Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Happy End in Wislikofen: Frau Khan ist jetzt Schweizerin 

Kaniz Fatema Khan wollte sich in der kleinen Aargauer Gemeinde Wislikofen einbürgern lassen. Der Gemeinderat empfahl ihr Gesuch zu Ablehnung – obwohl sie im Ort gut integriert ist. Das zeigte auch die alles entscheidende Gemeindeversammlung.

Andreas Fretz / ch media



Stehende Ovationen nach einer Einbürgerung dürften Seltenheitswert geniessen. Am Mittwochabend in der Propstei in Wislikofen ist es geschehen: Als Kaniz Fatema Khan und ihre zwei Kinder nach der Abstimmung den überfüllten Benedikt-Saal betraten, erhob sich ein Grossteil der anwesenden Stimmbürger und klatschte ausdauernd Beifall.

Kaniz Fatema Khan wislikofen

Gerührt: Kaniz Fatema Khan (r.) wurde trotz gegenteiliger Empfehlung eingebürgert. Auch ihre Tochter und ihr Sohn erhielten das Bürgerrecht. Bild: Severin Bigler / ch media

Khan ist 40-jährig, stammt aus Bangladesch, lebt seit 20 Jahren in der Schweiz, wohnt seit 10 Jahren in Wislikofen, arbeitet seit 5 Jahren als Köchin in der örtlichen Maia-Stiftung und war in den letzten Wochen Gesprächsthema Nummer 1.

Denn der Gemeinderat hatte der Stimmbevölkerung empfohlen, das Einbürgerungsgesuch der zweifachen Mutter abzulehnen. «Zu schwache sprachliche Kenntnisse und fragliche Integration», lautete die Begründung. Unter anderem konnte Kahn im Einbürgerungsgespräch nicht alle Nachbargemeinden Wislikofens benennen.

«Der Fall hat hohe Wellen geschlagen», bemerkte Gemeindeammann Heiri Rohner einleitend. 85 von 242 Stimmbürgern waren gekommen. Auch regelmässige Besucher konnten sich an keine Gmeind mit mehr Teilnehmern erinnern. Der Benedikt-Saal im Zurzibieter 342-Einwohner-Dorf musste gar nachbestuhlt werden.

Denn zu allem Übel konnte die Gmeind nicht wie üblich im grossen Propstei-Saal abgehalten werden. Letzterer war durch ein Seminar besetzt. Gleich zu Beginn wurde aus der Versammlung der Antrag gestellt, das Traktandum Einbürgerungen vorzuziehen, damit danach alle durchatmen können. Der Antrag wurde klar angenommen.

«Wislikofen ist meine Heimat»

Auch Kaniz Khan meldete sich zu Wort. Zurückhaltend, fast etwas scheu, entschuldigte sie sich beim Gemeinderat für den Wirbel, den ihr Fall ausgelöst hatte.

«Wislikofen ist meine Heimat. Ich fühle mich hier wie in einer Familie», sagte sie. «Und wenn ich so fühle, wieso soll ich mich dann nicht einbürgern lassen? Ich will dazugehören.»

«Wir können mit dem Herzen entscheiden, der Gemeinderat musste sich bei seiner Empfehlung an andere Kriterien halten.»

Ein Wisliker Stimmbürger

Vorgängig sagte Ammann Rohner, dass er auf eine faire Diskussion hoffe: «Es geht nicht um eine Strasse, die gekiest werden muss. Es geht um Menschen.» Rohner war es auch wichtig, zu betonen, dass der Gemeinderat und Familie Khan ein gutes Einvernehmen pflegten.

Aus dem Plenum wurde Khan als «liebenswürdiger Mensch» beschrieben. Eine Votantin fand es befremdend, dass die Kinder zur Einbürgerung empfohlen wurden, nicht aber die Mutter. Eine Person sagte: «Wir», der Souverän, «können mit dem Herzen entscheiden, der Gemeinderat musste sich bei seiner Empfehlung an andere Kriterien halten.»

Die Diskussion war kurz, die Abstimmung klar. Kaniz Fatema Khan wurde mit 67:11 Stimmen eingebürgert, Sohn Alif Khan (Jahrgang 2001) und Tochter Labiba Khan (2003) gar ohne Gegenstimmen. Beide sind in der Schweiz geboren und waren vom Gemeinderat zur Einbürgerung empfohlen worden.

