Schweiz
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In this Friday May 13, 2016 picture Philipp Umbricht,  Chief Prosecutor , informs the media in Schafisheim, Switzerland. about the killing of a family in Rupperswil in December.  Officials in the nearby  Swiss town of Rupperswil are expressing shock after the arrest of a 33-year-old soccer coach over the killing of four people. The Swiss man, identified by local media as Thomas N., is suspected of killing a mother, her two sons and the older son’s girlfriend in December. Prosecutors say the suspect made a “comprehensive confession” after his arrest Thursday.  (Alexandra Wey/Keystone via AP)

Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht an der Pressekonferenz vom 13.05.2016 zum Vierfachmord in Rupperswil. Bild: AP/KEYSTONE

Haben Fahnder im Graubereich ermittelt? Eine grosse Frage plus 9 Fakten zu Thomas N. 

Wie kamen die Ermittler Thomas N. auf die Spur? Zwei mögliche Methoden, eine Stellungnahme des Oberstaatsanwalts und eine Übersicht über die Fakten zum Vorleben des Vierfachmörders.

Mario Fuchs / az



Wie die Ermittler Thomas N. genau auf die Spur kamen, erklären diese nicht. Der leitende Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht betonte wiederholt, über die bereits bekannten Informationen hinaus werde man keine weiteren Angaben zu Ermittlungsmethoden und Vorgehensweise machen. Der Grund: Potenziellen Straftätern sollen in den Medien nicht lesen, was sie alles beachten müssen, um nicht erwischt zu werden.

Dennoch haben zuletzt verschiedene Medien Fragen zur Ermittlungstaktik gestellt, etwa zur Rasterfahndung via Handyantenne oder zur Auswertung der DNA-Probe des Täters. Der «Tages-Anzeiger» wies darauf hin, dass ein rückwirkender Antennensuchlauf, mit dem Bewegungsprofile aller zur Tatzeit in der Umgebung eingeloggten Mobiltelefonbesitzer erstellt werden können, ein rechtlich umstrittenes Mittel sei. Gemäss Bundesgericht darf die Methode aber «bei schweren Delikten» angewendet werden, wenn die Zahl der so erhobenen Verdächtigen «voraussichtlich klein ist».

Mörder-DNA illegal ausgewertet?

Noch immer ist unklar, wie die Polizei dem Täter auf die Schliche kam. Haben die Ermittler legale Grenzen überschritten? Video: © TeleM1

Recherchen der az in Sachen DNA-Fahndung zeigen zudem, dass die Staatsanwaltschaft zumindest darüber nachgedacht hatte, die Probe des Verdächtigen Thomas N. in Holland genauer analysieren zu lassen. Dadurch hätten wertvolle Daten erhoben werden können. Da eine solche Auswertung in der Schweiz aber untersagt ist, hätte die Probe vor Gericht kaum als Beweis gezählt.

Oberstaatsanwalt Umbricht sagt auf Anfrage dazu: «Wir halten fest, dass die Staatsanwaltschaft wie auch die Kantonspolizei kein Interesse hat und kein Interesse haben kann, Beweismittel zu erarbeiten, die in einem Strafprozess nach Massgabe der einschlägigen Bestimmungen der Strafprozessordnung vor Gericht nicht verwendet werden können.»

Rupperswil: Der Vierfachmörder war jahrelang Junioren-Trainer

Thomas N. vergewaltigte den jüngeren Sohn, bevor er in Rupperswil eine ganze Familie sowie die Freundin eines Sohnes bestialisch tötete. Beim Seetaler Fussballverein fiel er jedoch nie auf. Video: © Tele M1

Was man zu Thomas N. gesichert weiss

Die Kantonspolizei hatte den Vierfachmörder von Rupperswil am Donnerstag, 12. Mai, in der Aarauer Innenstadt verhaftet. Er war sofort geständig. Diese neun Fakten sind über Thomas N. bekannt:

Der Fall Rupperswil

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    Alle Leser-Kommentare
  • dodo62 22.05.2016 14:33
    Highlight Highlight Egal ob dabei im graubereich ermittelt wurde. Hauptsache er wurde gefasst und zum Glück hat man bei ihm ja Bewies für die nächste geplante Tat gefunden. Ich bin dafür dass in solchen Fällen alle möglichen Mittel ausgeschöpft werden dürfen. Nur was das Handy angeht, um zu vermeiden erfasst zu werden kann man es ja schlicht an diesem Tag gar nicht einschalten.
  • acvodad 21.05.2016 17:40
    Highlight Highlight Ist es wirklich wichtiger, die Ermittlungsmethoden der Behörden der Öffentlichkeit preiszugeben (um deren Neugier und Durst nach Sensation zu stillen), als diese im Sinne zukünftiger Ermittlungen im Dunkeln zu halten..?
  • Spooky 21.05.2016 17:40
    Highlight Highlight Ich denke, Fahnder ermitteln sehr oft im Graubereich. Wichtig ist nur, dass sie sich dabei nicht erwischen lassen oder dass sie sich vorher gegen oben absichern, falls sie dabei erwischt würden. Kameraderie unter Polizisten ist eine Tatsache. Ob das gut ist oder schlecht, das ist nicht die Frage.
  • maxi 21.05.2016 16:57
    Highlight Highlight Das wäre noch der gipfel... Illegale metoden angewandt und fetten boni kassiert...dachte es wären bullen, keine bänker...
    • Pingu80 22.05.2016 03:06
      Highlight Highlight Ob es nun legal oder illegal war spielt in so einem Fall keine Rolle. Hauptsache ist, dass der Täter gefasst wurde und weitere Bluttaten verhindert werden konnten. Nur wer etwas zu verbergen hat, stört sich an solchen Methoden.
    • maxi 22.05.2016 15:16
      Highlight Highlight Zensiert watson mal wider beiträge?

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