Schweiz
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Seilbahnabo, Theaterloge, Weinkeller – diese kuriosen Privilegien geniesst ein Bundesrat 

Bild: keystone/bildmontagewatson



Spätestens am Mittwoch Mittag werden wir wissen, ob Isabelle Moret, Pierre Maudet oder Ignazio Cassis in die Kränze und damit in die Landesregierung kommt. Die Schlüsselübergabe erfolgt am 1. November. Damit die Eingewöhnung ins neue Amt nicht allzu schwer fällt, kommt der neue Bundesrat oder die neue Bundesrätin in den Genuss zahlreicher Privilegien. Wir listen die Wichtigsten und Kuriosesten auf:

Lohn 

445'163 Franken beträgt das Brutto-Jahreseinkommen eines Bundesrats. Hinzu kommt eine Spesenpauschale von 30'000 Franken. Der Bundespräsident darf sich zusätzlich über einen Zustupf von 12'000 Franken freuen.

Repräsentationsfahrzeug

Jeder Bundesrat hat Anrecht auf ein Repräsentationsfahrzeug mit Chauffeur. Der Fuhrpark des Bundes umfasst etwa zwanzig Limousinen, die meisten davon Mercedes. Einzig Doris Leuthard (Tesla S) und Johann Schneider-Ammann (Audi A8) verzichten auf den Stern auf der Kühlerhaube. Die Repräsentationswagen dürfen auch für Privatreisen genützt werden – sogar Ferien im Ausland liegen drin. Allerdings müssen Bundesräte selber für Verpflegung und Logis des Chauffeurs aufkommen.  

CVP-Bundesrätin Doris Leuthard mit ihrem Repräsentationsfahrzeug, einem Tesla S. Bild: KEYSTONE

Dienstwagen

Neben der Limousine hat jeder Bundesrat Anrecht auf ein persönliches Dienstfahrzeug. Marke und Ausführung können frei gewählt werden, dürfen aber den Betrag von 100'000 Franken nicht übersteigen. Tritt ein Bundesrat zurück, so kann er dem Bund das Auto zum Eurotax-Tarif abkaufen. 

Dach über dem Kopf

Weniger grosszügig zeigt sich der Bund bei der Unterkunft. Die Wohnung muss der Magistrat selber berappen, wer nicht sowieso schon in Bern oder Umgebung wohnt, der erfährt immerhin Unterstützung bei der Wohnungssuche.

1.-Klasse-GA

Grosse Aufregung herrscht jedes Mal, wenn ausländische Medien einen Bundesrat im öffentlichen Verkehr erspähen. Die Magistraten und Magistratinnen erhalten ein Generalabonnement der 1. Klasse. Dieses können sie auch nach ihrem Rücktritt kostenlos verlängern.

Was für später

In wenigen Tagen stimmen wir über die Altersvorsorge ab, es kann also nicht schaden, sich auch als Bundesrat über die eigene Rente schlau zu machen. Diese beträgt für einen alt Bundesrat die Hälfte des Gehalts eines amtierenden Regierungsmitglieds. 

Teenie-Bundesräte

VIP-Status

Wenn's mit dem Auto oder mit dem Zug nicht schnell genug geht, dann können die Bundesräte natürlich auch auf Flugzeug zurückgreifen. Für Inlandflüge stellt der Lufttransportdienst des Bundes neben dem Bundesratsjet (Typ Dassault Falcon) eine Cessna, zwei Propellerflugzeuge und drei Helikopter zur Verfügung.

Auf Linienflügen dürfen Bundesräte First Class fliegen. Bei der Swiss geniessen die Magistraten VIP-Status. 

Telefon & TV 

Das Handy und die Abo-Kosten bekommen die Bundesräte erstattet. Auch Festnetz gibt's gratis – auch in Zweit- und Ferienwohungen. Radio, TV- und Computer-Infrastruktur ist ebenfalls inbegriffen. Hingegen müssen die Regierungsmitglieder selber für die Billag-Gebühren aufkommen.

Abo der Seilbahnen Schweiz

Wenn's hoch hinausgehen soll, auf die Berge zum Beispiel, dann kann der Bundesrat von seinem Seilbahn-Abo Gebrauch machen.

Kein Militärdienst

Bundesrat Paul Chaudet (1904-1977), links, Vorsteher des Militaerdepartements faehrt in einem Panzer der Schweizer Armee, aufgenommen am 13. Oktober 1959. (KEYSTONE/Str)

Aus dem Schützenpanzer ragt ein Bundesratskopf: Paul Chaudet, Vorsteher des Militärdepartements 1959. Bild: KEYSTONE

Bundesräte sind während ihrer Amtsdauer von der Militärdienstpflicht befreit. In der Praxis spielt das selten eine Rolle, die meisten amtierenden und ehemaligen Bundesräte haben das Dienstpflichts-Alter bereits überschritten.

Ehepartner am Steuer

Das Dienstfahrzeug darf vom Ehemann einer Bundesrätin oder der Ehefrau eines Bundesrats genutzt werden.

Diplomatenpass für die ganze Familie

Damit sich das Reisen einfacher gestaltet, erhalten nicht nur Bundesräte, sondern auch ihre Ehepartner und Kinder (bis zum 18. Altersjahr) einen Diplomatenpass. Diesen dürfen die Regierungsmitglieder auch nach dem Ausscheiden behalten.

