Schweiz
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Aargauer Bodybuilder sass wegen Ex-Freundin unschuldig in U-Haft – niemand glaubte ihm

Nach einem Streit brachte seine Ex-Freundin (24) Martin (30) mit ihren Anschuldigungen einen Sommer lang in Untersuchungshaft.

Melanie Eichenberger / az Aargauer Zeitung



Der Albtraum begann im Frühling 2015. Martin (30, alle Namen geändert) wurde in der Wohnung seiner Mutter von der Polizei verhaftet, in Handschellen gelegt und abgeführt. Weshalb, erfuhr er erst später, als er in Untersuchungshaft sass. Seine Mutter blieb unwissend zurück. «Am Anfang dachte ich, das sei ein Witz», sagt Martin heute. Er war überzeugt, dass sich dieses Missverständnis schnell aufklären würde. Doch dem war nicht so. Insgesamt drei Monate sass der Bodybuilder in Untersuchungshaft.

Der Grund: Martins Ex-Freundin Amira (24). Sie rief nach einem Streit in einer Mai-Nacht 2015 die Polizei, zeigte Martin an. Er habe ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Zudem habe ihr Ex sie gewürgt, sie mit dem Tod bedroht und vergewaltigt. Die Polizei glaubte der 24-Jährigen, die weinend und mit Würgemalen am Hals auf dem Polizeiposten sass. Martin musste in U-Haft ausharren. Vorerst fünf Wochen lang.

Image

Er sieht stark aus. Doch die Zeit in U-Haft hat dem Bodybuilder zugesetzt.  bild: Claudio Thoma / Aargauer Z

«Mich hat das Ganze psychisch fertiggemacht», sagt Martin heute mit Tränen in den Augen. «Ich bin seither ein anderer Mensch.» Dem 30-jährigen Bodybuilder aus der Region fällt es auch heute noch sichtlich schwer, über das Erlebte zu sprechen. Zu erkennen geben will er sich nicht, zu gross ist die Angst, dass es seinem Ruf schadet.

Sie tat ihm leid

Drei Jahre sind vergangen, seit Martin in Untersuchungshaft sass. Unschuldig. Weil seine Ex-Freundin nicht damit klar kam, dass Martin nichts mehr von ihr wollte. «Ich habe Rache gesucht», gab die 24-jährige Amira später zu («Schweiz am Wochenende» vom 31.3.). Sie sei blind gewesen vor Liebe. Wenn sie Martin nicht haben könne, dann solle ihn niemand kriegen. Ihre Aussagen bei der Polizei: Erstunken und erlogen. Selbst die Verletzungen am Hals hat sie sich selber zugefügt.

Kennen gelernt hatten sich Martin und Amira via Facebook – sie schrieb ihn an. Erzählte ihm, was sie schon Schlimmes erlebte. Nebst der Optik – schwarze Haare, Schlauchboot-Lippen, grosse Brüste, zierliche Figur – sprach Martin auch auf die Leidensgeschichte der jungen Frau aus dem Nahen Osten an. «Ich bin jemand, der Menschen helfen will», sagt er heute. Sie habe ihm leidgetan. In seinen Augen war Amira aber nie seine Freundin, sondern eine Affäre. Das sah Amira anders: Sie gab an, dass der Bodybuilder und sie ungefähr zwei Monate ein Liebespaar gewesen seien und danach noch eine Sexbeziehung unterhielten.

Niemand wollte ihm glauben

Zum Streit kam es, als die beiden bereits kein Paar mehr waren. Und obwohl Martin immer wieder beteuerte, dass er Amira nichts angetan hatte, glaubte ihm in Untersuchungshaft niemand. Seine Vorstrafen aus der Jugendzeit, seine muskulöse Erscheinung und die überzeugenden Argumente seiner Ex waren ihm dabei nicht behilflich. Martin gab lediglich zu, dass er Amira geohrfeigt hatte. «Ich schlage eigentlich keine Frauen», sagt der Bodybuilder. Nachdem aber Amira seine Mutter mehrmals mit «Nutte» beschimpft hatte, sah er rot.

