Schweiz
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Zürcher Schulen verbannen WhatsApp, Dropbox und Co.

04.07.18, 11:19 04.07.18, 11:48


Bild: Shutterstock

WhatsApp, Dropbox und Co. haben an Zürcher Schulen nichts zu suchen: Mit diesen Tools können die Schulen die Einhaltung des Datenschutzes nicht garantieren. Dies war eine der Feststellungen des Zürcher Datenschützers Bruno Baeriswyl im vergangenen Jahr.

Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf die Arbeit des Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich: Die Zahl der Anfragen zu diesem Thema habe im vergangenen Jahr weiter zugenommen, sagte Baeriswyl gemäss Medienmitteilung am Mittwoch bei der Präsentation des Tätigkeitsberichts 2017.

Besonders häufig seien Anfragen zu Cloud Computing. Öffentliche Organe erhoffen sich davon, Investitionen in Soft- und Hardware zu sparen. Baeriswyl warnt aber vor deren Einsatz: Online-Angebote würden Kontrollverlust und ungenügende Transparenz mit sich bringen.

Die Krux liege dabei meist im Geschäftsmodell: «Nichts ist gratis, denn wer nicht für einen Dienst bezahlt, gibt seine Daten preis.» Da aber Schulen und andere Organe für die Einhaltung des Datenschutzes verantwortlich bleiben, können sie Tools wie WhatsApp und Dropbox nicht einsetzen.

Wie Baeriswyl in seinem Tätigkeitsbericht weiter schreibt, konnte aber mit Microsoft für die Volks- und Hochschulen ein Rahmenvertrag für die datenschutzkonforme Nutzung von Office 365 abgeschlossen werden.

Check-in-Ticket Okay

Der Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich prüfte im vergangenen Jahr zudem das Check-in-Ticket des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) in einer Vorabkontrolle. Reisende müssen beim Check-in-Ticket vor dem Einsteigen über ihre App einchecken und nach dem Aussteigen wieder auschecken. Am Ende des Tages wird automatisch der korrekte Preis für alle unternommenen Fahrten verrechnet.

Baeriswyl gab dabei eine positive Rückmeldung ab: Der ZVV sammle nur Daten, die für die Berechnung des Preises benötigt werden. Auch der Zugriff auf die Daten sei restriktiv geregelt. Das Check-in-Ticket kann mittlerweile auch schweizweit genutzt werden.

Sensitive Gesundheitsdaten

Als «besonders sensitiv» bezeichnete Baeriswyl Gesundheitsdaten, da sie leicht zu Diskriminierungen führen können und die Anonymisierung sehr schwierig ist. So hatte der Datenschutzbeauftragte ein Anonymisierungskonzept eines Forschungsprojekts mit Patientendaten begutachtet.

Obwohl der Personenbezug technisch entfernt wurde, hätten einzelne Patientinnen und Patienten doch eventuell noch wiedererkannt werden können - beispielsweise wegen seltenen Krankheiten. Der Datenschutzbeauftragte riet deshalb zu Zusatzmassnahmen, wie etwa das Verwenden von Altersgruppen statt genauen Jahrgängen.

Digitalisierung als Herausforderung

Für Baeriswyl ist die Digitalisierung der Verwaltung eine besondere Herausforderung für den Datenschutz. Er bezeichnete die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung als «wichtigen Schritt zur Stärkung der Rechte der Bürgerinnen und Bürger».

Die Schweiz habe hier die Chance, einen eigenständigen Weg einzuschlagen. Die Wirkung der Datenschutzgesetze müsse gestärkt und den neuen digitalen Herausforderungen gerecht werden. (sda)

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Brikne, 20.7.2017
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28
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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dagobert Duck 04.07.2018 20:19
    Highlight Ich frage mich schon lange, wie man bei Trost seine Daten einem Unternehmen (Dropbox) anvertrauen kann, dass noch nicht einmal in der Gewinnzone ist. Und das jahrelang!
    3 0 Melden
  • My Senf 04.07.2018 17:39
    Highlight übrigens nicht nur WhatsApp und Dropbox sind problematisch in Schulen

    weil ja immer wieder meine android Abneigung kritisiert wird...

    https://www.wsj.com/articles/techs-dirty-secret-the-app-developers-sifting-through-your-gmail-1530544442
    3 0 Melden
  • My Senf 04.07.2018 15:28
    Highlight Es gibt da ein Schweizer Produkt...

