Schweiz
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«Dirnenmörder von Aarau» ist auf freiem Fuss



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Mörder Tobi B. 2011 auf dem Weg ins Bezirksgericht. Als Minderjähriger vergewaltigte, strangulierte und tötete er in Aarau eine Prostituierte.

Der sogenannte «Dirnenmörder von Aarau», Tobi B., ist auf freiem Fuss. Das teilt das Bezirksgericht Lenzburg am Freitagnachmittag mit. Das Bezirksgericht hat die fürsorgerische Unterbringung des sogenannten Aargauer Prostituiertenmörders vorzeitig aufgehoben. Er erhält eine geregelte Nachbetreuung, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.

Mit Entscheid vom 27. März 2019 habe das Bezirksgericht Lenzburg, Abteilung Familiengericht, die fürsorgerische Unterbringung ein weiteres Mal überprüft. Aufgrund der positiven Entwicklung sei es zum Schluss gekommen, dass die Voraussetzungen für die fürsorgerische Unterbringung nicht mehr gegeben seien. Es wäre unverhältnismässig, die Massnahme aufrecht zu erhalten.

Entsprechend sei die fürsorgerische Unterbringung aufgehoben und ersatzweise eine geregelte Nachbetreuung angeordnet worden. Der knapp 30-jährige Aargauer befinde sich in einem begleiteten Wohnen im Kanton Zürich. In diesem Rahmen werde er weiterhin unterstützt, betreut und behandelt.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EMRK) hat in einem am vergangenen Dienstag publizierten Urteil festgehalten, für die fürsorgerische Unterbringung habe keine ausreichende gesetzliche Grundlage bestanden. Der Mann sei nur deshalb in der Sicherheitsabteilung des Gefängnisses untergebracht worden, weil er als Gefahr für Dritte betrachtet worden sei. Dies allein reiche jedoch nicht aus, um eine fürsorgerische Unterbringung, wie sie im Schweizer Zivilgesetzbuch festgehalten sei, anzuordnen.

Brutaler Mord

Der Aargauer hatte 2008 als noch Minderjähriger eine Prostituierte brutal vergewaltigt und umgebracht. Er wurde deshalb wegen Mordes, sexueller Nötigung und Vergewaltigung zu einem gemäss Jugendstrafgesetz maximalen Freiheitsentzug von vier Jahren verurteilt.

Das Jugendgericht ordnete die Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt und eine ambulante Behandlung an. Auf das Ende der Strafverbüssung verfügte das Bezirksamt im Juni 2012 den fürsorgerischen Freiheitsentzug an. (sda)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • LuLaa 04.05.2019 08:10
    Highlight Highlight Mit unseren Gesetzen stimmt in manchen Dingen etwas nicht. Mörder und Vergewaltiger kommen erstaunlich schnell wieder raus. Müssen wir einen Mörder integrieren? Echt jetzt?
  • MaskedGaijin 04.05.2019 00:30
    Highlight Highlight "Der Mann sei NUR deshalb in der Sicherheitsabteilung des Gefängnisses untergebracht worden, weil er als Gefahr für Dritte betrachtet worden sei."

    Wenn es nur deswegen ist...
    • Aglaya 04.05.2019 11:29
      Highlight Highlight Das rechtliche Problem ist hier, dass eine fürsorgerische Unterbringung gemäss ZGB nur bei einer Gefährdung der betroffenen Person selbst angeordnet werden darf, nicht aber bei einer Gefährdung Dritter. Und auch das Strafgesetzbuch sieht zum Schutz Dritter nach Verbüssung einer Freiheitsstrafe "nur" die Verwahrung vor, die hier (wegen Anwendung des Jugendstrafrechts) nicht angeordnet wurde. Diesbezüglich besteht eine Gesetzeslücke.
  • Walser 03.05.2019 22:35
    Highlight Highlight Wenn ich mich nicht irre, hat das Schweizer Volk gerade kürzlich entschieden, dass das EGMR über den schweizer Gerichten steht. Voila. Herzliche Gratulation.
    • BossAC 04.05.2019 10:36
      Highlight Highlight „für die fürsorgerische Unterbringung habe keine ausreichende gesetzliche Grundlage bestanden.“ Wenn überhaupt liegt das Problem dann aber bei der Schweizer Gesetzgebung und nicht beim EGMR...
  • Faktenchecker 03.05.2019 21:47
    Highlight Highlight Ich möchte einfach nur Kotzen.

