Schweiz
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Vierfachmord in Rupperswil: Thomas N. will seine Verwahrung ersatzlos aufheben lassen 



Der Vierfachmord von Rupperswil kommt vors Obergericht: Der verurteile Thomas N. hat innerhalb der gesetzlichen Frist Berufung eingereicht.

QUALITY REPEAT --- Thomas N., left, and his public defender Renate Senn, right, at the pronouncement of judgement for the quadruple murder of Rupperswil at the district court Lenzburg in Schafisheim (AG), on Friday, 16 March 2018. Thomas N. has been handed a life sentence in prison for the murder of four people, a woman, two boys and a girl with a knife in a family home in Rupperswil. (KEYSTONE/Sibylle Heusser)

Thomas N. links, und Pflichtverteidigerin Renate Senn, rechts, bei der Urteilsverkuendung zum Vierfachmord von Rupperswil im Bezirksgericht Lenzburg in Schafisheim (AG), aufgenommen am Freitag, 16. Maerz 2018. Das Bezirksgericht Lenzburg hat den 34-jaehrigen Schweizer in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Es verhaengte eine lebenslaengliche Freiheitsstrafe und ordnete eine ordentliche Verwahrung an.(KEYSTONE/Sibylle Heusser)

Thomas N. geht in Berufung. Bild: KEYSTONE

Der Beschuldigte wendet sich einzig gegen die vom Bezirksgericht Lenzburg angeordnete ordentliche Verwahrung, heisst es in einer Mitteilung der Gerichte des Kantons Aargau.

Er beantragt, die Verwahrung sei ersatzlos aufzuheben. Die Staatsanwaltschaft, die auf eine Berufungserklärung verzichtet hat, hat nun Gelegenheit, innert 20 Tagen Anschlussberufung zu erheben.

Thomas N. wurde im Frühling 2018 vom Bezirksgericht Lenzburg wegen vierfachen Mordes verurteilt. Das Gericht sprach eine lebenslängliche Freiheitsstrafe und ordnete eine ordentliche Verwahrung an. Es sprach den Beschuldigten diverser Verbrechen schuldig, darunter Mord und sexuelle Handlungen mit Kindern.

Für die von der Anklage geforderte lebenslängliche Verwahrung fehlte hingegen eine wichtige Voraussetzung: Der Beschuldigte wurde nicht von zwei unabhängigen Gutachtern als dauerhaft untherapierbar bezeichnet. (az/mlu/sda)

Staatsanwältin Loppacher zum Urteil von Rupperswil

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    Alle Leser-Kommentare
  • Yogi Bär 13.09.2018 13:29
    Highlight Highlight Korrektur kann angebracht werden lebenslange Verwahrung!
  • Hiker 13.09.2018 13:24
    Highlight Highlight Hier kommt es wohl im wesentlichen darauf an, wie sich die Gutachter in einigen Jahren entscheiden. Die Verteidigung muss den Verwahrungsentscheid anfechten. Alles andere wäre unrecht dem Mandanten gegenüber. Auch wenn uns das hier nicht passt hat auch der Verurteilte seine Rechte die es zu schützen gilt. Soweit ist das in Ordnung und stärkt mein Vertrauen in unser Rechtssystem. Wo ich Zweifel hege sind die Gutachter, hier gab es zu viele Fehler in der Vergangenheit.
    • H. L. 13.09.2018 13:37
      Highlight Highlight Ich sehe das Problem eher in der sogenannten ambulanten Therapie. Es ist zweifelhaft, ob diese anschlägt, wenn der Psychologe/Psychiater den Gefangenen alle zwei Wochen für ein ein- oder zweistündiges Gespräch besucht.
    • Hiker 13.09.2018 14:44
      Highlight Highlight Das ist ein anderes Problemfeld. Aber ich sehe das auch so, hier wäre es sinnvoller zu investieren anstatt immer härtere Strafen zu fordern die dann auch nichts bringen ausser das noch höhere Kosten entstehen. Leider ist es politisch in unserer jetzigen Gesellschaft nicht klug sowas zu fordern. Da punktet man eher mit der Forderung nach der Todesstrafe, leider.
  • P. Hodel 13.09.2018 12:30
    Highlight Highlight Sollte eine höhere Instanz die Verwahrung aufheben verliere ich endgültig mein eh schon angeknacktes Vertrauen in unser Rechtssystem.
    Aber spätestens dem BG ist ja alles zuzutrauen...
    • Astrogator 13.09.2018 12:58
      Highlight Highlight @P. Hodel: Selbst wenn die Verwahrung aufgehoben wird, wird er wohl nie mehr in Freiheit gelangen. Er hat vier Menschen getötet und wäre den Indizien nach zum Serientäter geworden. Aus der lebenslänglichen Haft kann nur entlassen werden wer nach objektiven Kriterien keine Gefahr mehr für dritte ist. Und da auch keine psychische Erkrankung zu Grunde liegt die therapiert werden kann wird er es verdammt schwer haben zu beweisen, dass er keine Gefahr mehr ist.