Der Streit im Frühling 2015 und die anschliessende U-Haft waren nicht das Ende der verhängnisvollen Liebesgeschichte zwischen Martin und Amira. Am Tag der Entlassung nach fünf Wochen Gefängnis im Juli stalkte ihn seine Ex weiter. Martin wandte sich an die Polizei in Aarau. Diese konnte aber zu dem Zeitpunkt nichts machen. «Melden Sie sich nach dem Maienzug nochmals bei uns», hiess es. Tags darauf stand die Polizei vor Martins Türe. Aber nicht etwa, um ihm zu helfen.

Er wurde erneut abgeführt. Amira hatte der Polizei gemeldet, dass sie vom Bodybuilder mit dem Tod bedroht worden sei. Sie hatte eine Zeugin, die dies bezeugen konnte. Martin kam wieder ins Gefängnis. «Ich habe mich gefühlt wie ein Hund im Käfig.» Er war damals bereits mit seiner heutigen Freundin zusammen, konnte sie aber wegen des in U-Haft herrschenden Telefonverbots nicht informieren. Martin blieb von Anfang Juli bis Ende August hinter Gittern. Obwohl gegen seine Ex ein Verfahren wegen falscher Anschuldigungen und Anstiftung zu falscher Zeugenaussage eingeleitet wurde.

Ein Ende hatte die Odyssee erst vor dem Bezirksgericht Kulm. Es sprach den Bodybuilder von allen Vorwürfen frei.

«Geld ist ein schwacher Trost»

Die Zeit in U-Haft nagt noch heute an Martin. Am liebsten würde er gar nicht mehr darüber reden. «Für mich wäre es sicher besser gewesen, wenn ich Amira nie kennen gelernt hätte», sagt Martin heute. Er sei aber überzeugt, wenn nicht ihn, hätte es bestimmt jemand anderen getroffen. Nach der U-Haft wurde Martin noch über ein Jahr von Amira gestalkt. Blumen, Briefe, Nachrichten und Anrufe: «123 Seiten Beweismaterial habe ich in dieser Zeit gesammelt.» Seit zwei Jahren hat Martin Ruhe. Wohl weil sie ein neues Opfer habe, ist er überzeugt.

Für die Zeit, die er unschuldig im Gefängnis sass, wurde Martin vom Staat mit knapp 20'000 Franken entschädigt. «Das Geld ist ein schwacher Trost.» Lieber würde er die Zeit zurückdrehen. Seit den Vorkommnissen habe er Mühe, jemandem zu vertrauen. So hätten ihn die falschen Anschuldigungen gequält. «Zum Glück haben meine Freundin und meine Familie zu mir gehalten», sagt Martin. Er sei ein Einzelgänger geworden. Seine wenigen Freunde, die ihm geblieben sind, warne er jeweils, wenn sie mit Frauen Kontakt haben, die übermässig eifersüchtig seien. «Ich sage ihnen immer wieder: Denkt daran, was mir passiert ist.»

Ein Federdieb verursacht sechs Millionen Franken Schaden

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • kafifertig 29.07.2018 19:11
    Highlight Highlight Ich frage mich,

    1. warum die U-Haft für eine dermassen einfachen Fall dermassen lange dauerte.

    2. ob die U-Haft überhaupt erforderlich war, bzw. ob die U-Haft in diesem Fall überhaupt rechtens war.

