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Uni Bern

An der Universität Bern sind nicht alle Studierenden mit der Leitung einverstanden. Bild: Keystone

Wegen «autoritärer» Universitätsleitung: Eine Gruppe Berner Studenten ist richtig sauer



Eine Gruppe von Studenten der Universität Bern ist sauer. Sehr sogar. Sie wirft der Uni-Leitung vor, «autoritär» und «undemokratisch» zu sein. Aber von vorne: 

In zwei Wochen findet an der Universität Bern die «Lange Nacht der Karrieren» statt. Eine Veranstaltung, die zusammen mit Wirtschaftsvertretern und dem Bund durchgeführt wird. Vertreter verschiedener Grossfirmen, darunter Ruag, Swisscom, Ernst&Young, geben den Studierenden Ratschläge in Sachen Bewerbungsgespräche, Eigenvermarktung und Karriereplanung.

Zahlreiche Firmen nehmen an der «Langen Nacht der Karriere» teil. 

Anfänglich erwähnte Gruppe von Studenten hält wenig von der geplanten Karriere-Nacht. Sie kritisiert die zunehmende Ökonomisierung der Universität. Studierende sollen nicht nur lernen, wie sie ihre Karriere planen sollen, sondern auch wie sie zu Bürgerinnen und Bürger werden, die aktiv die Gesellschaft mitgestalten.  

Gegenveranstaltung

Die kritischen Studenten planten deshalb eine Gegenveranstaltung zur «Langen Nacht der Karrieren» in den Räumlichkeiten der Universität Bern: Die «Lange Nacht der Bildung». Wie Mitorganisator Nils Wyssmann gegenüber dem Bund sagte, wolle man «darüber diskutieren, wozu wir überhaupt studieren». Das Kollektiv RaAupe sollte den Besuchern erklären, wie eine nichtkapitalistisch Wirtschaft aussehen könnte. Und der Basler Soziologe Ueli Mäder hätte über die Auswirkungen einer Verwirtschaftlichung der Bildung gesprochen. 

Die Uni-Leitung hielt von der Idee wenig. Sie stellte den Studenten keine Räume für die gleichzeitige Veranstaltung zur Verfügung und begründete die Absage mit Datum und Namen. Die Uni befürchtete eine Verwechslungsgefahr. Laut Mediensprecherin Nathalie Matter Steinauer habe man den Veranstaltern Räume an einem anderen Datum angeboten. 

«Lange Nacht der Bildung» findet statt

Doch wie der «Bund» berichtet, sei die Absage an die Studenten weit gehässiger gewesen. Das Schreiben von Generalsekretär Christoph Pappa an die Studi-Gruppe wirkt genervt. Pappa unterstellt den Organisatoren der «Langen Nacht der Bildung» von der Karriere-Nacht profitieren zu wollen. Er bezeichnet sie als «Trittbrettfahrer». Eine solche Gegenveranstaltung sei weder «restlos redlich noch wünschenswert», heisst es im Mail von Pappa. 

Die Organisatoren der «Langen Nacht der Bildung» geben sich aber nicht geschlagen. Die Veranstaltung wird durchgeführt – nicht im Uni-Gebäude, sondern im Kirchgemeindehaus Paulus. Und dort wird nun auch das Vorgehen der Universität kritisiert. Die Uni habe massenhaft leere Räume in mehreren Häusern, sagt Mitorganisator Wyssmann. «Die Verwechslungsgefahr dürfte somit gering sein.» (ohe)

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Video: watson/Simon Balissat, Emily Engkent

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15
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    Alle Leser-Kommentare
  • dommen 31.10.2017 14:50
    Highlight Highlight Spätestens wenn Papa den Grödhahn zudreht, weil nach dem 11. Semester immer noch kein Abschluss geschafft ist, dürfte das anders aussehen.
  • elmono 31.10.2017 14:13
    Highlight Highlight Wer zu solch einer Karriereplanung-Veranstaltung geht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
  • Hierundjetzt 31.10.2017 12:51
    Highlight Highlight Jaaa und wie möchte den Frau Studentin ins Berufsleben starten? Mit RAV Taggeldern?

    Und der Herr Student will wieder mal am ganz grossen Rad drehen und en passant diese böse kapitalistische Welt abschaffen?

    Vom Kinderzimmer seiner Eltern aus -oder wie?