      Unsere Justiz ist nicht perfekt, aber sicher um Welten besser als die SVP immer rumschreit.
    • Hiker 13.09.2018 14:51
      Highlight Highlight Weil dem Gesetz genüge getan wird haben Sie und Ihresgleichen Gesinnte gleich ein Problem mit der Justiz? Haben Sie eine Ahnung welche Verantwortung die Justiz in unserer Gesellschaft hat? Sie würden sich demnach wünschen, dass Willkürlich geurteilt wird nur damit Sie und ihre Gesinnungsgenossen schalten und walten können wie es ihnen gerade in den Kram passt? Gottseidank leben wir (noch) in einem Rechtsstaat und nicht in einem in dem Leute wie Sie das sagen haben.
    • Garp 13.09.2018 15:26
      Highlight Highlight @Hodler Vielleicht befasst Du Dich mal intensiv mit unserem Rechtssystem und bildest Dich weiter, statt emotional zu bewerten. Ich bin froh tun das unsere Gerichte und Gutachter nicht. Emotionale Bewertungen führen schlussendlich zu Lynchjustiz.
  • Bivio 13.09.2018 11:18
    Highlight Highlight Das Problem ist, dass es oft bei solchen Tätern keine Therapie gibt bzw. diese dermassen teuer (weil lang) sind und wenig Aussicht auf Erfolg bieten. Es gäbe hier (und in and. Fällen) 2 Möglichkeiten, welche der Rechtsstaat hätte, den Täter zu bestrafen und die Öffentlichkeit zu schützen.

    Lebenslange Haft ohne Bewährung oder mind. 30/50 Jahre

    Addierte Strafen: 4x 20 Jahre = 80 Jahre plus weitere Strafen für andere Delikte (Brandstiftung, sex. Nötigung etc.)
    • Magenta 13.09.2018 11:38
      Highlight Highlight Ich wüsste nicht, was gegen addierte Strafen sprechen würde...
    • satyros 13.09.2018 12:40
      Highlight Highlight Addierte Strafen würden z.B. dazu führen, dass man wegen ein paar Drogendeals 20 und mehr Jahre in der Kiste sitzt. Man kann das wollen, ich will das nicht.
    • supremewash 13.09.2018 13:19
      Highlight Highlight @satyros Ich finde bei Verbrechen gegen Leib und Leben könnte man dies durchaus diskutieren. Zustände wie in den USA aber (je nach Staat z.B.5-10 Jahre für Ersttäter bei Drogenbesitz) will ich ja auch nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Der müde Joe 13.09.2018 11:12
    Highlight Highlight Der kann froh sein gibt es die Todesstrafe nicht mehr!😒
  • Joely Tafanalo (1) 13.09.2018 10:49
    Highlight Highlight Meinetwegen, Verwahrung aufheben - aber zusammen mit dem Sonderschutz im Gefängnis. Soll er sich mit den anderen Insassen umgeben u. dieses lebende Problem ist gelöst.
    • abishot 13.09.2018 11:09
      Highlight Highlight Ich spielte gegen die Knastmannschaft von Pöschwis ein Freundschaftsspiel. Der Wächter, der uns herumgeführt hatte meinte, Thomas N. käme nach einiger Zeit in den normalen Vollzug. Momentan ist er in Sicherheitshaft. Aber schon dort bekommt er seine Taten zu spüren..
    • Silent_Revolution 13.09.2018 11:11
      Highlight Highlight Du schaust zu viele Amifilme.