    Tresorit

    Mit CH fördergeld entwickelt!

    Alles verschlüsselt
    Noch nie gehackt!

    Kostet aber. Da werden viele von euch lieber bei Dropbox bleiben gäl? 😟


    7 10 Melden
  • Dagobert Duck 04.07.2018 15:17
    Highlight Der Herr Datenschützer sollte mal über den Tellerrand schauen. Die Empfehlung "Pro Microsoft" ist schon bald wieder Makulatur.
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/CLOUD-Act-US-Gesetz-fuer-internationalen-Datenzugriff-und-schutz-verabschiedet-4003330.html
    4 6 Melden
    • Dagobert Duck 04.07.2018 20:20
      Highlight Was gibt es hier zu blitzen?
      0 0 Melden
  • Benji Spike Bodmer 04.07.2018 12:45
    Highlight Microsoft datenschutzkonform? Am A... is' finster.

    Aber eigene Lösungen (z.B. auf Basis von Open Office) und co. sind wohl immer noch #Neuland...

    (Man verzeihe mir bitte die Polemik ^^)
    35 12 Melden
    • My Senf 04.07.2018 14:17
      Highlight Yep

      Du kannst MS so einstellen
      Schliesslich zahlst Du dafür
      11 2 Melden
    • NotWhatYouExpect 04.07.2018 15:03
      Highlight Du kannst MS überhaupt nicht so einstellen, es werden immer gewisse Daten übertragen.

      Die EU Länger haben ein Riesen Problem mit MS weil Sie immer ein Firewall loch brauchen um "System Infos" abzuziehen und dies sogar für Office.

      Genau wegen solchen Sachen stellt z.B. das Militär von Italien endlich auf LibreOffice & Linux um. Aber leider ist das noch nicht bei allen angekommen.

      Unsere Staaten in Europa würden besser in Open Source investieren als Microsoft und Co.
      13 8 Melden
    • Erdling.Nik 04.07.2018 18:14
      Highlight Open Source? Gibt es da Software-Beispiele?
      2 2 Melden
    • NotWhatYouExpect 05.07.2018 08:08
      Highlight Erdling.Nick: Würden die Staaten in Europa z.B. Geld in LibreOffice stecken anstelle von Microsoft Office könnten die Entwickler von LibreOffice ganz ganz ganz viele Verbesserungen an Ihrem Produkt vornehmen.

      Des weiteren hätten wir Bürger auch den Vorteil, dass wir eine sehr gute Lösung zum Schreiben von Dokumenten hätten und zwar "Gratis" durch unsere Steuern finanziert.

      Das Ganze könnte man auf viele weitere OpenSource Produkte übernehmen.
      4 0 Melden
  • CH-Bürger 04.07.2018 11:54
    Highlight Warum nicht Threema benutzen, kostet halt etwas dafür ist es sicher.
    Wie im Beitrag erwähnt alles was gratis ist hat auch sein Grund, eben an die Daten zu kommen.
    55 20 Melden
    • My Senf 04.07.2018 14:18
      Highlight Hört doch auf mit dieser Blackbox threema 😠
      11 19 Melden
    • gmadS 04.07.2018 15:32
      Highlight Du weisst aber nicht viel über die Firma dahinter oder?
      5 6 Melden
    • Alnothur 04.07.2018 15:43
      Highlight Ja, offene Lösungen benutzen. z.B. Matrix.
      5 4 Melden
    • reffx 04.07.2018 18:57
      Highlight Weil Threema insbesondere bei watson so hochgelobt wird, habe ich mir die App wirklich gekauft.
      Nun habe ich festgestellt, dass KEIN EINZIGER meiner Kontakte/Freunde diese App nutzt... Da hab ich wohl 3 Franken buchstäblich in den Sand gesetzt. Tja, der Wille zählt 😅
      4 4 Melden
    • franzfifty 04.07.2018 19:42
      Highlight Endlich einer der es begreift. Benutze es auch via Riot.im
      0 3 Melden
  • Fridolin Kartusche-Spitzer 04.07.2018 11:46
    Highlight Den Tag an dem die Schulen die Schüler verbannen werde ich wohl nicht mehr erleben...
    15 24 Melden
  • Midnight 04.07.2018 11:35
    Highlight Schön wärs... Durch eine Neukategorisierung von WhatsApp in Cisco Umbrella vor zwei Wochen war bei vielen Schulen WhatsApp gesperrt.
    Die Beschwerden waren zahlreich und liessen nicht lange auf sich warten.
    Theoretisch sind Dienste wie "WhatsApp, Dropbox und co." an vielen Schulen gar nicht erlaubt. In der Praxis sind sie aber so selbstverständlich anzutreffen wie in Privathaushalten.

