Schweiz
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Ein Trychler geniesst einen kurzen schlaf vor beginn des Scheller und- Trychler Umzuges, dies anlaesslich des Eidgenoessischen Scheller- und Trychler Fest von Sonntag 31.August 2008 in Brunnen.  (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: KEYSTONE

Ruhe im Europa-Dossier? Träumt weiter, liebe Schweizer!

Die MEI-Umsetzung sollte der Schweiz für einige Zeit Ruhe im Verhältnis mit der Europäischen Union verschaffen. Stattdessen zieht Brüssel die Daumenschrauben an. Einmal mehr ist eine Illusion geplatzt.



Das Referendum gegen die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative (MEI) ist gescheitert. Okay, diese Behauptung ist in ihrer Absolutheit Fake News. Noch geben die Organisatoren um den umtriebigen Tessiner Politologen Nenad Stojanović nicht auf. Aber ihre Lage ist ernst, wenn nicht hoffnungslos. Rund einen Monat vor Ablauf der Sammelfrist sind erst 12'000 der notwendigen 50'000 Unterschriften beisammen, teilten sie an einer Medienkonferenz mit.

Nun versucht es das personell und finanziell schmalbrüstige Grüppchen mit einem Effort im besonders migrationskritischen Tessin. An alle 70'000 Haushalte im Südkanton sollen Unterschriftenbögen verschickt werden. Mehrere Tessiner Kantonalparteien unterstützen das Referendum bereits, darunter die CVP. Dennoch müsste ein echtes Politik-Wunder geschehen, damit die restlichen 40'000 Unterschriften in rund vier Wochen zusammenkommen.

ZUM SP-POLITIKER NENAD STOJANOVIC STELLEN WIR IHNEN HEUTE, DIENSTAG, 24. JANUAR 2017, FOLGENDE NEUE PORTRAITS ZUR VERFUEGUNG --- Portrait of Nenad Stojanovic, political scientist and member of the Social Democratic Party of Switzerland, taken at the University of Lucerne, Switzerland, on January 18, 2017. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Portrait Nenad Stojanovic, Politologe und Mitglied Sozialdemokratischen Partei der Schweiz, aufgenommen am 18. Januar 2017 an der Universitaet Luzern. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Nenad Stojanović dürfte mit seinem Referendum scheitern. Bild: KEYSTONE

Der absehbare Fehlschlag hat seine Logik, obwohl die Referendums-Truppe eine gemessen an ihrer mickrigen Grösse absurde Medienpräsenz erhalten hat, inklusive «Arena»-Auftritt von Nenad Stojanović. Ein Blick über die journalistische Filterblase hinaus hätte genügt, um festzustellen, dass die breite Masse das MEI-Theater nicht mehr sehen kann. Nach drei Jahren des quälenden Herumwurstelns wollen die Leute das Thema abhaken und zur Tagesordnung übergehen.

«Verfassungsbruch» zieht nicht

Die Schmalspur-Umsetzung namens «Inländervorrang light» dürfte in Kraft treten. Man bedauert fast, dass es wohl nicht zu einer Abstimmung kommen wird. Ein durchaus mögliches Ja hätte die Taktik der SVP durchkreuzt, den «Verfassungsbruch» auszuschlachten. Sie hat trotz lautem Gebrüll vor dem Referendum gekniffen, weil sie ein solches Szenario fürchtet. So richtig scheint der vermeintliche Kampfbegriff aber nicht zu zünden, wie die Erfahrung von Stojanović und Co. zeigt.

Erledigt ist die Causa MEI damit nicht, denn noch ist die Initiative «Raus aus der Sackgasse!» (RASA) pendent. Sie fordert die ersatzlose Streichung des am 9. Februar 2014 angenommenen Verfassungsartikels 121a. Der Bundesrat hat zwei Varianten für einen Gegenvorschlag präsentiert, die in der Vernehmlassung in der Luft zerrissen wurden. Was nicht erstaunt, denn sie sind ein Geknorze. Entsprechend lustlos hat Simonetta Sommaruga sie im Dezember präsentiert.

