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ZUM EINKAUFEN BEIM DETAILHAENDLER LIDL STELLEN WIR IHNEN HEUTE, FREITAG, 18. MAERZ 2016, FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG ---  [Editor's Note: staged photo] Customers pay for their shopping at a checkout in a branch of supermarket chain Lidl Schweiz in Amriswil in the Canton of Thurgau, Switzerland, pictured on March 28, 2014. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

[Editor's Note: gestellte Aufnahme] Kunden bezahlen ihre Einkaeufe an der Kasse, in einer Filiale von Lidl Schweiz in Amriswil am 15. Februar 2016. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Die Kassiererin gerät ins Zentrum der Rentendebatte. Bild: KEYSTONE

Zahlt die Kassiererin für den Millionär? Was es mit der AHV-Streitfrage auf sich hat

In der Debatte um die Rentenreform rücken die Frauen ins Zentrum. Bürgerliche Nationalrätinnen warnen, bei einem Zuschlag von 70 Franken bei der AHV seien Frauen mit geringem Lohn die Dummen. Die Realität aber ist komplizierter.



Im Streit um die Altersvorsorge 2020 sind die Fronten verhärtet. National- und Ständerat halten verbissen an ihrem jeweiligen Modell fest, mit dem sie die Senkung des Umwandlungssatzes in der 2. Säule kompensieren wollen. Was die Waadtländer FDP-Nationalrätin Isabelle Moret in Rage versetzt: «Es kann nicht sein, dass eine Migros-Kassiererin ein Jahr länger arbeitet, um die höhere Rente für vermögende Herren zu finanzieren», sagte sie der Zeitung «Nordwestschweiz».

Moret bezog sich auf den Ständerat, der Neurentnern einen Zuschlag von 70 Franken bei der AHV gewähren will. Während die Mehrheit des Nationalrats den Koordinationsabzug abschaffen will, damit die Versicherten mehr Geld in die Pensionskasse einzahlen können. In der Debatte am Dienstag legte Isabelle Moret nach: Die Kassiererin müsse länger arbeiten, damit Bundesrat Alain Berset eine um 70 Franken höhere Rente erhalte: «Das ist nicht gerecht.»

Nationalraetin Isabelle Moret, FDP-VD, spricht an der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 28. Februar 2017 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Isabelle Moret in der Debatte am Dienstag. Bild: KEYSTONE

Ihre süffige Analogie hat einen Haken: Die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre ist gerade bei der FDP unbestritten. Dennoch wiegt der Vorwurf schwer: Müssen Tieflöhnbezüger – viele davon Frauen – dafür blechen, dass ein Millionär (oder Bundesrat) 70 AHV-Franken erhält, die er gar nicht braucht? Die Zürcher Freisinnige Regine Sauter rieb dies im Nationalrat der Gegenseite unter die Nase: «Die Frauen bezahlen den Rentenzuschlag, den Sie, liebe Ratslinke, beschliessen.»

Deutlich höhere Lohnabzüge

Ein happiger Vorwurf, doch Widerspruch erhalten die beiden FDP-Nationalrätinnen ausgerechnet von einer Parteikollegin, der ehemaligen Aargauer Ständerätin Christine Egerszegi. Die ausgewiesene Sozialpolitikerin hatte vor ihrem Rücktritt 2015 aktiv am Ständerats-Modell mitgearbeitet. Als Präsidentin der Eidgenössischen Kommission für die berufliche Vorsorge ist sie weiterhin in die Thematik involviert. Mit dem Beispiel der Kassiererin kann sie wenig anfangen.

Im Prinzip begrüsst Egerszegi die Abschaffung des Koordinationsabzugs: «Auf den ersten Blick ist das sehr positiv, alle können eine zweite Säule aufbauen. Bei näherer Betrachtung aber hat diese Lösung gewaltige Nachteile.» Wirklich profitieren könnten nur die Jungen, meint Egerszegi und nennt als Beispiel eine 45-jährige Coiffeuse, die nie oder nur wenig in die berufliche Vorsorge einbezahlt hat. Mit dem Nationalrats-Modell wären 13,5 Lohnprozente für die 2. Säule fällig.