    Fun fact: Nicht mal die Dienste der Swisscom für den Edu-Bereich sind Datenschutzkonform:

    https://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/datenschuetzer-kritisiert-digitales-klassenbuch-von-swisscom/story/21255929
    24 3 Melden
  • Larss 04.07.2018 11:25
    Highlight Ja und die Schüler werden es trotzdem brauchen. Sonst braucht doch Snapchat ;)
    30 14 Melden
    • ands 04.07.2018 12:14
      Highlight Darum geht es ja gar nicht. Die Schüler dürfen für Privates Whatsapp gerne benutzen. Auch an der Schule. Die Lehrer dürfen für Privates auch weiterhin Whatsapp im Lehrerzimmer benutzen.
      Aber der Lehrer darf nicht per Whatsapp mit seinen Kollegen über die Noten seiner Schüler diskutieren.
      38 4 Melden
    • Raffaele Merminod 04.07.2018 13:05
      Highlight Die Noten sind an den Schulen online von den Schüler einsehbar und werden eh nicht per Whatsapp kommuniziert!
      Es bringt also rein gar nichts, da die Schüler und Lehrer diese Dienste so oder so weiter privat nutzen.
      2 13 Melden
    • bebby 04.07.2018 13:38
      Highlight Es scheint mir, dass Datenschutz bald das grössere Problem ist als die Daten selber. So ist es z.T. an Schulen untersagt, dass die Lehrer sich über Schüler austauschen, ohne dass die Eltern die Erlaubnis geben. Das führt dann zu Situationen, bei denen die Lehrer bei einem Schulwechsel gar nicht wissen, was für Bedürfnisse ihre Schüler haben. Oder auch, dass die Eltern nicht alle Unterlagen zu ihren Kindern erhalten.
      Wir machen heutzutage viel zu viel zu einem Staatsgeheimnis.
      Das Hauptproblem mit Whatsapp ist doch ein ganz anderes: dass Jungs im Klassenchat Links zu Pornoseiten verschicken...
      4 20 Melden
    • ands 04.07.2018 15:27
      Highlight @ Raffaele Merminod: Du sagst also, dass die folgende Aussage nie in einem Whatsapp-Chat zwischen Lehreren stehen würde? Unmöglich?
      "Du, warum hät d mirjam es 4 im sport? Häsch du ihre nöd es 4.5 gäh?"
      oder
      "De stefan isch nöd im werke uftaucht. Weisch du, wo er isch?"
      6 2 Melden
    • ands 04.07.2018 15:28
      Highlight @ bebby: Welcher Schüler ist bitte so blöd, Links zu Pornoseiten in einem Klassenchat mit Lehrern zu stellen? Die Klassenchats ohne Lehrer sind ja Privatsache und damit nicht vom Verbot betroffen...
      11 1 Melden
    • Erdling.Nik 04.07.2018 18:16
      Highlight Bebby hat mit ihrem Kommentar voll ins Schwarze getroffen...nicht! 😂 Wieder mal die bösen Jungs und die armen unschuldigen Mädels.
      2 0 Melden
    • Raffaele Merminod 04.07.2018 21:02
      Highlight @ands: nein ich gleiche nicht das der Lehrer gedutzt wird.
      Nein ich glaube nicht dass die Kids im Chat mit dem Lehrer so was schreiben.
      2 0 Melden
    • ands 05.07.2018 06:18
      Highlight @ Raffaele Merminod: "zwischen Lehrern", ich habe nichts von Schülern geschrieben.
      0 1 Melden
    • Raffaele Merminod 05.07.2018 07:49
      Highlight @ands: Sorry übersehen, aber das macht deine Bemerkung nur noch schräger.
      Wie sollen Lehrer kommunizieren dürfen?
      Nicht per Whatsapp, E-Mail ist noch unsicherer, telefonieren auch.
      Bleibt nur noch der abhörsichere Raum?
      Warum wird den Lehrer eigentlich E-Mail nicht verboten? Das ist ja das unsicherste von allen.
      1 2 Melden

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