Schweiz
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Blochers Nazi-Keule, Constantin-Verfahren und ein Goldschatz: Die Sonntags-Storys



Blochers Nazi-Keule gegen Cassis

Kaum ist er offiziell aus der Parteileitung zurückgetreten, bläst Christoph Blocher zu einem neuen Kampf: Er kritisiert Aussenminister Ignazio Cassis in aller Schärfe für die Neuauflage der Verhandlungen zum Rahmenabkommen mit der EU. Der Parteiübervater greift dabei gar zur Nazi-Keule: «Hätten wir 1939 einen solchen Bundesrat gehabt, hätte sich die Schweiz rasch dem dritten Reich angeschlossen», sagt er in einem Interview mit der Sonntagszeitung.

Blochers neue Kampfeslust  ist der letzte Beweis, dass Blocher seine Parteiämter nicht abgelegt hat, um in den Ruhestand zu treten. Im Gegenteil. Er wird in den kommenden zwei Jahren einen seiner grössten Schlachten führen. Denn für Blocher hat der Kampf gegen das Rahmenabkommen denselben Stellenwert wie 1989 gegen den EWR.

Die SVP-Spitze hat sich den Vergleich mit dem EWR bereits einverleibt. Fraktionschef Thomas Aeschi sagt: «Der im Rahmenabkommen vorgesehene zwingende dynamische Nachvollzug der EU-Rechte entspricht der Funktionsweise des EWR.» Beim Rahmenabkommen werde es einen ähnlichen Abstimmungskampf geben.

Steuer-Verfahren gegen Constantin

Der Walliser Fiskus fordert von FC-Sion-Präsident Christian Constantin 4.25 Millionen Franken an Steuergeld nach. Wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» berichtet, wurde am 8. Februar ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. Architekt und Unternehmer Constantin bestreitet die Steuerschuld. «Sie wollen, dass ich Steuern auf jenes Geld bezahle, das aus meiner Immobilienfirma stammt und das ich für den Fussball einsetze», sagte Constantin der Zeitung. Er will mit den Behörden verhandeln und legte Beschwerde ein. Ein Waadtländer Steuerrechtler erklärte der Zeitung, dass es sich bei dem Fall um ein System versteckter Gewinnausschüttung und damit einen Verstoss gegen das Steuergesetz handeln könnte.

Frankreich jagt einen Goldschatz in der Schweiz

Auf der Suche nach Teilen eines in französischen Gewässern versunkenen Goldschatzes macht Frankreich auch in der Schweiz jagt auf mögliche Räuber und hat Rechtshilfe verlangt. Wie die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» berichten, wurden ein Genfer Auktionshaus durchsucht und der Geschäftsführer vernommen. Bei einem privaten Sammler habe die Polizei eine Münze beschlagnahmt. Das Bundesstrafgericht entschied den Berichten zufolge im Januar, dass diese zur Überprüfung nach Frankreich geschickt werden muss. Beim Schatz handelt es sich um über 1400 Münzen, dazu Armreifen und eine massive Statue aus Gold. Der antike Schatz schlummerte Jahrhunderte lang im Meer vor der französischen Insel Korsika. 1950 entdeckte ein Taucher dort zufällig eine römische Goldmünze. In der Folge holten Schatzsucher illegal Stück für Stück des Funds im Eigentum des französischen Staates nach oben - und verkauften ihre Funde in alle Welt. Mehr als ein Fünftel von 450 von den Behörden offiziell gelisteten Goldmünzen wurde in der Schweiz weiterverkauft - für Millionen von Franken. (sda)

SBB stösst viele Grundstücke ab

Der Land- und Immobilienbesitz des grössten Schweizer Grundeigentümers - der SBB - wird Jahr für Jahr kleiner. Seit CEO Andreas Meyer 2007 das Ruder an der Firmenspitze übernommen hat, hätten die SBB Grundstücke für total über 1.5 Milliarden Franken abgestossen, berichtet der «SonntagsBlick». Allein im letzten Jahr lag der Wert der Verkäufe laut dem jüngsten Geschäftsbericht bei 203.7 Millionen Franken. In den letzten vier Jahren waren die Summen demnach überdurchschnittlich hoch. Die Verkäufe hätten massgeblich dazu beigetragen, die jeweiligen Jahresergebnisse aufzuhübschen, schreibt die Zeitung. Ein beträchtlicher Teil wurde an kommerzielle Private verkauft. Die Verkäufe sind Politikern wie der Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran ein Dorn im Auge. Der Verkauf des Tafelsilbers an Private sei «eine Veruntreuung von Volksvermögen». Ein SBB-Sprecher stellte in Aussicht, dass man mittelfristig weniger Areale veräussern werde und sie vermehrt selbst entwickeln wolle. Die SBB besitzen über 94 Millionen Quadratmeter Land. Das ist mehr als die Fläche des Zürichsees oder zweieinhalb Mal der Kanton Basel-Stadt.

