Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Erkältete Aargauerin holt sich Medikament in der Apotheke – wenig später ist sie tot

Wegen einer Erkältung geht eine Frau in Menziken zum Hausarzt. Wenig später ist sie tot. Der Arzt, welcher der Frau ein unverträgliches Medikament verschrieben hat, und eine Apotheken-Angestellte, die trotz Warnhinweis das Mittel verkauft hat, stehen nun vor Gericht.



Kantonsspital Aarau ( KSA ) Notaufnahme für Erwachsene und für Kinder

Bild: Aargauer Zeitung

Erika Buchholzer, die Schwester der Verstorbenen, erinnert sich noch gut an den Tag, als sie das letzte Mal mit ihrer Schwestern telefonierte: «Sie sagte, sie sei erkältet und sie gehe jetzt zum Arzt», erzählt sie dem Regionalsender Tele M1. «Der würde ihr etwas verschreiben und dann komme wieder alles gut.» Doch es kam anders. 

An jenem verhängnisvollen Tag im Mai 2015 geht die 52-Jährige in Menziken zu ihrem Hausarzt. Dieser verschreibt ihr unter anderem das Medikament Cefuroxim. Sie holt es in der Apotheke ab. Kurz darauf erleidet sie einen allergischen Schock, fällt ins Koma und muss nach Aarau ins Spital gebracht werden.

«Ich bin dann im Pyjama nach Aarau gegangen. So schnell wie möglich, so wie man es halt macht», sagt die sichtlich betroffene Erika Buchholzer. «Im Spital habe ich mich dann nach meiner Schwester erkundigt. Man sagte mir, dass es ihnen leid täte, man habe nichts mehr tun können. Sie sei gerade eben verstorben.»

Die Apotheke hätte es wissen müssen

Laut Obduktionsbefund verstarb die Patientin an einem anaphylaktischen Schock, weil sie auf das verschriebene Medikamente hochallergisch reagierte. In den Untersuchungen kam heraus: Die Apotheke hätte dies wissen müssen. «Die Apothekerin musste die Situation nachspielen, und wie es scheint, hätte sie auf dem Bildschirm einen Text mit einem Code, der die Allergie zeigte, wegdrücken müssen. Dies hat sie anscheinend nicht gemacht oder ignoriert», so die Schwester der Verstorbenen.

Die Angestellte der Apotheke und auch der Hausarzt stehen darum am Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung vor dem Bezirksgericht Kulm. Dabei dürfte die Frage im Zentrum stehen, warum der Kontrollmechanismus derart versagte. Ebenfalls muss das Gericht beurteilen, ob auch der Hausarzt eine Schuld trägt. Gegenüber Tele M1 wollte niemand Stellung nehmen. 

Dass ein Urteil ihre Schwester nicht mehr zurückbringt, das ist sich Erika Buchholzer bewusst. Die bald 60-Jährige aus Seengen hofft einfach, dass niemand mehr wegen solch eines Versäumnisses sterben muss. (pah)

Wir haben den Sirenentest nicht bestanden

abspielen

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel

Über 20'000 Schüler demonstrieren für Klimaschutz

Link zum Artikel

Ein ziemlich seltsames Outfit – so erklärt Serena Williams ihren Netzstrumpf-Auftritt

Link zum Artikel

Drei Lawinen fordern eine Tote und mehrere Verletzte im Wallis

Link zum Artikel

Nico soll Schneeketten montieren und bringt damit den Chef zur Verzweiflung 😂

Link zum Artikel

Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Link zum Artikel

So hast du die Karriere von Roger Federer noch nie gesehen

Link zum Artikel

Warum die Bezahl-App Twint bei Schweizer Teenagern gerade so richtig durchstartet

Link zum Artikel

Vorsicht! Mit den Apple-Ohrstöpseln wird das iPhone zur Wanze 😳

Link zum Artikel

«Der Zug stellt einfach ab»: So leiden die Lokführer unter den SBB-Pannen-Doppelstöckern

Link zum Artikel

Der Lambo-Trottel, sein High-Heels-Schrank und ich

Link zum Artikel

Die grössten Apple-Irrtümer – was nicht nur iPhone-Fans wissen sollten

Link zum Artikel

Die grosse Game-Vorschau: Auf diese 50 Spiele dürfen wir uns 2019 freuen

Link zum Artikel

So cool ist es WIRKLICH, im Januar auf Alkohol zu verzichten 🤔😂

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Trump will den Notstand ausrufen – aber darf er das überhaupt?

