Schweiz
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Polizeiaufruf beim Dammweg in Emmen am Dienstag, 4. August 2015. Dort wurde am 21. Juli 2015 eine 26-jaehrige Frau vom Velo gerissen und vergewaltigt. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Polizeiaufruf beim Dammweg in Emmen. Hier wurde am 21. Juli 2015 eine 26-jährige Frau vom Velo gerissen und vergewaltigt.
Bild: KEYSTONE

Massen-DNA-Test nach Vergewaltigung in Emmen: 372 Luzerner müssen antreten



Um einen ungeklärten Vergewaltigungsfall zu lösen, führen die Luzerner Strafverfolgungsbehörden ein Massenscreening durch. 372 junge Männer werden in den nächsten zwei Wochen auf ihre DNS und ihr Alibi überprüft, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Vor drei Monaten, am 21. Juli 2015, ist auf dem Dammweg in Emmen zu nächtlicher Stunde eine 26-jährige Frau von ihrem Velo gerissen und in einem nahen Wald vergewaltigt worden. Die Frau erlitt bei dem Überfall schwerste Verletzungen. Ihre Arme und Beine seien komplett gelähmt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Radfahrer beim Dammweg in Emmen am Dienstag, 4. August 2015. Dort wurde am 21. Juli 2015 eine 26-jaehrige Frau vom Velo gerissen und vergewaltigt. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Bild: KEYSTONE

Die Ermittler konnten die querschnittgelähmte Frau erst im Oktober einvernehmen. Das Opfer konnte dabei den Täter beschreiben. Demnach ist dieser ein 19-25 Jahre alter Raucher mit dunklem gekrausten Haar. Weitere Erkenntnisse hätten bei der Befragung nicht gewonnen werden können, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Beim Opfer, unter anderem an seinen Kleidern, hatte die Polizei auch eine Genspur sichergestellt, die dem Täter gehörten könnte. «Wir haben eine DNS, aber keine Adresse dazu», sagte Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

In aufwendiger Arbeit stellten die Ermittler eine Liste von 372 Männern zusammen, die einen Bezug zum Tatort haben (Wohnort, Arbeitsweg) und auf die das Signalement passt. Zur Überprüfung wurde auf Fotos in offiziellen Dokumenten oder in den Sozialen Medien zurückgegriffen. Hausbesuche seien nicht gemacht worden, sagte Kopp. Auf der Liste habe es auch wegen diversen Delikten vorbestrafte Männer.

Betroffene erhalten Brief

Die 372 erhalten nächste Woche einen Brief von der Staatsanwaltschaft, wie Kopp ausführte. Dann haben sie 15 Tage Zeit, um zum Mundabstrich vorbeizukommen. Dabei wird auch ihr Alibi überprüft.

Eine Radfahrerin beim Dammweg in Emmen am Dienstag, 4. August 2015. Dort wurde am 21. Juli 2015 eine 26-jaehrige Frau vom Velo gerissen und vergewaltigt. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Bild: KEYSTONE

Für diese Überprüfung wurde gemäss Kopp ein eigenes Büro eingerichtet, das auch am Wochenende offen ist. Die gewonnenen Daten werden laufend ausgewertet. Die Ermittlungsbehörde kann diese Arbeit mit den eigenen Leuten bewältigen.

Massen-Gentests werden nur selten durchgeführt. Der erste und bislang einzige, der in der Schweiz durchgeführt worden war, führte nicht zum Täter. Nach der Tötung einer Psychoanalytikerin im Zürcher Seefeld waren 2011 300 Männer zur DNS-Probe aufgeboten worden. Sie wurden alle entlastet.

Die Luzerner Staatsanwaltschaft konnte das Massenscreening nicht selbst anordnen, sondern musste dieses beim Zwangsmassnahmengericht beantragen. Dieses habe das Gesuch gutgeheissen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Gericht hält Massnahme für verhältnismässig

Das Zwangsmassnahmengericht erachte einen Reihenuntersuch in diesem Fall als verhältnismässig, sagte Christian Renggli, stellvertretender Generalsekretär des Luzerner Kantonsgerichts auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es handle sich um ein Verbrechen und damit eine schwere Tat. Zudem sei der Personenkreis, für den der Test angeordnet wurde, bestmöglich eingegrenzt.

Gegen den Entscheid des Zwangsmassnahmengerichts gebe es kein Rechtsmittel, teilte Renggli mit. Betroffene könnten sich jedoch mit einer Beschwerde beim Kantonsgericht gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft wehren.

