Schweiz
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Verunfallter Reisecar in Zuerich am Sonntag, 16. Dezember 2018. Bei einem schweren Verkehrsunfall eines Reisecars auf der Autobahn A3 bei Zuerich ist am Sonntagmorgen eine Frau ums Leben gekommen. 44 Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Der Car war laut Polizei ins Schleudern geraten und prallte in die Mauer am Autobahnende. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Der Car war laut Polizei ins Schleudern geraten und in eine Mauer geprallt. Bild: KEYSTONE

Italienerin stirbt bei Car-Unfall bei Zürich



Bei einem Car-Unfall auf der Autobahn A3 bei Zürich ist am Sonntagmorgen eine Italienerin ums Leben gekommen. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt. Der Unfall passierte auf der Sihlhochstrasse, wo die ursprünglich geplante Autobahn in einer Mauer endet.

Der Car war um 4.15 Uhr ins Schleudern geraten und in die Mauer am Autobahnende geprallt. Diese Mauer verhinderte, dass der Car auch noch 10 Meter hinunter in die Sihl stürzte. Wie die Kantonspolizei bekanntgab, gehörte der Bus einem Subunternehmen von Flixbus und war von Genua nach Düsseldorf unterwegs.

Eine Passagierin, eine 37-jährige Italienerin, kam beim Unfall ums Leben. Über 40 Personen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Sie wurden mit Rettungswagen in umliegende Spitäler gebracht.

Verunfallter Reisecar in Zuerich am Sonntag, 16. Dezember 2018. Bei einem schweren Verkehrsunfall eines Reisecars auf der Autobahn A3 bei Zuerich ist am Sonntagmorgen eine Frau ums Leben gekommen. 44 Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Der Car war laut Polizei ins Schleudern geraten und prallte in die Mauer am Autobahnende. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

50 Personen im Car

Insgesamt befanden sich nach Polizeiangaben 50 Personen in dem Car, 27 Männer und 23 Frauen im Alter von 16 bis 77 Jahren. 16 Passagiere stammen aus Italien, zehn aus Russland, fünf aus Deutschland, fünf aus Nigeria, vier aus Kolumbien, zwei aus Albanien und je eine Person aus Rumänien, Jordanien, Ghana, Benin, Bosnien und Herzegowina und der Schweiz. Die Nationalität einer weiteren Person ist unbekannt.

Bei den Chauffeuren handelt es sich um Italiener im Alter von 57 und 61 Jahren. Am Steuer sass zum Unfallzeitpunkt der 57-Jährige. Beide Männer lagen am Sonntagabend noch schwerverletzt im Spital. Der ältere von ihnen schwebte in Lebensgefahr. 22 Personen konnten das Spital im Tagesverlauf verlassen.

Rest des «Expressstrassen-Ypsilon»

Wegen des Unfalls wurde die Autobahn zwischen Brunau und Wiedikon in beiden Richtungen bis gegen Mittag gesperrt. Warum der Car von der richtigen Spur abkam und in der Mauer landete, war bis Sonntagabend unklar. Zum Zeitpunkt des Unfalls war die Strasse noch schneebedeckt. Meteorologen warnten vor Glatteis.

Der Unfall passierte auf dem Autobahn-Stummel, der heute noch von der einstigen Autobahn-Euphorie zeugt. Die im Jahr 1974 eröffnete Sihlhochstrasse sollte den Südast des «Expressstrassen-Ypsilon» bilden, das quer durch die Stadt hätte führen sollen.

Das «Ypsilon» wurde nie fertiggestellt. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen wurde das Projekt beerdigt. Von den Plänen übrig blieb der bereits gebaute Autobahn-Stummel hoch über der Sihl.

Auf die Tatsache, dass die Autobahn dort zu Ende ist, wird nicht speziell hingewiesen. Die Fahrspur biegt früh genug rechts ab. Wer jedoch links auf den Pannenstreifen gerät, kollidiert bald mit der Mauer. Eine Absperrung gibt es nicht, da der «Stummel» regelmässig von Polizei und Rettungskräften genutzt wird, um schnell die Richtung wechseln zu können und zu einer Unfallstelle zu gelangen. Eine Absperrung müsste jedes Mal ab- und wieder aufgebaut werden.

Lastwagen stürzte in die Sihl

Im März 2016 gab es an dieser Stelle bereits einen schweren Unfall. Damals hatte sich an einem Nachmittag ein Stau gebildet, ein Lastwagenfahrer fuhr von hinten auf die stehenden Fahrzeuge auf, geriet nach links auf den Pannenstreifen und schliesslich auf den Autobahn-Stummel.

