Schweiz
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Nach Rassismus-Debatte: Gugge Negro-Rhygass verzichtet auf umstrittenes Logo

Logo und Name der Basler Gugge Negro-Rhygass sorgten in den vergangenen Monaten für eine heftige Diskussion um Rassismus und Tradition. Die Gugge wird in Zukunft auf ihr umstrittenes Logo verzichten – kreiert aber vorerst auch kein neues.

Franziska Zambach / ch media



Darf sich die Tradition alles erlauben?

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Video: srf

Es war Anstoss einer langen und heftig geführten Debatte in der Basler Fasnachtsszene und darüber hinaus: Das Logo der Gugge Negro-Rhygass, das ein paukenspielendes schwarzes Männchen mit dicken Lippen und einem Knochen im Haar zeigt – die Darstellung entspricht dem stereotypischen Bild des «Mohren», wie es in Europa bis zum Ende des Kolonialismus üblich und weit verbreitet war.

Die Gugge wurde öffentlich dazu aufgefordert ihr Logo – und auch ihren Namen – zu ändern, da beides «rassistisch» und «diskriminierend» sei. In der Fasnachtsszene fand die Forderung nicht viel Anklang. Es handle sich nicht um Rassismus, sondern um eine Tradition, so der Tenor.

Fasnächtler organisierten einen Solidaritätsmarsch für die Gugge, dieser wurde aber von rechtsextremen Kreisen unterstützt – unter anderem liefen auch Mitglieder der Pnos mit – und deswegen kritisiert.

Bild

Jetzt hat sich die «Negro-Rhygass» dazu entschlossen, auf ihr Logo zu verzichten. «Das umstrittene Vereinslogo wird offiziell nicht mehr öffentlich eingesetzt», schreibt die Gugge in einer Mitteilung. Auf ein neues Logo werde aber vorerst verzichtet.

Das Logo werde jedoch nicht verbannt, da es nach wie vor auf vielen Instrumenten und anderen Fasnacht-Requisiten vorhanden sei. Zudem gehöre es zur Vereinsgeschichte, schreibt die Gugge.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Marcel Kuriger 04.12.2018 07:51
    Highlight Highlight Werde ich nächste Fasnacht als Rassist angeklagt, wenn ich mich schwarz schminke? Gut haben wir keine anderen Probleme in unserem Paradieschen Schweiz!
    PS. Meine Frau ist aus Afrika.
  • Echo der Zeit 03.12.2018 18:29
    Highlight Highlight Fasnächtler, ne grosse Klappe - aber sofort Betupft wenns um die eigene "Tradition" geht, wobei es ist nur Narrentum und daher nicht erst zu nehmen - Nur die Fasnächtler nehmen sich gerne ganz Wichtig. Ziemlich Engstirnig diese Narren .
  • HGS 03.12.2018 14:05
    Highlight Highlight Ein Lob den klugen Negro-Rhygässlern. Tradition lebendig halten heisst, nicht jede Dummheit und Geschmacksverwirrung unserer Vorfahren als unantastbar zu veredeln, sondern sich frohen Mutes davon zu trennen. Das ist stark, Negro-Rhygass. Wir freuen uns auf das nächste Konzert.
  • Cédric Wermutstropfen 03.12.2018 13:49
    Highlight Highlight Absolut lächerlich. Wenn man sich wegen so etwas beschwert, ist man hypersensibel. Diese ganze Diskussion ist mehr als peinlich.
    • Eh Doch 03.12.2018 15:47
      Highlight Highlight In dem Fall genau wie du?
      Sonst würdest du dich nicht so brüskieren, oder?
    • welefant 03.12.2018 21:15
      Highlight Highlight brüskieren 🙄🙄
  • Gondeli 03.12.2018 13:44
    Highlight Highlight Und wieder krebst der Schweizer zurück und "verleugnet" oder gibt Traditionen auf, um jemanden jaaaaaa nicht auf die Füsse zu stehen...
    • Liselote Meier 03.12.2018 14:17
      Highlight Highlight Ja finde ich auch, so wie das traditionelle sich am 1. Mai vermummen oder die alte eidgenössische Tradition des Kloster plünderns und schleiffens.