  • Peti1966 28.07.2018 20:06
    Highlight Highlight Denunziation ist das schlimmste Verbrechen.
  • Judge Dredd 28.07.2018 13:54
    Highlight Highlight 2/2
    Für das Drama verantwortlich war in erster Linie die ehemalige Freundin. Ob die Justiz auch Fehler machte gilt es jedoch auch unbedingt abzuklären.
    Ich kann mir vorstellen,dass es nicht ganz so einfach war dies zu beurteile zu diesem Zeitpunkt, wie es jetzt für uns scheint, wo man weiss, dass die Frau offensichtlich falsche Aussagen gemacht hat. Das war zu diesem Zeitpunkt wohl eben nicht klar.
  • Judge Dredd 28.07.2018 13:49
    Highlight Highlight 1/2
    Eine Tragödie was ihm widerfahren ist, das können sich wohl nur die Wenigsten vorstellen und am wenigsten die Täterin selbst. Einen Unschuldigen zwei Mal in U-Haft bringen, da muss schon einiges am Urteilsvermögen dieser Frau schiefgelaufen sein, wenn nicht von krimineller Energie gesprochen werden muss.
    Ich hoffe, dass die Strafuntersuchungsbehörden klar komunizieren, auf Grund welcher Faktenlage er zum zweiten Mal inhaftiert wurde. Gestützt auf diesen Artikel irgendwelche mutmassungen anzustellen, wie es leider viel zu viele hier in de Kommentaren schon getan haben, bringt nichts.
  • Bronko 28.07.2018 11:18
    Highlight Highlight Oft werden solche Trigger-Dynamiken von den weiblichen "Opfern" nicht nur aus Böswilligkeit ausgenutzt, sondern auch weil sie dazu gedrängt werden (z.B. vom familiäen Umfeld, der Opferhilfe, durch Anwälte o. dem Onkel Polizist). Auch weil sie selber ev. psychisch verunsichert und froh sind, wenn sie ernst genommen werden. Dann liegt es nahe, dass übertrieben wird und etwas dazu gedichtet wird. Damit schafft man klare Täter- und Opferrollen und stigmatisiert zuerst mal den Mann zum Übeltäter. Auf Basis der ganz klassischen Rollenbilder halt. Desaströse Dynamiken nehmen dann ihren Lauf...
  • Vergugt 28.07.2018 11:03
    Highlight Highlight Seit wann treiben sich eigentlich auf Watson so viele Frauenhasser rum? Die Kommentare hier machen mich echt traurig, ist ja fast wie bei dieser grossen Onlinezeitung für Menschen, deren Aufmerksamkeitsspanne knapp unter einer halben Stunde liegt...
    • Hierundjetzt 28.07.2018 13:39
      Highlight Highlight Den Artikel nicht gelesen? Kann auf einer Nachtichtenseite ja mal vorkommen. Und jetzt husch nach oben mit Dir, danach sprechen wir uns wieder.

      Und denk jederzeit daran: Einen Täter (hier Täterin) zum Opfer machen, ist sehr unüberlegt
    • Vergugt 29.07.2018 00:52
      Highlight Highlight Den Kommentar nicht gelesen? Kann in einer Kommentarspalte ja mal vorkommen. Und jetzt husch nach oben mit Dir, danach sprechen wir uns wieder.

      Opfer ist das richtige Stichwort: Weil sich offensichtlich Viele hier als Opfer der bösen Frauen fühlen. Und deswegen die Schlechterstellung der Frau in der Gesellschaft aufgrund dieser Geschichte insgesamt als lächerlich hinstellen, oder nach diakonischen Strafen schreien. Genau das ist häufig beobachtetes Verhalten aus misogyner Ecke, was ich mit meinem Kommentar meinte.

      Wo ich einen Täter zum Opfer gemacht habe, darfst du mir gerne erklären.
    • Hierundjetzt 29.07.2018 10:28
      Highlight Highlight Du hast uns jetzt das ganz grosse Rad erklärt, wie die Welt funktioniert und Fremdwörter eingestreut.

      Herzlichen Dank.