Neue Steuerprüfer sollen 200 Mio in die Staatskasse spülen

Beim Bund sollen 75 neuen Steuerprüfer rund 200 Millionen Franken Mehreinnahmen in die Staatskasse spülen. Der Plan von Finanzminister Ueli Maurer (SVP) geht laut «SonntagsBlick» aus einer Fussnote im Vorabdruck der Steuervorlage 17 hervor. Maurer erwartet demnach von jedem zusätzlichen Steuerprüfer rund 2.7 Millionen Franken Mehreinnahmen. Die Stellen müssen noch von mehreren Gremien bewilligt werden. Das zusätzliche Personal soll dem Bericht zufolge vor allem Mehrwertsteuer-Angaben von Unternehmen unter die Lupe nehmen. Dank des Zusatzpersonals könnten künftig mehr Firmen einer Prüfung unterzogen werden. Die Prüfer klopfen bei den Unternehmen an und verlangen Einsicht in die Geschäftsunterlagen. Im Visier sind dabei vor allem Grosskonzerne mit hohen mehrwertsteuerpflichtigen Umsätzen. Ob der Plan aufgeht, ist laut dem Bericht indes unklar: Mit jedem neuen Prüfer erhöhe sich grundsätzlich das Risiko für Unternehmen, erwischt zu werden. Was dazu führen könnte, dass sie weniger schummeln - und die Einnahmen pro Steuerprüfer schrumpfen.

Grösstes Baukartell der Schweiz aufgedeckt

Wenige Wochen vor den Bündner Regierungswahlen sorgt die im Mai bevorstehende Bekanntgabe von weiteren Entscheiden der Wettbewerbskommission (Weko) zum grössten Baukartell der Schweiz für Unruhe. Der Fall tangiere mehrere hochrangige Politiker im Kanton, schreibt die «NZZ am Sonntag». Dazu zählt etwa BDP-Regierungsratskandidat Andreas Felix als Geschäftsführer des kantonalen Baumeisterverbands. Zudem seien die Regierungsräte Mario Cavigelli (CVP) und Jon Domenic Parolini (BDP) von einem Insider bereits vor Jahren über die Vorgänge informiert worden. Laut der Weko verteilten Bündner Bauunternehmer mit Preisabsprachen jahrelang Aufträge unter sich. Mutmasslich sind laut Weko-Vizedirektor Frank Stüssi einige hundert private und öffentliche Tief- und Hochbauvergaben von Abmachungen betroffen. Den Beteiligten drohen Millionenbussen. Im Mai soll die Weko einen Entscheid über einen Teil der fünfjährigen Untersuchung fallen. Die Bündner Regierungsratswahlen stehen am 10. Juni an.

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • fräulein sarahs gespür für den Islam 25.03.2018 20:08
    Highlight Highlight Adieu direkte Demokratie.

    Das Rahmenabkommen ist im Anmarsch.

    Die Schweiz beschneidet sich selbst.
    • Vanessa_2107 25.03.2018 22:03
      Highlight Highlight Ihr Gejammer auf Vorrat ist fast unerträglich!
  • pedrinho 25.03.2018 14:10
    Highlight Highlight "....... hätten die SBB Grundstücke für total über 1.5 Milliarden Franken abgestossen."

    und wieviele dieser nun vergoldeten grundstuecke wurden einst fuer "en baze" zu einem "hoeheren zweck" enteignet ?
  • Makatitom 25.03.2018 11:02
    Highlight Highlight Hätten wir 1938 den SchleBraZ als BR gehabt, wären wir noch vor Österreich "heim ins rRich". General wäre ein gewisser Ulrich Wille geworden, und nicht Guisan und Blocher hätte begeistert seinen rechten Arm in die Höhe gerissen.
    Ich bin übrigens immer noch der Meinung, dass Blocher, via Werbeagentur des Deutschen, der die Nazi-Plakate kreiert, auch die AfD mitfinanziert
  • Lowend 25.03.2018 09:46
    Highlight Highlight Wer so gegen unsere Regierung, unsere Gerichte und unsere Institutionen schiesst, wie es dieser stinkreiche Jurist macht, hätte man in früheren Zeiten als Landesverräter gebrandmarkt!
    • FrancoL 25.03.2018 12:47
      Highlight Highlight Nicht nur früher, auch heute erachte ich ihn als einen Egozentriker der sich die Schweiz zum Untertan machen will und dies nicht zum Wohle des Volkes.
    • Lowend 25.03.2018 14:35
      Highlight Highlight Unsere Parlamente wurde demokratisch gewählt, dieses bestimmte demokratisch und verfassungsgemäss die Regierung und die Richter usw. und der einzige, der ausser massenhaft Kohle und einem sektenartigen Gebilde von Blocherhutgrüssern keine demokratische Legitimation mehr besitzt, hetzt unentwegt gegen unsere Demokratie.

