Schweiz
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Über 100 Beamte im Tessin im Einsatz – und sie fassen EINEN mutmasslichen Islamisten

22.02.17, 15:15 22.02.17, 18:06


Eine Festnahme nach Anti-Terror-Operationen im Kanton Tessin Im Tessin sind am Mittwoch Razzien durchgeführt worden, die im Zusammenhang mit mutmasslicher Terror-Rekrutierung standen. Dabei ist eine Person im Raum Lugano festgenommen worden. Eine zweite Verhaftung gab es ausserdem bei einem Verfahren auf kantonaler Ebene.

Die Tessiner Polizei riegelt das Gebiet rund um die Via delle Aie, an der eine Tasche unschaedlich gemacht wird, weitraumig ab und sperrt dazu die Via Giacomo Filippo Ciani fuer den Verkehr, am Donnerstag 31. Maerz 2016, in Lugano. Laut Medienberichten handelt es sich um keine Bombe. (KEYSTONE/TI-PRESS/Pablo Gianinazzi)

Grosseinatz der Tessiner Polizei (Symbolbild) Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Mehr als 100 Beamte von Tessiner Kantonspolizei und dem Bundesamt für Polizei (fedpol) seien am Mittwoch bei den Operationen im Einsatz gewesen, teilte die Bundesanwaltschaft (BA) am Mittwoch mit. Bei den Ermittlungen geht es um den Verdacht, dass im Tessin Mitglieder für die verbotenen Terrororganisationen Al-Kaida und Islamischer Staat rekrutiert worden sind.

Keine Verbindungen nach Winterthur

Derzeit wird laut BA ein Strafverfahren gegen einen schweizerisch-türkischen Doppelbürger sowie gegen einen türkischen Staatsbürger durchgeführt. Bei der am Mittwoch im Tessin festgenommenen Person handele es sich um einen dieser beiden Beschuldigten, teilte die BA auf Anfrage mit. Die Tessiner Staatsanwaltschaft präzisierte auf Nachfrage, dass der Zugriff «im Raum Lugano» erfolgte. Dort sei auch ein Gebetshaus durchsucht worden, ohne dass es zu einer Festnahme kam.

Die beiden Männer werden verdächtigt, gegen das Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen Al-Kaida und Islamischer Staat verstossen zu haben. Ausserdem sollen sie sich an einer kriminellen Organisation beteiligt haben. Zusätzlich steht der Vorwurf im Raum, das Verbot von Gewaltdarstellungen verletzt zu haben.

Bei den Ermittlungen, die zur Festnahme im Tessin führten, gebe es keinen Zusammenhang zum Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, dem Tunesier Anis Amri, wie die Bundesanwaltschaft in Bern am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Es handele sich um ein eigenständiges Strafverfahren.

Die deutsche Bundesanwaltschaft hatte im Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Berlin, der 12 Menschenleben forderte, ein Verfahren gegen Unbekannt eröffnet. Keine Verbindungen bestünden ausserdem zwischen der Tessiner Festnahme und den Razzien beziehungsweise Verhaftungen in der Winterthurer An'Nur Moschee im vergangenen Jahr.

Verdächtiger wegen diverser Vergehen im Visier

Insgesamt gab es am Mittwoch zwei Polizeioperationen, da zusätzlich ein unabhängiges kantonales Strafverfahren durchgeführt wird. Gegen den unter Verdacht der Terrorunterstützung stehenden schweizerisch-türkischen Doppelbürger werde ausserdem in einem anderen Tatkomplex ermittelt, teilte die Tessiner Kantonspolizei am Mittwoch auf Anfrage mit. Im Zentrum stehe hierbei eine Sicherheitsfirma aus dem Raum Bellinzona.

Der Doppelbürger sei Angestellter eines 36-Jährigen gewesen, der am Mittwoch festgenommen worden sei. Die Vorwürfe im Rahmen der Ermittlungen lauten auf Verstösse gegen das Arbeitsrecht und gegen das Gesetz zu privaten Sicherheitsbetrieben. Ausserdem wird den Männern gemäss der Kantonspolizei Wucher sowie Gewalttaten gegenüber mindestens einem Asylbewerber vorgeworfen.

Diese Vorfälle sollen sich in Camorino TI ereignet haben, wo die Sicherheitsfirma im Einsatz war. Mittlerweile sei sie von ihren Diensten entbunden und durch einen anderen Anbieter ersetzt worden. Im Rahmen der Ermittlungen sei es auch zu Beschlagnahmungen gekommen.

(sda)

Razzia in Winterthurer Moschee

Personen rekrutiert

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Herbert Anneler 22.02.2017 20:27
    Highlight Durchsichtiges Ablenkungsmanöver Gobbis, weil er seinen Laden nicht im Griff hat: Skandal mit Handel von Aufenthaltsbewilligungen in seinem Departement vor ein, zwei Wochen. Unglaublich, was uns diese rechtsextremen Hetzer kosten! 100 Polizisten für die Verhaftung von Rekrutierern, die nichts mit Anschlägen in CH im Sinn hatten. Da waren die Winterthurer mit ihren Interventionen gegen die An'Nur-Leute eindeutig effizienter!
    6 10 Melden
  • http://bit.ly/2mQDTjX 22.02.2017 15:59
    Highlight Das Al-Qaida-Gesetz ist kontraproduktiv, nicht zeitgemäss, und es öffnet Tür und Tor für Staatswillkür. Das Gesetz kriminalisiert jede Person und bedroht sie mit 5 Jahren Gefängnis, wenn sie "Aktivitäten [der Al-Qaïda, des IS und beliebig anderen] auf andere Weise fördert".

    https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20142993/

    Fördern Journalisten die Al-Qaïda oder den IS, wenn sie über deren Propaganda berichten? Fördern Anwälte die Aktivitäten, wenn sie deren Interessen vertreten?