Nur eine geringe Rente

«Sie muss einen beträchtlichen Teil ihres kleinen Einkommens abgeben, ohne gross profitieren zu können», sagt die frühere Ständerätin. Denn mit 45 Jahren hat die Coiffeuse kaum eine Chance, eine substanzielle Pensionskassen-Rente zu beziehen. Ein ähnliches Beispiel erwähnte die Aargauer CVP-Nationalrätin Ruth Humbel in der Debatte am Dienstag. Eine Kassiererin im Alter von 44 Jahren mit einem Einkommen von 55'000 Franken hätte nach dem Nationalratsmodell eine Mehrbelastung von 7,8 Prozent. Beim Ständerat wären es laut Humbel 1,9 Prozent.

Bundesrat Alain Berset und Christine Egerszegi (FDP/AG), von rechts, unterhalten sich waehrend der Debatte zur Aufsicht ueber die soziale Krankenversicherung am Dienstag, 9. September 2014 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Christine Egerszegi im Gespräch mit Alain Berset. Bild: KEYSTONE

Das Nationalratsmodell belastet Geringverdiener – auch Junge – somit durch hohe und schmerzhafte Lohnabzüge. Für manche Kassiererin dürfte der 70-Franken-Zuschlag bei der AHV das kleinere Übel sein, selbst wenn Millionäre oder Bundesräte davon profitieren. Einen weiteren Aspekt erwähnen die SP-Frauen in einem Communiqué: «40 Prozent der Frauen haben keine 2. Säule, für sie ist die Erhöhung der AHV-Renten um 70 Franken pro Monat essentiell.»

Frauenprotest wegen Rentenalter

Dennoch proben gerade linke Frauen den Aufstand gegen die Rentenreform. Sie stossen sich an der Erhöhung des Rentenalters, die auch die SP-Frauen als «bittere Pille» bezeichnen. Dabei nehmen sie auch eine Konfrontation mit den Linken im Parlament in Kauf, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

In der Westschweiz wird das Referendum vorbereitet. Christine Egerszegi ist nicht überrascht. Sie verteidigt das gleiche Rentenalter für Mann und Frau als Voraussetzung für eine Flexibilisierung: «Damit kann jeder den Rückzug aus dem Arbeitsleben selber gestalten.»

Umfrage

Ist das Rentenalter 65 für Frauen gerecht?

  • Abstimmen

6,131 Votes zu: Ist das Rentenalter 65 für Frauen gerecht?

  • 71%Ja
  • 17%Nein
  • 12%Fragt mich in 40 Jahren nochmals

Vom Ständeratsmodell ist die Aargauer Freisinnige nach wie vor überzeugt, es sei «in sich stimmig». Seine Chancen im parlamentarischen Tauziehen sind intakt. Es ist absehbar, dass im Nationalrat am Ende genügend «Abweichler» auf die 70 Franken umschwenken werden, insbesondere Grünliberale und Bauernvertreter. Weil das Referendum so gut wie feststeht, muss danach das Volk überzeugt werden – sowohl die Kassiererin wie der Millionär.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ökonometriker 03.03.2017 17:37
    Highlight Highlight das traurige bei der Rente ist, dass es nur verlieren geben kann.
    Fakt ist, das derzeitige System ist nicht nachhaltig.
    Wer soll jetzt bezahlen?
    Bestehende Rentner?
    Neurentner?
    Arbeiter?
    Ausländer?
    Frauen?
    Konsumenten?

    Am Ende werden wohl alle Opfer bringen müssen. Bersets Vorlage ist ein Kompromiss - es wird wohl kaum viel besser gehen...

    Ich persönlich spare schon jetzt fürs Alter - just in case...
  • koks 03.03.2017 15:29
    Highlight Highlight Männer bezahlen 2/3 aller AHV-Beiträge ein. Frauen beziehen 60% aller AHV-Gelder. Die Lackierten sind wohl seit Jahren die arbeitenden Männer.
    • Safster 03.03.2017 17:40
      Highlight Highlight Altersarmut wäre dann eher Frauensache, BTW. So wegen lackiert.
    • Hoppla! 04.03.2017 08:55
      Highlight Highlight Mag statistisch stimmen. Aber z.B. auch die Gutverdienenden oder die Verheirateten könnten insofer als "lackiert" gelten.

