Schweiz
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Petra Goessi, FDP-SZ, links, und Doris Fiala, FDP-ZH, rechts, fotografiert auf ihren Handys waehrend der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 11. Maerz 2019 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

FDP-Parteipräsidentin Petra Gössi. Bild: KEYSTONE

#DankeGössi: Jungfreisinnige machen Gössi verantwortlich für Zürcher Schlappe

Die FDP wähnte sich in einem Hoch. Doch nun hat die Partei in Zürich ihren zweiten Regierungsratssitz verloren und beim Wähleranteil 1.6 Prozentpunkte eingebüsst. Einige Jungfreisinnige glauben genau zu wissen, weshalb.

Doris Kleck / ch media



Politik ist ein kurzlebiges Geschäft. Das muss derzeit gerade Petra Gössi erleben. Die Schwyzer Nationalrätin führt die FDP seit drei Jahren. Und es lief ausgesprochen gut für sie. Die Freisinnigen eilten in den Kantonen von Erfolg zu Erfolg. Seit den letzten Eidgenössischen Wahlen 2015 hat die FDP bei kantonalen Urnengängen 33 Sitze hinzugewonnen. Mehr als die Grünen (plus 27), die SP (plus 19) und die Grünliberalen (plus 13). Alle übrigen Parteien haben verloren.

Auch bei der Wählerstärke legten die Freisinnigen zu. Beim letzten Wahlbarometer, den die Forschungsstelle Sotomo im Auftrag der SRG erstellt hatte, zog die FDP gar mit den Genossen gleich. Beide Parteien erreichten eine Wählerstärke von 17.4 Prozent.

Gehässigkeiten auf Twitter

Und nun der Zürcher Schock: Die FDP verlor am Sonntag ihren zweiten Regierungssitz. Ein Ergebnis von historischer Dimension. Die Partei von Alfred Escher war seit jeher mit mindestens zwei Vertretern in der kantonalen Exekutive. Beim Kantonsrat verlor die FDP zwei Sitze. Der Kantonalpräsident wurde abgewählt. Der Wähleranteil sank um 1.6 Prozentpunkte.

Bronze sculpture of Zurich politician and entrepreneur Alfred Escher (1819-1882) from Swiss sculptor Richard Kissling at the Zurich main station, in Zurich, Switzerland, on June 20, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)  

Bronzeplastik des Zuercher Politikers und Unternehmers Alfred Escher (1819-1882) des Schweizer Bildhauers Richard Kissling beim Hauptbahnhof Zuerich, am 20. Juni 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Statue von Alfred Escher beim Zürcher Hauptbahnhof Bild: KEYSTONE

Vertreter der Jungfreisinnigen hatten die Schuldige schnell ausgemacht. Unter dem Hashtag #DankeGössi machten sie auf Twitter ihrem Ärger Luft. Alain Schwald, der sich selbst erfolglos für einen Sitz im 180-köpfigen Kantonsrat bewarb, schrieb noch einigermassen diplomatisch, die Kurswechsel der letzten Woche hätten sicher nicht geholfen.

Nicolas A. Rimoldi, Vizepräsident der Luzerner Jungfreisinnigen schrieb von einem «Slalomkurs».

Tatsächlich ist die FDP in den letzten fünf Wochen gleich mit zwei Kehrtwendungen aufgefallen. Zum Rahmenabkommen mit der EU sagte die Bundeshausfraktion bedingungslos Ja und sah grosszügig darüber hinweg, dass der Vertrag rote Linien der FDP überschreitet.

ZUR MELDUNG, DASS DIE SEKTIONEN DES AUTOMOBIL CLUB SCHWEIZ (ACS) DEN FDP-NATIONALRAT CHRISTIAN WASSERFALLEN ZUM NEUEN ACS-PRAESIDENTEN GEWAEHLT HABEN, STELLEN WIR IHNEN AM DONNERSTAG 23. JUNI 2016 FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - FDP Vizepraesident Christian Wasserfallen an einer Medienkonferenz zur Energie- und Klimapolitik  der FDP in Bern am Freitag, 4. April 2014. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Christian Wasserfallen Bild: KEYSTONE

Fast noch spektakulärer war der Klimaschwenker von Parteichefin Petra Gössi. In einem Interview hatte sie angekündigt, die FDP ökologischer auszurichten. Sie bot Hand zu einem Kompromiss beim CO2-Gesetz und schloss dabei selbst eine Flugticketabgabe nicht mehr aus. Die parteiinterne Kritik kam postwendend. FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen, Meinungsführer bei Umwelt- und Energiethemen, forderte umgehend, die Partei müsse auch im Wahlkampf einen kühlen Kopf bewahren.