RASA-Rückzug wäre sinnvoll

Es gibt nur einen sinnvollen Weg: Die RASA-Initianten müssten ihren Elfenbeinturm verlassen und ihr Begehren zurückziehen. Die MEI-Umsetzung hat das Problem entschärft, weshalb sich auch ein Gegenvorschlag erübrigt. Die Diskrepanz zwischen Gesetz und Verfassungsartikel bleibt bestehen, aber das System Schweiz hält so etwas aus. Der Alpenschutzartikel wird seit mehr als 20 Jahren nicht wirklich umgesetzt – das fehlende Verfassungsgericht macht's möglich.

Managing Director of the European Commission for External Relations for the Americas Christian Leffler attends a news conference in Havana April 30, 2014. REUTERS/Enrique De La Osa (CUBA  - Tags: POLITICS)

EU-Chefunterhändler Christian Leffler setzt die Schweiz unter Druck. Bild: ENRIQUE DE LA OSA/REUTERS

Damit sollte nach drei Jahren des mühsamen Ringens im In- und Ausland endlich etwas Ruhe einkehren. So stellten sich das viele vor, nachdem das Parlament die Minimal-Umsetzung im Dezember verabschiedet hat. Ein Konflikt mit der Personenfreizügigkeit konnte vermieden werden, was selbst die EU zähneknirschend anerkennt. Im diese Woche verabschiedeten Bericht zu den Beziehungen mit der Schweiz meinte sie nur, man werde die Umsetzung «genau beobachten».

So weit, so gut. Können wir uns somit zurücklehnen und entspannen?

Eine schöne Vorstellung, nur entspricht sie nicht der Realität. In Wirklichkeit hat die EU Blut geleckt. Sie hat eine eigentliche «Verhandlungssperre» gegen die Schweiz verhängt und blockiert unter anderem die Weiterentwicklung der bestehenden bilateralen Verträge. Für die Exporteure kann dies zu Problemen führen, wenn sie die Marktzulassung neuer Produkte nicht mehr nur in der Schweiz, sondern zusätzlich in der EU prüfen lassen müssen.

«Eines muss man den EU-Beamten lassen: Sie haben ein feines Gespür dafür, wo die Schweiz angreifbar ist», schrieb die «NZZ am Sonntag». Den Hintergrund bildet das institutionelle Rahmenabkommen, mit dem die EU den «Wildwuchs» der bilateralen Verträge ordnen will. Die Schweiz spielt bei diesem Dossier auf Zeit, sie fürchtet, dass der Streit um die «fremden Richter» das Abkommen zum Absturz bringen wird. Christoph Blocher wetzt bereits die Messer.

EU soll Blockade aufheben

In Brüssel verliert man deswegen zunehmend die Geduld. Man wolle das Rahmenabkommen «so schnell wie möglich» zu Ende verhandeln, heisst es im neuen Schweiz-Bericht. Deshalb werden die Daumenschrauben angezogen. Der scheidende Schweizer Chefunterhändler Jacques de Watteville beklagte sich darüber Anfang Februar vor dem aussenpolitischen Ausschuss des EU-Parlaments: «Die Schweiz erwartet von der EU, dass sie die Blockade der Dossiers aufhebt.»

Bundesrat Didier Burkhalter, rechts, und Staenderaetin Karin Keller-Sutter, FDP-SG, sprechen an der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 28. Februar 2017 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Didier Burkhalter im Gespräch mit Karin Keller-Sutter. Bild: KEYSTONE

Aussenminister Didier Burkhalter legte diese Woche im Ständerat nach. Der Bundesrat erwarte von der EU nicht nur Signale, sondern «konkrete Fortschritte», sagte er auf Anfrage von FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter. «Die klare politische Botschaft der EU-Kommission wäre sehr wichtig, um die Normalität zu bestätigen», ergänzte Burkhalter gegenüber SRF.

Rote Linie auf der eigenen Seite

In Brüssel gibt man sich ungerührt. Chefunterhändler Christian Leffler verwies auf die Forderung der Mitgliedsländer, den institutionellen Rahmen zu klären. Für sie ist dieses Abkommen gerade die Voraussetzung dafür, die Bilateralen weiterzuentwickeln. «Statische Verträge sind nicht mehr zeitgemäss und in der Anpassung mühsam, sie widersprechen der dynamischen Entwicklung des EU-Rechts, das übernommen werden soll», sagte der Europarechtler Thomas Cottier zu watson.