      Im Artikel gehts aber nicht um „diese“ Gesellschaft sondern um falsche und somit strafrechtliche relevante Anschuldigung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ruggedman 28.07.2018 09:01
    Highlight Highlight In einer solchen Situation hat man als Mann einfach die Arschkarte gezogen.
  • Der Rückbauer 28.07.2018 01:08
    Highlight Highlight Nichts ist verheerender als der Hass einer gekränkten Frau. In memorian Jörg Kachelmann.
    Uebrigens: Soviel ich weiss, hat er den Schadenersatz bis heute nicht.
    • who cares? 28.07.2018 08:02
      Highlight Highlight Eher Männer, die sich nicht im Griff haben. Siehe der Fall Emmenbrücke. Kein Schadenersatz erhalten gegen ein Leben im Rollstuhl. Was ist schlimmer?
    • meine senf 28.07.2018 10:40
      Highlight Highlight Was hat es miteinander zu tun?

      Es gibt immer etwas, das schlimmer ist.

      Ein Rechtshänder verprügelt einen Linkshänder.
      Ach, das macht doch nichts, weil ein komplett anderer Linkshänder hat einen anderen Rechtshänder umgebracht.

      (Links-/Rechtshänder kann auch durch Nationalitäten, Geschlechter, Religionen usw. ersetzt werden)
    • who cares? 28.07.2018 11:23
      Highlight Highlight Jörg Kachelmann hat auch nichts mit diesem Fall zu tun.

      Ich habe mich auf den Kommentar und nicht auf den Artikel bezogen.

      "Nichts ist verheerender als der Hass einer gekränkten Frau." Doch es gibt Dinge die verheerender sind. Zum Beispiel Vergewaltigungen.
  • Joe Smith 28.07.2018 01:02
    Highlight Highlight Jetzt schreien alle auf. Natürlich ist es für den Betroffenen schlimm, da gibt es gar nichts zu bagatellisieren. (Er hat sogar noch Glück gehabt, es hätte ihn z.B. nach der Verhaftung auch noch die Freundin verlassen können.) Aber wenn es umgekehrt gewesen wäre, d.h. die Beschuldigungen wären wahr gewesen, und man hätte ih laufen lassen, und er hätte dann die Frau weiter bedroht, ich will ja nicht wissen, was DANN hier abgegangen wäre, und zwar von den gleichen Kommentarschreibern. (Man suche nach alten Kommentaren zu anderen Artikeln wie «warum läuft der noch frei herum?» etc.)
    • TactixX 28.07.2018 07:43
      Highlight Highlight Hätte hätte Fahrradkette...
    • redeye70 28.07.2018 08:51
      Highlight Highlight Mir kommt die Galle wegen der abermaligen Verhaftung hoch. Noch einmal U-Haft obschon die Frau der Falschaussage überführt wurde?! Auch die Polizei darf mal gesunden Menschenverstand einsetzen. Er wurde bestimmt vorverturteilt weil er Einträge hatte in der Vergangenheit und Bodybuilder war.
    • Joe Smith 28.07.2018 11:14
      Highlight Highlight @edeye: Wir haben KEINE AHNUNG, wer bei der Polizei was ausgesagt hat und was da sonst noch alles mitgespielt hat. Hinterher weiss man immer alles besser, vor allem vom weichen Sofa aus.
  • EvilBetty 28.07.2018 00:23
    Highlight Highlight Eigentlich hätte man doch schon bei den Würgemale sehen müssen, dass da etwas nicht stimmt. Ausser beide haben gleich grosse Hände.
    • Judge Dredd 28.07.2018 13:27
      Highlight Highlight Weder wissen wir anhand dieses Artikels, ob die Würgemale mit den Händen verursacht wurden, noch ob man anhand der Würgemale auf die grösse von Hände hätte kommen können. Ich weiss nicht wie viele Würgemale sie schon gesehen haben, die lassen aber in der Regel nicht auf die Hände des Verursachers schliessen, dass sind dann einfach blaue oder rote Flecken. Wenns so einfach wäre... bitte unter google Bildersuche mal Würgemale eingeben.
  • KXXY 27.07.2018 19:11
    Highlight Highlight U-Haft in der Schweiz ist Beugehaft, eine Riesensauerei.