Meinung in der Partei geteilt

Hatte Gössi, aufgeschreckt durch «Fuck de Planet»-Plakate an Klimademonstrationen und Gesprächen mit Kantonalparteien überreagiert und damit die Zürcher Wahlniederlage mitverschuldet, wie Jungfreisinnige kritisieren?

Thousands of students demonstrate during a

Bild: KEYSTONE

Diese Frage beschäftigte am Wahlabend viele Freisinnige – auch im Zürcher Zunfthaus zur Zimmerleuten, wo die FDP zur Wahlfeier eingeladen hatte. War Gössis Positionsbezug zur Klimafrage richtig oder falsch? Der Stadtzürcher FDP-Präsident Severin Pflüger sagte dazu der NZZ, die Meinungen seien fast gleichmässig verteilt.

Lukas Golder

Lukas Golder Bild: gfs.bern

Politologe Lukas Golder, Co-Leiter des gfs.bern, spricht von einer Huhn-oder-Ei-Frage. Zwar habe Gössi mit ihrem Positionsbezug dem Klima eine zusätzliche Bedeutung gegeben im Zürcher Wahlkampf. Allerdings seien andere Faktoren wichtiger gewesen, dass es überhaupt zu einer Klimawahl gekommen ist.

Golder vermutet, dass Gössi mit ihrer Intervention gar Schlimmeres abgewendet hat. Er geht nämlich davon aus, dass die FDP viele Wähler an die Grünliberalen verloren hat. Dass Freisinnige hingegen aus Ärger wegen Gössis Klimaschwenker die SVP gewählt haben, ist eher unrealistisch. Denn die SVP hat am Sonntag 5.6 Prozentpunkte an Wählerstärke eingebüsst.

Zürcher forderten Umdenken

Petra Gössi hatte ihre Ökologieoffensive vorab mit einigen Kantonalpräsidenten diskutiert – darunter auch mit Hans-Jakob Boesch, dem Präsidenten der FDP Zürich. Boesch hatte Gössis Positionsbezug denn auch begrüsst.

Jakob Boesch, Praesident FDP Kanton Zuerich im Mediencenter bei den kantonalen Wahlen in Zuerich am Sonntag, 24. Maerz 2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Jakob Boesch Bild: KEYSTONE

Gegenüber CH Media sagte er im Februar: «Die FDP behandelt das Klima- und Umweltthema zu stiefmütterlich, deshalb sind wir in die Defensive geraten». Seine Partei machte in Zürich Hausbesuche und die Rückmeldungen seien eindeutig gewesen: «Wir müssen offensiver werden in diesen Themen und aufzeigen, welche liberalen Lösungen wir haben, ohne auf Verbote zu setzen.