Es rächt sich auch, dass die bilateralen Verträge bei der MEI-Umsetzung von Seiten der Schweiz quasi für sakrosankt erklärt wurden. «So liess sich keine glaubwürdige Drohkulisse aufbauen», sagte eine namentlich nicht genannte Quelle der «NZZ am Sonntag». Es ist nicht ratsam, in heiklen Verhandlungen eine rote Linie auf der eigenen Seite zu ziehen. So lädt man den Gegner regelrecht zum Angriff ein. Der bilaterale «Königsweg» wird zur Einbahnstrasse.

Kein Geld zu verschenken

Die Schweiz hat wenige Mittel, um den EU-Druck zu kontern. Eines ist die Neuauflage der so genannten Kohäsionsmilliarde zur Unterstützung strukturschwacher Regionen insbesondere in Osteuropa. Die EU erwartet einen entsprechenden finanziellen Beitrag. Die Schweiz wolle diesen jedoch nur bezahlen, wenn Brüssel wieder kooperiere, sagte Didier Burkhalter zu SRF. Berichte, wonach er die Milliarde einfach verschenken wollte, dementierte der Aussenminister.

Küsse von Jean-Claude Juncker

Ob die EU sich von derartigen Drohgebärden beeindrucken lässt, ist zweifelhaft. Sie weiss, dass sie am längeren Hebel sitzt. Denn ewig kann die Schweiz vor dem ungeliebten Rahmenabkommen nicht davon rennen, sie muss irgendwann Farbe bekennen. Einfach zuwarten, bis sie dieses Vertragswerk tatsächlich braucht, ist auch keine kluge Verhandlungstaktik.

Vorerst bleibt nur die Feststellung, dass die Hoffnung auf Ruhe nach dem MEI-Sturm vergebens war. Oder um einen populären Schlager zu zitieren: «S'isch ja nur es chlises Träumli gsi.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • ThePower 07.03.2017 14:13
    Highlight Highlight Klingt wie wenn jemand Zahnschmerzen hat, aber den nötigen Gang zum Zahnarzt immer weiter aufschiebt. Das kann sehr teuer und schmerzhaft werden. Ich habe ja spätestens seit der Griechenland-Geschichte grosse Zweifel am Demokratie-Verständnis der EU. Aber dieses Problem-das uns unsere älteren Mitbürger mit dem EWR-Nein eingebrockt haben-sollten wir bald lösen. Abwarten und Tee trinken ist keine Option. Nur muss das der Mehrheit der Nevölkerung in den Schädel🙄
  • BeWi 06.03.2017 11:04
    Highlight Highlight ich find's toll wie alle so nett sind.. offensichtlich hat der Herr Junker auch gemerkt, dass SEINE EU nicht ganz so das gelbe vom Ei ist, Schweiz hin oder her. Vielleicht hat ja jemand von den EU Lovern hier die Sonntagspresse gelesen? Es scheinen mir im Moment grosse Zweifel an der EU auch vom Innern her zu bestehen. Also warten wir doch mal ab. Wir sind sowieso diskriminiert von der EU ob zu recht oder nicht. Also können wir ja gut so weiter leben. Was ich zustimme: wenn dann Handeln und nicht Jammern. BiLa künden und dann halt einige Jahre unten durch. Take it or leave it..
  • Hans-Jürgen Lorenz 05.03.2017 20:29
    Highlight Highlight Die EU hat von Anfang an gesagt, dass es ohne Rahmenvereinbarung werder neue Verträge noch Anpassungen geben wird, die über die Kompetenz der gemischten Ausschüsse hinausgeht.Inzwischen merkt man anscheinend sogar in CH, was damit gemeint war.
    Auch die Kündigung der Bilateralen I bringt da keine Erlösung, neue Handelsverträge, die auch nur annähernd die Vorteile der Bilateralen einschliessen gibt es dann nur nach Verabschiedung einer Rahmenvereinbarung. Das ganze dauert 10-20 Jahre, in denen die Löcher in den Sozialkassen grösser werden.
  • ujay 05.03.2017 16:41
    Highlight Highlight Abwarten und Tee trinken ist der Tenor hier im Blog,oder anders ausgedrückt: nichts tun, da kein Plan. Und mit dieser "Taktik" glauben einige, die EU zu beeindrucken. Die Schweiz muss sich mal entscheiden, Bilaterale ja oder nein, alles Andere ist Gewäsch. Den Schlamassel hat die Schweiz angerichtet, nicht die EU und es ist verständlich, dass mal ein konkretes Wort von der Schweiz erwartet wird. Irgendwie erschleicht mich das Gefühl, dass der Zug für eine Lösung schneller abgefahren ist ,als einige Träumer sich vorstellen können. Die Wertschätzung der EU Staaten wird so leichtfertig verspielt.
    • Maett 05.03.2017 17:33
      Highlight Highlight @ujay: dieser Schlamassel, den die Schweiz angeblich angerichtet hat, rührt daher, dass wir plötzlich wieder von einem totalitären Konstrukt umgeben sind, welches uns aufgrund unserer Binnenlage beliebig erpressen kann und das auch immer stärker tut - eine Mitgliedschaft erübrigt sich ja schon aufgrund der offensichtlichen Demokratiedefizite.