      Wichtiger wäre die Pensionskasse und 3. Säule konsequent zu fördern. Und das Bewusstsein, dass man sich den Beibehalt des Lebensstandards im Alter auch selbst finanzieren muss.
  • Lowend 03.03.2017 12:54
    Highlight Highlight In Zeiten der totalen Faktenfreiheit kommt es darauf an, wer sich die besseren PR- und Werbeagenturen leisten kann und für die zählt nicht der Inhalt, sondern nur noch die Verpackung, wobei einfach wichtig ist,dass die faktenfreien Werbesprüche knackig daherkommen.
  • Thinktank 03.03.2017 10:35
    Highlight Highlight Bei der ganzen Frage um Gerechtigkeit wird der Fakt ausgeblendet, dass aktuell tausende arbeitslose Ausländer mit Arbeitserlaubnis und der ganze Asylbereich nie einen Franken in die AHV einzahlen wird, heute schon nicht arbeitet und voll AHV mit Ergänzungsleistungen berechtigt ist.
    • Hierundjetzt 03.03.2017 14:51
      Highlight Highlight Falsch, auch wenn Du beim Sozialamt bist, wird Dir AHV abgezogen.
    • Platon 03.03.2017 15:09
      Highlight Highlight @Thinktank
      Also bist du nun für das Ständeratsmodell oder das Nationalratsmodell?
  • Makatitom 03.03.2017 09:58
    Highlight Highlight Die 70.- Stutz sind ganz einfach eine Nebelpetarde, mit der man uns den ganzen anderen Quatsch schmackhaft machen will. Frauen bis 65 ist ja noch OK, aber die automatische Erhöhung auf 67 ganz und gar nicht. Was glaubt ihe, wie schnell die AHV jedes Jahr unter die 80 Prozent kommt, wenn das durchkommt. Jede AHV-Vorlage ohne Kapitalgewinnsteuer oder Finanztransaktionssteuer für Beträge an Faktura-, Lizenz- oder Patentfirmen oder Briefkästen wird von mir abgelehnt
    • Safster 03.03.2017 14:59
      Highlight Highlight Uh, da ist aber jemand besonders kompromissbereit. Schön, so geht alles bachab. Bravoo! Kannst dich grad hinter die üblichen Polemiker und Populisten stellen. Die Erhöhung auf 67 kommt ja eh nicht durch. Also mal halblang.
    • Platon 03.03.2017 15:13
      Highlight Highlight @Makatitom
      *Facepalm* Beim Ständeratsmodell mit den 70 Stutz wird das Rentenalter eben gerade nicht auf 67 automatisch angehoben. Informier dich doch bitte zuerst.
  • Z&Z 03.03.2017 09:44
    Highlight Highlight Wird jetzt das wieder so ein Monster-Abstimmungspaket, in das einfach mal alles reingesteckt wird? Na da sind wir ja gespannt, auf was sich die Räte einigen. Im Moment fällt es mir noch schwer, eine Meinung zu fassen. Allerdings habe ich Mühe, mit einer generellen Erhöhung des Rentenalters. Die körperliche Verfassung eines Menschen ist auch von Branche zu Branche unterschiedlich. Ein 65jähriger Maurer hat andere Beschwerden als ein 65jähriger Bürogummi. Ein solcher könnte vielleicht bis 70 arbeiten, rein körperlich, aber ist das wirklich das Ziel? Und wer stellt ihn noch ein?
    • Hierundjetzt 03.03.2017 14:55
      Highlight Highlight Du kannst Dich aber als Maurer mit 55 Frühpensionieren lassen und erhältst infolge Flexibiliserung mehr als ein "Bürogummi" der das gleiche macht.

      Dein Argument ist somit invald.
    • Platon 03.03.2017 15:14
      Highlight Highlight Deshalb wird das Rentenalter auch flexibilisiert...
    • Z&Z 03.03.2017 16:35
      Highlight Highlight @hierundjetzt ein beispiel, es war ein beispiel, nimm meinetwegen den gärtner anstatt den maurer. Und denk nicht, beim maurer bleibts bei 55, wenn alles andere angehoben wird.
      @platon wie gesagt, ich bin gespannt, was raus kommt
    Weitere Antworten anzeigen
  • flausch 03.03.2017 09:38
    Highlight Highlight Das gleiche Rentenalter für Mann und Frau? Ja das ist doch mal toll!
    Dann könnten wir ja gleich auch erwarten das in 2-3 hundert Jahren auch derselbe Lohn bezahlt wird...