Gössi hatte in jenem umstrittenen Interview eine Befragung der 120'000 Parteimitglieder zu Umwelt- und Klimathemen angekündigt. Nun wird es konkret: Am Donnerstag informiert Gössi die Medien über das weitere Vorgehen. Die FDP spricht von einem «in unserer Geschichte einmaligen Effort». Den Mitgliedern wird ein breiter Katalog von Forderungen aus der Umwelt- und Klimapolitik vorgelegt. Daraus entsteht ein Positionspapier zuhanden der Delegiertenversammlung vom 22. Juni 2019. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hüendli 26.03.2019 12:45
    Highlight Highlight Sonst setzt man eher alt mit ewiggestrig gleich, aber beim Freisinn scheinen die Jungen die Bremsklötze zu sein...
    Klar war Gössis Wende ungeschickt und kam zu spät, aber die Schlappe kann gewiss nicht ihr allein angelastet werden.
    Wo blieb bloss die Avenir-Radical-FDP? Selbst Erfinder Ruedi Noser hat seine eigenen guten Ideen mittlerweile vergessen 😔
  • herrkern (1) 26.03.2019 09:28
    Highlight Highlight Die FDP muss endlich erklären, wie eine liberale Umsetzung von Umweltthemen ausschaut. Die Themen gehen nicht weg, nur weil man sie den anderen Parteien überlässt.
  • Peter R. 26.03.2019 09:20
    Highlight Highlight Der FDP-Schwenker in der Klimapolitik ist nur halb so schlimm - Gössi wollte einfach nur mit dem mainstream gehen. Der schlimme Schwenker ist die Kehrtwendung zum Rahmenvertrag: Aus "Vernunft" die gesamten Bedenken über den Haufen werfen, geht gar nicht.
    Im übrigen muss man dieses Zürcher Wahlresultat auch nicht zu hoch bewerten - seit 2015 hat die Partei einen guten Lauf und wenn jetzt mal ein Politiker abgewählt wird, steht die Welt auch nicht still.
  • Zahlenheini 26.03.2019 09:19
    Highlight Highlight Das Problem der FDP ist, dass sie halt nicht gesellschaftsliberal ist. In diesem Bereich ist sie zu konservativ. Die Welt dreht sich weiter. Bürger haben neue Bedürfnisse, z.B. Work-Life Balance, Velofreundliche Städte, innovative und hippe Ideen.
    Mit TCS-Politik aus Gewerblerperspektive lassen sich diese potenziellen Wähler nicht mobilisieren.
  • dorfne 26.03.2019 09:08
    Highlight Highlight Viele sagen die Grünen seien von der Klimawelle zum Wahlsieg getragen worden. Die Welle werde abflauen und in 4 Jahren würden alle wieder FDP/SVP wählen. Das sei doch schon 2011 nach dem AKW-Unfall in Fukushima so gewesen, und 2015, als der GAU vergessen war, hätten dann alle wieder SVP gewählt. Nur vergessen diese Leute etwas: Der Klimawandel lässt sich nicht vergessen, er ist allgegenwärtig, und garantiert werden wir während der nächsten 4 Jahre wieder Überschwemmungen oder einen Dürresommer mit Waldbränden erleben.
    • FrancoL 26.03.2019 09:15
      Highlight Highlight Richtig, was aber noch bedenklicher oder härter ausgedrückt widerlich ist ist, dass solche Menschen auf "Vergessen" pochen, anstelle Lösung anzubieten.
    • dorfne 26.03.2019 12:28
      Highlight Highlight @francol. Sie bringens auf den Punkt. Was muss eigentlich noch passieren, bis bei denen der 20ger runterfällt? Es gibt noch zuviele Menschen die den letzten Dürresommer einfach nur herrlich fanden. Jeden Tag baden, grillieren, spielen im Freien bis zum Eindunkeln. Das wofür dieser Sommer stand tat ja nicht weh. Es konnte daher ausgeblendet werden.
  • Hallo I bims. Ein AfterEightUmViertelVorAchtEsser 26.03.2019 09:04
    Highlight Highlight Vielleicht hat die FDP einfach zu wenig Millionäre mobilisieren können.
    • dorfne 26.03.2019 12:30
      Highlight Highlight Die sind enttäuscht von der FDP, weil sie während der Legislatur keine 50%ige Steuersenkung hingekriegt haben.
  • hanswu 26.03.2019 08:42
    Highlight Highlight Micht dünkt als wären die heftigen Reaktionen aus der FDP auf Gössis Umweltpolitischen Schlenker viel gravierender gewesen. Indem sie sofort aus den eigenen Reihen abgemahnt wurde, ist sie uns mit ihr die ganze Partei erst richtig unglaubwürdig geworden. Das werden die Wähler nicht so rasch vergessen.
  • dorfne 26.03.2019 08:17
    Highlight Highlight Die FDP als Wahlverliererin kann sich jetzt zurücklehnen und zusammen mit der SVP zu allen Klimavorlagen nein sagen. Die GLP hingegen wird einen hohen Preis für den Sieg zahlen. Sie muss über ihren eigenen Schatten springen. Weil das Klima ohne Verbote nicht gerettet werden kann. Denn Eigenverantwortung allein und die Technik haben in den letzten 50 Jahren dem Klima zu wenig genützt. Mit klein-klein werden wir künftig nicht weiter kommen. Und es geht auch nicht, dass die Wenigverdiener die ganze Zeche zahlen müssen, während laufend die Unternehmenssteuern gesenkt werden.
  • dorfne 26.03.2019 08:06
    Highlight Highlight Zwei Schwenker: zuerst bodigt man das CO2 Gesetz und behauptet kurz darauf den Umweltschutz in der DNA zu haben. Man sagt, kein Rahmenabkommen ohne die FlaM, dann knickt man doch ein. Und das kurz vor den Wahlen. Mit der GLP stand den Bürgerlichen eine gute Alternative zur Verfügung. Mich freuts. Jetzt muss es vorwärts gehen mit dem Klimaschutz.
    • äti 26.03.2019 08:54
      Highlight Highlight einen Haufen Herzen hier !
  • Ironiker 26.03.2019 07:58
    Highlight Highlight Ach die FDP... Die Partei, welche den Volkswillen missachtet. Wie war das mit der MEI?

