können, dann hätte der abgewiesene Migrant nicht so lange leiden müssen.
    • jimknopf 28.12.2018 13:50
      Highlight Highlight Dieser Kommentar macht mich sprachlos..
  • Gehirnistonline 27.12.2018 09:40
    Highlight Highlight Ja, Recht haben sie. Der soll ausgeschafft werden bevor der in der Schweiz draufgeht und man dann auch noch die Entsorgungskosten für den Urinkatether bezahlen muss. Und macht ihn unbedingt psychisch noch mehr fertig mit dieser Böswilligkeit, dann werden die Psychiatrieaufenthaltskosten bestimmt weniger.

    Ironie bitte beachten!

    Nein, jetzt mal im Ernst. Da brauchts ja wohl keinen Psychiater der in seinem innern rumgrübelt, um auf die Idee zu kommen, dass der Mann nicht mehr Leben möchte, angesichts der Ausschaffung nach Tschetschenien, ohne med Versorgung für solche Dinge gibt.
    • Gehirnistonline 28.12.2018 11:45
      Highlight Highlight Die Blitze leuchten mir nicht ein, kann mir jemand erklären weshalb?
  • Muselbert Qrate 27.12.2018 09:37
    Highlight Highlight Schön zu sehen für was ich meine Steuern zahle.. Und die Krankenkassenprämien steigen auch wieder für die arbeitende Bevölkerung.
    • dorfne 27.12.2018 12:23
      Highlight Highlight Die Prämien steigen wohl eher, weil wir wegen jedem Bobo zum Arzt rennen und weil man Hochbetagte und Krebspatienten im Endstadion nicht sterben lässt, ihnen immer wieder mit teuren aber nutzlosen Therapien und Operationen Hoffnungen macht, die sich dann doch nicht erfüllen und die das Leiden nur um ein paar Wochen verlängern.
    • Saul_Goodman 27.12.2018 13:25
      Highlight Highlight Ja also jemanden der sein lebenlang im rollstuhl sitzen wird, zuerst wieder überlebensfähig zu machen und dann bis an sein lebensende zu pflegen und dann noch deren familie durchzufüttern, kann dann schon auch gut und gerne mal ein paar milliönli kosten!
    • überflüssig 27.12.2018 17:40
      Highlight Highlight es gibt weitaus schlechtere dinge, die von steuergeldern bezahlt werden!

      stell dir vor, du hast jetzt eine klitzekleinen anteil daran, dass ein menschenleben gerettet wurde.
      man müsste an dieser stelle wirklich mal ausrechnen, von wieviel geld pro steurzahler wir sprechen.
      vielleicht würde es nützen, (wieder?) in logischen verhältnissen zu denken!




  • glass9876 27.12.2018 08:46
    Highlight Highlight So eine schöne Weihnachtsgeschichte, beinahe mit einem Happy End (die Ausschaffung) und dann kommt im letzten Augenblick so ein eingeschriebener Brief eines freiwilligen humanitären Helfers und macht das schöne SVP-Tröimli zunichte!

    Dass die Behörden so eine "Chnorz" gemacht hat (eine medizinisch notwendige OP verweigern!), hat das ganze Verfahren in die Länge gezogen, so dass dem Staat nun ein vielfaches an Kosten entstehen. Selber schuld!
    • Cédric Wermutstropfen 27.12.2018 10:06
      Highlight Highlight Selber Schuld? 🤦🏼‍♂️ Das bezahlen wir mit unseren Steuergeldern, daher finde ich die Aussage etwas seltsam.
  • Saul_Goodman 27.12.2018 08:31
    Highlight Highlight Ja sein schicksal ist hart, kein thema und leider gibts keine angaben zum fluchtgrund daher muss ich die infos nehmen die ich habe:

    Fakt ist: Er ist kein flüchtling, da er bereits abgewiesen wurde. Ich muss leider davon ausgehen, dass solche leute nur darauf spekulieren gesund gepflegt zu werden. Ich werfe ihm nichts vor. Ich würde in dieser situation genau da gleiche tun.

    Nur was tun wir wenn dieses beispiel schule macht?

