Schweiz
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Über 60 Prozent wollen Agrarinitiativen annehmen – besonders Frauen sagen Ja 

Über 60 Prozent der Stimmberechtigten wollen der Fair-Food-Initiative und der Initiative «für Ernährungssouveränität» bei der eidgenössischen Abstimmung am 23. September zustimmen. Bei der Veloweg-Vorlage zeigen sich noch keine Mehrheiten.

10.08.18, 06:30 10.08.18, 06:55


Die neusten Umfragen zu den September-Abstimmungen liegen vor. Und es zeigt sich: Die beiden Agrarinitiativen finden besonders bei den Frauen Zustimmung, wie eine vom Verlagshaus Tamedia am Freitag veröffentlichte Online-Umfrage vom 6. und 7. August ergab.

Rund sechs Wochen vor dem Urnengang stimmen demnach 64 Prozent der Stimmberechtigten für die Fair-Food-Initiative der Grünen. 33 Prozent lehnen sie tendenziell ab. Am stärksten ist die Zustimmung bei Wählerinnen und Wählern der Grünen mit 95 Prozent gefolgt von jenen der SP mit 81 Prozent.

Aber auch Anhänger von CVP und SVP sind mit 60 respektive 52 Prozent für das Anliegen. Einzig die FDP-Basis ist mit 53 Prozent dagegen. Das bürgerlich dominierte Parlament und der Bundesrat sind gegen beide Initiativen.

Die Grünen wollen mit der Initiative erreichen, dass es ein grösseres Angebot an Lebensmitteln gibt, die umweltschonend, tierfreundlich und unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Der Bund soll solche Lebensmittel fördern. Auch für Importprodukte sollen Anforderungen festgelegt werden.

Sympathien für heimische Bauern

Die Initiative «für Ernährungssouveränität» stösst bei 62 Prozent der Umfrageteilnehmer auf Zustimmung. 34 Prozent sind dagegen. Die Sympathien sind ähnlich verteilt wie bei der Initiative der Grünen. Mit 52 Prozent sind wieder nur die FDP-Anhänger mehrheitlich dagegen.

Wie die Umfrage zeigte, stossen beide Initiativen bei den Frauen auf viel Zustimmung. Während 74 Prozent der Stimmbürgerinnen der Fair-Food-Initiative zustimmen wollen, sind es bei den Männern nur 54 Prozent. Bei der Initiative «für Ernährungssicherheit» ist das Geschlechterverhältnis 71 Prozent bei den Frauen und 52 bei den Männern.

Die wichtigsten Argumente der Fair-Food-Befürworter sind der Umweltaspekt und die faire Produktion. Die Gegnerschaft befürchtet höhere Lebensmittelpreise und mehr Einkaufstourismus.

Für die Ernährungssouveränitäts-Initiative der Bauerngewerkschaft Uniterre und weitere Organisationen spricht aus Sicht der Befürworter die gerechtere Entlöhnung für die Bauern. Auch würde das Bauernsterben gestoppt. Die Gegner wollen die Landwirtschaft nicht vom Markt abschotten.

Unklarheit bei Velo-Vorlage

Beim Bundesbeschluss über die Velowege sind die Meinungen noch nicht klar. Dem direkten Gegenvorschlag zur zurückgezogenen Velo-Initiative wollten 48 Prozent zustimmen. 44 Prozent wollten ihn ablehnen und 8 Prozent machten keine Angaben.

An der Umfrage in allen Landesteilen beteiligten sich 7635 Personen auf den Newsportalen des Tamedia-Konzerns in allen Landesteilen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,6 Prozent. (sda)

