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epa04948198 The exhaust pipe of a Volkswagen Passat pictured in front of the Volkswagen plant in Wolfsburg, Germany, 25 September 2015. The board of embattled German carmaker Volkswagen (VW) is to announce the company's new chief executive. The appointment of the new VW chief is to become part of a likely major shake-up of the company's top management following the scandal, which was triggered by the carmaker's admission that it cheated on exhaust tests for its diesel models in the United States.  EPA/JULIAN STRATENSCHULTE

Volkswagen kommt nicht zur Ruhe.
Bild: EPA/DPA

VW-Abgas-Affäre: «Wir ermitteln auf Hochtouren»

Volkswagen plant in den kommenden Wochen eine Rückrufaktion für die von den Abgas-Manipulationen betroffenen Autos. Aus Italien, Belgien und der Schweiz droht unterdessen weiteres Ungemach.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Im Skandal um die Manipulation der Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen will Volkswagen nach Angaben eines Sprechers in den nächsten Wochen aktiv werden. «Es läuft auf eine Rückrufaktion hinaus, die für den Kunden kostenlos sein wird», sagte der Konzernsprecher am Sonntag. In der kommenden Woche wolle VW erste Erkenntnisse präsentieren. Dazu würden auch Gespräche mit den Behörden geführt.

Die umstrittene Software müsse mit einem Update «in den Zustand versetzt werden, dass sie der Gesetzgebung entspricht», sagte der Sprecher. «Die meisten Fahrzeuge werden mit einem solchen Update den Regularien entsprechen.» Ob noch weitere Änderungen vorgenommen werden müssten, kläre das Unternehmen gerade. «Sollten wir mehr machen müssen als ein Software-Update, werden wir das machen».

Kunden drohen höherer Verbrauch und weniger PS

Für die Kunden könnte der Rückruf ärgerliche Folgen haben. So dürfte das Software-Update den Verbrauch erhöhen oder die Leistung beeinträchtigen oder gleich beides. Was Besitzer von VW-Dieselautos jetzt wissen müssen, steht hier.

Eine Frist des Kraftfahrtbundesamtes für den Volkswagen-Konzern, über die die «Bild am Sonntag» («BamS») berichtete, konnte der Sprecher dagegen nicht bestätigen. Die «Dringlichkeit» sei dem Unternehmen aber «mehr als bewusst», sagte er. «Wir ermitteln auf Hochtouren und werden die Ergebnisse, sobald wir sie haben, bekanntgeben». In einem von der «BamS» veröffentlichten Brief des Kraftfahrtbundesamtes heisst es, Volkswagen solle bis spätestens zum 7. Oktober einen «verbindlichen Massnahmen- und Zeitplan» vorlegen.

epa04944576 Dark clouds hover above a corporate logo of German car manufacturer Volkswagen in front of the Volkswagen plant in Wolfsburg, Germany, 23 September 2015. Volkswagen's board began a crisis meeting on 23 September that could decide the future of board chairman Martin Winterkorn, as Europe's biggest carmaker struggles to respond to a deepening emissions testing scandal. The carmaker's weekend admission that it had installed sophisticated software in its diesel models aimed at beating US exhaust tests has sent shockwaves through the German auto industry.  EPA/JULIAN STRATENSCHULTE

Der Skandal rund um VW schädigt die Marke nachhaltig. 
Bild: EPA/DPA

Wegen des Verdachts, dass VW Abschalteinrichtungen verbaut und unzulässig verwendet habe, wird zudem der Status der erteilten Typengenehmigungen geprüft. Die Behörde könnte die diese entziehen, wenn VW nicht handelt. Dann dürften die betroffenen Autos nicht mehr verkauft und gefahren werden.

Italien will 1000 Autos testen

Die italienische Regierung will im Zuge des Skandals landesweit 1000 VW-Fahrzeuge stichprobenartig untersuchen lassen. «Jeder Test kostet rund 8000 Euro, aber das ist es uns wert. Wir werden die Ergebnisse in zwei bis drei Monaten haben», sagte Verkehrsminister Graziano Delrio der Zeitung «La Stampa». Man werde nicht warten, bis man die von VW und dem deutschen Kraftfahrtbundesamt erbetenen Daten erhalten habe.

Das Schweizer Bundesamt für Strassen hatte am Freitag sogar ein vorübergehendes Zulassungsverbot für Fahrzeuge mit dem betroffenen Motor angekündigt. Es soll am Montag in Kraft treten. Allerdings ist laut Importeursverband unklar, wie viele Autos mit der älteren Abgasnorm Euro 5 überhaupt noch im Handel sind. Bereits zugelassene Fahrzeuge sind nicht betroffen.

In Belgien hat ein VW-Importeur 3200 Diesel mit dem fraglichen Motor EA 189 vorsorglich vom Markt genommen. Der Verkauf sei gestoppt, bis es von Volkswagen weitere Informationen gebe, hiess es am Samstag. Dann könnten auch die Besitzer informiert werden, die ein Auto mit der betrügerischen Software fahren. Das belgische Wirtschaftsministerium schätzt, dass dies im Land etwa 500'000 Autos betrifft.

nck/dpa/AFP

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