Anders als an diesem Sonntagmorgen gab die Abschrankung damals aber nach. Der Lastwagen durchbrach die Mauer, so dass er zehn Meter in die Tiefe stürzte und in der Sihl landete. Der Chauffeur erlitt schwere Verletzungen an den Beinen, überlebte aber. (sda)

Aktuelle Polizeibilder: Drei Verletzte bei Frontalkollision

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    Alle Leser-Kommentare
  • Arben Lekaj (1) 17.12.2018 22:53
    Highlight Highlight Als Instruktor für Nothelferkurse (https://nohe.ch/nothelferkurs-zurich/) bin ich überzeugt, dass das Eingreifen von Ersthelfern in der Nähe des Unfalls viele Leben rettet. Deshalb freue ich mich immer, wenn ich diese Kurse geben kann. Denn ich weiss, dass meine Schüler irgendwann jemandem helfen können.
  • Miikee 16.12.2018 22:14
    Highlight Highlight Man müsste ja den Stummel nicht absperren, man könnte einfach eine Schickane bauen. Die Blaulichtorganisationen würden so noch durchkommen, für die, die es übersehen würden in Wasserpoller oder so krachen. Platz scheint ja genug vorhanden zu sein.

    Unsere Verkehrsplaner haben einfach schon kein Sinn für Strassenplanung. 🤦🏽‍♂️
    Benutzer Bild
  • cassio77 16.12.2018 16:42
    Highlight Highlight "13 Passagiere waren Italiener, die übrigen stammten aus verschiedenen europäischen und afrikanischen Ländern sowie aus Jordanien und aus Kolumbien." Bild.de
  • Evan 16.12.2018 15:54
    Highlight Highlight Deshalb bevorzuge ich den Zug, oder aber das Flugzeug. Busse sind mir zu riskant.
    • derlange 16.12.2018 16:13
      Highlight Highlight Geiz ist geil gilt auch für Flugreisen...
      Böse Zungen behaupten bereits... auch du weisst schon...
    • sonwat 16.12.2018 22:45
      Highlight Highlight Nein gilt es nicht. Aufgrund des hochregulierten Aviatik-Umfelds gerade in Europa sind Unfälle schon systemisch sehr unwahrscheinlich. Ausserdem müssen Piloten dank technischer Hilfsmittel nur während kurzen Zeiten (Start/Landung und ungewöhnliche Flugsituationen) hochkonzentriert sein. Ein Carfahrer muss es jedoch jederzeit sein..
    • Baba 17.12.2018 00:07
      Highlight Highlight Mir sind Flixbusse zu riskant...
  • Ungläubig 16.12.2018 15:42
    Highlight Highlight Bei Dunkelheit und Schneefall möglicherweise schwierig zu erkennen.

    Ansicht bei Google Maps: https://tinyurl.com/ybotz4ay
    • pfffffffff 16.12.2018 19:32
      Highlight Highlight Sehe ich auch so! Wenn nämlich die Fahrbahn mit Schnee bedeckt ist, können ortsunkundige Fahrer den Stummel als Fortsetzung der Autobahn interpretieren, um erst im letzten Moment die Gefahr zu erkennen. Es waren offenbar in beiden Fällen solche Fahrer unterwegs. Man könnte doch diese Betonwand mit reflektierenden Markierungen versehen, kostet sehr wenig und kann Menschenleben retten.
  • Uglyman 16.12.2018 14:46
    Highlight Highlight Wir waren heute nach sechs Uhr auf der Autobahn ab Lenzburg bis St.Gallen. Von Meteo Schweiz, war uns prekäre Verhältniss vorausgesagt, weshalb wir Zeitreserven einrechneten. So schlecht wie heute waren die Strassen no nie gepflügt. Erst kurz vor Zurich die ersten Schneeraumer auf der Gegenfahrbahn. Strassenmarkierunge unsichtbar. Erst im Kanton Thurgau geräumte Fahrbahnen. Haben die Verantwortlichen die Wetterprognosen nicht gekannt. Wozu bezahlen wir mit der Autobahnvignette an den Unterhalt. Wird nun nur der Busfahrer bestraft und die Beamten bleiben Straflos?