Klassentreffen

Ein Mal pro Semester findet ein Treffen von amtierenden Bundesräten und Bundesrätinnen, dem Bundeskanzler oder der Bundeskanzlerin sowie ehemaligen Bundesratsmitgliedern und Bundeskanzlern statt. 

Freikarte der RhB für Fahrten durch den Vereinatunnel

bild: wikimediacommons/danielschwend

Die Strasse ins Oberengadin ist wegen Schneetreiben unbefahrbar? Kein Problem für Bundesräte: Mit der RhB-Freikarte kommen die Bundesräte gratis durch den Vereinatunnel.

Loge im Berner Stadttheater

Ein bisschen Kultur kann nicht schaden. Im Berner Stadttheater ist ist deshalb eine Loge mit sechs Plätzen für amtierende Regierungsmitglieder und die Kanzlerin oder den Kanzler reserviert. Ehemalige haben Anspruch auf zwei Plätze.

Landgut Lohn & Von-Wattenwyl-Haus

Bild

Bild: wikimediacommons/krol:k

Das Landgut Lohn in Kehrsatz kann für Empfänge und Konferenzen genutzt werden. Hier waren schon Fidel Castro, Winston Churchill und die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft zu Besuch. Urbanes Pendant zum Landgut Lohn ist das Von-Wattenwyl-Haus in Bern. 

Bundesrat Didier Burkhalter, Filippo Lombardi, Staenderat FDP-TI, Petra Goessi, Parteipraesidentin FDP, Gerhard Pfister, Parteipraesident CVP, Thomas Hefti, Staenderat FDP-GL, Albert Roesti, Parteipraesident SVP, und Roger Nordmann, Nationalrat SP-VD, von rechts,  kurz vor Beginn der Von-Wattenwyl-Gespraeche, am Freitag, 1. September 2017, im Von-Wattenwyl-Haus in Bern. An den traditionellen Gespraechen im bundesraetlichen Von-Wattenwyl-Haus bereiten die SpitzenvertreterInnen der Bundesratsparteien zusammen mit ihren BundesraetInnen die folgende Session der Eidgenoessischen Raete vor. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Parteipräsidenten vor den traditionellen Von-Wattenwyl-Gesprächen im gleichnamigen Haus. Bild: KEYSTONE

Weinkeller

Auf dem Landgut Lohn und im Von-Wattenwyl-Haus befinden sich die bundesrätlichen Weinkeller. Diese enthalten eine Auswahl von Flaschenweinen, die laut dem offiziellen aide-mémoire «in erster Linie für die offiziellen Einladungen bestimmt sind und einzelfallweise auch für andere dienstliche Anlässe genutzt werden können.»

Todesfall

Ein kleiner Trost, aber immerhin: Stirbt ein Regierungsmitglied im Amt, so hat er Anrecht auf eine Todesanzeige und eine Beflaggung des Bundesgebäudes. Zudem müssen der Bundesrat in corpore, der Kanzler, die Vizekanzler und zwei Weibel an der Trauerfeier teilnehmen. Der Bundespräsident, ein anderes Regierungsmitglied und der Bundeskanzler müssen überdies einen Beileidsbesuch abstatten. Die Trauerfamilie erhält einen Brief.

(wst)

Darf nicht mehr in den Bundesrats-Weinkeller: Baldiger alt Bundesrat Didier Burkhalter

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Video: srf/SDA SRF

Lohnpolizist Michi (13) fragt nicht-Bundesräte nach ihren Löhnen:

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • niklausb 20.09.2017 13:34
    Highlight Highlight Das mit der Rente ist ja glaube ich bei Frau Metzler nich ganz so ausgelegt worden oder nicht?
  • Charlie Brown 20.09.2017 09:37
    Highlight Highlight Wutbürgerfutter...
  • kettcar #lina4weindoch 20.09.2017 08:46
    Highlight Highlight Das wichtigste Privileg sind wohl die Drehtüren für VR-Mandate nach der aktiven Zeit.
    • phreko 20.09.2017 13:15
      Highlight Highlight Brauchen bürgerliche Politiker nicht, sitzen ja schon überall drin...
  • mining4dining 20.09.2017 08:11
    Highlight Highlight Unglaublich und das Volk zahlt diese kostenlosen Geschenke. Allerdings fehlen noch ein paar Privilegien, wie zum Beispiel der Personenschutz auf Lebzeiten!
    • zombie woof 20.09.2017 09:08
      Highlight Highlight Neidisch?
    • Raphael Stein 20.09.2017 09:33
      Highlight Highlight ..kostenlosen Geschenke.

      eh, hmm... happert es ein wenig mit den kostenkosen Kosten was?
    • satyros 20.09.2017 11:47
      Highlight Highlight Mit Ausnahme der Pension, die geschaffen wurde, bevor es eine AHV gab und es vorgekommen ist, dass ehemalige Bundesräte im Alter verarmten, dünken mich diese Bezüge dem Amt angemessen. Sogar über die Pension könnte man m.E. reden, wenn sie mit einem Tätigkeitsverbot in der Privatwirtschaft nach dem Ausscheiden aus dem Amt verbunden wäre.
    Weitere Antworten anzeigen
  • coltfish 20.09.2017 07:20
    Highlight Highlight Wer hat dem wird gegeben...
    • Luzi Fair 20.09.2017 17:47
      Highlight Highlight Wer hat dem Wirt gegeben?

      Versteh ich nicht..

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