Schweiz
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Super-Puma-Absturz am Gotthard: Piloten waren nicht Schuld



Die schwersten Unfälle der Schweizer Luftwaffe der letzten Jahre

Die Crew war nicht verantwortlich für den Absturz eines Super-Puma-Helikopters Ende September 2016 auf dem Gotthard-Pass. Zu diesem Ergebnis kommt der militärische Untersuchungsrichter in seinem Schlussbericht. Beim Absturz waren die zwei Piloten ums Leben gekommen.

Die Untersuchungen hätten ergeben, dass kein «strafrechtlich relevantes Verhalten der Piloten» vorliege, teilte die Militärjustiz am Donnerstag mit. Auch der Loadmaster habe seine Sorgfaltspflicht nicht verletzt. Es bestehe kein Hinweis, dass sein Verhalten zum Unfall geführt haben könnte.

Obwohl der Helikopter in einem Gebiet landete und startete, das von zahlreichen Freileitungen durchzogen wird, habe die Crew «die geltenden Vorschriften für Landungen in kabelverseuchtem Gebiet» eingehalten. Auch die Flug- und Landevorbereitungen seien standard- und vorschriftsmässig durchgeführt worden.

Der Untersuchungsrichter stellte deshalb den Antrag, das Verfahren einzustellen. Der zuständige Kommandant habe diesem Antrag stattgeben. Damit sei das Verfahren abgeschlossen.

Der Super-Puma der Schweizer Armee war am 28. September kurz nach dem Start rund 50 Meter vom Gotthard-Hospiz entfernt abgestürzt. Er hatte eine Delegation der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit vier französischen Offizieren und mehreren Schweizer Begleitern zur Besichtigung einer militärische Anlage auf den Gotthard geflogen.

Kurz nachdem die Passagiere den Helikopter verlassen hatten, kam es zum Absturz. Der Helikopter hatte ein Stromkabel berührt. Die beiden Piloten kamen bei dem Absturz ums Leben. Der mitfliegende Loadmaster überlebte den Unfall verletzt. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Biotop 22.11.2018 17:39
    Highlight Highlight Demnach liegt die Verantwortlichkeit für diesen Flugunfall bei den Freileitungsmonteuren welche es versäumt haben der Luftwaffe eine Protokollkopie der ausgeführten Arbeiten zuzustellen?
    • 7immi 22.11.2018 21:25
      Highlight Highlight es muss nicht immer jemand schuld sein. es können auch unglückliche kombinationen (fehlender karteneintrag, spezielle lichtverhältnisse, schwer zu unterscheidende farbunterschiede, etc) wie in der luftfahrt häufig zum unglück geführt haben.
      in der heutigen zeit braucht man scheinbar immer schuldige, um katastrophen zu verstehen...
  • 7immi 22.11.2018 17:03
    Highlight Highlight man sollte vielleicht der vollständigkeit halber noch berichten, dass das kabel sehr schwer sichtbar war und in keiner karte aufgeführt war... natürlich gehört es zur flugvorbereitung, diese kabel zu berücksichtigen, dies ist aber nicht möglich, wenn sie nicht dargestellt werden.
    • Biotop 22.11.2018 20:20
      Highlight Highlight Der zugehörige Strommast ist allerdings sehr gut sichtbar und sollte für Piloten der Luftwaffe nicht für eine Attrappe gehalten werden.
    • 7immi 22.11.2018 21:16
      Highlight Highlight @biotop
      der mast war je nach dem erkennbar inklusiver allenfalls zweier kabel, das dritte aber - in das sie flogen- sahen sie nicht. luftwaffe und bazl hatten aufwendige vergleiche und untersuchungen angestellt, mit dem braunen boden waren die leitungen generell schlecht sichtbar. hinzu kommt dann noch das fehlen auf karten.
      es ist spannend, wie hier anschuldigungen hervorgebracht werden, nur weil es ein militärheli ist. bei zivilen liest man nie solche vorwürfe, obschon air glaciers und rega ähnliche vorfälle hatten.
  • Hans Jürg 22.11.2018 13:14
    Highlight Highlight "habe die Crew «die geltenden Vorschriften für Landungen in kabelverseuchtem Gebiet» eingehalten. Auch die Flug- und Landevorbereitungen seien standard- und vorschriftsmässig durchgeführt worden."

    Also wenn die Vorschriften und Standards eingehalten wurden und trotzdem ein Unfall geschehen ist, müsste man diese Standards und Vorschriften doch zumindest hinterfragen und überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

    • P. Meier 22.11.2018 18:54
      Highlight Highlight Trifft wohl die Vorschriften und Standards nicht wirklich. Interessant wäre wohl eher, wie lang es das Kabel schon gibt und warum es nicht in der Karte dargestellt war. Dies ist aber keine Frage, welche durch die Militärjustiz behandelt wird.
  • willi22 22.11.2018 12:53
    Highlight Highlight Hä? Das Verfahren gegen tote Piloten wurde eingestellt? Irgendwie verwirrend geschrieben? Oder gibt's das? Verfahren gegen tote Personen?
    • sidthekid 22.11.2018 14:46
      Highlight Highlight Klar gibt‘s das. Auch Verstorbene waren versichert. Evtl. muss diese den Schaden berappen.
  • Zap Brannigan 22.11.2018 12:46
    Highlight Highlight Die Militärjustiz nur nur untersucht, ob sich die Crew an die Vorschriften und Abläufe gehalten oder durch Unterlassungen (militär)juristisch strafbar gemacht hat.
    Unfälle können auch passieren, auch wenn alle Vorschriften und Verfahren eingehalten werden. Solange etwas fliegt, kann es auch runterfallen.
  • ARoq 22.11.2018 11:40
    Highlight Highlight Zusammengefasst: Die Crew hat das Kabel nicht gesehen, ist aber nicht schuld daran.
    Verstehe ich das richtig?
    • Eskimo 22.11.2018 12:29
      Highlight Highlight Ist schon komisch. Wenn ich mit dem Auto irgendwo anfahre bin ich doch auch Schuld. Auch wenn ich das Hindernis nicht gesehen habe...
    • Skater88 22.11.2018 12:35
      Highlight Highlight Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Mir tun die Angehörigen der Piloten leid.
    • Kii 22.11.2018 12:58
      Highlight Highlight Die leitung, die sie erwischt haben, war nicht auf der "karte".

      Quelle srf1
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