Schweiz
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Brustdurchschuss im Militär: SUVA verweigert Umschulung für Maurer

Die Abteilung Militärversicherung der Schweizerischen Unfallversicherung (SUVA) hat die Leistungen an einen Mann zurecht eingestellt, der während seines Militärdienstes von einem Kollegen angeschossen wurde. Dies hat das Bundesgericht entschieden. Der verletzte Maurer verlangte unter anderem eine Umschulung zum technischen Kaufmann.



Der Vorfall ereignete sich Mitte Mai 2013. Damals erlitt der Maurer eine Durchschussverletzung im Bereich des linken Brustkorbs. Die SUVA übernahm die Kosten der Erstbehandlung und der Rehabilitations-Aufenthalte. Zudem gewährte sie dem Betroffenen eine Genugtuung von 20'000 Franken.

Per 1. Juni 2014 stellte die SUVA ihre Leistungen ein. Sie lehnte berufliche Umschulungsmassnahmen ab und verneinte eine Integritätsschadenrente für die physischen Unfallfolgen. Über eine solche Rente bezüglich der psychischen Folgen wurde noch nicht entschieden.

Wie bereits das Kantonsgericht Luzern kommt das Bundesgericht in einem am Dienstag publizierten Urteil zum Schluss, dass der Maurer keine weiteren Ansprüche hat. Die medizinischen Berichte zum physischen und psychischen Zustand seien schlüssig, und es sei von einer 100-prozentigen Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf auszugehen.

Einzig die Hausärztin des Betroffenen war zu einer anderen Beurteilung gekommen. Ihrer Ansicht nach war der Mann nur zu einer leichteren, wechselseitigen Tätigkeit zu 100 Prozent in der Lage. Gemäss Bundesgericht ist die Beurteilung der Hausärztin jedoch nicht geeignet, um Zweifel an den anderslautenden medizinischen Schlüssen aufkommen zu lassen.

Das Bundesgericht führt dazu aus, dass der Maurer schon seit einigen Monaten nicht mehr bei der Hausärztin in Behandlung gewesen sei. Zudem habe die Vorinstanz zu Recht auf die «Erfahrungstatsache» hingewiesen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen würden. (Urteil 8C_257/2018 vom 24.08.2018) (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Butschina 04.09.2018 18:59
    Highlight Highlight Die Suva finanziert eh keine Umschulungen, das läuft via IV. Die Suva führt nur die Abklärungen durch. Wer in der Schweiz durch die Militärversicherung abgedeckt ist, hat den Besten Unfallversicherungsschutz.
  • Chääschueche 04.09.2018 18:39
    Highlight Highlight Die SUVA ist leider trotzdem viel zu Kulant was aber daran liegt, das der Gesetzgeber zu "nett" ist.


    Die Militärversicherung bezahlt gar nix. Das Militär bekommt das Geld vom Bund und der Bund bekommts vom Steuerzahler ;)
  • DerewigeSchweizer 04.09.2018 14:09
    Highlight Highlight Habe zehn Jahre in Deutschland gelebt.
    Eines Tages konnte ich meine Tätigkeit wegen Rückenproblemen nicht mehr ausüben (aufgrund des spezifische Arbeitsumfelds war ein korrektes Heben von Lasten nicht möglich).

    Das wurde vom Amtsarzt in Berlin festgestellt ... und daraufhin hat mir Deutschland eine 12 Monatige Ausbildung in einem anderen Beruf bezahlt, inklusive Lebenshaltungskosten.
    • lucasm 04.09.2018 14:29
      Highlight Highlight Schön für sie.
    • DerewigeSchweizer 04.09.2018 14:57
      Highlight Highlight Ja, schön für mich und für alle Einwohner Deutschlands in dieser Situation.

      Anders ist es leider für die Einwohner des besten, reichsten und schönsten Landes der Welt.

      ... Dafür kann man als Schweizer besser Steuern vermeiden, wenn man zu viel Geld hat. Ist ja auch schön.
    • Eine_win_ig 04.09.2018 15:50
      Highlight Highlight Artikel gelesen? Die Spezialisten (und sorry, eine Hausärztin ist keine Spezialistin) attestieren 100% Arbeitsfähigkeit im alten Beruf. Wieso sollte da eine Umschulung bezahlt werden?

      Ich kenne viele Beispiele (Bandscheibenvorfälle, sonstige Rückenschäden, Hüfte kaputt) bei welchen in der Schweiz die Umschulung inkl. Hilfe bei Arbeitsplatzsuche bezahlt wurde. Komplett. Aber eben: nur wenns nicht mehr geht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Black Cat in a Sink 04.09.2018 14:07
    Highlight Highlight Wahrscheinlich ist, die SUVA - Vertrauensärzte haben den guten Mann auf dem Papier untersucht, nie eine Untersuchung am lebenden Objekt durchgeführt und eine rekursfähige Verfügung erstellt. Schweiz halt... wer hat dem wirds gegeben
    • steeny 04.09.2018 14:33
      Highlight Highlight Woher genau wissen Sie das, was Sie in Ihrem Kommentar behaupten?
    • Butschina 04.09.2018 18:56
      Highlight Highlight Die Kreisärztliche Untersuchung beinhaltet nebst dem Aktenstudium auch eine direkte Untersuchung.
    • Asmodeus 04.09.2018 19:32
      Highlight Highlight Wobei diese direkte Untersuchung meistens ziemlich oberflächlich und lächerlich abläuft.

