Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ZUM WACHSTUM DER SCHWEIZER WIRTSCHAFT IM ZWEITEN QUARTAL 2016 UM 0,6 PROZENT STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, 6. SEPTEMBER 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERGUEGUNG - Nightly production of energy at the nuclear power plant Leibstadt in the canton of Aargau, Switzerland, pictured on May 28, 2011. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Sieht aus der Ferne eigentlich ganz hübsch aus: Das AKW Leibstadt im Kanton Aargau. Bild: KEYSTONE

Bericht zeigt: Grund für Zwischenfälle im KKW Leibstadt ist Personalabbau



Der Personalabbau im Aargauer Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) ist einer der wesentlichen Gründe für mehrere Zwischenfälle in den letzten Monaten. Die Werksleitung muss der Aufsichtsbehörde nun belegen, wie sie die Sicherheit trotz weniger Personal gewährleisten will.

Der Befund der Nuklearaufsicht des Bundes (Ensi) stammt aus dem Protokoll einer bundesinternen Sitzung vom 20. Juni, auf das sich die «SonntagsZeitung» in einem Artikel der neusten Ausgabe stützte. Ensi-Sprecher Christoph Trösch bestätigte am Sonntag den Inhalt auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Das Ensi überprüfe nach Mitarbeiterfehlern den Stellenabbau im KKL. Der Personalabbau seit 2015 ist gemäss erwähntem Protokoll einer der «wesentlichen Gründe für die Probleme im KKL». Menschliche und organisatorische Faktoren hätten einen «wesentlichen Anteil» an den Vorkommnissen.

Der letzte Vorfall ereignete sich am 4. Juli dieses Jahres. Nur einen Tag, nachdem das KKL nach der Jahresrevision wieder ans Netz gegangen war, wurde es wegen eines Öllecks am Hydrauliksystem des Ventils eines Pumpensystems wieder abgeschaltet. Am 8. Juli ging es nach der Behebung des Lecks wieder ans Netz.

Kein direkter Kausalzusammenhang

Trösch präzisierte auf Nachfrage, ein direkter kausaler Zusammenhang im Bereich Mensch und Organisation lasse sich aus der angeordneten Überprüfung nicht ableiten. Der laufende Personalabbau sei jedoch einer von verschiedenen denkbaren Faktoren. Diese Annahme sei «naheliegend», weil knappe Ressourcen generell Fehler und Verunsicherung in der Organisation begünstigten. Laut Trösch erfüllt das KKL jedoch die Anforderungen der Kernenergiegesetzgebung und der Ensi-Richtlinien und hält die Vorgaben ein.

Das KKL will die Zahl der Mitarbeitenden bis 2022 von rund 500 auf 470 Stellen senken, vor allem bei nicht sicherheitsrelevante Posten, wie das KKL betonte. Das Ensi hat das KKL laut Trösch bereits im Sommer 2018 schriftlich aufgefordert, aufzuzeigen, wie es die gesetzlichen Vorgaben trotzdem einhalten könne.

Verschärfte Aufsicht

Konkret muss das KKL «nachvollziehbar darlegen», wie die Sicherheit der Anlage trotz der geplanten Verringerung des Personalbestandes weiterhin gewährleistet bleibt. Das Ensi prüft derzeit den Vorschlag, den die Leitung des KKL Mitte August eingereicht hat. Zudem unterstellte das Ensi das KKL aufgrund seiner Vorbehalte gegen die Sicherheitskultur einer verschärften Aufsicht.

Laut «SonntagsZeitung» ist das Personal im KKL «verunsichert und frustriert», wie eine interne Befragung ergeben haben soll. Das Unternehmen wolle die Ergebnisse jedoch nicht veröffentlichen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die Geschichte des Schweizer Atomausstiegs in 15 Bildern

Japan acht Jahre nach Fukushima

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

21
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ItsMee 26.08.2019 13:13
    Highlight Highlight Leider ist dieser "Trend" immer mehr zu beobachten ... diverse Firmen bauen Personal ab und dies führt unweigerlich zu diversen Problemen ^^

  • Mahner 25.08.2019 21:15
    Highlight Highlight Alle AKW's der Schweiz sind Staatsbetriebe, Eigner die Kantone. Besitzer von Leibstadt und Beznau sind ZH, AG, SG, SH GL,ZG, AI. Wie überall versucht sich der Staat aus der Verantwortung zu ziehen, es den "Profis" aus der Privatwirtschaft zu überlassen. (Googlen nach "AXPO Eigentümerkantonen"). Wieso dieser Umstand bei fast allen Zeitungsmeldungen wohl nicht erwähnt ist?
  • Kruk 25.08.2019 20:56
    Highlight Highlight Überall Personalabbau und überall ist der Schaden grösser als die vermeintlichen Einsparnisse.

