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Klage erfolgreich: Greenpeace darf mehr über das AKW Beznau wissen



Greenpeace Schweiz erhält Zugang zu Dokumenten mit Informationen über die Reaktordruckbehälter des Atomkraftwerks Beznau AG. Die Atomaufsichtsbehörde ENSI darf jedoch einen Teil der Unterlagen einschwärzen. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden.

Es handelt sich um Prüfungsergebnisse, die das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) von der AKW-Betreiberin Axpo Power im Zuge der Verlängerung der Betriebsbewilligung im Jahr 2010 verlangt hatte.

ZUM 50. JAHRESTAG DES BAUBEGINNS DES AKW BEZNAU AM SONNTAG, 6. SEPTEMBER 2015 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Das Atomkraftwerk Beznau, aufgenommen in Doettingen am Freitag, 3. Juni 2011. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Das AKW Beznau ist einer der ältesten kommerziellen Reaktoren der Welt. Bild: KEYSTONE

Greenpeace verlangte im Februar 2015 Einsicht in diese Dokumente. Die Umweltschutzorganisation stützte sich dabei auf das Öffentlichkeitsgesetz, aufgrund dessen jeder das Recht hat, amtliche Dokumente einzusehen und von den Behörden Auskunft über den Inhalt solcher Dokumente zu erhalten. In Ausnahmefällen kann der Zugang verweigert werden.

Im Fall des Berichts zur Untersuchung der beiden Reaktordruckbehälter des AKW Beznau können sich das ENSI und die Axpo zumindest teilweise auf eine solche Ausnahmeklausel berufen. So handelt es sich bei der Beschreibung, wie die Proben der Druckbehälter geprüft und ausgewertet wurden, um Geschäfts- und Fabrikationsgeheimnisse.

Eine Frage der Verhältnismässigkeit

Wie das Bundesverwaltungsgericht ausführt, wiege deren Geheimhaltung schwerer als das Interesse der Öffentlichkeit an den entsprechenden Informationen. Eine pauschale Schwärzung des Berichts wäre jedoch unverhältnismässig.

Aus diesem Grund muss das ENSI laut Urteil den Zugang zumindest teilweise gewähren, auch wenn die Schwärzung der sensiblen Teile der rund 1000 Seiten umfassenden Unterlagen einen grossen Aufwand bedeutet. Die Dokumente werden erst nach dem Entscheid zum Wiederanfahren des Reaktors veröffentlicht.

Momentan ist offen, wann der seit zwei Jahren abgeschaltete Block 1 wieder ans Netz geht. Das ENSI prüft weiterhin die Unterlagen der Axpo, die die Wiederinbetriebnahme wiederholt verschieben musste. Es gibt laut der Behörde keinen Termin für eine Freigabe zum Hochfahren der Anlage.

Seit zwei Jahren vom Netz

Der Block 1, mit knapp 48 Betriebsjahren einer der ältesten kommerziellen Reaktoren der Welt, ist seit März 2015 vom Netz. Im Sommer desselben Jahres wurden am Reaktordruckbehälter rund 925 Materialfehler entdeckt.

Es handelt sich um fehlerhafte Materialstellen mit einer Grösse von 5 bis 6 Millimetern. Abklärungen des Energiekonzerns Axpo zufolge sind diese Materialfehler nicht während des Betriebs des Reaktors entstanden, sondern bei der Schmiedung des Druckbehälters 1965 in Frankreich.

Greenpeace zeigte sich in einer Stellungnahme zufrieden mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Dieses setze der «Geheimhaltungs-Praxis des ENSI» ein Ende. Die Behörde dürfe das Versteckspiel der Axpo zu Beznau nicht mehr mittragen. Das sei ein wichtiger Etappensieg bei den Bestrebungen der Umweltorganisation, «Licht in die Blackbox Beznau zu bringen».

(Urteil A-1432/2016 vom 05.04.2017) (sda)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 26.04.2017 14:43
    Highlight Highlight Zuerst gewichtet der Bundesrat das Geschäftsgeheimnis höher als das Interesse der Öffentlichkeit.

    Na Bravo! Ist ja ein toller Bundesrat. Herzlichen Dank. Lachen ist gesund.
  • Ursus ZH 26.04.2017 09:08
    Highlight Highlight Die Materialfehler sind also nicht während des Betriebs des Reaktors entstanden, sondern bei der Schmiedung des Druckbehälters 1965 in Frankreich.

    Das beruhigt ja ungemein!

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