Schweiz
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HANDOUT, ILLUSTRATION - iQOS Holder und Marlboro HeatSticks. Diese Woche hat Philip Morris S.A.

Anders als bei E-Zigis sollen diese neuartigen Zigaretten keinen Rauch verursachen. Bild: PHOTOPRESS/PHILIPP MORRIS

«Heat not Burn»: Hersteller sparen Steuern dank neuartiger Zigaretten

Tabakmultis sehen ihre Zukunft in Produkten, die nicht geraucht, sondern erhitzt werden. Diese werden tiefer besteuert, sind für die Konsumenten aber nicht günstiger.

Lorenz Honegger / Schweiz am Wochenende



Die Tabakkonzerne wappnen sich für die Zukunft. Mit einer neuen Generation von Zigaretten, die weniger gesundheitsschädlich sein sollen, aber genauso süchtig machen.

Die Rede ist von «Heat not Burn»-Produkten: Dabei wird der Tabak mithilfe eines elektronischen Geräts nicht verbrannt, sondern erhitzt.

Die Konsumenten ziehen den nikotinhaltigen Dampf wie bei regulären Zigaretten in ihre Lungen. Auch er enthält krebserregende Substanzen.

Der weltgrösste Zigarettenhersteller Philip Morris («Marlboro») ist bereits seit 2015 mit einem eigenen Produkt auf dem Schweizer Markt vertreten.

British American Tobacco («Parisienne») folgte im April dieses Jahres. Am Freitag stellte Japan Tobacco International («Winston») sein Produkt für den Schweizer Markt vor.

«Heat not burn»: Wie gesund sind rauchlose Zigaretten?

Sogenannte «heat not burn»-Zigaretten boomen. Nach Philip Morris verkauft neu auch der Tabakhersteller Japan Tobacco International rauchlose Zigaretten. Im Unterschied zu herkömmlichen Zigaretten wird der Tabak nicht verbrannt, sondern erhitzt. Dadurch sollen weniger Schadstoffe entstehen. Präventionsexperten sehen die Innovation der Tabakindustrie kritisch. Weil Studien über längerfristige Folgen fehlen, sei der Konsument im Moment ein «Versuchskanninchen». Video: © SDA Video

3.50 Franken weniger pro Packung

Recherchen zeigen: Sollte es den drei grossen Tabakmultis gelingen, eine hohe Anzahl Raucher auf Erhitzungs-Zigaretten umzugewöhnen, wäre das aus steuerlicher Sicht ein lukratives Geschäft.

Die Firmen zahlen auf der neuen Produktkategorie einen deutlichen tieferen Tarif als auf regulären Zigaretten. Bei einer acht Franken teuren Packung beträgt die Tabaksteuer nur 12 statt 54,6 Prozent.

Eine Differenz von 3.50 Franken, die nicht in die AHV und die IV fliesst und stattdessen in den Kassen der Hersteller landet. Die Konzerne geben das eingesparte Geld nicht in Form von tieferen Preisen an die Konsumenten weiter.

British American Tobacco begründet dies mit den hohen Entwicklungskosten, Philip Morris liess eine entsprechende Anfrage unbeantwortet.

Für den Fall, dass zehn Prozent der regulären Raucher auf Erhitzungs-Zigaretten umsteigen, würden die jährlichen Einnahmen des Bundes aus der Tabaksteuer um rund 150 Millionen Franken einbrechen, wie die Oberzolldirektion auf Anfrage mitteilt.

Eine Besteuerung zum regulären Tarif sei nicht möglich, da die «Heat not Burn»-Produkte nur erhitzt und nicht angezündet würden. Erste Verkaufszahlen würden voraussichtlich Anfang 2018 kommuniziert.

«Am besten nicht experimentieren»

Über die Schädlichkeit der Erhitzungszigaretten gehen die Meinungen auseinander. Die Hersteller sprechen von «potenziell risikoreduzierten Produkten».

Das Bundesamt für Gesundheit erklärt, eine abschliessende Antwort sei schwierig, weil «die allfälligen, schwerwiegenden Langzeitschäden» noch nicht bekannt seien.

Aus gesundheitspolitischer Sicht könne bei Rauchern ein vollständiger Umstieg Sinn machen. Aber: «Nichtraucher sollten mit solchen Produkten am besten gar nicht experimentieren, denn sie enthalten Schadstoffe und machen stark abhängig.» 

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