      Abwarten ist in der aktuellen Position eine gar nicht mal so schlechte Lösung. In welcher Lage wir tatsächlich sind, ist erst nach den Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden ersichtlich. Diese Ergebnisse legen dann unsere Strategie fest.
    • ujay 06.03.2017 03:20
      Highlight Highlight @Maett. Die EU erpresst die Schweiz? SVP Rhetorik. Tatsache ist, dass die CH bilaterale Verträge mit der Union hat und weder gewillt ist, diese einzuhalten noch fähig ist, mit der EU konstruktive Gespräche zu führen. Dies wäre vielleicht vor der MEI von Vorteil gewesen und wurde vor Allem durch die SVP verhindert mit der Lüge, die Bilateralen seien durch die Kündigung der Freizügigkeit NICHT GEFÄHRDET.Die vage Hoffnung auf die Wahlen in den genannten Ländern ist eh wie das Pfeiffen im Walde;die Angst vor einer Entscheidung. Schlaft weiter, die EU löst sich nicht so schnell auf, wie ihr hofft.
    • Daniel Caduff 06.03.2017 08:02
      Highlight Highlight "Dass wir wieder von einem totalitären Konstrukt umgeben sind..."

      Wer über die EU so argumentiert, disqualifiziert sich selbst! Ich bin eigentlich der Ansicht, dass man Leute nicht aufhalten soll, wenn sie sich unbedingt lächerlich machen wollen.

      Dir würde ich aber trotzdem empfehlen, mal das Wort "Totalitarismus" nachzuschlagen.
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  • Gibaue 05.03.2017 14:44
    Highlight Highlight Wenn man die Kommentare liest könnte man meinen die Welt wartet irgendwie auf die Schweiz. Gewicht in Verhandlungen über Freihandel etc. bekommt man hauptsächlich über Marktgrösse und Kaufkraft des Binnenmarkts. Wir haben 8 Mio extrem zahlungskräftige Menschen was uns trotzdem im Vergleich zur EU, China, USA, Indien etc. wegen deren Marktgrösse nur bedingt etwas bringt. Wenn also alle auf "Our country first" machen und wir unsere Trümpfe überschätzen, werden wir noch viel schneller in irgendeiner Abhängigkeit landen, als wenn wir endlich wieder kooperieren.
    • Daniel Caduff 06.03.2017 08:04
      Highlight Highlight Wir haben Hellebarden und den Tell! Wir haben die Habsburger schon mal besiegt! Wir werden die fremden Vögte auch diesmal wieder im Fondue ertränken. Wir sehen uns bei Philippi!
    • BeWi 06.03.2017 11:44
      Highlight Highlight Genau, alle Länder mit weniger als 10Mio Bewohner werden ignoriert und diskriminiert. Das ist doch toll. Sollen sie doch ihr Chueschweizermaul halten. Das ist wirklich ein super Gedankengut. Das ist wirklich hochgradig richtig und zeigt die hohe Kompetenz der Verhandlungspartner...
  • Majoras Maske 05.03.2017 14:37
    Highlight Highlight Wir können mit dem Status quo doch gut leben. Warten wir eben ab und trinken Tee. Die EU steht auch ihrerseits unter Druck eine Zukunftsvision zu bieten und wir wissen nicht, wie die EU in 5 Jahren sein wird und welches Selbstverständnis sie haben wird.