    • Ungläubig 16.12.2018 15:46
      Highlight Highlight Vielleicht wurden die Beamten vom Schnee überrascht …
    • Barracuda 16.12.2018 15:58
      Highlight Highlight OK, ich gebe dir gerne ein paar Antworten und Fakte (!) zu deinem tendenziösen Wutbürgerbeitrag:
      In dieser Nacht waren 230 Schneeräumungsfahrzeuge im Kanton Zürich unterwegs. Die Brücke am Unfallort wurde sogar zwei Mal gesalzen! Gemäss Berichten von Passagieren war der Chauffeur viel zu schnell in die Kurve gegangen bei diesen Verhältnissen. Die Pneus waren wie so oft bei solchen Billig-Anbietern fast komplett abgefahren.
    • _kokolorix 16.12.2018 16:06
      Highlight Highlight Vermutlich wurden die Mittel für den Winterdienst im Dezember gekürzt, weil die letzten zehn Jahre im Dezember nie Schnee fiel...
      Im Ernst. Sollen am Sonntag am Morgen um sechs wirklich alle Strassen pikfein geräumt sein? Wieviel Verkehr hat es um diese Zeit?
    Weitere Antworten anzeigen
  • LubiM 16.12.2018 14:07
    Highlight Highlight Und wie immer weist FlixBus jede Schuld von sich - mehr Personen als gebucht im Bus? Lokaler Busunternehmer... Fahrpläne die 16h durch die Nacht fahren mit zwei Fahrer - auch schuld des Busunternehmers!
    FlixBus sackt nur die Kohle ein, Schuld sind immer die anderen.
    Ich frage mich wie lange das noch so weitergehen kann!
    • Barracuda 16.12.2018 15:00
      Highlight Highlight Ja, wie immer hat man sich reflexartig verteidigt. Wobei die Ruhezeit angeblich eingehalten wurde. Fakt ist jedoch, dass die Pneus komplett abgefahren waren! Und bei einem solchen Unfall ist die Ursache naturgemäss meistens auch eine Fahrweise, die nicht an die Wetter- und Strassenbedingungen angepasst ist. Kann mal passieren wenn bei der Ausbildung und Sicherheit gespart wird. Aber wenigstens war die Fahrt ein Schnäppchen.
    • Ungläubig 16.12.2018 15:30
      Highlight Highlight Solange Geiz geil ist. Ist leider so 😢
  • Barracuda 16.12.2018 12:52
    Highlight Highlight Es ist ja schon wieder ein paar Monate her seit der letzte Flixbus verunglückt ist. Das war nur eine Frage der Zeit bis es wieder zu einem Unfall kommt, dieses Mal leider sogar mit Toten und Verletzten. So deppert es klingt, das ist der Preis oder das Risiko für die grassierende Geiz-ist-geil-Mentalität, die immer groteskere Züge annimmt. Man muss schon naiv sein, wenn man glaubt, dass man für diesen perversen Preis die gleiche Sicherheit und das gleich gut ausgebildete (und fair bezahlte) Personal bekommt. Mein herzliches Beileid den betroffenen Familien.
    • TomTomZH 16.12.2018 13:03
      Highlight Highlight Ich denke nicht, dass es einzig darauf ankommt, wie viel man zahlt und wie gut ausgebildet der Busfahrer ist. Natürlich gibt es bei besser ausgebildeten Fahrern eine marginal bessere Chance nicht zu verunfallen, aber schlussendlich passieren überall Unfälle, und bei vielen können selbst die besten Fahrer nichts mehr ausrichten.
    • Gebietsvertreter 16.12.2018 13:33
      Highlight Highlight das hat nicht nur mit Geiz zu tun.. es gibt Leute, die können sich nichts anderes leisten... klar, für uns Schweizer schwer nachvollziehbar..
    • Albert J. Katzenellenbogen 16.12.2018 13:47
      Highlight Highlight Sie kommen zu diesem Schluss weil?
      Unfälle passieren. Jeden Tag.
    Weitere Antworten anzeigen
  • who cares? 16.12.2018 12:31
    Highlight Highlight Das Problem bei solchen Reisebussen ist auch, dass sie niemand anschnallt. Mein Freund, der auch oft solche Busse benutzt würde sich nie anschnallen und wenn ich ihm was sage, heisst es wieder ich sei paranoid :(
    Wenn die Leute quer durcheinander geschleudert werden, gibt es viel mehr Verletzte.
    • derEchteElch 16.12.2018 13:43
      Highlight Highlight Das ist u.a. einer der Hauptprobleme. Auch in Bussen gilt eine Gurtpflicht.
    • kliby 16.12.2018 14:38
      Highlight Highlight @Who Cares: Weshalb lässt du deinen Freund nicht fahren, wie er will? Ändere dein Verhalten, aber lass die anderen leben wie sie wollen.
    • feuseltier 16.12.2018 14:45
      Highlight Highlight Ist nicht such in der Schweiz eine Gurtenpflicht für Reisebusse? Oder nur im Ausland so?
    Weitere Antworten anzeigen
  • BeatB_ 16.12.2018 12:03
    Highlight Highlight Traurig.
    Und gestern die Meldung der KAPO Uri, dass 18 Reisecars untersucht wurden und Neun davon (die Hälfte!) beanstandet wurde. Sechs davon wegen technischer Mängel und drei dieser Sechs mussten sofort stillgelegt werden.
    Vielleicht ist es an der Zeit, hier genauer hinzusehen.

