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«Absolut krass und krank»: Schweizer Internet-User werden mit Kinderpornos erpresst

21.08.18, 04:20 21.08.18, 08:58


Eine kriminelle Cyber-Attacke hat am Sonntag Schweizer Internet-User ins Visier genommen. In einem Erpresser-Mail wurden die Angeschriebenen aufgefordert, innert kurzer Frist umgerechnet 1100 Franken auf ein Bitcoin-Konto zu überweisen, wie der Blick berichtet. Ansonsten würden die Betroffenen «grossen Schaden» erleiden. 

Die Drohung richtet sich nicht nur gegen den jeweiligen Empfänger, sondern auch gegen dessen Angehörige. «Am 22.08.18, um 16 Uhr läuft eine Frist ab, welche über Ihr weiteres Schicksal, sowie das Ihrer Familie und Ihrer Firma entscheidet», lautet der Anfang der Mail. 

«Absolut krass und krank»

Das Erpresser-Mail ging angeblich an viele Schweizer Internet-User, darunter einige Nationalräte, die nun gegenüber dem «Blick» Stellung genommen haben. 

«Ich habe schon viele anonyme Drohungen erhalten. Aber diese hier war schon sehr speziell», sagt Adrian Amstutz (SVP). Sein Ratskollege Philipp Hadorn (SP) sagte, der Inhalt der Mail sei wirklich schockierend gewesen. Nationalrat Nik Gugger stimmt ihm zu: «Die Drohungen sind absolut krass und krank.».

Philipp Hadorn, SP-SO, spricht an der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 8. Maerz 2018 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Philipp Hadorn (SP).  Bild: KEYSTONE

Rassistische Emails und illegale Pornos

Im 13-seitigen Anhang wird detailliert erklärt, wie dem Empfänger Schaden zugefügt werden soll, sollte kein Geld fliessen. Angereichert wurde das Dokument mit unzähligen Beispielen und verstörenden Bildern. Alle Handlungen würden im Namen des Opfers ausgeführt werden, mit dem Ziel, dieses finanziell, emotional, sozial und physisch zu schädigen. 

So sollen Geschäfte über Onlineplattformen wie Ebay oder Ricardo abgewickelt, die Ware aber anschliessend nicht ausgeliefert werden. Das würde dann rechtliche Konsequenzen mit sich ziehen. Zudem sollen per Email Bombendrohungen, rassistische Äusserungen und illegale Pornografie verschickt werden. Aber auch Drogengeschäfte sollen unter falscher Identität im Darknet getätigt werden.

Damit aber noch nicht genug. Kinderpornografische Inhalte sollen so modifiziert werden, dass die Gesichter der Opfer darin auftauchen. Zwar sind etliche Bilder einer Person für solche «Deepfake» genannte Videos nötig. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten sei das durchaus machbar, lautet die Analyse des Blicks

Strafverfolgung aussichtslos

Die IT-Abteilung der Parlamentsdienste und das Bundesamt für die Polizei (Fedpol) sei über den Vorfall in Kenntnis gesetzt worden. Ebenfalls im Bilde sei die europäische Polizeibehörde Europol. 

Wer genau hinter der verschlüsselten Drohung steckt, ist nicht bekannt. Es dürfte schwer sein, die Verantwortlichen ausfindig zu machen, denn die Drahtzieher befinden sich zumeist im Ausland. Somit sind die Schweizer Behörden bei der Strafverfolgung praktisch machtlos. 

Hadorn und Amstutz wollen sich beide dafür einsetzen, dass sich die Politik dieser Problematik annimmt. «Ich möchte jetzt vom Gesamtbundesrat wissen, bis wann er mit seiner Verwaltung in der Lage ist, Cyberangriffe auf unser Land und auf die Menschen in der Schweiz wirksam abzuwehren», zitiert Blick Adrian Amstutz.

(vom)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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21
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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • hein-tirol 21.08.2018 11:56
    Highlight Ich bin selbst Opfer so einer Attacke, und sollte 8000 Dollar zahlen. Ich habe dem Absender nur geantwortet, dass Interpol schon ermittelt. Seine Mail-Adresse ist sjitarynfk@outlook.com
    1 0 Melden
  • stookie 21.08.2018 10:40
    Highlight >Mit den heutigen technischen Möglichkeiten ist das durchaus machbar, lautet die Analyse des Blicks.
    Made my day....

    Und betreffend Amstutz's Kommentar:
    Ja die Drohungen sind krank aber nicht viel anders als "wenn du dies nicht weiterleitest stirbt ein Katzenbaby".
    6 0 Melden
  • Charlie B. 21.08.2018 10:06
    Highlight Und wann wird der Bundesrat endlich in der Lage sein, dass ich trotz Keine-Werbung-Kleber am Briefkasten Werbung nicht mehr erhalte?
    55 1 Melden
  • Menel 21.08.2018 09:59
    Highlight «Ich möchte jetzt vom Gesamtbundesrat wissen, bis wann er mit seiner Verwaltung in der Lage ist, Cyberangriffe auf unser Land und auf die Menschen in der Schweiz wirksam abzuwehren»

    Diese Aussage ist bezeichnend für das Technologie-Verständnis vieler Politiker. Und genau diese Politiker sollten unser Land vorbereiten auf die Veränderungen, die die heutigen Technologien auf die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt haben. Eigentlich zum Lachen, wenns nicht so traurig wäre...
    47 3 Melden
  • Don Huber 21.08.2018 09:38
    Highlight Tja da gibt's nur eines. Einen guten SPAM-Schutz oder diesen Sch... erst gar nicht lesen und die gute alte Delete-Taste benutzen.
    21 2 Melden
  • martinsteiger 21.08.2018 08:28
    Highlight Die Schlagzeile – bei Watson und anderswo – ist unvollständig:

    Es werden nicht Nationalräte erpresst, sondern unzählige E-Mail-Empfänger in der Schweiz, darunter offensichtlich auch einige Nationalräte, haben erpresserische E-Mails erhalten.