    Aber von Europäischen Einrichtungen erwarte ich nichts anderes als im besten Falle unsinnige, im schlimmsten Falle gefährliche Entscheide. Das EMRK sollte abgeschafft werden oder zumindest gehörig reformiert. Aber Reformen und Europa ist ja eh ein Widerspruch.
    • insider 04.05.2019 12:03
      Highlight Highlight @Faktenresistenter: Den Artikel hast du nicht gelesen, oder?
      Da steht wörtlich: "... für die fürsorgerische Unterbringung habe keine ausreichende gesetzliche Grundlage bestanden." Das hat nichts mit dem EMRK zu tun, sondern mit der CH-Gesetzgebung.
      Weiter heisst es: "Er wurde deshalb wegen Mordes, sexueller Nötigung und Vergewaltigung zu einem gemäss Jugendstrafgesetz maximalen Freiheitsentzug von vier Jahren verurteilt." Das hat auch nichts mit dem EMRK zu tun, sondern mit der CH-Gestzgebung.
      Aber, he, wen kümmern schon Fakten!
  • fandustic 03.05.2019 21:35
    Highlight Highlight „Positiv entwickelt“....na ja, war wohl nicht so schwierig sich irgendwie positiver zu entwickeln, wenn die Basis ein Mord ist🤷🏼‍♂️
  • redeye70 03.05.2019 20:38
    Highlight Highlight Denn sie wissen nicht, was sie tun …
    • TheDoctor 03.05.2019 21:38
      Highlight Highlight Sie setzen unsere Werte und unseren Rechtsstaat um. Sie machen ihre Aufgabe. Und darüber sollte Schweizer froh sein oder einen auf Eric Weber machen und nach Abu Dhabi verschwinden.
    • Walser 04.05.2019 09:06
      Highlight Highlight @Doctor. Die Schweizer Gerichte und Instanzen habens diesmal gut gemacht. Die fremden Richter habens schlecht gemacht. Ganz einfach. War nicht anders zu erwarten.
    • Big_Berny 04.05.2019 11:49
      Highlight Highlight @Walser: Ja, weil "gut" sich dadurch auszeichnet, wie lange jemand hinter Gitter kommt... 🙄
  • Chääschueche 03.05.2019 20:33
    Highlight Highlight Dann hoffen wir doch das er nichts dummes tut. Falls doch haben das die Richter des EMRK zu verantworten. (Passieren wird denen nichts das ist klar)

    "Er hat sein ganzes Leben vor sich"

    In der Sozialhilfe? Ich glaube das der Herr extrem viel Glück haben muss irgendwann eine Anstellungzu finden, vor allem unter diesen Umständen. Und ja...ein Arbeitgeber findet relativ Problemlos heraus wieso der Herr im Gefängnis war. Da spielt es keine Rolle ob er das darf oder nicht. Erfahren tut es niemand.

    • bokl 03.05.2019 20:52
      Highlight Highlight @Chääschueche
      "... haben das die Richter des EMRK zu verantworten …"
      Haben sie nicht. die Richte des EMRK beurteilen nur, ob der Fall anhand der geltenden Regeln verhandelt wurde. Sie machen nicht die Regeln, sie heben nicht mal das Urteil auf.