    Für mich spielt es keine Rolle, ob man dafür oder dagegen war, aber der Volkswille gilt es umzusetzten.

    Und bei Entscheidungen im Parlament werden immer die Interessen der Wirtschaft vor den Interessen der Konsumenten gestellt. Kann man so machen, aber mit immer höheren Belastungen des Mittel- und Unterstandes kostet dies halt Stimmen.

    Genau so verhält es sich mit Umweltschutz-Themen. Zuerst die Interessen der Wirtschaft!

    Bleibt sich die FDP treu, wird der Abwärtstrend weitergehen. Ein Dilemma...
    • loquito 26.03.2019 09:51
      Highlight Highlight Alpeninitiative.... 2.Wohnungainitiative....ich warze seit 20 Jahren auf Umsetzung der ersten...
  • saukaibli 26.03.2019 07:54
    Highlight Highlight "Wir müssen offensiver werden in diesen Themen und aufzeigen, welche liberalen Lösungen wir haben, ohne auf Verbote zu setzen." Ja klar, weil Freiwilligkeit bis jetzt ja so viel gebracht hat. Klimaschutz geht nun mal einfach nicht ohne verbindliche Regeln. Liberalismus und freie Marktwirtschaft gehen nicht mit Klimaschutz zusammen. Wenn es keine Regeln gibt, wird kurzfristig immer der gewinnen, der Ressourcen ausbeutet und Umweltverschmutzung betreibt. Ein Langfristiges Überleben unserer Zivilisation geht aber nur mit einschränkenden Regeln und ohne komplett freien Markt.
    • dorfne 26.03.2019 08:53
      Highlight Highlight Keine Verbote, sagen Sie. Und was hat die Eigenverantwort bisher gebracht? Zuwenig. Selbst bereits vorhandene Technologien gehen nicht in Serie, weil die Erdöllobby, die Auto- und Fluglobby ihren Besitzstand mit Zähnen und Klauen verteidigt. Sogar die Anbieter von Elektroladestationen verhindern einen raschen Wechsel, indem sie anstelle des gezapften Stroms die Verweildauer an der Ladestation in Rechnung stellen. Resultat: Die Stromladung ist teurer als ein voller Bezintank. Auf der andern Seite gibt man Milliarden Franken an Fördermittel aus.
    • FrancoL 26.03.2019 09:17
      Highlight Highlight Liberalismus, vor allem Neoliberalismus und freie Marktwirtschaft gehen mit vielen Anliegen der Mehrheit der Bürgern nicht zusammen nicht nur beim Klimaschutz.
  • amore 26.03.2019 07:23
    Highlight Highlight Es ist höchste Zeit, dass diese neoliberalen Kräfte zurück gebunden werden. Sie haben die Solidarität unter den Menschen seit den 1960er-Jahren schon genügend kaputt gemacht .
  • rodolofo 26.03.2019 07:22
    Highlight Highlight Diese "Jungfreisinnigen" wirken auf mich sehr alt und festgefahren.
    1. Petra Gössi hatte als versierter Machtmensch den richtigen Riecher, was "die grüne Welle" angeht.
    2. Ihr Schwenker kam aber zu spät und wirkte -kurz vor Wahlen- unglaubwürdig und opportunistisch.
    3. Die "graue Eminenz" der FDP, der Drahtzieher im Hintergrund, Wasserfallen, reibt sich als "Graf Dracula im Atomschutz-Bunker" zufrieden die Hände.
    Jetzt, wo Gössi gestrauchelt ist, und die "Jungen" wieder zu den freisinnigen Werten, wie Karrierismus und Opportunismus, zurückkehren wollen, könnte man doch neue AKW's bauen!
    • dorfne 26.03.2019 12:38
      Highlight Highlight Atom-Chrigu schadet der FDP mehr als er ihr hilft, mit seinm ständigen Ruf nach einem neuen AKW.
  • Blister 26.03.2019 06:59
    Highlight Highlight Bei mir war es umgekehrt, dank dem kleinen Bekenntnis zum Umweltschutz musste ich endlich nicht mehr die GLP wählen und habe FDP eingeworfen. Eine Ticketabgabe ist der falsche weg, eine faire Besteuerung von Kerosin erscheint mir da staatsnaher. Gössi ist kein Sympathieträger par exellence, aber sind es Levrat oder Rösti? Ich hoffe die Hysterie legt sich bald und wir finden zu einem vernünftigen Klimaschutz (Weniger Kohlenimporte, dafür Atomstrom aus der CH; Sinnvolle Besteuerung Kerosin; Aubsau der S-Bahn zwischen ZG, SZ und ZH; Und von mir aus steuerliche Entlastung von Velofahrern)
  • Pius C. Bünzli 26.03.2019 06:36
    Highlight Highlight "Wir müssen nun endlich eigene Lösungen für die Umweltthematik entwickeln." - Oder einfach den Vorschlag der Economiesuisse übernehmen...😂
  • jamal_ch 26.03.2019 06:27
    Highlight Highlight „Politik ist ein kurzlebiges Geschäft.“