    Kollege, auch in Bern ist es mittlerweile 2017. Auch da sollte man ab 25ig mal selber für sein Leben aufkommen können.
    • 4kant 31.10.2017 15:08
      Highlight Highlight Auch als Student kann man und oft muss man für sein Leben selbst aufkommen.
  • Alnothur 31.10.2017 12:34
    Highlight Highlight Wer die Unileitung (in-)direkt am Tag des Studienbeginns erlebt hat, den wundert solch eine Absage nun wirklich nicht... Ich kenne keine andere Uni, die dermassen vereinsfeindlich ist.
  • Molty 31.10.2017 12:24
    Highlight Highlight Bei allem Respekt für die Studenten - die Uni hat ein Angebot, dass genützt werden kann. Da liegt es in der eigenen Verantwortung, sich zu Bürgern weiterzubilden. Wer diese Chance verpasst (und sich erst im Nachhinein beschwert), hat wohl Sinn und Zweck eines Studiums nicht ganz verstanden. Im Gegensatz zur 'Kanti' wird dort Eigeninitiative (zurecht) erwartet!
    • Sveitsi 31.10.2017 13:04
      Highlight Highlight Ausserdem schaffen es ja auch Nicht-Studenten, Bürger zu werden. Dafür braucht man jetzt nicht zwingend ein Studium. ;-)
    • satyros 31.10.2017 14:30
      Highlight Highlight Das ist sicher so. Allerdings sollte eine universitäre Ausbildung auch die Möglichkeit bieten, sich Kenntnisse die bei einer späteren beruflichen Karriere nützlich sein könnten, zu erwerben. Trotzdem hält es die Unileitung für nötig, eine lange Nacht der Karriere anzubieten. Dass man hier einen Gegenpool setzen will und wieder einmal darauf aufmerksam macht, dass Bildung nicht nur die Aneignung berufsspezifischen Wissens ist, dünkt mich legitim.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 31.10.2017 12:22
    Highlight Highlight Man könnte die Termine auch auf verschiedene Tage legen, sodass beide Veranstaltungen besucht werden können. Oder ist wer A besucht bei B nicht mehr willkommen?
  • x4253 31.10.2017 10:56
    Highlight Highlight «Lange Nacht der Karrieren»
    Früher nannte man das Schanghaien.
    • x4253 31.10.2017 14:30
      Highlight Highlight "Sie füllen dich ab"
      Moderne Version: Versprechen dir eine Karriere, viele Benefits, ein super Umfeld und eine tolle W/L Balance

      "und zwingen dich Excel-Tabellen auszufüllen"
      Meist bist du als Consultant Exceltabellen am vergleichen. in tollen "Revisorenbüros" beim Kunden. Im Keller. Neben den Servern.

      "stopfen sie dir auch noch als Absolvent 90k in die Taschen"
      Consultant Level 1 hat keine 90k, dafür haarsträubende Arbeitszeiten in der Busy season.
      Wer wegen dem Lohn zu den Big4 geht, geht auch bald wieder weg. Big4 macht man für die Reputation, Erfahrungen und fürs eigene Netzwerk
    • x4253 31.10.2017 17:15
      Highlight Highlight Meine B4 Zeit ist schon was her ;)
  • LeChef 31.10.2017 10:46
    Highlight Highlight Soso, wahrscheinlich kommen auch immerhin drei oder vier Leute.. ;)
  • Die verwirrte Dame 31.10.2017 10:45
    Highlight Highlight hässig!
    • Roterriese 01.11.2017 11:39
      Highlight Highlight ok

Gerichtsurteil im Fall «Prüfungsgate» – Uni Bern kassiert Schlappe und gibt sich wortkarg

Weil eine Professorin alte Prüfungsfragen rezykliert hatte, mussten Jus-Studenten eine Prüfung wiederholen. Jetzt gab es für die Uni vom Verwaltungsgericht einen Rüffel für dieses Vorgehen.

Im Herbstemester 2017 liess eine Professorin ihre Studenten eine Prüfung im Schuldbetreibungs- und Konkursrecht schreiben. Die Prüfung entsprach quasi 1:1 einer alten Prüfung aus dem Jahr 2013, welche öffentlich einsehbar war. Als Reaktion darauf ordnete die Uni eine Wiederholung des Examens an (siehe Box).

Weil er damit nicht einverstanden war, legte ein Jus-Student Rekurs ein. Im Januar 2018 entschied die Rekurskommission der Uni, dass die Wiederholung der Prüfung rechtsmässig sei. …

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