Link zum Artikel

«Gölä ist die falsche Art von Büezer» – Nico bügelt mit dem Berner Rapper Nativ

Link zum Artikel

Samsung, Huawei oder doch Nokia? Diese Android-Handys erhalten am längsten Updates

Link zum Artikel

Sie wollte dieses Kleid kaufen – und brach bei der Lieferung (zu Recht) in Tränen aus

Link zum Artikel

Del Curtos ZSC-Debüt geht in die Hose

Link zum Artikel

Genfer Caritas-Lagerleiter vergriff sich an jungen Mädchen

Link zum Artikel

Warum Trump plötzlich die Sowjets verteidigt

Link zum Artikel

«Die toten Hoden» – neue Twitter-Challenge ruiniert die Namen deiner Lieblingsbands

Link zum Artikel

«Familie wird mich töten»: Rahaf auf Flucht aus Saudi-Arabien in Thailand vorerst sicher

Link zum Artikel

Wenn sogar Fox News Trumps Grenz-Lüge anprangert

Link zum Artikel

Das Beste an den Golden Globes? Diese Wasserträgerin

Link zum Artikel

Die bizarre Liebesgeschichte der KZ-Aufseherin, die sich in eine Gefangene verliebte

Link zum Artikel

7 Wahlen hat er analysiert – jetzt meint er: «Das System könnte aus den Fugen geraten»

Link zum Artikel

Sexy Särge oder phallische Felsen – welcher Wandkalender darf's denn sein?

Link zum Artikel

Bellydah: «Diesen Job nennt man ‹Rap-Video-Bitch›»

Link zum Artikel

Kann man wirklich zu lange schlafen?

Link zum Artikel

Der einzige Schweizer auf Mikronesien braut Bier und lebt auf diesem Inselcheln

Link zum Artikel

6 Webseiten, auf denen du dir toll die Zeit totschlagen kannst – klicken auf eigene Gefahr

Link zum Artikel

7 Dinge, die dir bei diesen bekannten Weihnachtsfilmen noch nie aufgefallen sind

Link zum Artikel

Jetzt muss Trump die Börse mehr fürchten als Mueller 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

21
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Pafeld 22.11.2018 10:47
    Highlight Highlight Das Problem an solchen Artikeln ist, dass sie mehr Verunsicherung schaffen, als das sie informieren. Gegen Antibiotika herrschen in weiten Teilen der Bevölkerung so schon grosse Vorbehalte. Mit solch "dünnen" Artikeln riskiert man, dass ein Leser die Einnahme von Antibiotika aus Angst vor Allergien verschleppt oder heimlich sogar ganz verweigert. Die Gefahr von Komplikationen steigt so deutlich mehr an, als das sie bei einer unentdeckten Allergie gewesen wären.
  • Pixie13 22.11.2018 09:04
    Highlight Highlight Wieder jemand, der Antibiotika bei einer Erkältung verschreibt. 🤦🏻‍♂️
  • The Count 22.11.2018 07:17
    Highlight Highlight Hätte die Patientin dies nicht ebenfalls wissen sollen? Für mich ein typisches Beispiel dafür, dass die Menschen sich langsam der Eigenverantwortung entwöhnen. Natürlich muss der Hausarzt dafür auch geradestehen, aber eine Allergie sollte ein erwachsener Mensch eigentlich selber auf den Schirm haben, Stichwort Packungsbeilage. Habe absolut kein Mitleid für die verstorbene Person.
  • Staatsgebeutelter 22.11.2018 02:46
    Highlight Highlight Arzt, Apotheker sind hier wieder einmal Bauernopfer, der eigentliche Schuldige am Ganze sitzt in Bern und wird nicht angeklagt. Wie kann Swissmedic ein Medi zulassen welches solche Risiken beinhaltet????
    Aber eben sowas merkt man im Aargau nicht, dafür hört man das Gras wachsen.....
    • Holzkopf 22.11.2018 15:05
      Highlight Highlight Lasst uns auch gleich Haselnüsse, Erdnüsse, Erdbeeren, Ananas, Bienen und Wespen etc. verbieten!!! Wie kann man zulassen, dass Leute allergisch reagieren...sowas von fahrlässig...alles ein Filz diese Agrar-Lebensmittel-Ritalin-Chemtrail-Mafia. *Ironie off*

      ;-) nicht bös gemeint. Sie haben wohl überlesen, dass die Frau an einem allergischen Schock gestorben ist. Dasselbe könnte bei oben genannten häufigen Allergenen passieren.