Wenn die ganze Welt für ein Dorf abstimmt

Video: srf/SDA SRF

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 11.08.2018 06:27
    Highlight Natürlich gehen diese Auflagen an die Landwirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie und -händler sehr weit. Bei der Umsetzung dieses neuen Verfassungsartikels haben wir aber einen grossen Spielraum, wie die Umsetzung angenommener Verfassungsartikel in der Vergangenheit immer wieder zeigte. Hier den Teufel an die Wand zu malen ist völlig übertrieben. Wenn ein Land in der Lage ist, in diesem Bereich eine Vorbildrolle einzunehmen, so ist es die reiche Schweiz.
    1 0 Melden
  • Julian Flury (1) 10.08.2018 10:11
    Highlight Fair-Food: diese Vorlage ist aus meiner Sicht in allen Belangen unterstützbar.
    Aber die Ernährungssouvernität macht mir bisschen Sorgen: 1) Jobs müssen vom Bund vermehrt in der Landwirtschaft bereitgestellt werden? Dies scheint ein Schritt in die Vergangenheit zu sein. 2) Zudem soll Gentechnik für alle Zeiten in die Wüste geschickt werden. Auch wenn viele Bürger Angst vor diesem Wort haben, ist es doch verantwortungslos, eine Wissenschaft zu verbieten. Kaufen muss man es ja (noch) nicht, aber will man jede Chance, die es in diesdm Bereich vielleicht mal geben könnte, blockieren?
    21 5 Melden
  • Nosgar 10.08.2018 10:04
    Highlight Schaut euch mal den Forderungskatalog der Initiative für Ernährungssouveränität an. Da sind dermassen viele Themen einbezogen, dass man meines Erachtens nur mit viel Fantasie die Einheit der Materie findet. Und dann soll der Bund dafür sorgen, dass mehr Leute in der Landwirtschaft arbeiten? Solche Forderungen sind doch schlicht absurd. Ich hoffe, die Leute lesen den Text noch, bevor sie abstimmen.
    23 1 Melden
  • skofmel79 10.08.2018 09:12
    Highlight Nicht wieder wie in Vergangeheit in die Falle tappen...nichts wird 'fairer' bei der Ernährung. Die Bauern erhalten doch einfach noch mehr Geld und Subventionen. Und im Winter wird der Bund dann wieder von denen aufgefordert zu sparen und kürzt dann wieder bei den Erfänzungsleistungen
    13 3 Melden
  • rodolofo 10.08.2018 08:38
    Highlight Auch wenn die Fair-Food-Initiative für ihre Umsetzung sehr viel Spielraum offen lässt, bietet sie die Möglichkeit für eine konsultative Willens-Bekundung durch das Stimmvolk an.
    Ich hoffe, dass sich die Schweizer Bevölkerung für einen Richtungswechsel in der Politik zur Förderung von QUALITATIVEM und NACHHALTIGEM Wachstum durchringen wird!
    Wenn wir das nämlich jetzt nicht selbstbestimmt in die Wege leiten, dann werden wir später unter ungleich viel höheren Kosten dazu gezwungen!
    Dabei könnten wir auch wieder lernen, langfristig und für unsere Kinder und Enkel zu denken und zu handeln...
    7 5 Melden
  • Jein 10.08.2018 08:26
    Highlight Würden eigentlich wieder Kartoffeln auf dem Bundesplatz angebaut wenn die Ernährungssouveränitäts-Initiative angenommen wird?

    Ein Bewässerungssystem hat es ja schon..
    9 2 Melden
  • mogad 10.08.2018 08:18
    Highlight Die Fair-Food-Initiative will mehr umweltschonend und tierfreundlich produzierte Lebensmittel. Die Gegner sagen Nein, sie fürchten höhere Preise und mehr Einkaufstourismus. Woher will denn die FdP wissen wie sich die Leute nach einem Ja verhalten werden? Bienenvölker sterben an Pestiziden, Tierleid durch Massentierhaltung. Wenn ich die riesigen Euter von Hochleistungskühen sehe vergeht mir die Lust auf Milchprodukte. Wenn wir nicht bereit sind faire Preise zu zahlen, zahlen andere die Differenz: die Menschen, die Tiere, die Natur. Ein Ja für mehr Gerechtigkeit!
    18 8 Melden
    • Paddiesli 10.08.2018 16:26
      Highlight Diese Monster-Euter sind echt eine Tierquälerei. Das schmerzt nur schon vom Zusehen. Die können ja vor lauter Euter kaum mehr gerade gehen. Sieht aus, wie Elefantitis an den Eiern. Einfach krank, diese Leistungsmaximierung.
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