    Nein ganz im ernst. Bezahlt denselben Lohn dan gibts auch mehr Geld von Frauenseite in die Altersvorsorge, dan wärs schon viel Fairer und auch der AHV wär geholfen.
    • sheshe 03.03.2017 10:18
      Highlight Highlight Wie war das nochmal? Die effektive, bereinigte Lohndifferenz beträgt 2-3%?

      Wieso kommt immer dieses "nur wenn - dann"? Es ist nun mal nicht fair, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts ein Jahr (!!) weniger arbeiten müssen.
    • flausch 03.03.2017 11:51
      Highlight Highlight Ähm bei gewissen Arbeiten gibt es keine Lohndifferenz, weil niemand an Lohn denkt. Aber Kindererziehung und Haushalt (wie im "guten alten" Rollenbild) wird nicht als Arbeit gesehen und der Mann verdient sein Geld, was zu einem klaren Patriarchalen Abhängigkeitsverhältniss führt.

      In Fact:
      -Ja Frauen Arbeiten per Gesetz 1 Jahr weniger das ist nicht fair.
      - Frauen Arbeiten extrem viel in nicht anerkannten und unbezahlten Gebieten und kriegen dafür auch keine AHV das ist auch unfair.

      Also am Ende sehe ich immer noch den Mann als Gewinner.
    • Maracuja 03.03.2017 12:18
      Highlight Highlight @flausch

      Die noch bestehenden Lohndifferenzen sind nach Branche und Lebensmodell sehr unterschiedlich. In vielen Branchen gibt es zwischen kinderlosen Frauen und Männern/Vätern kaum Lohnunterschiede. Anders sieht es bei Müttern aus, wer Teilzeit arbeitet, wird weniger befördert und hat bei Lohnverhandlungen/Jobwechsel schlechtere Karten. Väter, die sich für Teilzeit entscheiden, dürften ähnliche Nachteile erleiden. Gleiches Rentenalter ist gerecht, was die Benachteiligung von Müttern betrifft, muss man andere Instrumente finden, um Gerechtigkeit herzustellen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • FrancoL 03.03.2017 09:36
    Highlight Highlight «Es kann nicht sein, dass eine Migros-Kassiererin ein Jahr länger arbeitet, um die höhere Rente für vermögende Herren zu finanzieren», sagte sie der Zeitung «Nordwestschweiz»

    Schön dass für Frau Moret die Schweiz in Kassiererinnen und vermögende Herren einteilt. Nun ich wage zu behaupten dass die weit grössere Mehrheit nicht zu den vermögenden Herren zählt, das sollte Frau Moret wissen.

    Es ist für mich ein riesen Kindergarten wenn eine Politikerin so argumentiert!

    • Safster 03.03.2017 11:24
      Highlight Highlight Die Frage, ob Fr. 70 für die AHV oder Entfernung des Koordinationsabzugs ist alles andere als kinderleicht. Das zeigt ja der Artikel gerade. Das Ziel, alle Einkommen - auch bei natürlich höheren Lohnabzügen - zu belasten, ist ja offensichtlich ein gerechtfertigtes. Hingegen Fr. 70 pauschal an die Bevölkerung zu verteilen, ohne dies an einen tatsächlichen Bedarf zu knüpfen, dagegen spricht schon vieles. Ohne die Gesellschaft in die genannten zwei Kategorien einzuteilen.
    • FrancoL 03.03.2017 12:00
      Highlight Highlight @Safster; Es geht bei den 70 CHF um einen partiellen Ausgleich und dies für die Senkung des Umwandungssatzes. Man kann die Giesskanne nicht mit den wenigen % an Reichen die diese 70 auch bekommen abtun. Dies ist kein griffiges Argument, denn die Senkung des Umwandungssatzes trifft ja auch jeden der eine PK hat, ob arm oder reich. Die Poblematik der Senkung des Umwandungssatzes greift zudem nicht sofort und vorallem hat eine Generation die zwischen heute 45 und 65 nun mal fast nichts davon, ausser dass die unteren und kleinen Einkommen überproportional mehr bezahlen, ob das solidarisch ist?
    • Safster 03.03.2017 13:55
      Highlight Highlight Das Problem ist, dass die Fr. 70 ein völlig ineffizienter und dazu noch sehr geringer Ausgleich sind. Ich selber brauche die Fr. 70 wahrscheinlich einmal nicht. Und ich bin nicht reich. Das heisst, wir verbraten hier Geld, obwohl wir gerade an einer Refinanzierung der AHV rumwerkeln. Aber aus abstimmungstaktischen Gründen will man dann allen Fr. 70 geben (hör dir mal die Debatte im NR an!). Dann kommt die Vorlage ja vielleicht durch. So schön. Solches Zeugs versteh ich einfach nicht. Das gute wollen, nicht das Beste rausholen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • R&B 03.03.2017 09:30
    Highlight Highlight Danke für die Erläuterungen!
  • G. Schmidt 03.03.2017 08:56
    Highlight Highlight Als junger Bürger finde ich es lächerlich, wenn tatsächlich noch über eine Anhebung der AHV diskutiert wird.