    An diesem ersten Satz stimmen mich gleich zwei Dinge nachdenklich. Die Politik sollte doch kein Geschäft und das Gegenteil von kurzlebig sein.
    • LLewelyn 26.03.2019 20:54
      Highlight Highlight Leider entspricht es doch der Realität. Politik ist ein kurzfristiges Geschäft, ansonsten hätten wir z.B kein so gewaltigen Eiertanz um die Altersvorsorge oder in der Gesundheitspolitik. Kein Politiker, der gerne Politiker ist und es auch bleiben möchte, schlägt kurzfristig unpopuläre Massnahmen zum Vorteil langfristiger Stabilität vor. Erst wenn es nicht mehr anders geht und die Massnahmen nun wirklich schmerzen wird gehandelt (sieht man z.B an Schulden- und Inflationskrisen).
  • Tenno 26.03.2019 06:04
    Highlight Highlight Bin enttäuscht, dass die FDP nur so wenig verloren hat. Wer so an den Leuten vorbei politisiert sollte eigentlich die Quittung erhalten. Gössels Umweltlügen werden bis zum Herbst auch entlarvt und dann kommt hoffentlich die Quittung.
  • Röbi Roux 26.03.2019 05:17
    Highlight Highlight Keine klare Richtung, am Volk vorbei, zum Wohle der Unternehmen. Auch bei einer höheren Beteiligung hätte die FDP nicht zugelegt.
  • Jein 26.03.2019 05:15
    Highlight Highlight Ich bin ein Liberaler und wählte über Jahre hinweg mehrheitlich FDP, konnte mich aber spätestens seit der Wahl von Gössi nicht mehr mit der Partei identifizieren.

