Schweiz
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Des gendarmes de la police genevoise embarquent une personne menotte aux poings après l'avoir arrete suite a un controle, ce mardi 25 mars 2014 a Geneve. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Genfer Polizisten führen einen Verdächtigen ab. Bild: KEYSTONE

Der Schweizer Crime-Graben

Kriminalität: Welche Kantone sicherer und welche gefährlicher geworden sind 

In diesen Tagen veröffentlichen die Kantone ihre Kriminalstatistiken. Wie gut sie im Vergleich mit den anderen Kantonen abschneiden und ob die Kriminalität im Langzeitvergleich ab- oder zunimmt, verschweigen sie. Wir nicht. 

In dieser und in den nächsten Wochen stellen die einzelnen Kantone ihre detaillierten Kriminalstatistiken vor. Das Bundesamt für Statistik BFS ist ihnen aber zuvorgekommen. Es hat vorab die schweizweite Anzeigenstatistik für das Jahr 2013 veröffentlicht und watson die Liste der «kriminellsten Gemeinden» herausgefiltert. Wegen der teils kleinen Einwohnerzahlen in den Gemeinden, ist ein Ranking nach der Anzahl Anzeigen auf 1000 Einwohner aber wenig aussagekräftig. 

Auf Basis der Kantone lassen sich mit dem Wert Anzeigen/1000 Einwohner validere Aussagen zur Entwicklung der Kriminalität machen. Doch weder das BFS noch die einzelnen Kantone weisen öffentlich einen Vergleich der Entwicklung registrierter Straftaten zwischen den Kantonen aus. In welchen Kantonen hat sich die Zahl der Anzeigen wie entwickelt? Welche Kantone stehen im Vergleich mit den anderen wie da? watson hat die Werte der Verstösse gegen das Strafgesetzbuch (StGB) und gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) für Sie aufbereitet. Folgende fünf interaktiven Karten zeigen Ihnen, wie gut Ihr Kanton abschneidet und bereiten Sie auf die Veröffentlichung der Kriminalstatistik in Ihrem Kanton vor.  

1. Westschweizer Kantone und Basel-Stadt 2013 am «kriminellsten»

Je dunkler der Kanton rot eingefärbt ist, desto mehr Anzeigen sind 2013 eingegangen. 

Genf, die Waadt, Neuenburg und Basel hatten 2013 die meisten Anzeigen wegen Verstössen gegen das StGB zu verzeichnen. Die Zahl der Anzeigen widerspiegelt nicht notwendigerweise die tatsächliche Entwicklung der Kriminalität wider, sondern lediglich, wie viele verarbeitete Anzeigen eine Kantonspolizei dem Bund meldet. Unterbestände bei der Polizei oder einzelne Fälle mit vielen Beschuldigten oder Tatbestände können die statistischen Daten verfälschen. Dieser Effekt spielt stärker in dünn und schwächer in dicht besiedelten Kantonen. 

2. Wo die Kriminalität (StGB) zwischen 2009 und 2013 am meisten zu-/abnahm

Grün eingefärbte Kantone sind in den letzten fünf Jahren weniger kriminell, rot eingefärbte krimineller geworden. 

Die Entwicklung der Anzeigezahlen wegen StGB-Verstössen in den einzelnen Kantonen zwischen 2009 und 2013 zeigt, dass Basel-Land, Zürich, Zug, Schwyz, Glarus und die Ostschweizer Kantone Schaffhausen, Thurgau, St. Gallen und Appenzell Innerrhoden regional fast geschlossen eine Abnahme der StGB-Anzeigen verzeichnen konnten. Eine negative Entwicklung zeigt sich in der Westschweiz, wobei die Zahlen in Genf nur leicht zugenommen haben. Den grössten Zuwachs an StGB-Anzeigen hatten die Waadt (+35 Prozent) und der Jura (+44 Prozent) zu verzeichnen. Dritter im Zuwachs-Ranking ist der Kanton Basel-Stadt (+32 Prozent). Es gilt, je roter/grüner der Kanton, desto stärker der Anstieg/Abnahme der Anzeigen. 

