Schweiz
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Bundesraetin Doris Leuthard, Vorsteherin des Eidgenoessischen Departements fuer Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, UVEK, reist mit ihrem Tesla Elektroauto zur Infra- Tagung  im Kultur- und Kongresszentrum Luzern, KKL, an, am Donnerstag, 22. Januar 2015. (KEYSTONE/Sigi Tischler)

Bild: KEYSTONE

Trotz offenen Fragen um Datenschutz: Der Bundesrats-Tesla darf weiterrollen

Der Dienstwagen von Doris Leuthard, den Simonetta Sommaruga übernehmen will, führe keine Sprachaufnahmen durch, wie der Bund der «Schweiz am Wochenende» versichert.

Tobias Bär / Schweiz am Wochenende



Die basel-städtische Polizei hat ihre Flotte mit Elektroautos des US-Herstellers Tesla ergänzt. Doch die Inbetriebnahme verläuft nicht ganz reibungslos. Die Teslas bleiben vorerst in der Garage, wie die Zeitungen von CH Media diese Woche berichteten. Grund dafür sind Fragen rund um den Datenschutz. Der Basler Datenschutzbeauftragte Beat Rudin sprach von Problemen, die gelöst werden müssten. Es geht um die Frage, ob die Fahrzeuge Gespräche aufzeichnen und die Aufnahmen vom Hersteller ausgewertet werden können.

Aber auch darum, inwiefern Tesla auf die Fahrzeuge zugreifen kann und wie genau das Unternehmen über die Positionen der Autos im Bilde ist. Die Fragen betreffen nicht nur die Basler Polizei, sondern auch den Bundesrat.

Genauer: die abtretende Umwelt- und Verkehrsministerin Doris Leuthard und ihre Nachfolgerin Simonetta Sommaruga. Seit Ende 2014 besitzt Leuthard einen Tesla 85 als Dienstfahrzeug und hat damit 170 000 Kilometer zurückgelegt. Leuthards Departement (Uvek) leitete Anfragen zum Thema direkt an das Kompetenzzentrum für Beschaffung Armasuisse weiter.

Das Bundesamt liess sich wiederum einen Tag Zeit, bevor es eine Antwort lieferte: Der bundesrätliche Dienstwagen führe keine Sprachaufnahmen durch, heisst es darin. Folglich würden auch keine Audiodaten übermittelt und ausgewertet. Und: «Weder das Uvek noch die Armasuisse haben eine Vereinbarung für die Freigabe irgendwelcher Standorte unterschrieben.» Die Daten, die geliefert würden, dienten der Verbesserung des Navigationssystems und anderen Funktionen und könnten nicht zu einem Auto zurückverfolgt werden. Zu Diagnose- und Reparaturzwecken kann Tesla aber offenbar auf Daten zugreifen, diese werden gemäss Armasuisse aber «nur für einen begrenzten Zeitraum aufbewahrt».

Bereits vor der Stellungnahme des Bundes hatte das Unternehmen Tesla verneint, dass Sprachaufnahmen aus den Fahrzeugen gespeichert und auf die eigenen Server weitergeleitet würden. Standortdaten der Teslas würden ebenso wenig gespeichert. Die Übergabe des Bundesrats-Teslas an die neue Uvek-Vorsteherin Sommaruga scheint also unbedenklich. Die neue Umweltministerin hatte bereits angekündigt, sie wolle den Dienstwagen ihrer Vorgängerin übernehmen.

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • HereToReadNotLead 23.12.2018 03:58
    Highlight Highlight Ist es toll das alle Daten von jedem, jederzeit und überall erfasst werden können? Ich denke nein.

    Aber dies sind die Fakten - ob die Daten nun von den IPhones, Samsungs oder Huaweis dieser Welt erfasst werden ist eigentlich nur noch eine Wirtschaftliche Frage. Diejenige des Marktanteils.

    Wer Sammelt am meiste, am Besten, gibt den Besten Mehrwert zur weiteren Nutzung...

    Warum dies nun beim Tesla für Schlagzeilen sorgt, weiss ich nicht und halte es für polemisch.

    So long Johnny Boy...ich geh mir jetzt ein Buch bestellen - vom Schlafzimmer aus - via Alexa.

