Schweiz
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Swiss People's Party (SVP) President Toni Brunner (L) congratulates newly elected Federal Councillor Guy Parmelin (L) during the ministerial elections in the Swiss Parliament during the winter session in Bern, Switzerland December 9, 2015. REUTERS/Ruben Sprich

Brunner über Parmelin: «Das Potenzial eines wirklichen Sympathieträgers.»
Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Nach Parmelins Wahl: Brunner will vier Prozent mehr SVP-Wähler in der Romandie

Die SVP erhofft sich nach der Wahl des Waadtländers Guy Parmelin Schub in der Westschweiz. Parteipräsident Toni Brunner erwartet, dass Parmelin als «Landesvater» wahrgenommen wird und der SVP vier Prozent mehr Wählerstimmen in der Romandie einbringt.



Mit Parmelin werde die SVP erstmals als staatstragende Partei wahrgenommen, sagte Brunner in einem Interview mit der «Zentralschwiez am Sonntag». Brunner attestiert Parmelin «das Potenzial eines wirklichen Sympathieträgers».

Guy Parmelin – Das ist der neue SVP-Bundesrat

Die anderen Parteien hätten Parmelin wohl «ausgewählt, weil er aus der Optik des Parlaments am besten in die Kollegialbehörde passt». Erst nachträglich hätten sie gemerkt, dass sie der SVP «die Türe in die Romandie weit aufgestossen» hätten.

Bei den Wahlen im Oktober kam die SVP in der Westschweiz auf einen Wähleranteil von 21,0 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik errechnet hat. In der Deutschschweiz liegt der Wert bei 32,9 Prozent. Die Politologen Pascal Sciarini und Georg Lutz bezweifeln aber, dass die SVP in der Romandie im grossen Stil zulegen kann.

Dritter Sitz im Visier?

Auf die Frage, ob die SVP ihre Strategie auf einen dritten Bundesrat ausrichtet oder nicht, sagte Brunner: «Wir wollen ab jetzt dauerhaft mit mindestens zwei Mitgliedern in der Landesregierung vertreten sein.» Er habe noch nicht soweit gedacht, ab welchem Wähleranteil die SVP einen dritten Sitz beanspruchen werde.

Brunner geht zwar davon aus, dass Ueli Maurer in den nächsten vier Jahren nicht zurücktritt. «Ueli Maurer ist fit und hoch motiviert, im Finanzdepartement die anstehenden Herausforderungen anzugehen.» Dennoch äussert er sich schon zu einem möglichen nächsten Kandidatenticket der SVP.

Die SVP-Nationalraete Thomas Aeschi, ZG, rechts, und Magdalena Martullo-Blocher, GR, unterhalten sich waehrend den Bundesratswahlen am Mittwoch, 9. Dezember 2015, in Bern. (KEYSTONE/POOL/Peter Schneider)

Dreierticket des Schreckens: Köppel (nicht im Bild) mit Martullo-Blocher und Aeschi).
Bild: KEYSTONE

Klar sei, dass der unterlegene Thomas Aeschi durch seine Kandidatur an Profil und Bekanntheit gewonnen habe, sagte Brunner. «Das nächste Mal heisst das Dreierticket vielleicht ‹Aeschi – [Roger] Köppel – [Magdalena] Martullo-Blocher›. Dann stehen die Chancen für einen Bundesrat Aeschi gar nicht so schlecht.»

«Schulterschluss» reaktivieren

In einem weiteren Interview mit der «Schweiz am Sonntag» rief Brunner dazu auf, den «bürgerlichen Schulterschluss» zwischen SVP, FDP und CVP zu reaktivieren. Dabei handelt es sich um ein Paket mit «Deregulierungs-Massnahmen», welche die bürgerlichen Parteien im Wahlkampf vereinbarten, sich davon aber rasch entfernten.

«Wir wollen ab jetzt dauerhaft mit mindestens zwei Mitgliedern in der Landesregierung vertreten sein.»

Eine Priorität sieht Brunner bei den Bundesfinanzen: «Es zeichnen sich verschiedene Sanierungspakete für den Bundeshaushalt ab. Hier sind wir bereit, den Lead zu übernehmen.» Die bürgerlichen Kräfte müssten sich auf Einsparungen verständigen.