    Es ist nicht unsere aufgabe, auch können wir es uns nicht leisten die ganze welt gesunde zu pflegen.
    Wer dies gerne tun möchte kann ja ein crowdfunding lancieren


    • tengo 27.12.2018 09:27
      Highlight Highlight So ist es Goodmann. Es ist Traurig aber Wahr. Wir können nicht die ganze Welt von ihrem Leid befreien, so ist es einmal. Diejenigen die das glauben, sollten in einen Fond Einzahlen und so etwas unternehmen und nicht diejenigen Kritisieren und als Unsozial hinstellen, nur weil sie der Realität ins Auge schauen.
    • t.i.m 27.12.2018 10:06
      Highlight Highlight Dein Gedankenfehler: Ein solches Angebot funktioniert genau deshalb weil es nicht jeder in Anspruch nimmt. Das Argument - wir könnten nicht die ganze Welt versorgen - ist rein populistisch und fern von jeglicher Realität.
    • loquito 27.12.2018 10:51
      Highlight Highlight Wow... Da hats jemand wirklich geschafft... Super einstellung. Manchmals wünsxhte ich mir Himmel und Hölle gäbe es...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Julian Roechelt 27.12.2018 08:30
    Highlight Highlight Interessant wären die vorgebrachten Gründe für den Asylantrag. Tschetschene zu sein dürfte wohl als Grund nicht ausreichen.
    • Pafeld 27.12.2018 12:17
      Highlight Highlight Warum? Putin hat schon vor dreissig Jahren behauptet, dass in Tschetschenien alles ok sei, als er noch als KGB-Chef mit der Luftwaffe und grossflächigen Bombardements "Terroristen" in belebten Stadtteilen gejagt hat.
    • dorfne 27.12.2018 12:38
      Highlight Highlight Mir würde die Menschlichkeit als Grund ausreichen. Der Mann wird ja nur so hart behandelt, weil Russland sich bereit erklärt ihn zurück zu nehmen. Pech für den Mann! Andere, deren Herkunftsländer die Rücknahme verweigern kriegen Alles hier in der Schweiz.
  • mehkafi 27.12.2018 08:24
    Highlight Highlight Den Kommentaren nach ist Weihnachten wohl definitiv vorbei, was? Die Menschlichkeit wird wieder zurück in die Mottenkiste gepackt, bis nächstes Jahr. Wenn der Mann eine Operation benötigt, um nicht noch mehr bleibende Schäden davonzutragen, dann soll ihm geholfen werden, was ist das überhaupt für eine Diskussion? Wir reden hier über einen Menschen, eine Person, kein „Ding“, das lästigerweise Geld kostet.
    • who cares? 27.12.2018 08:51
      Highlight Highlight Scheint so. Und gestern haben sie noch unter dem Christbaum für Jesus gesungen. Heute ist wieder alles anders. Sehr schade.
    • zeromaster80 27.12.2018 09:31
      Highlight Highlight Du darfst das Gerne mit deinen Gutmensch-Freunden aus der eigenen Tasche bezahlen, ich brauche meine Mittel lieber für mich und meine nächsten und für die, die selbst auch zum sozialen Netz beitragen.
    • IchSageNichts 27.12.2018 10:18
      Highlight Highlight Ok man kann über die Grenzen der Menschlichtkeit immer streiten... Jesus hatte halt übermenschliche Kräft und wir haben endliche Ressouren.
      Bsp: Wenn einer in Nairobi (Swiss fliegt dorthin) am selben Leiden stirbt ist es ok. Obwohl der Swissflug das günstigste an der ganzen Behandlung des Kenianers in der CH wäre. Also wo setzt man die Grenze? Und wieviel Tschetschenen hätte man mit dem Schweizer OP Tarif in Tschetschenien selbst operienen können?

      Abgesehen davon wenn es wirklich super dringend gewesen wäre, hätte der Arzt ja einfach operieren können und die Kosten später klären können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gummibär 27.12.2018 07:40
    Highlight Highlight Eine Weihnachtsgeschichte !
    Zur Erinnerung : so sah es 1996 in Tschetschenien aus.
    Benutzer Bild
    • carlos zapato 27.12.2018 09:26
      Highlight Highlight Und so heute.
      Benutzer Bild
    • zeromaster80 27.12.2018 09:37
      Highlight Highlight Grosny 2015... So what?
      Benutzer Bild
    • P.Rediger 27.12.2018 11:08
      Highlight Highlight @carlos zapato & zeromaster80: Ihr wisst aber schon, dass Tschetschenien eine Diktatur ist und die Opposition brutalst unterdrückt wird? Ihr wisst auch, dass es dort wieder "rund" läuft was Anschläge usw. angeht? Die Regierung wird von Russland unterstützt und die Gegner von arabischen Staaten. Nicht gerade tolle Aussichten und überhaupt, der Mann benötigte Hilfe und so was zu verweigern ist ja eigentlich strafbar, oder was meint ihr, passiert mit euch, wenn ihr an einem Unfall vorbei geht ohne zu helfen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Randy Orton 27.12.2018 07:10
    Highlight Highlight «Im Nachhinein erachten wir es als Fehler, dass wir der Behandlung zugestimmt haben.» Aus medizinischer Sicht habe keine lebensbedrohliche Situation bestanden. «Deshalb hätte Ruslan Nachchaev nach seiner Rückkehr auch in seiner Heimat behandelt werden können.»

