Schweiz
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Police officers secure an area of the central railway station in Bern, due to a bomb alert, on Wednesday, November 25, 2015, in Bern, Switzerland. A suspicious object triggered the police operation at central railway station in Bern in the late afternoon of Wednesday, November 25, 2015. So far, no further information regarding the suspicious object has been released. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Der Bahnhof in Bern musste am 25. November wegen einer Bombendrohung abgesperrt werden.
Bild: KEYSTONE

Terrorhysterie bei der Berner Polizei? Nach dem Bombenalarm wurde die Wohnung des Kunstschülers durchsucht

Auslöser des Bombenalarms in Bern war ein Stahlfigürchen. Ein Kunstschüler hatte es dort platziert und sich nach dem Polizei-Einsatz selbst gemeldet. Dennoch wurde seine Wohnung durchsucht – rund eine Woche nach der Sprengung. Das Vorgehen der Polizei löst Kopfschütteln aus, es hagelt Kritik. 

Was ist passiert?

Vor rund drei Wochen, am 25. November, sperrte die Kantonspolizei Bern den Bahnhof der Hauptstadt weiträumig ab. Grund dafür war ein verdächtiger Gegenstand, der zunächst nicht identifiziert werden konnte. Spezialisten nahmen eine Sprengung des Objektes vor, gaben Entwarnung und öffneten den Bahnhof wieder. 

Gut eine Woche später wurde bekannt, dass es sich beim corpus delicti um das Stahlfigürchen eines Schülers gehandelt hatte. Im Rahmen des Projektes «Kunst in der Öffentlichkeit» platzierte er den gebastelten Gegenstand am Berner Bahnhof. Nach der Sprengung erklärte die Berner Kantonspolizei, das Figürchen sei harmlos gewesen. 

Trotzdem fand Tage nach dem Zwischenfall bei dem Schüler eine Hausdurchsuchung statt. Die Eltern wurden verhört, Computer und Handy des jungen Mannes beschlagnahmt. Dies schreibt Der Bund heute Donnerstag. 

Was sind die Reaktionen?

Die Hausdurchsuchung der Berner Kantonspolizei stösst auf wenig Verständnis. Vor allem der Zeitpunkt der Aktion wird kritisiert: Warum dauerte es eine Woche, bis die Polizei der Wohnung des Schülers einen Besuch abstattete? Bei einem konkreten Verdacht hätte die Durchsuchung viel eher stattfinden müssen.

Was sagt die Kapo Bern

Christoph Gnägi, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern, will die Kritik nicht kommentieren. «Es gilt die Unschuldsvermutung, zum laufenden Verfahren können wir nichts sagen», so Gnägi gegenüber watson. «Ganz allgemein gilt es jedoch festzuhalten, dass Hausdurchsuchungen auch durchgeführt werden können, um Personen zu entlasten, nicht nur um Personen zu belasten.»

Um sich ein ganzheitliches Bild der Situation zu machen, hätten die Ermittler entschieden, eine Hausdurchsuchung zu machen. «Ein Geständnis alleine reicht nicht aus, um den Fall vollständig abzuschliessen», so Gnägi.  Ob die Eltern des Schülers tatsächlich verhört, Handys und Computer beschlagnahmt wurden, wollte Gnägi ebenfalls nicht kommentieren. 

Angesprochen darauf, weshalb es so lange gedauert habe, bis die Durchsuchungen stattgefunden hätten, meint Gnägi: «Der Zeitpunkt von Hausdurchsuchungen ist immer von mehreren Faktoren abhängig und kann variieren.»  