      Als ob ein Knasti in der Schweiz für einen Mord riskiert seine Entlassung um 20 Jahre nach hinten zu verlegen. Und wer schon für den Rest seines Lebens sitzt, hat eine moralisch ähnlich verwerfliche Tat begangen und wird kaum den Rächer der Gesellschaft spielen.
    • wipix 13.09.2018 12:42
      Highlight Highlight @Silent_Revolution
      Im Knast sitzen nicht wenige extrem intelligenz-freie Typen,verschiedenster Nationen mit entsprechend moralischen Ansichten.
      Typen wie T.N. haben einen jahrzehntelangen Spiessrutenlauf vor sich.Er wird in der hoffentlich lebenslangen Zeit von strafverbüssung und ansschliessender Verwahrung diverse Institutionen durchlaufen in denen ähnlich gestörte Typen wie er einsitzen ohne Aussicht auf Freiheit.Hier dann werden andere Masstäbe gelten als die von uns freien Menschen denkbar! Ohne moralischen Kompass,ohne Intelligenz sein Verhalten zu hinterfragen, nichts mehr zu verlieren.
  • Halli56 13.09.2018 10:37
    Highlight Highlight Da spielt wohl das "Incoming" der Strafverteidigerin auch noch eine grosse Rolle.
    • Radesch 13.09.2018 11:04
      Highlight Highlight Mit einer Pflichtverteidigung wird man bestimmt nicht reich. Ausserdem ist es echt frech, der Verteidigung Vorwürfe zu machen, weil sie die Rechte des Schuldigen wahrt. Irgendjemand muss ja diesen unangenehmen Job übernehmen.
  • chicadeltren 13.09.2018 10:28
    Highlight Highlight Ja, also zwei Gutachten wären für ein derart einschneidendes Urteil schon angebracht. Frage mich, wieso das nicht von Anfang an gemacht wurde.
    • Teslanaut 13.09.2018 10:51
      Highlight Highlight Es waren zwei Gutachter, aber sie waren nicht derselben Meinung. Es steht ja im Bericht, beide Gutachter müssen ihn für untherapierbar bezeichnen, was nicht der Fall war.
    • Nilda84 13.09.2018 12:57
      Highlight Highlight Die Gutachter hielten ihn zu jung um die Aussage „untherapierbar“ zu bestätigen, da sie der Meinung sind, dass Thomas N. vielleicht in 20 Jahren auf eine Therapie anschlagen könnte. Untherapierbar können sie nämlich nicht zurückändern. Bei der ordentlichen Verwahrung wird die Therapierbarkeit alle 5 Jahre neu geprüft.
  • Magnum44 13.09.2018 10:25
    Highlight Highlight Interessant, wie immer auf dieser lebenslänglichen Verwahrung herumgeritten wird, obwohl bereits die ordentliche faktisch ein Leben lang andauert.
    • Magenta 13.09.2018 11:40
      Highlight Highlight Praktisch magst Du Recht haben, doch zumindest auf dem Papier stimmt das nicht. Aktuell besteht nur bei einer lebenslänglichen Verwahrung die Garantie, dass der Täter nie mehr in die Freiheit entlassen wird.
    • Nilda84 13.09.2018 13:00
      Highlight Highlight @Magenta das stimmt, aber solange der Täter als untherapierbar gilt, wird er auch bei einer ordentlichen Verwahrung nicht frei gelassen. Bei der ordentlichen Verwahrung wird diese einfach alle 5 Jahre neu geprüft.

      Aber mir wäre es auch wohler, wenn ich wüsste dass dieser Kerl bestimmt nie wieder auf freien Fuss käme... 😬
    • Astrogator 13.09.2018 13:05
      Highlight Highlight @Magenta: Das Problem ist, dass die lebenslängliche Verwahrung bis jetzt nur einmal verhängt wurde - und auch die nur, weil der Betroffene nicht dagegen rekurriert hat.