    Bei einem AKW schadet es aber eventuell nicht nur der Firma selber.
  • Hans Jürg 25.08.2019 17:54
    Highlight Highlight Und noch ein Geund mehr, dieses gefährliche Unding sofort stillzulegen.
  • Rethinking 25.08.2019 17:29
    Highlight Highlight Wir benötigen ein neues Wirtschaftssystem. Eines dass weniger auf Profit, Gier und Macht aufbaut...
  • Bowell 25.08.2019 17:26
    Highlight Highlight Zum guten Glück haben wir das ENSI, damit solche Fehlentwicklungen aufgedeckt und korrigiert werden können.
    • Hans Jürg 25.08.2019 17:54
      Highlight Highlight 😉😂🤣😅😄😀🤣😂😉
  • Amisabi 25.08.2019 16:29
    Highlight Highlight Wenn ich mir das so anschaue gibts nur eine Lösung für dieses Problem: ABSCHALTEN!
    Die KKW Betreiber hatten jetzt weiss Gott genug Zeit um Alternativen zur Kernkraft zu finden.
    Man muss halt auch wollen.
    • suti22 26.08.2019 15:40
      Highlight Highlight Wesshalb sollen KERNkraftwerksbetreiber eine Alternative zur Kernenergie suchen?

      Viele sind ständig am schimpfen, abschalten, abschalten, abschalten.... warum setzt man diesen Eifer nicht in die Suche einer Alternative? Weil es viel einfacher ist zu etwas nein zu sagen, als eine Lösung zu finden.
    • Amisabi 26.08.2019 21:59
      Highlight Highlight 1. Weil KKW Betreiber in erster Linie Stromproduzenten sind. Axpo, Alpiq etc.
      2.Weil Sie scheinbar ihre Kraftwerke nicht mehr wirtschaftlich UND sicher betreiben können. Ausserdem ist das Thema Endlager auch nach über 50 Jahre noch nicht geklärt.

      Wieso soll ich eine Alternative für die Stromerzeugung mit Kernkraft suchen? Ich will ja kein Strom verkaufen.

  • Raphael Stein 25.08.2019 15:31
    Highlight Highlight Krass das. 😬
  • pamayer 25.08.2019 15:22
    Highlight Highlight Wenn der Gewinn wichtiger ist als unser Leben. Ihre AKWs.
  • ingmarbergman 25.08.2019 15:18
    Highlight Highlight Sehen wir das richtig: AKWs können also schon kaum wirtschaftlich betrieben werden, ohne dass bei dee Sicherheit gespart wird?

    Und trotzdem gibt es noch Lobbyisten (hoi, FDP), welche ernsthaft neue AKW bauen wollen? 🤦🏻‍♂️
    • the Wanderer 25.08.2019 18:11
      Highlight Highlight ...und hoi SVP...
    • In vino veritas 25.08.2019 19:29
      Highlight Highlight Natürlich nicht. Genauso fehlt genug Geld für den Rückbau. Von der Endlagerung möchte ich gar nicht sprechen! Aber wen juckts? Schliesslich sind steht noch nicht einmal fest, wann die der letzte Reaktor stillgelegt wird. Die endgültige Endlagerung startet erst 2060. Ob es die Betreibergesellschaften dann überhaupt noch gibt? Nebenbei ist z.B. die Axpo und die BKW der Öffentlichen Hand.

      Just saying.
    • leu84 25.08.2019 20:31
      Highlight Highlight Auch bei Subventionen kann man Geld abschöpfen. Hat man bei der "Gelbbustransport AG" gesehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Tomlate 25.08.2019 15:01
    Highlight Highlight Hauptsache Gewinnmaximierung.
  • Magnum 25.08.2019 14:57
    Highlight Highlight Bei einem AKW inmitten dicht besiedelter Gebiete darf es keine Güterabwägung zwischen Sicherheit und Profit geben. Da hat die Sicherheit ohne wenn und aber Priorität, denn der potentielle Schaden durch einen Störfall ist viel zu gross. Das ENSI sollte in diesem Fall hart durchgreifen. Pfefferscharf, quasi.
    • Mahner 25.08.2019 22:16
      Highlight Highlight Das ENSI wollte im Zuge der Energiestrategie entsprechende Kompetenzen vom Bund. Der Ständerar, notabene die Kantone, welche die Eigner der AKW's sind, haben ihm diese verweigert. (Google: "Ständerat ensi ablaufdatum")

Die Welt in Karten

Diese Karte zeigt, in welchem Kanton 2019 die «dreckigsten» Autos gekauft wurden

Zum vierten Mal in Serie verpasst die Schweiz die CO2-Ziele für Neuwagen. Beim Blick auf die Kantone stellen wir fest: Zug liegt nicht mehr an der Spitze und Elektrowagen legen trotz allem fleissig zu.

Die 2019 in der Schweiz neu zugelassenen 314'000 Personenwagen entlassen mehr CO2 in die Luft als erlaubt. Den geltenden Zielwert von 130 Gramm CO2 pro Kilometer haben die Autoimporteure zum vierten Mal in Folge verfehlt.

Die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Neuwagen lagen mit rund 138,1 Gramm pro Kilometer sogar leicht höher als 2018, wie das Bundesamt für Energie (BFE) am Donnerstag mitteilte. Auch der durchschnittliche Treibstoffverbrauch von 6,18 Litern Benzinäquivalent lag 2019 bei …

Artikel lesen
Link zum Artikel