    Das Rahmenabkommen ist in der Schweiz vermutlich noch chancenloser als das BGE, also in absehbarer Zeit keine Option.
    • ujay 06.03.2017 03:26
      Highlight Highlight Träum weiter. Die EU wird weiter bestehen und wartet im Fall CH mit bestimmtheit nicht 5 Jahre. Immer diese Selbstüberschätzung. Konsequent wäre, die Bilateralen zu kündigen, aber dazu fehlen dann die Eier. Wie war das mit dem SVP Versprechen...." die Bilateralen werden durch die MEI nicht" gefährdet...😂😂😂😂😂
    • Majoras Maske 06.03.2017 06:57
      Highlight Highlight Und was will sie machen? Sie kann ja schlecht Sanktionen ergreifen, weil ihr Vertrag im Referendum keine Chance hätte.
    • ujay 06.03.2017 08:10
      Highlight Highlight Das kratzt die EU nicht, ob der Vertrag eine Change hat oder nicht, aber ein Entscheid darüber wäre nach dem unglaublichen herumlavieren der Schweiz mal angesagt. Nein, die EU braucht keine Sanktionen zu ergreifen wenn die Schweiz die Bilateralen ablehnt. Die sind dann einfach von der Schweiz gekündigt, da gibts ein Abwicklungsverfahren mit der EU. und fertig. Und nachher: Augen zu und durch und nicht jammern. Die Goodies sind dann weg.
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  • atomschlaf 05.03.2017 14:37
    Highlight Highlight Es zeigt sich je länger je mehr, dass die bundesrätliche Duckmäuser-Strategie, durch devotes und willfähriges Verhalten Wohlwollen erzeugen zu wollen, gegenüber Brüssel nicht funktioniert.
    • Hans-Jürgen Lorenz 05.03.2017 20:36
      Highlight Highlight Die EU gibt die Regeln für ihren Binnenmarkt, da entscheiden nie Drittländer mit. Deswegen ist der EU auch egal, ob die CH Gespräche sistiert oder Wünsche anmeldet. Ihr ist auch egal, worüber mit welchem Ergebnis in CH abgestimmt wird, die Reaktion wird immer ihren Regeln entsprechend zunehmend härter. Auch der Verhandlungsstil ist der EU egal, hier wird immer nach den Rechtsgrundlagen und den Lissaboner Verträgen entschieden. Das einzige Entgegenkommen, was man immer erwartet ist die Anerkennung der EU Handelsregeln für den Binnenmarkt, und die sind gegeben.
    • Amboss 06.03.2017 00:17
      Highlight Highlight @Lorenz: Wenn der EU alles dermassen egal sein soll, weshalb kündigt sie dann nicht einfach die bilateralen Verträge mit der Schweiz?
      Wieso betreibt sie den ganzen Aufwand für diese paar Chueschwiizer?


      Nee, so einfach ist das nicht, mein Guter.
    • ujay 06.03.2017 03:31
      Highlight Highlight @Amboss. Klar hat Lorenz recht. Das sind die Spielregeln. Wieso sollen die Bilateralen durch die EU gekündigt werden. Z.Zt. hat die CH die MEI nicht umgesetzt und der Vertrag besteht. Glaubst du wirklich, der EU sei sonst so viel gelegen an den paar Kuhschweizern. Reine Selbstüberschätzung. Der Bonus ist längst verspielt.
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  • Besserwisser 05.03.2017 14:33
    Highlight Highlight Interessant, dass die wichtige HSG-Studie bezüglich den Bilateralen nicht erwähnt wird, erstaunt mich aber nicht: http://www.srf.ch/news/schweiz/so-schaden-eu-staaten-der-schweizer-wirtschaft
    • Gibaue 05.03.2017 14:54
      Highlight Highlight Mit einem neuen Rahmenabkommen könnte man solche Massnahmen verhindern, aber das darf man heute ja kaum noch denken..
    • ujay 06.03.2017 07:56
      Highlight Highlight Zur HSG Studie: Ein Land nur mit bilatralen Verträgen mit der EU hat nun mal nicht sehr viel Gewicht. Das ist halt der Unterschied zur Vollmitgliedschaft. Die Schweiz kann ja auch Exportfirmen subventionieren....möchte dann die Kommentare hier hören.
    • Besserwisser 06.03.2017 14:59
      Highlight Highlight @ujay, in einem bilateralen Verhältnis sollten sich beide an die Abmachungen halten oder die Verstösse, sollten auf beiden Seiten gleichmässig verteilt sein, damit wieder ein Gleichgewicht hergestellt wird. Nach der Studie wurden 141 schädliche Massnahmen gegen die Schweiz ergriffen, umgekehrt ergriff die Schweiz jedoch nur 13 Massnahmen, welche die Handelsinteressen der EU beeinträchigte. Ob dies in Form von Subventionierung von CH-Exportfirmen stattfanden, ist gut möglich.(Diese Zahlen stammen aus dem 20min Artikel über dieselbe Studie: 20min.ch/finance/news/story/25743362)
  • demian 05.03.2017 13:58
    Highlight Highlight Unsere einzige Hoffnung, damit sich die Kräfteverhältnisse ändern, sind die Populisten wie Le Pen, Wilders und Co.
    • Hans-Jürgen Lorenz 05.03.2017 20:39
      Highlight Highlight Das ist keine Hoffnung, sonder ein selbstschädigender Trugschluss.
    • Energize 06.03.2017 06:38
      Highlight Highlight Diese Populisten werden Europa zerstören und uns alle mindestens 50 Jahre zurückwerfen... Und wenn ich sage Europa meine ich natürlich auch die Schweiz.
    • demian 06.03.2017 10:38
      Highlight Highlight Es gibt nur die zwei Optionen: Europa zerfällt durch die Populisten oder wir werden zwangsweise der EU weit entgegenkommen. Wenn nicht wird es uns wie den Briten gehen... was das bedeutet werden wir sehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Amboss 05.03.2017 13:45
    Highlight Highlight Dass die EU jetzt ins Powerplay geht, war zu erwarten. Sie wäre blöd, täte sie es nicht.
    Und dennoch bin ich überzeugt, dass die Schweiz einfach zuwarten kann, was passiert.