    Ursprünglich störte ich mich daran das sie von der konservativen Seite der FDP stammt und wenig Charakter zeigt (man konnte von ihrem Vorgänger Müller halten was man wollte, aber er nahm nie ein Blatt vor dem Mund), so richtig ausschlaggebend war aber, dass ich mich in den immer häufiger zur Wahl stehenden Klimafragen in der FDP fremd fühlte. Auch wenn Gössis Windfahne nun zu drehen scheint ist dies einfach nur noch unglaubwürdig.
    • LLewelyn 26.03.2019 22:33
      Highlight Highlight @Idrisi, leider ist die Pathologie falsch. Was wir 2008 erlebten war kein Versagen eines freien Markts. 2008 war eine Krise einer globalen „pro-Grossbanken“-Politik, deren Ursache in äusserst einseitigen Reformen lag, die grosse Unternehmensgebilde bevorzugte und diesen das exzessive eingehen von Risiken ermöglichte. Die FDP, und viele ihrer Pendans, ist genaugenommen nicht wirklich liberal, sondern bloss (Gross-)Unternehmensfreundlich. So riesige, schwerfällige Riesenkonzerne dürfte es in einem freien Markt eigentlich gar nicht geben.
  • Elsässer 26.03.2019 02:16
    Highlight Highlight Ich sehe das Problem eher in der Allianz mit der SVP. Diese schreckt viele Wähler in der Mitte ab. Die FDP kann rechts keine zusätzlichen Stimmen holen, verliert aber in der Mitte die Wähler, für die die SVP unwählbar ist, an die GLP.
    • Tenno 26.03.2019 10:17
      Highlight Highlight Die FDP ist keine Mittepartei.
  • Posersalami 26.03.2019 00:57
    Highlight Highlight Wenn der Umweltschutz in Zukunft von der FDP wirkungsvoll mitgetragen werden würde, hätte wohl kaum jemand etwas dagegen.

    Es fehlt mir halt nur der Glaube daran. Also liebe FDP, liefern und nicht palavern! In den letzten Monaten habt ihr ja ungefähr das Gegenteil von dem getan, was hier angekündigt wurde.
    • Walter Sahli 26.03.2019 07:00
      Highlight Highlight Sie unterschätzen den weitverbreiteten Glauben in der FDP, dass der beste Umweltschutz eine liberale Wirtschaftsordnung (sprich keine Regeln für die Wirtschaft) ist. Die Deregulierung der Wirtschaft ist für die FDP das, was für die SVP die Steuersenkung ist: mit ihr kommt ALLES gut und mehr braucht's auch nicht.
      Wer was anderes vorschlägt ist von der linksgrünen Umwelthysterie infiziert.
    • Roman Loosli 26.03.2019 07:26
      Highlight Highlight Und ohne griffige Gesetzte geht das halt nicht...
    • Posersalami 26.03.2019 09:53
      Highlight Highlight @Walter: Würde man alle Folge- und Externalisierten Kosten auf die Verursacher umwälzen (Einpreisen) wäre das sicher super für den Umweltschutz. Leider könnte dann vermutlich kaum noch jemand Auto fahren oder eine Ölheizung betreiben.. man darf es mit dem Markt also nicht übertreiben.
  • Nonkonformist 26.03.2019 00:56
    Highlight Highlight Natürlich ist die Wendehals Politik von Gössi Schuld an der Niederlage der FDP. Als FDP Wähler wäre ich auch nicht zu Wahl gegangen, wenn die eigene Parteiführung die liberalen Grundsätze, für die die Partei steht, einfach mit Füssen tritt und plötzlich für solchen Schwachsinn wie eine Flugticketabgabe ist. FDP und vor allem SVP dürfen nicht den Fehler machen und vor der momentanen Klimahysterie einknicken. Lieber ein paar Wähler verlieren, dafür aber zu seinen Prinzipien stehen. Kurzfristig verliren, aber langfristig auf der richtigen Seite stehen.
    • Til 26.03.2019 03:44
      Highlight Highlight Oder auch: kurzfristig verlieren und langfristig untergehen.
    • Shlomo 26.03.2019 05:05
      Highlight Highlight Sorry, der liberale Grundsatz der FDP wurde über Bord geworfen mit der Unterstützung für Natalie Rickli. Hierfür sollte man der FDP den Zusatz „Die Liberalen“ wegnehmen.
    • hämpii 26.03.2019 06:26
      Highlight Highlight Mal schauen wie lange diese "Prinzipien" noch tragbar sind, angesichts der aktuellen Klimasituation...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Näthu Fäldi 26.03.2019 00:11
    Highlight Highlight Die FDP, SVP CVP usw behandeln ihr Volk "stiefmütterlich", falls das noch nicht klar ist, sehe ich einen Untergang für die Lobbyisten (endlich)
    • Satanarchist 26.03.2019 06:16
      Highlight Highlight Dem kann ich nur beipflichten. Diese Parteien politisieren am Volk vorbei und schauen nur, dass ihre Taschen gefüllt sind.
  • Scaros_2 26.03.2019 00:05
    Highlight Highlight Bei 32% Wahlbeteiligung muss man nicht seiner obersten CHefin die Schuld geben sondern sich fragen: "Was hätte man mehr leisten können damit man die Wählerschaft mobilisieren kann."
    • Papa Swappa 26.03.2019 00:37
      Highlight Highlight Wenn man sich anschaut, in welchen Gemeinenden die Wahlbeteiligung hoch war, fällt das rechte Zürichseeufer durch seine hohe Wahlbeteiligung auf.
      Dort müssten eigentlich viele klassischen FDP (und SVP)-Wähler leben.
      Es scheint also nicht ein Mobilisierungsproblem zu sein.
    • Scaros_2 26.03.2019 07:09
      Highlight Highlight Ich könnte mir Vorstellen, dass die Kinder dieser älteren FDP wähler eben gar nicht mehr FDP / SVP wählen sondern mehr links gerichtet. Ist meine Vorstellung, kann es nicht mit Fakten untermauern.