    Meine Generation wird neben der Alterung der Gesellschaft so oder so schon unter Druck sein. Zusätzlich kommen noch die jahrelang geschaffenen Defizite des Sozialstaats auf uns zurück, sowie ein massiv erhöhter Druck auf dem Arbeitsmarkt durch die Automatisierung.

    Mit den Gesundheitskosten möchte ich gar nicht erst anfangen...

    Im Gegensatz zu den Babyboomer haben wir nicht einmal die Chance vom Wirtschaftsaufschwung zu profitieren bzw. überhaupt Ersparnisse aufzubauen.
    • Quacksalber 03.03.2017 12:06
      Highlight Highlight Der Zuschlag ist nicht für die heutigen, sondern für die zukünftigen. Ausserdem ist es keine Erhöhung, sondern eine teilweise Kompensation für die geplante Senkung der Renten. Soweit verstehe ich das.
    • who cares? 03.03.2017 12:58
      Highlight Highlight Wir (30 und jünger) werden sowieso nichts mehr von der AHV zu sehen bekommen, wenn wir das Rentenalter (ist dann vielleicht bei 75) erreichen.
      70.- mehr oder weniger sind Symptombekämpfung und wird die längerfristigen Probleme nicht lösen. Aber anstatt nachhaltige Lösungen zu suche streitet das Parlament um Minireformen.
    • R&B 03.03.2017 13:22
      Highlight Highlight @G.Schmidt: Sie haben absolut recht. Ich bin 45, glücklicherweise selbständig, und beobachte seit den 90ern, wie Unternehmer und Politiker, den Mittelstand immer mehr auspressen.
      - Keine Lohnerhöhungen mehr
      - Mehr Arbeitsdruck
      - keine Anerkennung
      - Nur die GL und VR erhalten immer höhere Löhne
      - Steuern werden für Reiche und Konzerne gesenkt
      - Mittelstand wird staatlich mehr belastet: weniger AHV, ALV, IV mehr Krankenkassenkosten
      - Schulbildgung, Infrastruktur wird gekürzt
      - Der Staat wird zu Tode gespart
      - Obwohl die Schweiz wächst, Wirtschaft wächst und das Land immer reicher wird
    Weitere Antworten anzeigen
  • Töfflifahrer 03.03.2017 08:52
    Highlight Highlight Was soll bitte jetzt das aufblasen der 2ten Säule? Viele Teilzeitarbeiter(innen) falle da eh raus und kleinere Einkommen können ohne einenen Ausgleich eh nichts ansparen das im Rentenalter etwas nützt. Die Beiräge auch für Arbeitgeber steigen nochmals massiv, ohne angleichen der Beitragssätze stehen dann die ü50 noch mehr im Regen.
    Aber der AHV zahlen aber auch die Mehrverdiener für die Coiffeuse! Denn was die Einzahlen werden die von der AHV nie zurückbekommen. Dies ist das Umlageverfahren und man nennt dies auch Solidarität. Daran möchte ich festhalten, es ist ein Grundpfeiler bei uns.
    • Safster 03.03.2017 11:28
      Highlight Highlight Das Ziel ist ja gerade den Koordinationsabzug zu eliminieren, DAMIT Teilzeitarbeiterinnen neu auch versichert wären. Das macht ja grundsätzlich gerade Sinn! Natürlich mit dem Nachteil, dass gleichzeitig höhere Beiträge bezahlt werden müssen. Aber die Fr. 70 für die AHV werden ja schlussendlich wohl das Rennen machen.
  • N. Y. P. D. 03.03.2017 08:37
    Highlight Highlight Mein bescheidener Vorschlag :

    6% Umwandlungssatz in sämtlichen Pensionskassen des Landes mittels Initiative in der Bundesverfassung verankern lassen.

