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Obdachlosen in Basel getötet: Gericht hält 22-Jährigen für schuldunfähig



Der 22-jährige Mann, der 2017 in einem Basler Park in religiösem Wahn einen 60-jährigen Obdachlosen erstochen hatte, ist wegen Schuldunfähigkeit vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Das Strafgericht Basel-Stadt ordnete jedoch am Dienstag eine stationäre Massnahme an.

Der Präsident des Dreiergerichts begründete diesen Entscheid mit einem forensisch-psychiatrischen Gutachten. Gemäss diesem leidet der Beschuldigte an einer paranoiden Schizophrenie und ist zudem von Cannabinoiden abhängig. Der junge Mann sei in seiner Einsichts- und Steuerungsfähigkeit schwerwiegend beeinträchtigt.

Der Straftatbestand des Mordes war indes aus Sicht des Gerichts erfüllt. Der geständige Brasilianer hatte im Dezember 2017 in der Dreirosenanlage einen 60-jährigen Obdachlosen mit einem Messer erstochen. Sein Opfer habe sich von ihm nicht zum Christentum bekehren lassen, begründete der Beschuldigte seine Tat, die er im Auftrag von Gott ausgeführt haben will.

Kurz nach dem Tötungsdelikt griff der Beschuldigte im Basler Untersuchungsgefängnis «Waaghof» einen Aufseher an und verletzte diesen. Auch für diese Tat attestierten der Psychiater und das Gericht dem Angeklagten Schuldunfähigkeit, weshalb er vom Vorwurf der leichten Körperverletzung sowie der Gewalt und Drohung gegen Beamten freigesprochen wurde.

Nach der Therapie Landesverweisung

Hingegen verurteilte das Strafgericht den Angeklagten wegen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs und Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 90 Tagen und einer Geldbusse von 300 Franken. Für diese Straftaten habe der Gutachter die Schuldunfähigkeit nicht bestätigen können, begründete der Gerichtspräsident die Verurteilung.

Weil es sich beim Einbruchdiebstahl, den der Angeklagte begangen hatte, um ein sogenanntes Katalogsdelikt handelt, verfügte das Gericht zudem eine Landesverweisung von fünf Jahren. Ein Härtefall, der eine Ausnahme rechtfertigt, vermochte der Präsident nicht zu erkennen.

Der grösste Teil seines Lebens habe der Beschuldigte in Brasilien verbracht. In der Schweiz lebe er erst seit fünf Jahren, und das illegal. Zu seiner ebenfalls hierzulande wohnenden Mutter habe er eine schlechte Beziehung, zudem habe er keine Arbeit und er spreche auch kein Deutsch, argumentierte der Gerichtspräsident.

Weiterhin unberechenbar und gefährlich

Vollzogen wird die Landesverweisung jedoch erst nach der stationären Massnahme – wo, ist noch offen. Zuständig sind die Vollzugsbehörden. Der Gerichtspräsident sprach sich jedoch deutlich für eine Therapie in einer geschlossenen Einrichtung zumindest am Anfang aus.

Der Beschuldigte leide weiterhin unter Wahnvorstellungen und sei unberechenbar. Es bestehe nach wie vor das Risiko, dass er schwere Straftaten begehe. Der Prozess vor dem Basler Strafgericht fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Beschuldigte wurde von zwei Polizisten in Fussfesseln in den Gerichtssaal gebracht. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • stamm 15.11.2018 22:00
    Highlight Highlight Wahnsinnig! Es wird ein Mensch getötet! Und was passiert in unserer Schweiz? Dafür sollten sich alle Schweizer in Grund und Boden schämen! Und dieser Gerichtspräsident soll das Urteil den Angehörigen ins Gesicht sagen! Man würde es kaum glauben, aber auch Obdachlose haben Angehörige und sind Menschen!
  • Erster-Offizier 14.11.2018 15:50
    Highlight Highlight Der Täter darf für einen brutalen, religiös motivierten Mord an einem Atheisten und einen tätlichen Angriff auf eine andere Person etwas in die Therapie und danach wird er für ein paar Jahre ausgewiesen.
  • #Technium# 14.11.2018 14:19
    Highlight Highlight Schuldunfähig 😑🤥 Irgendwie seltsam, dass statistisch gesehen immer wie mehr Täter so davonkommen.
    • Alex_Steiner 14.11.2018 16:54
      Highlight Highlight Wie erklärst du dir das? Hört sich so an als würdest du glauben, dass sich die Leute nur Wahnsinnig stellen?

      Könnte aber eher damit zu tun haben, dass früher der psychologische Zustand des Täters einfach egal war.
  • px125 14.11.2018 13:55
    Highlight Highlight Es ist unglaublich! Ein Brasilianer seit 5 Jahren illegal in der Schweiz und dann 5 Jahre Landesverweisung. Ich glaube, ich bin im falschen Film!

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