      Aber ich kann mir halt auch Vorstellen, dass die Junge Genereation diese ewige Laier der SVP nicht mehr hören kann. "Die Welt ist böse, buhuhuh,... ausländer, gefahr, buhuhuhuuuu".

      Aber parallel geht die Junge generation dank erasmus in die Welt und hat ein anderes Bild.
    • Freedom Fighter 26.03.2019 08:18
      Highlight Highlight Eine tiefe Wahlbeteiligung betrifft alle Parteien. Es sind nicht nur FDP-Wähler den Urnen ferngeblieben. Die Niederlage von SVP und FDP hat nichts mit der Wahlbeteiligung zu tun. Zur Zeit treiben die Leute Themen um, in denen die genannten Parteien keine Glaubwürdigkeit geniessen. Zurecht notabene, weil sie auch nie wirklich diese Themen angehen wollen.
      Aber eine tiefe Wahlbeteiligung ist ganz grundsätzlich schlecht, da gehe ich einig. Man sollte demokratische Rechte unbedingt wahrnehmen. Ein sehr hohes Gut, von dem viel zu wenige Gebrauch machen.
  • Toni.Stark 26.03.2019 00:04
    Highlight Highlight Nach der Wahl ist vor der Wahl. Vor allem in der Schweiz, die vom Konsens geprägt ist. Das hat vor allem die SVP gespürt, die immer radikalere Positionen einnahm. Dies könnte den grünen Parteien auch blühen, wenn sie zu extreme Forderungen durchboxen. Erinnern wir uns an die Zersiedelungainitiative? Das Stimmvolk wird immer den Ausgleich suchen. Umweltschutz ja, aber mit dem nötigen Sinn für gute Anreize, ohne bescheuerte Verbote oder Steuern.
    • rodolofo 26.03.2019 07:37
      Highlight Highlight Ja ja, der gemässigte Schweizer wieder...
      Nur ja nicht überborden!
      Immer schön genügsam und bescheiden bleiben!
      Den Fünfer ehren, damit man dann lauter Fünfer im Portemonnaie hat, diese lästigen Fünfer, die man dann hervor kramt und vor sich ausbreitet und beim Zählen Türmchen macht, die auch nicht viel mehr wert sind, als ein Fünfer!
      Und mit einem sehr viel Zeit raubenden Riesen-Aufwand bringt man dann zustande, ein Brötchen zu kaufen...
      Zum Teufel mit all diesen Fünfern!
      Jetzt wollen wir endlich einen Fünfliber!!!
    • peeti 26.03.2019 08:39
      Highlight Highlight Ohne Verbote/Steuern geht es nicht, wie willst du sonst ziehlführende Anreize schaffen? Im Gebäudebereich herscht ja jetzt schon Subventionitis und trotzdem knallen sich die Leute neue Ölheizungen in den Keller.
      Bzw: Die Zersiedelungsinitiative wurde v.a. aufgrund des griffigeren RPGs abgelehnt.
    • dorfne 26.03.2019 09:24
      Highlight Highlight @peeti. Meine Befürchtung: liberale Klimasteuerungsversuche werden einseitig auf Kosten der Wenigverdiener gehen. Man sieht es schon bei den energetischen Haussanierungen: man stellt alle Mieter auf die Strasse, kassiert die Fördermittel und Steuerabzüge und verlangt nach Abschluss der Sanierung von den neuen Mietern einen 40% höheren Zins.
