Schweiz
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Mandach im Kanton Aargau: 300 Seelen, 68 Prozent Wähleranteil für die SVP.
bild: chris iseli

Wo fast 70 Prozent SVP wählen: Willkommen in Mandach AG

In der Schweiz wählten 29 Prozent der Stimmberechtigten die SVP. Im Aargau waren es 38 Prozent – und im beschaulichen 300-Seelen-Dorf Mandach sogar 68 Prozent.

Mario Fuchs / Aargauer Zeitung



Wer von Villigen her auf die Grünegg und wieder herunter nach Mandach fährt, sieht vor allem eines: Grün. Wald, Wiesen, Fluren. Darauf: Kühe, Pferde – und ein Vibrationsfahrzeug, das sondiert, ob die Gegend für ein Atommüll-Tiefenlager geeignet sein könnte. Das 300-Seelen-Dorf ist die SVP-Hochburg im SVP-Kanton Aargau: Ganze 68 Prozent der stimmberechtigten Bevölkerung wählte die Partei mit der Sonne im Logo und dem «Asylchaos» zuoberst auf der Agenda.

So gar nicht zum konservativen Volkswillen Mandachs passt prima vista das Wappen der Gemeinde: «Geteilt von Weiss mit aus der Teilung wachsendem schwarzem Mohr mit roten Lippen und weissem Halsschmuck und von Rot». Es zeigt, so die volkstümliche Deutung, «angeblich den Heiligen Mauritius». Bei den Römern war er Schutzheiliger des Heeres, der Infanterie, der Messer- und Waffenschmiede. Also doch ziemlich SVP, irgendwie.

«Angst haben wir nicht vor Flüchtlingen, sondern vor dem asiatischen Marienkäfer, der japanischen Kirschessigfliege und dem amerikanischen Mehltau.»

Maja Stürmer, Mandacherin

Mohammed führt den «Hirschen»

An diesem Montagmittag ist es in Mandach ruhig, und vermutlich ist es das hier an jedem Montagmittag. Vor dem «Hirschen» haben zwei Handwerker ihre Lieferwagen parkiert. Einer mit aargauischem Nummernschild, einer mit slowenischem. Seit Anfang Oktober ist das Restaurant wieder geöffnet, nachdem es von einer neugegründeten Wohnbaugenossenschaft gerettet worden war. Das Pächterpaar: Mohammad Mizu, Bangladesch, mit Frau Regine, Leipzig.

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Mandach: Ein Bauerndorf, das mehrheitlich SVP wählt. 
bild: chris iseli

Gleich nebenan wohnt die wohl berühmteste Mandacherin: «Kräuterhexe» Maja Stürmer. Sie sagt: «Alle gehen wir in den ‹Hirschen›. Wenn es die beiden gut machen, ist deren Herkunft kein Thema.» Mandach sei SVP-Stammland nicht wegen der Ausländerpolitik, sondern wegen der Agrarpolitik: «Wir sind ein Bauerndorf.» Weitherum gingen alle «zum Knecht in die Mühle», auch sie hole ihr Mehl dort. «Angst haben wir nicht vor Flüchtlingen, sondern vor dem asiatischen Marienkäfer, der japanischen Kirschessigfliege und dem amerikanischen Mehltau.»

Nichts sagen, das nicht nötig wäre

In der Gaststube des «Hirschen» sitzen zwei ältere Damen und, am Stammtisch, ein älterer Herr. Beide sagen nichts, das nicht nötig wäre, und sind mit ihrem Menü beschäftigt: Hier Wiener Schnitzel, da eine Stange «Feldschlösschen». Auf der anderen Strassenseite wird der ehemalige Volg gerade zu Wohnraum umgebaut. «Er hat halt einfach nicht mehr rentiert», sagt Gemeindeammann Lukas Erne.

«Wir richten uns nach der Landwirtschaft, nicht nach der Parteidoktrin.»

Werner Märki, SVP-Ortspräsident von Mandach

Auch er verortet den SVP-Erfolg in der Landwirtschaft: «Es hat viel damit zu tun, dass wir so ländlich sind. Und den Knecht kennen sehr viele persönlich, auch ich.» Die SVP sei die einzige Ortspartei, die es in Mandach gebe. Das sei aber kein Nachteil: «Wenn wir Ämter besetzen müssen, sucht sie auch über die Parteigrenzen hinaus.»

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«Den Knecht kennen hier viele persönlich»: Mandach AG.
bild: chris iseli

Ortsparteipräsident ist Werner Märki. Den Telefonhörer hebt er an seinem Arbeitsplatz im Kernkraftwerk Leibstadt ab. «Wir richten uns nach der Landwirtschaft, nicht nach der Parteidoktrin», sagt Märki. Man habe auch schon diskutiert, ob man zur BDP wechseln wolle, sich dann aber dagegen entschieden. Wer wechselt denn schon vom Sieger zum Verlierer.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Heinz Kremsner 21.10.2015 13:33
    Highlight Highlight Auffallend dass alle SVP-Hochburgen in der ganzen Schweiz extrem vom Steuerzahler subventioniert werden.Null Leistung aber Geld vom Steuerzahler beziehen.Mandach mit 300 Einwohner erhält vom Kanton(innerkantonaler Finanzausgleich/Finanz-und Lastenausgleich) also diese 300 Leutchen erhalten pro Jahr 520'000 Franken !!!! - mit 300 Einwohner ! Rechne ! Rechnet man die subventionierten Bauern hinzu (in Mandach etwa 30 Bauern) jeder mit Fr geschätzt 60'000.-/Jahr ergibt 1,8 Millionen. Rechne: 1,8 Millionen plus 520'000.- für 300 Leute jedes Jahr !!! Auch die SVP-Hochburg Hofstetten ZH ist extrem
  • Knuddel 20.10.2015 20:16
    Highlight Highlight Gut. Ich werde den ganzen Kanton Aargau und insbesondere dieses Kaff in Zukunft grossräumig umfahren.
    • Bowell 21.10.2015 07:16
      Highlight Highlight Ist das jetzt ein rassistischer, naiver (aus den Augen aus dem Sinn) oder einfach nur ein dümmlicher Kommentar;)? Trotzdem viel Spass beim meiden der aargauischen Autobahnen;)!
  • Steckenpferd 20.10.2015 16:13
    Highlight Highlight Weshalb gibt es immer nur Berichte über Gemeinden, welche mit einem hohen Anteil die SVP gewählt, oder zur Masseneinwanderungsinitiative "ja" gesagt haben. Stellt dpch auch Gemeinden vor, welche zum grössten Teil SP/CVP/BDP oder sonst eine Partei gewählt haben. Stellt Gemeinden vor, welche die Ecopop Initiative mit einem wuchtigen "Nein" verabschiedet haben. Erzählt doch auch diese Seite. Die andere haben wir langsam gesehen.
    • Oban 20.10.2015 22:54
      Highlight Highlight Wenn man eben über die SVP schreibt ist es eben eher einfach zu recherchieren. Da gehst du in die Dorfbeiz und triffst da die SVP Wähler am Stammtisch. In Ennetbaden wirst du nicht so viele SP Wähler an einem Ort antreffen, vor allem nicht am Stammtisch, daher ist der Aufwand für den Artikel wesentlich grösser.
    • creative 20.10.2015 23:52
      Highlight Highlight Das wird man hier bei Watson wohl nie sehen.

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