      Für mich gehört so jemand entschieden in den Senkel gestellt, oder noch besser, wir Schweizer sollten so einen Nestbeschmutzer wegen übler Nachrede gegen unsere Demokratie am besten anzeigen und einsperren lassen!
    • hävi der spinat 25.03.2018 19:48
      Highlight Highlight Es ist ja auch der Job von Molina, zu jammern und immer noch mehr zu fordern.
      Meine Erfahrung mit Menschen, die vorgeben, anderen Menschen helfen zu wollen ist oft ernüchternd.

      Es geht diesen angeblichen Helfer, leider nicht selten nur um sich selbst.
      Sie wollen sich selbst bereichern, in dem sie sich über andere stellen. Und sei es nur als der "Helfende".
      Oder auch einfach der Moneten oder der Kariere wegen.

      Vielfach sind gerade Leute die vorgeben sozial zu sein, die rücksichtslosesten Egomanen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 25.03.2018 09:18
    Highlight Highlight Nun gut,
    da kein 🐖 eine Ahnung hat, was eigentlich genau automatisch übernommen werden muss wird es sowieso abgelehnt.

    Für was zur Hölle ist dieses Rahmenabkommen ?

    Welche Gesetze sind betroffen ?

    Was passiert, wenn wir das nicht
    wollen ?

    Geht es um Bananenkrümmung ?
    Ist unsere direkte Demokratie
    beschränkt ?

    Man hört nur abgelutschte Sätze :
    Wir (mimimimi) brauchen dieses Abkommen, damit wir weiterhin störungsfrei mit der EU geschäften können.

    SVP übt sich in Parolen und irgendwie bekommt man vom Cassis keine greifbaren Infos.

    Das ist mir zu undurchsichtig..



    • Majoras Maske 25.03.2018 12:20
      Highlight Highlight Die Intransparenz spricht ja auch nicht für das Abkommen... Wer aber googelt, sieht, dass es auch um Dinge wie die Unionsbürgerschaft geht. Schweizer würden also EU-Bürger, während EU-Bürger in der Schweiz lokal das Stimmrecht erhalten würden. Kein Wunder, schiesst Blocher so gegen das Abkommen, es wäre für ihn, auch wegen anderen Punkten, schlichtweg ein Macht- und Gestaltungsverlust.
    • N. Y. P. D. 25.03.2018 12:47
      Highlight Highlight Unionsbürgerschaft ?

      Das höre ich zum ersten Mal. Allenthalben herrscht also Verwirrung. Wir zwei sind das beste Beispiel.

      Man hört munkeln, dass der Gewerbeverband dem Bundesrat Cassis zu Hilfe eilen will. Um uns das Rahmenabkommen schmackhaft zu machen.
      Mit Nationalrat Bigler als Hauptprotagonist.
      Benutzer Bild
    • FrancoL 25.03.2018 12:52
      Highlight Highlight @Majoras Maske; Wenn man schon im Google kramt, dann müsste man bei der Unisonsbürgerschaft anführen dass Schweizer die IN DEN EU STAATEN Wohnen zu EU-Bürger werden und nicht diejenigen die in der Schweiz wohnhaft sind!
  • Nixnutz 25.03.2018 09:00
    Highlight Highlight Adolf hätte über Christoph auch gestaunt!
  • Alice36 25.03.2018 07:14
    Highlight Highlight CB ist doch sonst immer so bewandert in Geschichte. Wir hatten in den 30er Jahren wohl mehr als 1 BR der am liebsten ins Reich gewechselt hätte. Cassis gehört definitiv nicht dazu. Langsam komme ich aber zum Schluss das es wohl wirklich besser wäre der EU beizutreten, sei es nur darum dem alten Mann vom Herrliberg den Wind aus den Segeln zu nehmen.
    • Vanessa_2107 25.03.2018 10:25
      Highlight Highlight Vor allem sollte er nun mal endlich schweigen. Der Herr kann sich doch nun mit anderen Dingen beschäftigen, z. B. mit seiner Bildersammlung.
    • RETO1 25.03.2018 10:44
      Highlight Highlight @ Fabio74

      dein Niveau ist so was von erbärmlich
      echt hoffnungslos
    • Vanessa_2107 25.03.2018 12:40
      Highlight Highlight @ Reto - es stimmt was Fabio sagt, einmal muss man loslassen!
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