    Ich würde den Staatsanwalt persönlich Anklgen
    • Asho 27.07.2018 20:32
      Highlight Highlight U-Haft wird in der Schweiz vom Gericht angeordnet. Die Staatsanwaltschaft stellt bloss den Antrag.
  • Hallosager 27.07.2018 19:02
    Highlight Highlight Nun überraschen tut mich das nicht. Meine Ex wollte sich mal in einem depressiven Anfall vom Balkon stürzen, im Affekt habe ich sie um den Bauch gepackt und möglichst sanft aufs Bett geworfen. Verletzungen gab es keine, aber eine Anzeige (wurde am Ende fallen gelassen) gegen mich, weil ich sie vom Selbstmord bzw. schwersten Verletzungen abgehalten habe. Der Tatbestand lautete, mehrfache Schläge und versuchte Vergewaltigung. Das es sich beim ganzen Vorfall um Aussage gegen Aussage handelte, spielte für die Polizei und den Staatsanwalt keine Rolle.
  • dding (@ sahra) 27.07.2018 18:44
    Highlight Highlight Unglaublich. Jörg Kalchenmann lässt grüssen
    War da nicht mal eine Geschichte mit einer Grünen Politikerin?
  • Knety 27.07.2018 18:39
    Highlight Highlight Wie kann den das sein? Ich dachte immer es herrsche das Patriarchat und Frauen die eine Anzeige wegen Vergewaltigung einreiche werden nicht ernst genommen.
  • Couleur 27.07.2018 18:36
    Highlight Highlight Und was ist nun die Strafe für diese Amira?
    • Astrogator 27.07.2018 22:57
      Highlight Highlight Unter anderem wird sie wegen Freiheitsberaubung angeklagt.
    • Judge Dredd 28.07.2018 13:37
      Highlight Highlight Nein, Astrogator, das wird sie ganz sicher nicht. Sie hat sich wohl der falschan Anschuldigung, ev. noch der Irreführung der Rechtspflege schuldig gemacht.
      Freiheitsberaubung kommt nur zum tragen wenn sie ihn selbst einschliesst. Ich nehme an das wird in diesem Fall schon die Polizei und ein Justizvollzugsangestellter getan haben.
  • Töfflifahrer 27.07.2018 18:34
    Highlight Highlight Ja wenn die Staatsanwaltschaft mal jemanden im Visier hat, dann ist man meist der Beschissene. Dass bei diesen Voraussetzungen ein Richter die 2te U-HAft noch bestätigte ist, gelinde gesagt, eine Sauerei! Der Richter der die U-Haft bestätigen muss, sollte als ausgleichende Gewalt eine neutrale Sicht einbringen, scheint wohl nicht zu funktionieren.
    Dies mit 20'000 abzuspeisen ist dazu einfach nur armselig. Irgend etwas läuft in unserem System grotten-schief.
  • Helona 27.07.2018 18:33
    Highlight Highlight Gab es da nicht einmal einen Fall, bei dem einem verurteilten Vergewaltiger 100‘000 Franken zugesprochen wurde, weil es zu lange in U-Haft gesessen hatte?
    Martin würde ich raten eine Therapie zu machen. Das schneidet ihm kein Brot ab.
  • Pana 27.07.2018 18:22
    Highlight Highlight "Double Jeopardy" comes to mind.
  • Thom Mulder 27.07.2018 17:56
    Highlight Highlight Und wie hat man nun herausgefunden dass er es gar nicht war? Das Wesentliche fehlt wieder einmal im Artikel.