    Die Situation so wie sie ist könnte für die Schweiz nicht besser sein. Auch alte Verträge sind Verträge. Es ist klar, wie die Situation ist und wir haben alle Optionen offen, falls sich was ändert.

    Und auch die EU muss irgendwann Farbe bekennen, wenn sie Powerplay spielt.
    Dann sieht man dann, wie Handlungsfähig sie WIRKLICH ist.
    Vielleicht gibt es die EU auch in 5 Jahren nicht mehr.

    • Hans-Jürgen Lorenz 05.03.2017 20:44
      Highlight Highlight Eher sollte man davon ausgehen, dass es die Handelspartner USA und GB in der bisherigen Form dann nicht mehr gibt. Oder die Antarktis schmilzt und dann fallen die Handelspartner ohnehin aus.
    • Amboss 06.03.2017 00:11
      Highlight Highlight @Hans:
      Ja, solche Überlegungen Mann man schon machen. Aber das hat nichts mit dem Thema des Artikels zu tun...
  • Ville_16 05.03.2017 13:34
    Highlight Highlight Ich denke, es ist durchaus angebracht, die Methoden der EU mit jenen eines diktatorischen Regimes zu vergleichen.
    • You will not be able to use your remote control. 05.03.2017 14:10
      Highlight Highlight Handlungen kann man immer vergleichen. Das Hauptproblem eines diktatorischen Regimes ist, dass ein Wechsel des Diktators nur mit einem blutigen Aufstand erreicht werden kann.

      Ist das bei der EU auch so?
    • Amadeus 05.03.2017 15:50
      Highlight Highlight @Ville_16
      Laut DI 2016 sind Nordkorea, Syrien, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Äquatorialguinea und Turkmenistan die schlimmsten Diktaturen. Wo genau überlappen sich die Methoden der EU mit jenen dieser Länder bezogen auf instutionelle bilaterale Abkommen mit der Schweiz?
    • Ville_16 05.03.2017 20:11
      Highlight Highlight @Benot Du bist mir aber ein schlaues Kerlchen. Wenn ein Verhandlunspaartner durch Druck und Drohungen die Bedingungen diktiert ist ein Vergleich durchaus angebracht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 05.03.2017 13:07
    Highlight Highlight Die Verhandlungsstrategie des Bundes scheint in der EU-Frage wirklich etwas dürftig.
    Die Schweiz wird bereits heute von der EU benachteiligt - für CH-Unternehmen gelten nur 3 der 4 Freiheiten, während EU-Unternehmen den vollen Zugang zur Schweiz erhalten.

    Offensichtliche Vertragsbrüche im EU-Raum werden nicht angegangen, Gesetzesbrüche der CH-Kantone werden ebenfalls toleriert.
    Wie will man eine pragmatische Lösung finden, wenn das Aufrechterhalten des politischen Narrativ die Realität verdrängt?

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