DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ausfall von AKW und trockenes Wetter: Stromnetz-Betreiberin warnt vor Engpässen im Winter

02.12.2015, 09:5402.12.2015, 10:02

Die Stromnetz-Betreiberin Swissgrid warnt vor Energie-Engpässen in diesem Winter: Weil die Kernkraftwerke Beznau 1 und 2 ausser Betrieb sind und im Sommer und Herbst wenig Regen fiel, sind die Reserven knapp. Einen totalen Ausfall dürfte es aber trotzdem nicht geben.

Swissgrid beurteilt die momentane Situation in der Schweizer Energieversorgung als «angespannt», wie die Netzbetreiberin am Mittwoch mitteilte.

Durch den Ausfall der Kernkraftwerke Beznau 1 und 2 fehlen der Nordschweiz 220 Megawatt Einspeisung ins Stromnetz. Dieser Ausfall müsste durch Wasserkraft ausgeglichen werden, was wegen des trockenen Wetters der vergangenen Monate aber schwierig ist.

Zu wenig Regen

Die Flüsse führen nach dem regenarmen Sommer und Herbst deutlich weniger Wasser als in anderen Jahren. Dies verringert die Stromproduktion aus Laufwasserkraft. Auch die Speicherseen sind im Vergleich zum langjährigen Mittel unterdurchschnittlich gut gefüllt und dürften sich entsprechend schnell entleeren.

Im Ausland würden zwar genügend Reserven zur Verfügung stehen. Diese können für die Versorgung in der Schweiz aber nicht vollständig genutzt werden, wie Swissgrid weiter schreibt. Als Grund gibt Swissgrid die limitierte Kapazität der Transformatoren an.

Strombranche muss Lösungen finden

Der Austausch von Energie mit dem Ausland erfolgt zu 90 Prozent über das 380-Kilovolt-Netz. Die Bandenergie, welche den Grundbedarf an Strom in der Schweiz abdeckt, läuft aber über das 220-Kilovolt-Netz. Der ausländische Strom muss also zuerst auf tiefere Netzebenen transformiert werden, was nicht unbegrenzt möglich ist.

Die Kerzen-Vorräte aufzustocken ist allerdings nicht notwendig. Wie es bei Swissgrid auf Anfrage der sda hiess, muss mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mit einem grösseren Ausfall gerechnet werden. Die Strombranche müsse aber in den kommenden Wochen gemeinsam Lösungen für die angespannte Lage finden. (whr/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Welt in Karten

Wer den Atomausstieg gewagt hat und wer fleissig neue Kraftwerke baut

Morgen Freitag wird dem AKW Mühleberg definitiv der Stecker gezogen. Damit sinkt die Zahl der aktiven Atomreaktoren in der Schweiz auf vier. Wie sieht es in unseren Nachbarländern aus? Ein Überblick.

Um exakt 12:30 Uhr morgen Mittag stellt das AKW Mühleberg den Betrieb endgültig ein. Mit den beiden verbleibenden Reaktoren Beznau und den Anlagen in Gösgen und Leibstadt sinkt die Anzahl der Atomreaktoren der Schweiz damit auf vier.

Wann in der Schweiz gar kein Atomstrom mehr produziert wird, ist unklar – ein genaues Datum für einen Ausstieg gibt es nicht. Die verbleibenden Atomkraftwerke bleiben so lange am Netz, wie es die Aufsichtsbehörde für sicher befindet. Der Bau neuer …

Artikel lesen
Link zum Artikel