      Die Vertrauensärzte werden von der IV, der SUVA und sonstigen Krankenkassen bezahlt. Logischerweise entscheiden die für die Kassen und nicht für die Patienten.

      Gerade bei psychischen Problemen (Depression, Posttraumatische Belastungsstörung etc.) kann ein Gutachter gar nicht innerhalb von 30-60 Minuten beurteilen ob jemand arbeitsfähig ist oder nicht.

      Dann steht da im Gutachten im Grunde nur "Keine Ahnung. Aus Versicherungstechnischer Sicht empfehle ich jedoch wieder arbeiten schicken."
    Weitere Antworten anzeigen
  • Namenloses Elend 04.09.2018 12:42
    Highlight Highlight Die Suva Militärversicherung ist sonst sehr kulant. Ich habe mich während der RS stark am Knie verletzt. Die Kosten der OP sowie der Folgebehandlung wurden ohne Murren übernommen. 8 Jahre später hatte ich erneut einen Miniskusriss und selbst da haben sich die Suva und die Suva Militärverischerung die Kosten geteilt. Wurde als Folge des Unfalls während der RS gewertet.
    • Cmo 04.09.2018 13:40
      Highlight Highlight Das hätte ja so oder so die Unfallversicherung gezahlt.

      Zum Beispiel die SUVA ab 2001: https://www.ktipp.ch/artikel/d/meniskus-verletzung-praemienanstieg-bei-der-suva/
    • Qui-Gon 04.09.2018 13:59
      Highlight Highlight Bei den Heilungskosten machen sie selten schwierig, weil die auch nicht die grossen Posten ausmachen. Bei Renten wird wenn möglich abgewürgt.
    • LoriihTown 04.09.2018 15:01
      Highlight Highlight Mein Freund hat das Gegenteil erlebt. In seinem Fall hst das Militär die richtige Diagnose für sich behalten, damit sie nicht dafür zahlen mussten. Folge: chronische Entzündung im Knie bis heute mit immer wieder starken Schmerzen und musste den Fussball aufgeben als Schweizer Nati Nachwuchstalent.
      Kommt wohl darauf an, an wen man weitergeleitet wird. Aber schön zu hören, dass es auch anders geht :)
  • Pasch 04.09.2018 12:40
    Highlight Highlight In so einem Fall wäre echt mal Nachsicht oder etwas Augenmass angebracht. Scheinbar aber ist genau das Gegenteil der Fall und man möchte noch im Nachhinein herausfinden wie sehr man jemanden auf dem rechtlichen Weg f***** kann!
    • Pasch 05.09.2018 23:10
      Highlight Highlight Blitze wofür? Der ADA hatte Friendly Fire, samt Durchschuss im Dienst (Militär,hallooo)! Wie oft kommt sowas vor? Da müsste man schon etwas mehr Einfühlungsvermögen haben und auch etwas Genugtuung vollziehen. Alle zufrieden Thema erledigt. So nicht!
  • DerSimu 04.09.2018 12:12
    Highlight Highlight "Einzig die Hausärztin des Betroffenen war zu einer anderen Beurteilung gekommen. Ihrer Ansicht nach war der Mann nur zu einer leichteren, wechselseitigen Tätigkeit zu 100 Prozent in der Lage."

    Das ist ja nicht wirklich überraschend, dass die Hausärztin zu diesem Schluss kommt.
    • Bobby68 04.09.2018 22:15
      Highlight Highlight Genau, es ist nicht wirklich überraschend. Schliesslich kennt sie den Patienten am besten und kann die Situation adäquat einschätzen.
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 04.09.2018 12:11
    Highlight Highlight Es gäbe da noch die konkurrierende "Erfahrungstatsache", dass die Gutachterstellen im Hinblick auf ihre wirtschaftliche Stellung in Zweifelsfällen eher zuungunsten der Patienten aussagen.
    • goschi 04.09.2018 13:03
      Highlight Highlight gibt es dazu handfese Statistiken und Aussagen oder nur dieses Posting?
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 04.09.2018 13:29
      Highlight Highlight Das Bundesgericht hat diese Gefahr für die Unabhängigkeit von Gutachterstellen in BGE 137 V 210 (ab Erwägung 2.4) sehr sorgfältig formuliert.

      In der Zeitschrift Plädoyer (www.plaedoyer.ch) gab es immer wieder Artikel dazu, die aber teilweise kostenpflichtig sind. Auch mit quantitativen Auswertungen.

      Ich würde daher sagen, die von mir behauptete "Erfahrungstatsache" ist ebenso begründet, wie die in diesem Urteil genannte.

      Richtstellen sollte ich aber, dass die SUVA sich wohl anerkanntermassen im Vergleich zu IV-Stellen oder anderen Unfallversicherern positiv abhebt.

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