3. Wo die Kriminalität (StGB) zwischen 2012 und 2013 am meisten zu-/abnahm

Grün eingefärbte Kantone sind innert eines Jahres weniger kriminell, rot eingefärbte krimineller geworden. 

Im Vorjahresvergleich zeigt sich, dass der Kanton Jura gegenüber den anderen Kantonen seine Bilanz ein wenig aufbessern konnte, die Ostschweizer Kantone im 2013 jedoch durchgängig mehr Anzeigen zu verzeichnen hatten als 2012. Den grössten Zuwachs an StGB-Anzeigen hatten Obwalden und Appenzell Ausserrhoden zu verzeichnen. Die grösste Abnahme verzeichnete Basel-Land und Schwyz. 



4. Wo Betäubungsmitteldelikte zwischen 2009 und 2013 am meisten zunahmen 

Rot eingefärbte Kantone verzeichneten in den letzten fünf Jahren mehr Drogendelikte, grün eingefärbte weniger.

Der Vergleich der Anzeigen wegen BtMG-Verstössen zwischen 2009 und 2013 zeigt, dass neben dem Kanton Zug insbesondere die südlichen Grenzkantone einen starken Anstieg zu verzeichnen hatten. Rund ein Drittel mehr BtMG-Verstösse meldeten der Kanton Graubünden und das Wallis. Gar eine Zunahme von 56 Prozent hat der Kanton Waadt zu verzeichnen. Eine Ausnahme bildet das Tessin, das weniger Anzeigen verzeichnete. 

5. Wo Betäubungsmitteldelikte zwischen 2012 und 2013 am meisten zunahmen

Rot eingefärbte Kantone verzeichneten innert eines Jahres mehr Drogendelikte, grün eingefärbte weniger.

In der Entwicklung der BtMG-Anzeigen von 2012 bis 2013 wird die Langzeitentwicklung, wonach insbesondere die südlichen Grenzkantone viele Verstösse melden, auf den Kopf gestellt. So verzeichnet der Kanton Thurgau die stärkste Zunahme (+73 Prozent), das Tessin die stärkste Abnahme (-13 Prozent). Die Zahlen bewegen sich im Thurgau aber auf einem sehr niedrigen Niveau. Es ist nicht auszuschliessen, dass ein einzelner Fall mit vielen Verstössen oder Beschuldigten zu starken Ausschlägen in der Statistik führt. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Prangerl 27.03.2014 15:19
    Highlight Highlight http://www.police.uk , unter diesem Link kann man nach Eingabe einer Postleitzahl sämtliche Verbrechensarten in der gewünschten Umgebung betrachten, das ist für mich zeitgemäss, da weiss man gleich wohin man zügelt,oder auch nicht, auch Immobilienpreise richten sich danach.Transparenz,so ist sie ! Alles andere ist die CH typische Schönrednerei oder Zynismus, Punkt !
    • huntziker 28.03.2014 06:56
      Highlight Highlight und wie stellen sie fest, ob es in einer gegend tatsächlich mehr verbrechen gibt als in einer anderen, oder ob lediglich die polizei in der einen gegend eifriger ist als in der anderen (oder besser finanziert, etc.)?
  • huntziker 27.03.2014 14:32
    Highlight Highlight die statistik macht nur eine aussage darüber, wie viele straftaten in den fraglichen zeiträumen aktenkundig wurden. damit ist keinen kausale zusammenhang darüber aufzustellen, wo und wie stark die kriminalität selbst zu-/abnahm. dazu müssten wir noch erfahren, wie hoch der anteil dieser aktenkundigen an der zahl der effektiv verübten straftaten ist. dann wäre erst klar, wieviele ressourcen polizei und staatsanwaltschaft zur verfügung haben sollten und wie effizient sie mit diesen artbeiten! aber solche transparenz ist wohl nicht allseits gewünscht.

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