    Quelle: Traurig.
    https://www.bote.ch/nachrichten/zentralschweiz/uri/erstfeld-neun-car-lenker-werden-angezeigt;art97,1145175
    • Ungläubig 16.12.2018 15:37
      Highlight Highlight Weitere Details zu dieser Kontrolle:

      3 von 18 kontrollierten Fahrzeugen mussten wegen ungenügender Bremsen, massivem Öl- und Kraftstoffverlust sowie starken Rostschäden vollständig stillgelegt werden.

      4 Fahrer haben gegen die Arbeits- und Ruhezeitvorschriften verstossen. 2 Fälle von Ungereimtheiten bei der Transportlizenz wurden rapportiert.
  • feuseltier 16.12.2018 11:44
    Highlight Highlight Kann es sein, dass er bei diesem starken Schneefall, links fahren wollte, wo die Brücke endet und dann gemerkt hat, dass die Brücke gar nicht weitergeht und ins Schleudern geriet?!
    Ich frage mich sowieso, wieso das nicht besser gesichert ist, seit ein LKW dort in die Sihl hinunterstürzte... Viel Kraft den betroffenen und gute Besserung den Carinsassen.
  • Posersalami 16.12.2018 11:13
    Highlight Highlight Reisst endlich diese absolut unnötige Autobahnbrücke ab! Sie ist nicht nur ein Sicherheitsrisiko sondern verschandelt auch ein ganzes Quartier. Also, weg damit!
    • flying kid 16.12.2018 12:55
      Highlight Highlight Und der ganze Verkehr soll dann durchs Quartier?
      Schön weit gedacht lieber Posersalami, nicht!
    • derEchteElch 16.12.2018 13:45
      Highlight Highlight Lieber den Tunnel bis zum Milchbucktunnel bauen, was ursprünglich auch der Plan dieser „absolut unnötigen“ Autobahnbrücke war.
    • Don Sinner 16.12.2018 13:54
      Highlight Highlight flying kid: Er redet vielleicht von dem Stumpf. Der da ist. Was man wissen mag. Oder auch nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • meliert 16.12.2018 09:53
    Highlight Highlight Für Ortsunkundige ist es dort gefährlich, „plötzlich“ ist die zweispurige Strasse zu Ende und die Ausfahrt kommt. Bei Schneefall und Nacht, mit 60 bei abruptem Bremsen, ist es schnell passiert. Vor 2 Jahren hat ein deutscher LKW an gleicher Stelle die Mauer am Ende der Hochstrasse durchbrochen und ist in die Sihl gestürzt.
    Diese Fernbusse, die die Nacht durchfahren, sind einfach gefährlich, vor allem bei diesen Strassenverhältnissen.

Erschreckende Erkenntnis: Viele Cars auf Schweizer Strassen in desolatem Zustand

Am Sonntagmorgen ereignete sich auf der Sihlhochstrasse in Zürich ein schwerer Car-Unfall. Mehr als 40 Personen wurden verletzt, eine Italienerin starb. Das Fahrzeug geriet aus ungeklärten Gründen ins Schleudern und prallte in eine Mauer am Autobahnende.

Wie aus einem Bericht des Blick hervorgeht, weisen Reisecars auf Schweizer Strassen erhebliche Mängel auf. Bei einer Polizeikontrolle im Kanton Uri von letzter Woche wurden 18 zumeist ausländische Fahrzeuge kontrolliert. Das Resultat ist …

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