    Es ist ja schon toll zu wissen dass wir in einem Land leben in dem jeder jederzeit auf Grund falscher Anschuldigungen in den Knast gehen kann. Ich dachte mal sowas gibt es nur in Diktaturstaaten oder in den USA.
    • Joshuuaa 27.07.2018 18:21
      Highlight Highlight Ohne eventuell gemachte Fehler der Behörden negieren zu wollen: Er war in Untersuchungshaft.
      Bei einem möglichen Mörder mit dem Wegsperren zu warten bis zum Gerichtsverfahren wäre ja auch keine Lösung.
      Was ihm passiert ist, ist unschön. Aber Sicherheitsfragen sind Balanceakte, zwischen Freiheit und Überwachung, zwischen Einschränkungen Einzelner und Sicherheit einer Mehrheit, zwischen Opfer und Täter... Falsche Entscheidungen wird es immer geben.
    • kafifertig 29.07.2018 19:22
      Highlight Highlight Die Untersuchungshaft dient nicht der Vorwegnahme der vermuteten Strafe.
      Denn der in U-Haft Sitzende ist keines Verbrechens verurteilt, sondern bloss ein Angeklagter. Er gilt als solcher als unschuldig, bis das Gegenteil vor Gericht bewiesen ist (so sollte es jedenfalls sein).
      Die Untersuchungshaft hat einerseits den Zweck die Fluchtgefahr auszuschliessen, so sie denn überhaupt besteht. Und anderseits hat sie den Zweck die Verschleierung der Tat zu verhindern, d. h. das Vernichten von Beweismitteln (bevor die Polizei sie sichern konnte), die Absprache mit Komplizen, u. a
  • Gantii 27.07.2018 17:29
    Highlight Highlight nachdem sich die ersten anschuldigungen als falsch erwiesen haben ist es unglaublich dass ihr nochmals geglaubt wurde! da muss echt was schief gegangen sein bei der polizei.
    • derEchteElch 27.07.2018 18:20
      Highlight Highlight Nein.
    • Pana 27.07.2018 19:40
      Highlight Highlight Du als Polizist kannst uns dies sicherlich genauer erläutern als nur ein "Nein".
    • DerSimu 27.07.2018 20:47
      Highlight Highlight Das hat nichts mit der Polizei zu tun. Vergewaltigung ist ein offizialdelikt, da MUSS die Polizei eingreifen, egal, wie oft sie mit der anschuldigung kommt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • STERNiiX 27.07.2018 17:23
    Highlight Highlight Habe eine solche Geschichte im Freundeskreis und am eigenen Hals schon erlebt. Es kam zwar, Gott sei Dank, nicht bis zur U-Haft aber vorallem psychologisch ist sowas ganz schwierig. Dir wird, trotz ganz schmaler Beweislast, kaum ein Wort geglaubt. Hart ist auch die Tatsache dass die sogenannten 'Opfer' relativ locker davon kommen.
    Mein Beileid 'Martin'.
    • R. Peter 27.07.2018 19:01
      Highlight Highlight Ein Verwandter von mir erlebte dasselbe (erfundener Vorwurf KO Tropfen). Gottseidank keine Anzeige, aber das Geschwätz im Dorf war bösartig...
    • redeye70 28.07.2018 09:00
      Highlight Highlight Ich kenne persönlich auch einen Fall mit Anschuldigungen der übelsten Sorte. Seine inzwischen Ex-Frau erfand alles nur um ihm zu schaden. Ich war auch erstaunt wie die Polizei bei ihm eingefahren ist. Die Unschuldsvermutung hatte absolut keine Gültigkeit mehr, er wurde wie ein Schwerverbrecher behandelt – nur aufgrund einer einzigen Aussage. Wäre doch mal was für watson. Den Kommentaren nach geschieht das häufiger als vermutet. Ein Mann wird in unserem Land sehr schnell zum Täter gemacht.
    • kafifertig 29.07.2018 19:27
      Highlight Highlight @redeye70
      Ist ja nicht verwunderlich. Man schlage eine x-beliebiege Zeitung auf und erfahre es sofort: Der Mann ist das Böse und an allem schuld.
      Die Frau ist eine Heilige und eine Geplagte.
  • Thurgauo 27.07.2018 17:19
    Highlight Highlight Das ist echt heftig. Sowas kann auch ganze Existenzen zerstören. Ohne kommunizieren zu können für mehrere Wochen weg vom Fenster zu sein... eine Katastrophe. Schön dass seine Freundin zu ihm gehalten hat. Versuchen jemanden ins Gefängnis zu bringen ist für mich allerunterste Schublade und sollte extrem hart sanktioniert werden z. B. Wie mein Vorgänger gesagt hat, am Strafmass, dass für den Beschuldigten in Frage gekommen wäre. Aber sind wir ehrlich, jeder von uns hätte bei der Geschichte zuerst der Frau geglaubt, wir haben alle Vorurteile. Aber die zweite Inhaftierung ist brutal!
    • redeye70 28.07.2018 09:03
      Highlight Highlight Du sprichst dabei etwas sehr wichtiges an: Die Täter(innen) kommen bei solchen Dingen viel zu gut weg! Es ist verheerend was für ein Trümmerfeld bei den Betroffenen in ihrem sozialen Umfeld angerichtet wird. Strafmass muss massiv rauf.
    • Thurgauo 28.07.2018 10:34
      Highlight Highlight Ja und daneben auch im beruflichen Umfeld. Das soziale Umfeld geht natürlich vor, aber gerade wenn du irgendwo angestellt bist und für mehrere Wochen komplett weg bist, kann das katastrophal sein. Und das Gerede danach, jeder kennt es, man kann auch freigesprochen werden, das bleibt trotzdem an einem haften.
  • Snowy 27.07.2018 16:40
    Highlight Highlight "Martin musste von Anfang Juli bis Ende August ein zweites Mal hinter Gitter. Obwohl gegen seine Ex ein Verfahren wegen falscher Anschuldigungen und Anstiftung zu falscher Zeugenaussage eingeleitet wurde."