      Die Bedingung ist, dass zwei unabhängige Gutachter bestätigen, dass es nie jemals eine Behandlungsmöglichkeit gibt. Wer in die Zukunft schauen kann ist nicht Gerichtsgutachter sondern spielt z.B. heute Euromillions und hat ausgesorgt.

      Zu Entlassungen aus der Verwahrung:
      https://bit.ly/2p5cpWi
    Weitere Antworten anzeigen
  • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 13.09.2018 10:19
    Highlight Highlight Das wird viele provozieren, aber die Rechtsfrage, die die Verteidigung vielleicht aufwerfen wird, finde ich interessant: Nämlich ob eine Massnahme ohne Behandlungsziel (Verwahrung) verhältnismässig sein kann, wenn zugleich eine lebenslange Freiheitsstrafe ausgesprochen wird, die laut Gesetzestext nur beendet werden darf, wenn nicht anzunehmen ist, der Täter werde weitere Verbrechen oder Vergehen begehen...
    • Astrogator 13.09.2018 10:30
      Highlight Highlight Die Frage gelangte bereits bis ans Bundesgericht und es ist zulässig. Die Begründung weiss ich aber nicht mehr.
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 13.09.2018 11:05
      Highlight Highlight Das war 6B_513/2015. Damit begründet, dass die Bedingungen der Entlassung materiell und formell höher sind, wenn zugleich die ordentliche Verwahrung angeordnet wird. Das stimmt ja auch.

      Der Widerspruch stört mich trotzdem. Irgendwie baut diese Argumentation doch darauf auf, dass man die Gefährlichkeit des Täters in etwa zwanzig Jahren schlechter einschätzen können wird, als man dies jetzt für diesen Zeitpunkt prognostizieren kann.

      Ich vermute, da steckt ein wenig Strafbedürfnis im Massnahmenrecht.
    • Tommyboy Jones 13.09.2018 11:17
      Highlight Highlight Frage von einem Laien: Könnte man diese Widersprüche nicht aufheben wenn eine lebenslange Strafe auch ein Leben lang dauern würde? Dann braucht es keine Verwahrung mehr.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Herr Ole 13.09.2018 10:09
    Highlight Highlight Ob er verwahrt werden soll oder nicht, hängt ja nicht von seiner Tat aber, sondern von der Gefahr, die er am Ende seiner Haftstrafe noch darstellt. Insofern macht es doch gar keinen Sinn, jetzt schon irgendetwas darüber zu beschliessen.
  • DerSimu 13.09.2018 09:55
    Highlight Highlight Kann man bei einer Berufung das Strafmass auch noch weiter erhöhen?

    Korrekt wäre nämlich eine lebenslange Sicherheitsverwahrung!
    • Lolus 13.09.2018 10:55
      Highlight Highlight Ja soviel ich weis kann das Strafmass auch erhöht werden. Egal von welcher Partei die Berufung kommt.

      Bitte korrigiert mich falls ich falsch liege.
    • Radesch 13.09.2018 11:05
      Highlight Highlight Ja die höhere Instanz kann auch Urteile verschärfen. Sie ist nicht an das Vorurteil gebunden.
    • Bivio 13.09.2018 11:07
      Highlight Highlight Ja, das geht.
      Jedoch muss auch die Staatsanwaltschaft Berufung einlegen und eine Erhöhung fordern. Das Gericht darf bei einer unilateralen Berufung seitens des Täters die Strafe nicht erhöhen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ruggedman 13.09.2018 09:46
    Highlight Highlight Sollte die Verwahrung aufgehoben werden, verstehe ich die Welt nicht mehr. Dass er sich schon dafür hat das überhaupt anzufechten. (Das ist sein Recht ich weiss.)
  • Ulmo Ocin 13.09.2018 09:41
    Highlight Highlight Stimmt, da hat er richtig gehandelt. Die richtige Strafe wäre nämlich eine lebenslange Verwahrung.
    • Astrogator 13.09.2018 09:55
      Highlight Highlight was de Facto dasselbe ist wie die ordentliche Verwahrung....
  • Lamino 420 13.09.2018 09:40
    Highlight Highlight Nein, bitte nicht aufheben.

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