Die gewonnenen DNS-Proben dürften die Untersuchungsbehörden nur im Zusammenhang mit dem Strafverfahren zu dieser Tat verwenden, sagte Renggli weiter. Könne man Personen anhand des DNS-Profils als Täter ausschliessen, müssten die Daten vernichtet werden. Dies schreibe das Gesetz vor. (rar/sda/phi)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Chlinae_Tigaer 23.10.2015 16:00
    Highlight Highlight Komisch, in anderen Medien war zu vernehmen das der Täter gebrochen Deutsch sprach.

    Na ja, was soll. In Emmen sprechen wohl alle gebrochen Deutsch.
  • meliert 23.10.2015 15:09
    Highlight Highlight Bin froh, dass man endlich wieder etwas vernimmt über dieses schlimme Verbrechen. Dachte schon, wie so oft, dass es eingeschlafen ist. Hoffentlich ist der Täter dabei!
  • TanookiStormtrooper 23.10.2015 12:58
    Highlight Highlight Halte ich für eine ziemlich fragwürdige Methode. In einem Rechtsstaat sollte die Staatsanwaltschaft die Schuld des Verdächtigen nachweisen und nicht alle Verdächtigen ihre Unschuld. Wenn man die Liste der Verdächtigen auf ein paar Personen ausdünnt von mir aus, aber doch nicht bei über 300 Personen. Die alte Leier Mann = Täter.
    • TanookiStormtrooper 23.10.2015 14:20
      Highlight Highlight Natürlich muss der Täter gefasst werden! Wenn sich die Ermittlungen aber auf "Welcher Mann wohnt in der Gegend" beschränken ist das aber schon etwas arg dünn. Das man die mal alle befragt finde ich absolut okey, aber gleich bei jedem eine DNA-Probe zu nehmen finde ich wirklich mehr als fragwürdig...
      Befragen und Kreis der Verdächtigen minimieren, da bleiben vermutlich dann nicht mehr so viele übrig, dann kann man die immer noch zum Test holen. Es kann einfach nicht sein das es heisst: Du kommst jetzt um deine Unschuld zu beweisen und wenn nicht, dann bist du der Täter!
    • dä dingsbums 23.10.2015 16:51
      Highlight Highlight Nunja, wenn die Ermittlungen eine andere Spur ergeben hätten, würde der DNA-Test nicht durchgeführt.
      Es muss niemand seine Unschuld beweisen denn es hat noch niemand Anklage erhoben noch ist ein Prozess vor Gericht in Gang. Ein DNA-Test ist wie eine Befragung durch die Polizei ein Teil der Ermittlung.
      Wenn die DNA-Proben (wie versprochen) anschliessend vernichtet werden, ist das Vorgehen in diesem besonders krassen Fall gerechtfertigt.
    • TanookiStormtrooper 23.10.2015 17:17
      Highlight Highlight @dingbums
      Dem Text entnehme ich aber, dass offenbar noch keiner befragt wurde. Man hat sich ein paar Fotos in Sozialen Medien und auf offiziellen Dokumenten angesehen. Scheint mir als hole man jetzt einfach mal alle zu sich und weils so bequem ist, holt man sich dann auch gleich noch eine DNA-Probe. Wie gesagt halte ich dieses Vorgehen für etwas seltsam. Bei mir entsteht der Eindruck, dass man jetzt einfach versucht möglichst schnell Resultate zu erzielen und dabei jeden Anspruch auf Datenschutz in den Wind schiesst. Mindestens 371 der "Verdächtigen" sind nämlich unschuldig...
  • Das schnabeltier 23.10.2015 10:39
    Highlight Highlight Aus rechtlicher Sicht ein äusserst fragwürdiges Vorhaben... DNA Datensammlung von 371 vielleicht sogar 372 unschuldigen Personen...

    Selbstverständlich werden diese Daten anschliessend gelöscht...
    • La Bee 23.10.2015 10:57
      Highlight Highlight Ach Gottchen, eine junge Frau ist vergewaltigt worden und ist jetzt querschnittsgelähmt und da schreit schon jeder wieder nach dem Datenschutz... Irgendwo muss doch auch das Opfer zum Recht kommen und dann ist halt die DNA von 372 Personen gespeichert, seis drum, wird sie schon keiner ungefragt klonen. Ich finde, es gibt hier einfach andere Prioritäten als die Frage nach dem Datenschutz. Oder sehen Sie das anders?
    • Miicha 23.10.2015 11:18
      Highlight Highlight Was wenn das deiner Mutter passiert wäre? Hier muß alles getan werden um diesen Täter zu fassen.
  • buehler11 23.10.2015 09:04
    Highlight Highlight Hoffentlich finden sie den Täter! Viel Erfolg!

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