    Die Operation hat ja noch nicht stattgefunden?
  • Oban 27.12.2018 07:08
    Highlight Highlight Mir fehlt hier ein wenig das Verständnis. Einen Tschetschenen auszuschaffen nach Russland, wo diese tschechischen Staatsangehörigen den Sündenbock für jegliche Vorkommnisse sind, dazu auch noch geschädigt durch eine Bombe geht, einen jungen Millitärdienstverweigerer zurückzuführen hingegen nicht.
    Sowas löst bei mir selbst als links eingestellten Bürger nur noch Kopfschütteln aus.
    • huck 27.12.2018 11:56
      Highlight Highlight Es gibt keine tschetschenische Staatsangehörigkeit. Tschetschenien ist eine autonome Republik, aber eben kein "eigener" Staat.
    • Oban 27.12.2018 19:41
      Highlight Highlight Danke für die richtigstellung, ändert aber nichts an der Tatsache das dort das Leben noch immer sehr gefährlich ist für Tschetschenen.
  • Astrogator 27.12.2018 06:59
    Highlight Highlight Jemanden die medizinische Hilfe verweigern, ist das nun die christliche Leitkultur von der die SVP immer faselt? Ist es das was uns angeblich soviel besser macht als Muslime? Sind das die Schweizer Werte die von der SVP angeblich vertreten werden?
    Die SVP, ihre Mitglieder und ihre Wähler ekeln mich langsam nur noch an.
    • Bibilieli 27.12.2018 07:48
      Highlight Highlight Ich glaube kaum, dass es sich bei den Mitarbeitern des Kantonalen Sozialdienstes und Migrationsamtes ausschliesslich um SVP Mitglieder handelt.
    • #Technium# 27.12.2018 08:37
      Highlight Highlight Was hat die SVP mit christlich zu tun? Wenn schon eher die CVP.
    • Astrogator 27.12.2018 09:03
      Highlight Highlight Die SVP ist die treibende Kraft hinter den Sparanstrengungen im Sozialbereich.
      Man kann als Partei asoziale und unmenschliche Politik betreiben und mit entsprechendem Charakter diese Partei auch wählen - aber dann bitte auch die Verantwortung dafür übernehmen.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Gawayn 27.12.2018 06:52
    Highlight Highlight Ja es sind brutale Entscheide die getroffen werden.

    Es ist auch uncool gegen Flüchtlinge zu sein.
    Und ja, Flüchtlinge haben ein mieses Schicksal.

    Es stellt sich die Frage, wieviel können wir uns noch an Hilfe leisten, während zu großen Teilen die AHV für Schweizer, noch immer nicht für Alle gesichert ist?

    Wenn ein 50 Jähriger Schweizer, hier den Job verliert, wird ihm dann auch so ohne eigene Kosten, für eine Umschulung geholfen, oder wenn er eine teure Zahnbehandlung braucht?
    • wintergrün 27.12.2018 07:34
      Highlight Highlight Es geht hier um eine lebensbedrohende Erkrankung die bei einem Schweizer durch die Grundversicherung abgedeckt ist.
      Außerdem: Wenn einem Asylbewerber eine Behandlung abgelehnt wird heißt dass noch lange nicht dass das gesparte Geld einem armen Schweizer zugute kommt. Das ist eine andere wichtige Baustelle.
      Merkste was?
    • Astrogator 27.12.2018 07:34
      Highlight Highlight "Wenn ein 50 Jähriger Schweizer, hier den Job verliert, wird ihm dann auch so ohne eigene Kosten, für eine Umschulung geholfen, oder wenn er eine teure Zahnbehandlung braucht?"
      Ja, ihm wird genau so geholfen oder eben nicht. In unserer Verfassung steht, dass jeder Mensch dieselben Rechte hat. Also wird mit dem Sozialabbau der SVP auch dem 50 jährigen Schweizer nicht geholfen - SVP, die tut was fürs Volk.
    • Raffaele Merminod 27.12.2018 07:38
      Highlight Highlight Ja wenn wir weiterhin immer neue Steuererleichterung für Unterehmen einführen, dann können wir uns es nicht mehr leisten auch"anderen" zu helfen, dann langt es auch bald für uns selber nicht mehr.
    Weitere Antworten anzeigen
  • weachauimmo 27.12.2018 06:38
    Highlight Highlight Sofern alles so und nur so abgelaufen ist, wie in diesem Artikel geschrieben, ist es tatsächlich eine äußerst traurige Abfolge von Ereignissen.