Der Ball liegt nun bei der Staatsanwaltschaft, Gnägi geht davon aus, dass das Verfahren bald eingestellt werden dürfte. Bis jetzt wurde beim Schüler und seinen Eltern nichts Verdächtiges festgestellt. (cma)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Wasmeinschdenndu? 17.12.2015 21:31
    Highlight Highlight Ok, wahr offensichtlich schon übertrieben aber lieber übertriebene Vorsichtsmassnahmen als zu wenig machen und die Sicherheit gefärden.
  • koks 17.12.2015 20:52
    Highlight Highlight das ist das bürgerliche system: wer kunstfigürchen macht, ist ein verdächtiger zeitgenosse und darf mittels neuem überwachungsgesetz durchleuchtet werden. wäre er ein kahlgeschorener skinhead mit nationalsozialistischem gedankengut, würde er von der polizei nicht mal bemerkt werden.
  • peeti 17.12.2015 18:41
    Highlight Highlight Ob sie wohl gleich ihre Rambo-Truppe Enzian schickten und den Jungen ordentlich durchknebelten? Die Berner Polizei hat ja ziemlich einen am Helm. Aber gut, man muss die Männer bei Laune halten mit Durchsuchungskommandos..
  • Matthias Studer 17.12.2015 18:35
    Highlight Highlight Die Berner Polizei braucht dringend eine neue Führung. Das was sie in der letzten Zeit abgeliefert haben, kann von einem Rechtsstaat nicht toleriert werden. Wir befinden uns nicht im Krieg, auch wenn das einige bei der Berner Polizei, Politik und evtl. Justiz nicht wahrhaben wollen.
  • Raw Olu 17.12.2015 17:03
    Highlight Highlight Passend hierzu auch die zwei Texte der WOZ von vor drei oder vier Wochen:
    Hausdurchsungen mitten in der Nacht wegen Verdacht auf Scheinehe! Tür wurde aufgebrochen, mehrere schwerbewaffnete Maskierte stürmten die Wohnung, da sie eine Scheinehe zwischen einer Schweizerin und einem Nicht-Schweizer vermuteten.
    Oder der andere Artikel: Zweimal wurde ein besetztes Haus mit einer hundertschaft Schwerbewaffneter gestürmt und jemanden zu suchen. Die Person war jedoch bei sich zu Hause. Hat sich sogar bei der Polizei gemeldet. Wurde aber nie aufgeboten, vorstellig zu werden...
    "Ich hab Polizei"
  • Thanatos 17.12.2015 16:48
    Highlight Highlight Ja also nach einer Woche kann auch ein Schuldiger alle Spuren verschwinden lassen. Dann bringt eine HD in keiner Weise etwas...
    Aber berner Beamte halt ;)
  • ralck 17.12.2015 16:34
    Highlight Highlight die haben bei dem bestimmt gras gefunden! und das ganze hat er doch absichtlich gemacht! diese kiffer sind einfach ein problem in unserem land!
    • will.e.wonka 17.12.2015 19:40
      Highlight Highlight hoffe nur, dass mein sarkasmusdetektor noch funktioniert...
    • azoui 17.12.2015 19:52
      Highlight Highlight mädi, ich glaub fast, der ist defekt.
  • nick_the_greek 17.12.2015 15:48
    Highlight Highlight So ein Blödsinn. In einem Satz hält der Polizeisprecher fest, dass die Unschuldsvermutung gilt, und im nächsten deutet er an, dass die Untersuchung zur Entlastung des Schülers durchgeführt worden ist. Wenn der Schüler nicht konkret im Verdacht einer Straftat steht, sollte seine Wohnung auch nicht durchsucht werden.
  • NWO Schwanzus Longus 17.12.2015 15:43
    Highlight Highlight Krass wie alle Sicherheitskräfte jetzt Panisch werden durch die Paris Anschläge, nur schon ein Kunstgegenstand setzt sie in Panik. Müssen wir Paranoia haben? Nein. Leute, wir solten uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und so weiterleben wie bisher. Solche Anschläge sind gerade dazu da um das Öffentliche in Angst und Panik zu versetzen.
    • saendu 18.12.2015 10:21
      Highlight Highlight Klar sollten wir weiterleben wie vorher, sonst würden die nur eines ihrer Ziele erreichen: Unsere Lebensweise und Kultur zu zerstören. Die Wahrscheinlichkeit ist aber hoch, dass auch in der Schweiz etwas geschieht. Darum sollten wir nicht jammern, wenn bei einem Verdacht für unsere Sicherheit gesorgt wird. Wäre es denn besser, wenn wir alle in die Luft gejagt werden? Dann würden die Sicherheitskräfte erst recht kritisiert werden.
  • sentir 17.12.2015 15:43
    Highlight Highlight Wahrscheinlich war mit «Kunst in der Öffentlichkeit» die Polizeiaktion gemeint... ;-)

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