    Over and out.
  • malu 64 23.12.2018 00:09
    Highlight Highlight Falls Tesla alle Daten über jedes ihrer Fahrzeuge speichern würde, bräuchte Tesla ein Riesengebäude um die entsprechenden Rechner und Speicher unterzubringen. Übrigens, praktisch alle Automarken sammeln Daten. Verbrauch, Geschwindigkeit usw. Leider ist noch zu wenig geregelt, wer was für welchen Zweck sammelt und warum.
    • genderfluide ananas|fairtrade 24.12.2018 16:05
      Highlight Highlight Tesla braucht kein Riesengebäude. Tesla mietet sich in einer Speicherfarm Platz (z.B. bei Amazon, einer der grössten Speicherplatz Anbieter der Welt). Mehr brauchts nicht. Keine kostenintensive Wartung usw.
  • Der Tom 22.12.2018 23:51
    Highlight Highlight Wieso dürfen die anderen Dienstwagen immer noch fahren obwohl sie extrem hohe Mengen an Gift ausstossen?
    • Dark Circle 23.12.2018 00:58
      Highlight Highlight Naja, man vergisst gerne, dass ein Elektroauto (teilweise mehrere) grosse Batterien hat die irgendwann vernichtet werden müssen...
    • sunshineZH 23.12.2018 16:43
      Highlight Highlight Aha der Tesla ist ja völlig Giftfrei und super für die Umwelt...Treumer...
    • Der Tom 23.12.2018 19:14
      Highlight Highlight Absolut gar kein Vergleich wert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gummibär 22.12.2018 23:21
    Highlight Highlight Jeden Morgen lässt sich Präsident Xi Jinping sich einen Bericht darüber vorlegen ob die Schweizerische Umwelt- und Verkehrsministerin auf dem Weg zur Arbeit beim Coop oder beim Migros ein Gipfeli oder ein Weggli gekauft hat. Dann passt er die chinesische Handelsstrategie dementsprechend an.
    Sollte Frau Leuthard zu Fuss gehen muss er sich auf die Beobachtungen der Spionin Som Ting Wong verlassen.
    • Ökonometriker 23.12.2018 10:04
      Highlight Highlight @Gummibär: Tesla ist eine Marke aus den USA.
    • Gummibär 23.12.2018 13:22
      Highlight Highlight @ Ökonometriker So ist es. Jedenfalls kam meiner von dort.
      Die Elektronik wird von Inteva Products, LLC zugeliefert, die unter anderem auch in Zhenjiang, China ein Werk unterhält.
  • Slavoj Žižek 22.12.2018 22:12
    Highlight Highlight Wieso hat aich Frau Bundesrätin einen Tesla bestellt? Umweltschutztechbänisch wäre es besser sie würde das Auto ihres Vorgängers weiterfahren, statt ein neues zu kaufen.
    • sowhat 23.12.2018 12:32
      Highlight Highlight Liess erst ;)
  • Donald 22.12.2018 21:41
    Highlight Highlight Warum ist Tesla bei euch so ein Thema? Praktisch alle neuen Autos haben Datenverbindungen zum Hersteller.
    • amazonas queen 22.12.2018 21:54
      Highlight Highlight Aber nur Tesla hat sich geweigert, die Dstenschutz Klausel für den Einsatz als Polizeiwagen zu unterschreiben.
    • v.w. 23.12.2018 00:17
      Highlight Highlight Hat sich Tesla geweigert?
      Hat man Tesla überhaupt explizit darum gebeten?

      Kann keine klare Antwort dazu finden.
    • Teslanaut 23.12.2018 03:43
      Highlight Highlight @amazonas Queen: Tesla hat sich nicht geweigert - sie wurden nie angefragt! Warum sollte Tesla Datenschutzrichtlinien unterschreiben, wenn sie überhaupt nicht Zugriff zu den Daten der Polizei haben? Ist die Daten-SIM-Karte von Tesla ersetzt durch eine eigene hat Tesla keinen Zugriff mehr. Daten-Updates für das Fahrzeug müssen einfach im Tesla ServiceCenter gemacht werden statt „on the air“. Alles kein Problem und alles nur aufgebauschtes Theater gewisser Politiker und deren Handlangern ( Datenschützer und Journalisten )
    Weitere Antworten anzeigen
  • Heinz Dietsche (1) 22.12.2018 20:50
    Highlight Highlight Ich kann mir nicht vorstellen dass: das wirklich jemanden interessiert

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