  • Platon 26.03.2019 00:01
    Highlight Highlight 😂 Ich warte immer noch auf die „eigenen“ „liberalen“ Lösungen der FDP für das gravierendste und grösste Marktversagen der Weltgeschichte. Wenn es diese oft prophezeihten Lösungen gäbe, dann wären sie schon lange in der FDP Programm. Das Problem ist schlicht und ergreifend, dass die FDP überhaupt kein Ambitionsniveau in der Klimapolitik hat. Wenn wir mit dem Ambitionsniveau der FDP und des Bundesrates fortfahren erreichen wir 0-Emissionen bis 2050 nicht. Das ist einfach eine Tatsache. Falls die FDP also kein Manhatten Project aufgleist, ändert sie daran auch nichts.
    • dorfne 26.03.2019 08:35
      Highlight Highlight "Liberal" heisst, keine Massnahme darf der Wirtschaft weh tun. Drum kommen wir ja nicht vom Fleck. Dabei wird vergessen, dass die Wirtschaft flexibel, sich raue Winde gewohnt ist. Bei einem Inlandflugverbot z.B. würde die Swiss aufschreien und sich dann drein schicken. Liberal sein bedingt, fit und widerstandsfähig zu sein, wenn man im Konkurrenzkampf nicht untergehen will. Andere Branchen würden im Gegenzug profitieren: Carunternehmen, die Schweizer Hotelerie, das Gastgewerbe, die Bergbahnen, Museen, Bäder usw..
    • Bangarang 26.03.2019 11:55
      Highlight Highlight Plastikröhrliverbot rettet die Welt. Schon klar.
    • Platon 26.03.2019 18:20
      Highlight Highlight @Bangarang
      Wo liest du hier etwas von Plastikröhrli?
      Das Problem ist doch folgendes: Die FDP twittert nun seit fast einem halben Jahr von eigenen liberalen Lösungen. Ich finde das super, wenn die FDP eigene Lösungen präsentieren kann, die es bis 2050 auf 0-Emissionen bringen. Nur wo sind sie?! Das CO2-Gesetz hat sie komplett verwässert ohne irgendwelche eigenen Ansätze reinzubringen. Stattdessen warnt sie von grüner Verbotspolitik. Jetzt meine Frage: Wo fängt das Verbot denn an? 8 rp. aufs Kilo CO2 geht, 14 geht nicht und 20 ist ein Verbot?! Was soll denn der S*****?!
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Mann drückt Zürcher Polizistin brennende Zigarette ins Gesicht

Ein 45-jähriger Mann hat am Dienstagmittag eine Zürcher Verkehrspolizistin angegriffen und ihr eine brennende Zigarette ins Gesicht gedrückt. Der mutmassliche Täter konnte festgenommen werden.

Die Polizistin war wegen eines Verkehrsunfalls zum Hauptbahnhof gerufen worden. Als sie nach Abschluss des Falles auf ihr Motorrad steigen wollte, wurde sie vom Angreifer von hinten angesprochen und beleidigt. Als sie sich zu ihm umdrehte, drückte ihr der Mann plötzlich eine brennende Zigarette ins Gesicht.

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