    Nein, das macht es nicht besser. Aber es ist ein Unterschied, ob ein Nationalrat gezielt erpresst wird oder einer von vielen Betroffenen von leider ziemlich alltäglicher Internet-Kriminalität ist. (Solche E-Mails werden meist als Spam gefiltert.)
    56 0 Melden
    • @schurt3r 21.08.2018 08:44
      Highlight Ein berechtigter Einwand, danke!
      Habe den Titel angepasst.
      54 2 Melden
  • x4253 21.08.2018 07:40
    Highlight "bis wann er mit seiner Verwaltung in der Lage ist, Cyberangriffe auf unser Land und auf die Menschen in der Schweiz wirksam abzuwehren"

    Lol.
    Schono blöd kann man nicht einfach einen Zaun drum herum errichten.
    114 6 Melden
    • Flötist 21.08.2018 08:41
      Highlight ... kann man. Aber das wollen wir nicht.
      15 6 Melden
    • You will not be able to use your remote control. 21.08.2018 08:55
      Highlight Eine Mauer aus Feuer kann man machen, aber einen Zaun?
      17 3 Melden
    • kettcar #lina4weindoch 21.08.2018 09:37
      Highlight Heureka! Ein Grenzzaun um das gute eidgenössische Intranet! Das ist es! Das nehm ich gleich ins SVP-Wahlprogramm auf! Danke.
      24 3 Melden
    • x4253 21.08.2018 12:14
      Highlight
      0 0 Melden
  • The Origin Gra 21.08.2018 07:25
    Highlight "Ich möchte jetzt vom Gesamtbundesrat wissen, bis wann er mit seiner Verwaltung in der Lage ist, Cyberangriffe auf unser Land und auf die Menschen in der Schweiz wirksam abzuwehren" gehen Sie Offline Herr Amstutz, dann sind sie etwas sicherer vor solchen Angriffen.

    Das US DoD gibt Millionen für IT Security aus, Summen wovon Bundesbern schwindelig wird, aber selbst das DoD wird immer mal wieder geknackt.

    Rein kommt man immer, ist nur eine Frage des Aufwands und somit dem Wert des Ziels.

    Der Angriff hat aber nur bedingt mit IT Security zu tun, sondern eher mit Erpressung.
    43 0 Melden
  • Judge Dredd 21.08.2018 06:19
    Highlight Um die Frage von Herrn Amstuz zu beantworten: Nie! Genau so gut könnte man fragen, wann die Schweiz in der Lage sein wird, sich wirksam vor terroristischen Anschlägen zu schützen. Man kann sich darauf vorbereiten, Massnahmen zur Schadensbegränzung treffen, aber abwehren oder verhindern wird man diese niemals können. Das ist schlicht nicht möglich. Es gibt keine vollkommene Sicherheit, wer am Leben teilnimmt, setzt sich unweigerlich solchen Gefahren aus.
    180 14 Melden
  • Wilhelm Dingo 21.08.2018 06:07
    Highlight „,..cyber Angriffe...abzuweren...“ was sind denn das für Träumer? Eine teilweise wirksame Abwehr haben wir bereits, wenn aber eine vollständig wirksame Abwehr gewünscht ist benötigen wir eine restriktive Infrastruktur an der Grenze. Das hat dann ein paar unschöne andere Folgen.
    23 63 Melden
    • walsi 21.08.2018 07:04
      Highlight Zäune wirken nich gege Cyberangriffe.
      67 8 Melden
    • Kong 21.08.2018 07:21
      Highlight Du sprichst vermutlich die chinesische Variante an, wobei der Zaun quasi durch Zensur und Filter halten soll. Frage ist wo die heute stehen, sprich wie gut funktioniert der Schutz? Theoretisch kann ein Land ja den Datenstrom kanalisieren und filtern (mit entsprechenden Folgen für Tempo, Datenschutz etc )
      19 2 Melden
    • walsi 21.08.2018 08:07
      Highlight @Kong: Selbst die Chinesen schaffen es nicht alles, was nicht gewollt ist, draussen zu halten. Die einzige technische Lösung die funktioniert, Stecker ziehen.
      27 0 Melden
    • Wilhelm Dingo 21.08.2018 08:35
      Highlight @walsi/Kong: Ja, ich meine die Chinesische Variante. Ist nicht perfekt, aber ziemlich gut. Das hätte wie gesagt einige unschöne Konsequenzen...
      10 4 Melden
    • YB98 21.08.2018 08:50
      Highlight @waldi Stecker ziehen klappt vermutlich auch nicht mehr, in Zeiten von Wlan, Akku und solarbetriebenen Geräten xD
      10 1 Melden
  • walsi 21.08.2018 05:48
    Highlight Der letzte Satz ist herzig: "Ich möchte jetzt vom Gesamtbundesrat wissen, bis wann er mit seiner Verwaltung in der Lage ist, Cyberangriffe auf unser Land und auf die Menschen in der Schweiz wirksam abzuwehren" Der zeigt, dass Herr Amstuz nicht begriffen hat wie solche Angriffe funktionieren. Genau so gut könnte er den Bundesrat fragen, wann dieser in der Lage ist dafür zu sorgen, dass Autofahrer die Geschwindigkeit nicht mehr überschreiten oder nicht mehr besoffen Auto fahren.
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