Schweiz? Raclette!

abspielen

Video: watson/Emily Engkent, Angelina Graf, Sandro Zappella

Das könnte dich auch interessieren:

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel

Über 20'000 Schüler demonstrieren für Klimaschutz

Link zum Artikel

Ein ziemlich seltsames Outfit – so erklärt Serena Williams ihren Netzstrumpf-Auftritt

Link zum Artikel

Drei Lawinen fordern eine Tote und mehrere Verletzte im Wallis

Link zum Artikel

Nico soll Schneeketten montieren und bringt damit den Chef zur Verzweiflung 😂

Link zum Artikel

Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Link zum Artikel

So hast du die Karriere von Roger Federer noch nie gesehen

Link zum Artikel

Warum die Bezahl-App Twint bei Schweizer Teenagern gerade so richtig durchstartet

Link zum Artikel

Vorsicht! Mit den Apple-Ohrstöpseln wird das iPhone zur Wanze 😳

Link zum Artikel

«Der Zug stellt einfach ab»: So leiden die Lokführer unter den SBB-Pannen-Doppelstöckern

Link zum Artikel

Der Lambo-Trottel, sein High-Heels-Schrank und ich

Link zum Artikel

Die grössten Apple-Irrtümer – was nicht nur iPhone-Fans wissen sollten

Link zum Artikel

Die grosse Game-Vorschau: Auf diese 50 Spiele dürfen wir uns 2019 freuen

Link zum Artikel

So cool ist es WIRKLICH, im Januar auf Alkohol zu verzichten 🤔😂

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Trump will den Notstand ausrufen – aber darf er das überhaupt?

Link zum Artikel

«Gölä ist die falsche Art von Büezer» – Nico bügelt mit dem Berner Rapper Nativ

Link zum Artikel

Samsung, Huawei oder doch Nokia? Diese Android-Handys erhalten am längsten Updates

Link zum Artikel

Sie wollte dieses Kleid kaufen – und brach bei der Lieferung (zu Recht) in Tränen aus

Link zum Artikel

Bacsinszky scheitert an Muguruza

Link zum Artikel

Genfer Caritas-Lagerleiter vergriff sich an jungen Mädchen

Link zum Artikel

Warum Trump plötzlich die Sowjets verteidigt

Link zum Artikel

«Die toten Hoden» – neue Twitter-Challenge ruiniert die Namen deiner Lieblingsbands

Link zum Artikel

«Familie wird mich töten»: Rahaf auf Flucht aus Saudi-Arabien in Thailand vorerst sicher

Link zum Artikel

Wenn sogar Fox News Trumps Grenz-Lüge anprangert

Link zum Artikel

Das Beste an den Golden Globes? Diese Wasserträgerin

Link zum Artikel

Die bizarre Liebesgeschichte der KZ-Aufseherin, die sich in eine Gefangene verliebte

Link zum Artikel

7 Wahlen hat er analysiert – jetzt meint er: «Das System könnte aus den Fugen geraten»

Link zum Artikel

Sexy Särge oder phallische Felsen – welcher Wandkalender darf's denn sein?

Link zum Artikel

Bellydah: «Diesen Job nennt man ‹Rap-Video-Bitch›»

Link zum Artikel

Kann man wirklich zu lange schlafen?

Link zum Artikel

Der einzige Schweizer auf Mikronesien braut Bier und lebt auf diesem Inselcheln

Link zum Artikel

6 Webseiten, auf denen du dir toll die Zeit totschlagen kannst – klicken auf eigene Gefahr

Link zum Artikel

7 Dinge, die dir bei diesen bekannten Weihnachtsfilmen noch nie aufgefallen sind

Link zum Artikel

Jetzt muss Trump die Börse mehr fürchten als Mueller 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • My Senf 29.11.2018 08:30
    Highlight Highlight Ebe gseesch 😀

    Noch funktioniert Demokratie in der Schweiz 🇨🇭
    Viel Wind um nichts.

  • Xonco 29.11.2018 07:58
    Highlight Highlight Einbünzelungen die Sinn machen, gut so.
  • Olf 29.11.2018 07:53
    Highlight Highlight Das ist doch eure Video-Redakteurin?
  • anundpfirsich 29.11.2018 07:39
    Highlight Highlight Bravo 🙌🏻👌🏻
  • Triple 29.11.2018 07:38
    Highlight Highlight Sehr gut 👍👍, würde mich noch interessieren, was die anderen Fakten sind 🤔
  • Midnight 29.11.2018 07:23
    Highlight Highlight Well done, auch von mir einen Applaus 👏👏👏

Aargauer Gemeindeschreiber hetzt auf Facebook gegen Flüchtlinge – Ammann deckt ihn

Daniel Wicki leitet als Gemeindeschreiber die Verwaltung der Gemeinde Boswil. Privat fällt Wicki durch fragwürdige Äusserungen auf, wie der «Blick» berichtet. Auf Facebook macht er bevorzugt Stimmung gegen Asylsuchende. «Tja, die Handys der Flüchtlinge sind wasserdicht, saufen nicht ab usw. Komischerweise verlieren aber alle ihre Ausweise und Pässe während dem Böötlen über das Meer...», schreibt er etwa im Zusammenhang mit einer neuen Deutsch-App des Kantons Aargau für …

Artikel lesen
Link zum Artikel