    Was mich jedoch an der Vollständigkeit der Informationen in diesem Artikel der AZ zweifeln lässt, ist die Tatsache, dass anscheinend sämtliche behördlichen Instanzen (oder jedenfalls diejenigen auf kantonaler und auf der Bundesebene) und somit auch deren internen und obligatorischen unabhängigen Kontrollorgane die Ausschaffung für vertretbar eingestuft hatten.

    Alles in allem dürfte hier sicher noch etwas weitere Recherche betrieben werden.
    • Töfflifahrer 27.12.2018 09:06
      Highlight Highlight Ich würde auch gerne wissen ob und wie die Behörden den Gesundheitszustand abgeklärt haben. Durch einen Vertrauensarzt der IV? Dann tendiere ich eher dazu der AZ zu glauben.
  • who cares? 27.12.2018 05:47
    Highlight Highlight "Sollte es aus medizinischen Gründen möglich sein, Sie auszuschaffen, müssen Sie damit rechnen, dass wir Sie entweder in Haft nehmen und ab Haft ausschaffen oder dass man Sie am Flugtag polizeilich in der Unterkunft festnimmt und zum Flughafen bringt" Wait, what? Also wenn man zu krank ist zum selbst auszureisen, wird man verhaftet und ins Flugzeug geschleppt? Was passiert dann am Zielort? Wird man aus dem Flugzeug gestossen? Problem gelöst?
    • neutrino 27.12.2018 08:01
      Highlight Highlight Nein, das steht so nicht.
    • Jaklar 27.12.2018 08:37
      Highlight Highlight Nein das land muss die einreise im vorfeld schon genemigen. Sonnst wird gar nicht ausgeschafft. Das ist ja auch eines der grossen schwierigkeiten beim ausschaffungsprozess. Wenn das land nicht will dann geht gar nichts.
      Einzig dank dem schengen system können wir eine relativ grosse anzahl leute abschieben. Schengen dublin ist für uns fast schon ein segen.
    • reaper54 27.12.2018 08:59
      Highlight Highlight @Jaklar, schengen/dublin fast ein segen? 😂 danke für diesen Lacher!
      Dank Schengen/Dublin haben wir überhaupt erst so viele illegale! Schengen ist ein super System für diejenigen, 1x mit der gütigen Mithilfe von Schleppern (auch genannt seenotretter) die Aussengrenze überwunden kann man sich frei bewegen ohne Kontrollen, ebenfalls kann man illegal arbeiten und wenns einem nocht mehr passt einfach weiterziehen. Die Landesgrenzen zu schützen ist eminent wichtig!
    Weitere Antworten anzeigen

Fall Rupperswil: Was wir bis jetzt wissen 

Am Freitag Nachmittag wollen die Aargauer Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft zum Vierfachmord von Rupperswil informieren. Es handelt sich um einen der rätselhaftesten Kriminalfälle der Schweiz in den letzten Jahren.

Aus den wenigen Fakten, die die Polizei bislang bekanntgegeben hat, sowie aus dem Drehbuch des Aktezeichen XY-Beitrags, der am 8. Juni hätte ausgestrahlt werden sollen, lässt sich der Tathergang wie folgt rekonstruieren: 

Am 20. Dezember essen Dion Schauer (19), sein Bruder Davin (13), Mutter Carla (48) und seine Freundin Simona Fäs (21) im Elternhaus in Rupperswil AG Znacht. Es sollte das letzte gemeinsame Essen der Familie sein.

Am nächsten Tag, um 8.30 Uhr, sieht ein Nachbar, der auf …

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