    • Alex_Steiner 03.12.2018 14:21
      Highlight Highlight Es soll nicht aus der Geschichte entfernt werden - sondern aus der Gegenwart...
    • AleTee 03.12.2018 17:44
      Highlight Highlight Ich finde es viel die schöner tradition der schweizer das sie so auf einander rücksicht nehmen... wen sich jemand wegen sowas beleidigt fühlt, finde ich schon richtig darüber zu sprechen. Und das nun soeine kompromiss lösung gefunden wurde ist eigentlich ja auch schon eine Tradition ^^
  • ostpol76 03.12.2018 13:29
    Highlight Highlight Schade das jetzt sogar schon die Guggenmusiken dem politisch correctness Schmarrn zum Opfer fallen.
    • Ziblizabli 03.12.2018 20:13
      Highlight Highlight Das sehen unsere Nachbaren pragmatischer. Deren zumindest in Vorberg meist verkauftes Bier hat als Logo einen schwarzen Kopf und der Name diese Biers darf man in der CH warscheinlich nicht mal aussprechen.
  • egemek 03.12.2018 13:25
    Highlight Highlight Ist das wirklich das Logo oder doch eher das Gemeindewappen von Möriken? Womit ich bei meiner zweiten Frage wäre: Wird es dort auch ein neues Wappen geben?
    • MCLOVlN 03.12.2018 13:44
      Highlight Highlight Um deine 1. Frage zu beantworten: Jawohl, absolut korrekt.
      2. Frage: Hoffentlich nicht!
  • Gregor Samsa 03.12.2018 13:05
    Highlight Highlight Unter dem Deckmantel der "Tradition" lässt sich vieles verstecken und rechtfertigen.
    Bis im Jahr 2000 gab es im spanischen Dorf Manganeses de la Polvorosa die Tradition, bei einem alljährlichen Fest eine Ziege vom Kirchturm zu werfen.
    Oder man steckt einem Stier brennende Kugeln auf die Hörner, oder man reisst lebendigen Hähnen den Kopf ab... usw.
    Alles Tradition, kann deswegen nicht geändert werden.
    Wir würden ja wenn wir könnten, ist aber leider Tradition und deswegen unumstösslich.
    • Regentrockner 03.12.2018 14:32
      Highlight Highlight Mir ist nicht klar, wer genau durch das Logo zu Schaden gekommen sein soll? Es ist eine Karikatur, genau so wie der Waggis, der einen Elsässer karikiert, und dabei nicht wirklich auf charmante Weise. Wenn ich einen grünen Politiker mit selbstgestricktem Wollpullover und Kernseife karikiere, darf ich das auch nicht mehr? Oder dürfen Juden über sich selbst keine Witze mehr machen?

      Wenn wir anfangen, alles zu verbieten, was irgend eine andere, humorlose Person als potenziell beleidigend ansehen könnte, haben wir bald ein totalitäres System, wo man nicht mehr sagen darf, was man möchte.
    • Scott 03.12.2018 21:51
      Highlight Highlight "Wenn wir anfangen, alles zu verbieten, was irgend eine andere, humorlose Person als potenziell beleidigend ansehen könnte, haben wir bald ein totalitäres System, wo man nicht mehr sagen darf, was man möchte."

      Ich denke wir leben schon seit Jahren darin!
    • Carlo Marx 04.12.2018 07:09
      Highlight Highlight Dieses totalitäre System haben wir bereits. Ich warte auf die Zeit, in der ich keine Anstellung mehr bekomme, weil ich noch frei denke, statt mich dem linken Mainstream anzuschliessen.
  • elnino 03.12.2018 13:02
    Highlight Highlight Political correctness gone too far part II
  • Durolex 03.12.2018 12:30
    Highlight Highlight Jeeeh, die SJWs haben wieder mal gewonnen... nicht :o

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