      "Das Bezirksgericht hat die fürsorgerische Unterbringung des sogenannten Aargauer Prostituiertenmörders vorzeitig aufgehoben."
    • TheDoctor 03.05.2019 21:36
      Highlight Highlight @Chääschueche EMRK. Man kann sich schon alles so biegen wie man will. Hat halt dann mit der Realität nicht viel zu tun...
    • Supermonkey 04.05.2019 01:02
      Highlight Highlight Nö... Das EMRK hat nur geltendes schweizer Jugendstrafecht durchgesetzt. Entgegen der Willkür die vorherrschte. Möge der Mann noch so schlimmes getan haben. Gesetz ist Gesetz, und Menschenrechte sind Menschenrechte. Und die sind in jedem Falle zu achten, entgegen aller emotionalen Gefühlen.
  • Victor Brunner 03.05.2019 18:16
    Highlight Highlight Warum nicht in Begleitenden Wohnen im Kanton Aargau? Aus Spargründen keine entsprechenden Einrichtungen vorhanden dann soll Zürich das Problem lösen?
    • Astrogator 03.05.2019 19:15
      Highlight Highlight Die Gemeinde seines letzten Wohnsitzes muss für die Kosten aufkommen.
    • dontknow 03.05.2019 19:37
      Highlight Highlight Im Strafvollzug (auch andere Massnahmen) gibt es Konkordate in denen sich die verschiedenen Kantone zusammenschliessen. Damit muss nicht jeder Kanton auf alle Eventualitäten (stell dir mal vor AI und AR müssten für wahrs. 2-3 Personen p. Jahr eigene Gefängnisse betreiben) vorbereitet sein und die Kosten als ganzes sinken für den Steuerzahler. Selbstvrständlich entschädigen sich die Kantone innerhalb eines Konkordats hierfür bzw. übernehmen einen prozentualen Anteil dieser. Ohne es überprüft zu haben, würde ich darauf tippen dass AG und ZH zum gleichen Strafvollzugskonkordat gehören :)
  • bruno.zehr 03.05.2019 18:13
    Highlight Highlight 2008: Mord 2019: Frei. Ähm.
    • Nickname_499 03.05.2019 19:43
      Highlight Highlight Heute: ca. 30 Jahre alt

      damals: ungefähr 17....

      klar, es isch nicht zu entschuldigen was passiert ist, aber ein Minderjähriger Straftäter hat sein ganzes Leben noch vor sich und soll die Chance nutzen können.

      (Steht möglicherweise eines Tages mit beiden Beinen im Leben, ist günstiger als Lebenslang versorgt zu werden vom Kanton!)
    • phreko 04.05.2019 02:44
      Highlight Highlight Bruno, Rache war mal im Mittelalter...oder in der Scharia.
    • Butschina 04.05.2019 04:51
      Highlight Highlight Die Strafe war schon im 2012 abgebüsst. Das Jugendstrafgesetz sieht andere Strafmasse vor als das StGb für Erwachsene.
  • TheDoctor 03.05.2019 17:48
    Highlight Highlight Zu viel Information. Ich sehe nicht, warum die Öffentlichkeit auch so viel wissen muss.
    • Chääschueche 03.05.2019 20:35
      Highlight Highlight Es ist mein Recht zu Wissen wenn ein Mörder Frei herumläuft, vor allem wenn er schon nach 10 Jahren Frei kommt.

    • bokl 03.05.2019 20:49
      Highlight Highlight @Chääschueche
      Weil Minderjährig war. Jungendstrafrecht goolen hilft vielleicht.

      Wer wurde ja nicht vorzeitig entlassen. Strafmass 4 Jahre, Haft 10 Jahre. Wer nicht das Alte Testament mit "Auge um Auge" strikt befolgt und brav Kirchensteuern bezahlt soll einfach schweigen.
    • TheDoctor 03.05.2019 21:34
      Highlight Highlight @Chääschueche Worauf begründest du dieses "Recht"?

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