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Dreifachmörder und Milieukönig Alfredo Lardelli ist tot

Der verurteilte Dreifachmörder  Alfredo Lardelli ist heute Morgen «nach langer Krankheit infolge multiplen Organversagens» gestorben. Das teilt sein Anwalt mit. 



Ein Artikel der

 

1985 hatte Alfredo Lardelli in Station Siggenthal drei Menschen getötet. Nun teilt Urs Oswald, sein langjähriger Anwalt, mit, Lardelli sei am Dienstagmorgen «nach langer Krankheit infolge multiplen Organversagens» im Universitätsspital Zürich verstorben. Er wurde 59 Jahre alt.

Am 13.Dezember 1985 erschoss Alfredo Lardelli im Würenlinger Ortsteil Station Siggenthal den Mann seiner Geliebten sowie zwei Prostituierte. Lardelli, ein damals 33-jähriger Immobilienhändler und dreifacher geschiedener Familienvater, stellte sich selbst und gestand die Morde zunächst. Gemäss seiner ersten Aussage habe er sich in der Tatnacht mit Vanio V., dem Ehemann seiner Geliebten Christina V. getroffen. Er wollte mit ihm eine Vereinbarung wegen Christina V. treffen. Die beiden Prostituierten nahm er zur Wohnung von V. mit, weil er sie nicht habe loswerden können.

Während Lardelli, der seinen Namen später in Alfredo Borgatte dos Santos änderte, in dem Haus in der Nähe des Bahnhofs auf V. wartete, erschoss er die beiden Prostituierten. Später kam Vanio V. nach Hause, wo er von Lardelli hinterrücks und wortlos niedergestreckt wurde.

Lardelli, der stets als eleganter Lebemann auftrat und als Narzisst galt, widerrief sein Geständnis rund drei Monate später. Er habe die Taten nur zugegeben, um Christina V. zu schützen – diese habe nämlich geschossen. Sein Anwalt plädierte deshalb auf Freispruch.

Die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Baden wurde zu einem der grössten Indizienprozesse der Schweiz. Bezirksgerichtspräsident war Luzi Stamm, heute SVP-Nationalrat. Lardelli wurde zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. 14 davon musste er absitzen, 1999 wurde er freigelassen. 

Tatort Würenlingen

Lesen Sie den ausführlichen Bericht (Aargauer Zeitung von 29.12.2009) über den Mordprozess, verfasst von der ehemaligen Gerichtsreporterin Rosmarie Mehlin.

Noch vor seiner Haftentlassung verlangte Lardelli beim Aargauer Obergericht die Wiederaufnahme des Strafverfahrens und eine Neuauflage des Mordprozesses. Er behauptete nun, lediglich Vanio V. erschossen zu haben. Seine Geliebte Christina V. sei für die Morde an den beiden Prostituierten verantwortlich. 

Sowohl das Obergericht als auch das Bundesgericht lehnten Lardellis Begehren ab. Christina V. wurde nie in Haft genommen.

 

(Update folgt) (aargauerzeitung.ch)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 21.07.2015 22:43
    Highlight Highlight Ein Witz, diese Keystone-Aussage unter der ersten Foto - keine Ahnung, wie so oft 😁!

    "Nach der Freilassung änderte er seinen Namen auf Alfredo Borgatte Lardelli und betätigte sich als juristischer Berater. Quelle keystone"

    Richtig ist, dass sich der Mörder Lardelli nach seiner Entlassung einen anderen Namen aussuchen durfte, damit er gesellschaftlich weniger schnell erkennbar wäre. Als passionierter Bluffer wählte er natürlich einen äusserst wohlklingenden : Alfredo Borgatte dos Santos.

    Natürlich ohne Lardelli am Ende des neuen Namens, tztz 😊!

    Dass ihn aber doch innert weniger Monate fast jedermann auch unter seinem neuen Alias-Namen kannte, schien ihm aber gar nicht sooo unangenehm, zumal er mehrfach durch weitere Skandale und Tätigkeiten im Nutten-Milieu von sich reden machte.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Alfredo_Lardelli



    • Maria B. 22.07.2015 10:54
      Highlight Highlight Ungeachtet dessen, dass du oft recht fundierte Beiträge realpolitischen Inhalts schreibst, lieber Angelo, auch stets meist sattelfest informiert unterwegs bist, muss auch dort mal leise Kritik angebracht werden dürfen, wenn dem edlen Herrn ein klarer fauxpas unterläuft :-)! Aus deinem Wikipedia-Link wird klar, dass sich Lardelli seinen Namen zwar aussuchen durfte, einer der offensichtlicj auch gut klingt. Nur war das kein Angebot der Polizei an einen entlassenen Mörder, wie z.B. im Fall Tschanun, der in Zürich seine Arbeitskollegen erschoss, sondern weil er eine Brasilianierin dieses Namens (Borgatte dos Santos) in der Knastzeit ehelichte. Keystone irrt sich also nicht, wenn sie am Schluss zurecht den Namen Lardelli anfügt. Du hast dich da also für einmal geirrt und dich mit deinem offenbar nicht gut gelesenen Wikipedia-Link gleich auch noch selbst überführt ;-)!
    • Angelo C. 22.07.2015 12:34
      Highlight Highlight @Maria : Au weia, Asche über mein Haupt - wo du recht hast, hast du recht 😊!

      Ich habe vor Jahren, als der Fall Lardelli gerichtsnotorisch war und oft über ihn in den Medien berichtet wurde, mal gelesen, dass er sich den Namen Borgatte dos Santos wohllüstig angeeignet habe, dies im Einverständnis mit den Strafverfolgungsbehörden. Deshalb auch meine feste Überzeugung dazu - und dadurch habe ich nachvollziehbar den WIKIPEDIA-Link erst gar nicht mehr richtig durchgelesen. Lardelli, der ein Paradebeispiel an Narzissmus und stets gesuchtem Bluff war, hat sich aber den neuen Namen gewiss ganz bewusst und weniger im Hinblick auf die Liebe zu der damaligen Gattin einverleibt. Davon gehe ich immerhin mal mutig aus. Daher ist mein Versehen zumindest keine totale Ente 😉!

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