DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Dörf's no es Mehlwürmli si?» – Bund erlaubt Insekten-Verkauf zum Essen



bug's café siem reap kambodscha insekten essen asien reisen http://theculturetrip.com/asia/cambodia/articles/the-10-best-restaurants-in-siem-reap-and-angkor-wat/

Insekten-Frühlingsrollen aus Kambodscha.  Bild: theculturetrip.com

Mehlwürmer, Grillen und Wanderheuschrecken können ab Mitte 2017 legal auf Schweizer Tellern landen. Der Bundesrat hat grünes Licht gegeben für den Handel und Verkauf von Insekten. Geregelt ist das in einem Teil des neuen Schweizer Lebensmittelrechts.

BildBild

Wir wissen nicht so recht. gif: giphy

Fast drei Jahre nach der Verabschiedung des Lebensmittelgesetzes durch das Parlament setzt die Regierung dieses und damit einhergehende Verordnungen per 1. Mai 2017 in Kraft, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Das neue Recht erhöhe die Transparenz, schütze die Bevölkerung besser vor Täuschung und vereinfache den Handel.

Innovationen fördern

Bisher benötigten alle im Lebensmittelrecht nicht erwähnten Lebensmittel eine Bewilligung. Neu dürfen sie verkauft und gehandelt werden, sofern sie sicher sind und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Eine Zulassungspflicht sorge bei neuartigen Lebensmitteln wie beispielsweise Proteinextrakten aus Insekten dafür, dass die Sicherheit gewährleistet sei, schreibt der Bundesrat. Gegen diesen Punkt gab es kaum Opposition in der Vernehmlassung zum Lebensmittel-Verordnungspaket.

Nationalraetin Isabelle Chevalley, GLP-VD, praesentiert an ihrem Insektenapero ein Schokolade Praline garniert mit einer jungen Feldheuschrecke, am Montag, 10. Maerz 2014 an der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete im Nationalrat in Bern. Chevalley will so Werbung fuer oekologische Essgewohnheiten machen, der Verzehr von Insekten wird von der aktuellen Gesetzgebung behindert. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

GLP-Politikerin Isabelle Chevalley präsentiert eine Praline mit Feldheuschrecke. Bild: KEYSTONE

Dieser Wechsel fördert laut dem Bundesrat die Innovation: Neue Produkte kommen schneller auf den Markt, und administrative Hürden fallen weg. Zudem gleiche die Schweiz ihre Regelungen jenen der EU an, was Handelshemmnisse abbaue. Damit schaffe das neue Recht verschiedene Vorteile für Gewerbe und Handel.

Bessere Deklaration

Von einer klareren Deklaration von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen würden auch die Konsumentinnen und Konsumentinnen profitieren, schreibt der Bundesrat. Bei vorverpackten Lebensmitteln zum Beispiel werden die Nährwerte angegeben, bei Fleisch und Fisch ist die genaue Herkunft deklariert. Zudem werden bei Lebensmitteln im Offenverkauf Allergene besser angegeben.

Das alles soll auch für den Onlinehandel gelten. Im Netz müssen gemäss dem neuen Recht «alle relevanten Informationen» zur Verfügung stehen. Neue Regeln gelten auch für Kosmetika und weiteren Gebrauchsgegenständen: Gezielte Rückrufe werden möglich, weil die einzelnen Produkte besser rückverfolgt werden können – so wie heute schon bei den Lebensmitteln.

Umstrittene Kennzeichnung

Die Kennzeichnung der Nährwerte und die Allergiehinweise wurden in der Vernehmlassung kritisch beurteilt. Viele Regeln seien praktisch nicht umsetzbar, monierte etwa der Kantonschemikerverband.

«Die vorgesehenen Regulierungen sind teuer und bringen keinen Mehrwert für die Konsumenten», kritisierte das Konsumentenforum. Deshalb soll für die Deklarationsvorschriften eine Übergangsfrist von vier Jahren gelten, um die Kosten für die Anpassungen von Verpackungsmaterial minimal zu halten.

Selbstkontrolle möglich

Das revidierte Recht regelt auch die Lebensmittelkontrollen: So profitieren kleine Betriebe bis maximal neun Personen von Vereinfachungen bei der Selbstkontrolle, was laut Bundesrat ihren administrativen Aufwand reduziert. Weitere Ausnahmen für das Gewerbe verfolgen dieselbe Absicht.

Die Kontrollfrequenzen bei meldepflichtigen oder bewilligungspflichtigen Betrieben werden schweizweit harmonisiert. Die Kontrollbehörden haben dabei die Möglichkeit, in besonders leichten Fällen bei einer Beanstandung auf eine Gebühr zu verzichten.

Unterstützung bei Einführung

Die Revision des Lebensmittelrechts hat einen langen Weg hinter sich. Bereits im Sommer 2014 hatte das Parlament das Gesetz verabschiedet. Im Anschluss hat der Bund das Verordnungsrecht überarbeitet, dies unter Einbezug der Anliegen der betroffenen Kreise.

Der Bund versuchte im Anschluss, ein Gleichgewicht zu finden zwischen den Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten sowie der Wirtschaft, wie er schreibt. Bei der Einführung der neuen Regelungen wird das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Branchen und die Kantone begleiten und unterstützen. (gin/sda)

Diese Softdrink-Kuchen sind grossartig

1 / 8
Diese Softdrink-Kuchen sind grossartig
quelle: instagram/bakedbyandres / instagram/bakedbyandres
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Schweizer Gerichte, die die Welt nicht versteht

Liebe Schweizer, bevor ihr euch über kulinarische Merkwürdigkeiten aus fernen Gefilden mokiert – Chicken and Waffles oder Chicharrones oder Lammfleisch mit Pfefferminzsauce, irgendwer? –, haltet doch schnell inne und bedenkt: Die Schweiz ist sehr, sehr klein und die eigenen Geschmacksvorlieben als Norm auf ausländische Esstraditionen anzuwenden, wäre einerseits arrogant und andererseits ein Eigentor. Letzteres weil gewisse Schweizer Gerichte ausserhalb helvetischer Gefilde schnell …

Artikel lesen
Link zum Artikel