    WTF!!?
  • Ziasper 27.07.2018 16:35
    Highlight Highlight 20'000.- sind ein Witz!
    • Henzo 27.07.2018 18:28
      Highlight Highlight Frage mich ob das lohn- oder jobabhängig ist ...wenn man nornalerweise 10k pro monat verdient, dann ist das weniger als man in dieser zeit verdient hätte (gibt es eigentlich entlassungsschutz wenn man ins gefängnis muss?). Wenn man selbstständig ist, kann das jemandem das ganze geschäft und lebenswerk zur sau machen ...dann sind 20k ein noch viel extremerer witz...
    • R. Peter 27.07.2018 19:02
      Highlight Highlight Einverstanden!
  • DerSimu 27.07.2018 16:05
    Highlight Highlight So viel zum Thema Male Privilege und so.

    Ich finde wer eine Straftat erfindet sollte füt die Zeit in den Kast kommen, die der Beschuldigte erhalten hätte.
    • Justagirl88 27.07.2018 16:42
      Highlight Highlight Oder sogar doppelt oder dreifach solange in den Knast stecken, egal ob Mann oder Frau. Die Betroffenen sind nach einem solchen Erlebnis in der Regel für ihr Leben gezeichnet...
    • who cares? 27.07.2018 16:43
      Highlight Highlight Das würde heissen, dass jede/r, der/die vergewaltigt wurde und es nicht beweisen kann, automatisch mit dieser Strafe rechnen muss, wenn er/sie die Vergewaltigung anzeigt.

      Gut für die Statistik, da niemand mehr zur Polizei gehen würde.
    • Roman Stanger 27.07.2018 16:54
      Highlight Highlight Als Laie würde ich meinen, das müsste eigentlich unter Freiheitsberaubung fallen: Art. 183: "Wer (...) jemandem in anderer Weise unrechtmässig die Freiheit entzieht (...) wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft." Und laut Art. 184 müsste es mindestens ein Jahr geben, da der Freiheitsentzug länger als zehn Tage gedauert hat. Da Freiheitsberaubung aber ziemlich sicher ein Offizialdelikt ist, die Ex-Freundin aber nicht automatisch belangt wurde, scheint das halt doch nicht so zu sein ...
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