    Jeder Dialog mit diesen Gruppierungen ist gemäss diesem Gesetz strafbar.

    Wie soll den Frieden gehen?
    7 53 Melden
    • Trubalix 22.02.2017 17:20
      Highlight Statt 5 jahre, ab in den gulag
      20 5 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 22.02.2017 18:30
      Highlight Der Gulag führt wohl eher zu einem nordkoreanischen Modell von Frieden und Glück. Wünscht du dir das wirklich, Tingel Triangel?
      5 12 Melden
    • Trubalix 22.02.2017 19:28
      Highlight Ja, russischer gulag im steinbruch. Wer normal tikt, hat ja nichts zum befürchten. Knallhard durchgreifen. Und wünschen, in diesen fahll ja
      4 5 Melden
    • Gummibär 22.02.2017 19:36
      Highlight Wie müsste Deiner Ansicht nach mit Leuten umgegangen werden, die IS oder Al-Qaïda finanziell unterstützen, für sie anwerben, Mitgliedern Unterschlupf gewähren, selbst Mitglied sind oder für IS oder Al-Qaïda Propagandamaterial verbreiten ?
      Meines Wissens ist noch kein Anwalt der Mithilfe beschuldigt worden, der einen IS Rückkehrer verteidigt hat. Ich weiss auch nicht von einem Fernsehsender oder einer Zeitung die der Propaganda beschuldigt wurde weil sie über Terrorattacken oder deren Hintergründe berichtet haben. Wie stellst Du Dir das Schweizer Modell vor ?
      11 0 Melden
    • Normi 22.02.2017 19:49
      Highlight i finde 5 jahre auch zu wenig
      6 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 22.02.2017 21:07
      Highlight Gummibär:

      1.Finanzieren krimineller oder kriegsführenden Parteien kann auch ohne dieses Al-Qaïda-Gesetz verfolgt und bestraft werden. Insofern wäre das Gesetz überflüssig.

      2. Wir wehren uns gegen fremde Richter, aber nicht gegen fremde Gesetze. Dieses Al-Qaïda-/IS-Gesetz wurde uns von den USA aufgenötigt. Passt.

      3. Mit gleichlautenden Anti-Terror-Gesetzen geht zB. die Türkei massiv gegen Anwälte und Journalisten vor, und zwar nicht nur in der Türkei sondern in ganz Europa. Die Schweiz bietet dazu Hand und Rechtsschutz.

      http://www.tagesschau.de/ausland/kurden-politiker-festnahme-101.html
      3 1 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 22.02.2017 21:11
      Highlight Gummibär: Das Schweizer Modell ist uralt und heisst Neutralität. Es ist zugleich ihr einziger Schutz.

      Neutralität zB. gegenüber einer PLO, Neutralität gegenüber einer FARC-EP, Neutralität gegenüber der PKK, usw. Das hat sich schon seit vielen Jahrzehnten bewährt. Seit 9/11 2001 geht's damit aber leider etwas bachab. Die Schweiz vernachlässigt ihre Neutralität.

      Konsequenterweise heisst das: Neutralität gegenüber Al-Qaïda, Neutralität gegenüber IS.

      Beide Organisationen wären von "terroristischer Organisation" auf "kriegsführende Partei" umzuklassieren. Denn das ist nunmal die Realität.
      2 5 Melden
    • Gummibär 22.02.2017 22:01
      Highlight PLO/PFLP
      Feb 1970 Swissair SR 330 zum Absturz gebracht
      Sept 1970 Swissair SR 100 nach Zerqa entführt - so sehr hat sich diese Art von Neutralität nicht bewährt.
      Im Falle von kriegsführenden Parteien müsste man alle Kombattanten für die Dauer des Krieges internieren - also doch ab ins Lager.
      Terroristen die es nur auf unbeteiligte Zivilisten abgesehen haben, gehören als gewöhnliche Verbrecher weggesperrt.
      3 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 22.02.2017 23:30
      Highlight Gummibär: Stimmt, die Zusammenarbeit mit den Palästinensern war am Anfang etwas holprig. Das hatte vorallem mit der Unerfahrenheit der Palästinensern zu tun. Die lernten aber sehr schnell. Und sie nutzten dann gerne den Schutz und die Sicherheiten, die ihnen die neutrale Schweiz bot. Insbesondere den Zugang zu den diplomatischen Organisationen in Genf.

      Und dann stand Arafat vor der UN-GV und sagte:

      "Ich bin hierher gekommen mit einem Ölzweig in der einen und der Waffe des Freiheitskämpfers in der anderen Hand. Man lasse nicht den Ölzweig aus meiner Hand fallen."

      Das gälte es zu bewahren.
      2 3 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 22.02.2017 23:44
      Highlight Es wäre übrigens ein Vorteil, wenn man die "Terroristen" als "Kombattanten" im Sinne des Völkerrechts klassifizieren würde, denn das würde sie hart an die Genfer Konventionen binden. Das ist stets Bedingung der Schweiz, bevor sie solchen "kriegsführenden Parteien" (wie etwa auch UCK oder Tamil Tigers) ihren Schutz anbietet.

      Die Schweiz sollte den gleichen Standard fairerweise auch Organisationen wie IS oder Al-Qaïda zukommen lassen.

      Die Genfer Konventionen würden auch den Umgang mit in Lager inhaftierten Kriegsgefangenen regeln (und unter Kontrolle des IKRK stellen).
      3 0 Melden
  • Bene86 22.02.2017 15:37
    Highlight Sie wollten bestimmt nur Friiieden und Liiiebe unter die Menschen bringen!
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