  • Lip_Gallagher 21.11.2018 22:33
    Highlight Highlight Ist diese Klage wirklich nötig? Ich denke die haben genug zu tun mit dem Gedanken jemanden ausversehen getötet zu haben
  • bebby 21.11.2018 21:04
    Highlight Highlight Das ist wirklich letztlich ein Versagen des Vieraugenprinzips. Absolut tragisch. Für mich neu war, dass es effektiv eine Softwarewarnung in solchen Fällen gäbe. Also hat eine Apotheke doch eine wichtigere Rolle, als ich ihr zugedacht hatte. Sonst gäbe es keinen Grund, wieso ein Arzt nicht direkt abgibt.
    • Pafeld 21.11.2018 21:34
      Highlight Highlight Entschuldigung, aber Cefuroxim ist ein simples Cephalosporin der zweiten Generation und kommt häufig zum Einsatz. Sprich, bei einer bekannten Allergie gegen beta-Laktame würde man es kaum mit Absicht verschreiben. Ohne das Wissen einer Allergie bei der Patientin lässt sich eine solch seltene Ausnahmereaktion kaum erraten. Leider ist dem Artikel nicht eindeutig zu entnehmen, wie gut die speziefische Allergie bekannt und dokumentiert war.
    • Pharmies 21.11.2018 21:45
      Highlight Highlight Als Pharmazie Studentin im Master muss ich sagen, dass es noch sehr viel mehr Gründe gibt, warum der Arzt ein Medikament nicht abgeben sollte. Natürlich sofern eine Apotheke in zumutbarer Nähe ist.
      Wenn es um Medikamente geht sind wir mit unseren 5 Jahren Studium besser informiert als die meisten Ärzte. Wir fixieren unser Studium nur auf die Medikamente und von einer Freundin, die Medizin studiert, weiss ich, wie wenig sie über Medikamente lernt. Vorallem im Bezug auf Interaktionen, Einnahmeschemen und Kontraindikationen sind wir besser ausgebildet.
    • Trouble 21.11.2018 22:19
      Highlight Highlight Doch, einen wirtschaftlichen. Sonst würde ich als unseriöser Hausarzt unnötig viele Medikamente verschreiben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Trouble 21.11.2018 20:47
    Highlight Highlight Also hatte sie eine Cefuroximallergie und die Apotheke wusste dies? (Und der Hausarzt auch, falls die Patientin nichts verschwiegen hat?) Wieso hat die Patientin selbst nichts gesagt und das Medikament einfach genommen? Sie hätte ja am besten Bescheid wissen müssen... Ausser sie hatte eine Kreuzallergie.
    Oder sollte es einfach bei jedem Medikament eine Allergiewarnung geben? Dann könnte man ja keine Medikamente mehr rausgeben. Ist da jemand Pharmazeutin/Pharma-Assistent und kann helfen?
    Tragischer, aber merkwürdiger Fall.
  • Luesae 21.11.2018 18:32
    Highlight Highlight Tragischer Fall.. trotzdem frage ich mich ob die Dame von der Allergie wusste und vor der Einnahme den Beipackzettel mit den Wirkstoffen gelesen hat oder nicht..
  • anundpfirsich 21.11.2018 18:25
    Highlight Highlight Also warum ist hier die Apothekerin die Hauptschuldige? Müsste die Schuld nicht eher beim Arzt gesucht werden? Der hat ihr dass ja verschrieben. Somit müsste er ja wissen auf was ihre Patientin allergisch ist und was nicht.
  • Holzkopf 21.11.2018 18:01
    Highlight Highlight Unabhängig vom obigen Fall:
    Erlebe als Arzt leider zu oft, dass Patienten ihre Allergien erst nach mehrmaligem, konkretem Nachfragen erwähnen und dann zu wenig Bescheid geben können. Welches Medikament? Wann? Welche Raktionen gab es damals etc.

    Dasselbe gilt für Vorerkrankungen: Ein running Gag unter Ärtzten sind Patienten, die vergessen, ihren Diabetes/Bluthochdruck/Operationen etc. zu erwähnen.

    Kann nur jede/n dazu aufrufen, ihre/seine medizinische Geschichte gut zu kennen!

    Fehler sollten nicht passieren, doch ist keine/r unfehlbar. Der heutige Zeitdruck erhöht das Risiko zusätzlich.
  • Garp 21.11.2018 17:28
    Highlight Highlight Zuerst müsste doch der Hausarzt über die Allergien Kenntnis haben und das abklären, bevor er ein Medi verschreibt.

Gipser geht gegen Halbierung der IV-Rente vor – das ging gründlich in die Hose

Zum Verhängnis werden einem Aargauer IV-Bezüger ein anonymer Anruf – und seine juristische Gegenwehr, obwohl er gewarnt worden war, dass der Entscheid zu seinen Ungunsten ausfallen könnte. Eingliederungsmassnahmen erhält der Mann keine, da der Wille zur Eingliederung fehle.

Der Hinweis ging anonym ein: Am Telefon teilte eine Person mit, sie wisse von einem Mann, der Leistungen der Invalidenversicherung (IV) beziehe, obwohl es ihm gesundheitlich gut gehe. Die Zuständigen bei der Aargauer IV-Stelle nahmen den Anruf ernst und liessen den früheren Gipser zwischen Herbst 2015 und Frühling 2016 observieren, an acht Tagen von einem Privatdetektiv. Und was dabei herauskam, erhärtete den Verdacht. Nach einer erneuten Begutachtung durch einen Psychiater wurde die Rente …

Artikel lesen
Link zum Artikel