Wo genau gespart werden soll, lässt Brunner weitgehend offen. Der Bundeshaushalt müsse aber «im Gesamten betrachtet» werden. «Unabdingbar» sei eine «Aufgabenüberprüfung und Verzichtsplanung». Weiter spricht sich Brunner gegen Sparübungen bei Armee und Landwirtschaft an.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Luca Brasi 13.12.2015 12:49
    Highlight Highlight Wunschdenken der SVP. Als ob ein einziger Bundesrat hilft, wenn Blocher gleichzeitig die Romands immer noch nicht als vollwertige Schweizer betrachtet und sie nur als Prozentbeschaffer ansieht. Die Romandie tickt einfach anders.
  • Gibaue 13.12.2015 10:12
    Highlight Highlight Das war also neben gleichgeschalteter Politik das Auswahlkriterium, um als Bundesratskandidat valabel zu sein. Man beachte ausserdem den Unterschied, Brunner sagt die SVP werde als staatstragend wahrgenommmen und nicht, dass sie staatstragend sei. Ich bin überzeugt, die SVP wird sich früher oder später spalten, das Dreierticket ist ja schon ein schöner Affront gegenüber bspw. einem Thomas Hurter. Ein Wettbewerb der Ideen wie ihn Amstutz sich im Bundesrat wünscht, ist ja innerhalb der SVP nicht existent, wie lange geht das noch gut?
    • FrancoL 13.12.2015 10:44
      Highlight Highlight Wenn eine gewisse Schwelle überschritten ist geht es weiter "gut". Diese Schwelle hat die SVP überschritten und bewirtschaftet den Erfolg mit Bravur. Da können auch gemässigte SVP-Politiker nichts ändern. Die neue Garde -Köppel, Aeschi, Marullo/Blocher- ist zudem mehr als nur auf der Blocher-Kurs und wird die SVP keinen Hauch von der Linie abweichen lassen. Es ist die Aufgabe der anderen Parteien und Kräfte den Kontrapunkt zu setzen und der SVP den Wind aus den Segeln zu nehmen; und dies mit GUTEN, KLAREN und EHRLICHEN Konzepten für eine sinnreiche Zukunft der Schweiz. Dies braucht viel Zeit!
    • Gibaue 13.12.2015 11:21
      Highlight Highlight Sie sagen es: Auf Blocher Linie. Aber wer kommt nach der Ära Blocher? Sind Martullo, Köppel etc wirklich genauso clever? Ausserdem reicht es, wenn die sog. Gemässigten sich einfach nicht mehr jegliche Parteistrategie diktieren lassen, gross ändern müssen sie ja nichts. Bis jetzt beruht der Zusammenhalt auf Dankbarkeit der 2. und 3. Garde und dem Blocherschen Geld, aber auf die Dauer wird das nicht so bleiben.
    • atomschlaf 13.12.2015 17:34
      Highlight Highlight Köppel vielleicht, Martullo keinesfalls. Hätte die Dame einen anderen Vater, würde sie nach meiner Einschätzung irgendwo im mittleren Management herumdümpeln. Bestenfalls.
  • FrancoL 13.12.2015 09:42
    Highlight Highlight Kaum 3 Tage nach der Bundesratswahl und zeigt die SVP wieder ihr wahres Gesicht: Parteipolitik steht über dem Wohl der Schweiz. Es ist doch wirklich haarsträubend dass die SVP mit Guy Parmelin auf Stimmenfang in der Romandie unterwegs ist und dies auch von Brunner klar gesagt wird. Die SVP die immer nach den besten Kräften für die Schweiz ruft! Nun was ist Guy Parmelin? einer der Besten oder Stimmenfänger in der Romandie? Für mich war und ist er der Stimmenfänger! Man merke sich: Der Schweizer Bürger als Spielzeug der SVP, freut Euch!
    • atomschlaf 13.12.2015 10:49
      Highlight Highlight Welche Politik ist gut für das "Wohl der Schweiz"?
      Glaubst Du tatsächlich, dass die heutige Einwanderungs- und Asylpolitik, die de facto eine Zuwanderung ohne qualitative und quantitative Begrenzung erlaubt, gut für die Schweiz ist?
  • who cares? 13.12.2015 08:06
    Highlight Highlight Aeschi - Köppel - Martullo-Blocher als Dreierticket. Gruselig
    • Shlomo 13.12.2015 09:10
      Highlight Highlight Ja ganz schlimm. Tönt für mich nach den drei Reitern der Apokalypse.
    • atomschlaf 13.12.2015 10:59
      Highlight Highlight Köppel hätte durchaus Bundesrats-Format. Die anderen beiden wären in der Tat furchterregend.
  • Sapere Aude 13.12.2015 05:10
    Highlight Highlight Kommt einem Realitätsverlust ziemlich nahe, wenn sich eine Partei als staatstragend bezeichnet, gleichzeitig versucht rechtsstaatliche Prinzipien (Ausschaffungsinitiative und Durchsetzungsinitiative) zu untergraben, mittels der Selbstbestimmungsinitiative die EMRK künden will, oder sich mittels fragwürdigen Mittel (Ausschlussklausel) einen zweiten Bundesratssitz verschafft. Schon denkt der Toni über einen dritten Sitz nach und glaubt wirklich, ein Ticket mit Köppel, Martullo und Aeschi sei wirklich eine Option. Toni you dream you.
    • Sir Lanzelot 13.12.2015 06:46
      Highlight Highlight Hauptsache jede Gelegenheit nutzen um gegen die SVP zu schimpfen.
      Ja wo wären wir den ohne die SVP wo wo wo?
      Jepp, in der EU: verkauft, unfrei, und gleichgeschaltet.
      Da bin ich lieber im letzten freien Dorf in Gallien als zu dieser Suppe zu gehören! Offenbar bin ich nicht der einzige der so denkt.... (siehe Wähleranteil SVP)
      Aber lass uns doch mal über das Demokratieverständnis der 'anderen' Parteien plaudern? So von wegen stämpfele und trötzele nach verlorenen Abstimmungen....
      Unheiligen Allianzen usw. ...
      Keiner, aber auch wirklich keiner! Ist nur um ein Haar besser oder anders als die SVP!
    • Triesen 13.12.2015 09:10
      Highlight Highlight @Sapere Aude ...hat denn ausser der SVP und ihrer Wählerschaft jemand behauptet das ihre Absichten redlich sind? 🤔 Und die Bundesversammlung wird auch in vier Jahren der "Volkspartei" wieder auf den Leim gehen. 🤔 Da gibt es tatsächlich Kräfte die glauben, dass die diktatorisch und erpresserische auftretende SVP jemals ihre Opposition aufgibt und in die Verantwortung genommen werden kann - basierend auf Vernunft... 😂
    • Pipapo 13.12.2015 10:00
      Highlight Highlight @Triesen: meine kleinen Kinder haben auch eine solche Freude an Emoticons. 🤔😉😂😝
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