    Desweitern werden zukünftig 2/3* der Einzahlungen vom Arbeitgeber übernommen. Bisher 50/50.

    P. S. Über einen Staatsfonds** (wie Norwegen) sollte man nachdenken. Die 20 - 30 gescheitesten Köpfe des Landes investieren unser Geld in weiser Voraussicht.
    *weil im weltweiten Vergleich es unseren Firmen sehr gut geht.
    ** Pensionskassenlobby wird kaltgestellt.
    • Tom B. 03.03.2017 10:47
      Highlight Highlight Und wie willst Du das fehlende Pensionskassengeld kompensieren?
    • R&B 03.03.2017 13:26
      Highlight Highlight Tom B. Staatsfond
    • Töfflifahrer 03.03.2017 20:08
      Highlight Highlight Na ja, die Norweger haben den Fond mit den Öleinnahmen gefüllt, womit sollen wir den füllen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 03.03.2017 08:28
    Highlight Highlight Liebe Schweizerinnen und Schweizer

    Habt Ihr mitbekommen, was im Moment geschieht ?

    In einigen Firmen wurden die Umwandlungssätze in den letzten Jahren von 6,5 % auf nun 4,5 %* gesenkt.
    Ich denke, in 5 Jahren sind alle bei 4,5%.
    Das heisst, die Pensionskassen-Rente wird um 30,7 % gekürzt. Statt 2521.- im Monat kriegt ihr 1875.- im Monat.
    *ZKB,Sulzer,TA Media etc.

    Und wir diskutieren wegen lächerlicher 70 Franken. Eine Ablenkung sondergleichen vom grossen Ganzen.
    • FrancoL 03.03.2017 10:29
      Highlight Highlight Ja Ablenkung ist immer das beste Mittel um nicht der Wahrheit ins Gesicht schauen zu müssen.

      DOCH das muss man nicht alleine den Politikern vorwerfen das muss man den BürgerInnen vorwerfen, die Politiker machen das was man ihnen machen lässt und wenn eine satte Mehrheit Bürgerlich wählt ist das weil sie bürgerlich verarscht werden will.
    • Safster 03.03.2017 11:35
      Highlight Highlight Wir diskutieren hier über eine langfristige Reform der Altersvorsorge. Ob da die Fr. 70 hinzukommen oder nicht, spielt schlussendlich vielleicht tatsächlich nicht so eine grosse Rolle. Aber was deine Aussage oben genau meinen soll? Mit den Fr. 70 werden ja die unteren BVG-Guthaben auch nicht versichert. Wie behebst du die systematische Unterdeckung von Frauen im Alter? Da müssen strukturelle Reformen der 2. Säule in eine nachhaltige Richtung geschehen. Die Demographie lässt sich ja nicht in dein Denkschema pressen. Da nützt auch ein festgelegter Zinssatz nichts.
    • N. Y. P. D. 03.03.2017 13:48
      Highlight Highlight @Safster,
      Deinem technischen Kommentar gebe ich soweit Recht.

      Ich habe in meinem obigen Kommentar lediglich eine Feststellung der jetzigen Situation gemacht. Ich bräuchte rund 2000 Zeichen, um zu erklären, was mich an der Senkung von 6,5 auf 4,5 % stört. Und die nachfolgende Diskussion würde ins Uferlose führen. Wie im Parlament.

      @Franco L, ganz meine Meinung
    Weitere Antworten anzeigen
  • IMW 03.03.2017 07:58
    Highlight Highlight Jahren Lang hat man aus der Ahv geld genommen,Es wird zeit dieses wieder zurueck zu zahlen,dann hat der Ahv keine probleme mehr

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

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