Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«A Land Imagined» gewinnt Goldenen Leoparden in Locarno

11.08.18, 15:49 11.08.18, 16:30


Der Spielfilm «A Land Imagined» von Yeo Siew Hua aus Singapur gewinnt am Locarno Festival den Goldenen Leoparden. Der vielschichtige Krimi spielt in der ausbeuterischen Welt der Gastarbeiter auf den Grossbaustellen des Inselstaates.

epa06942992 Chinese actress Luna Kwok (L) and Singaporean director Siew Hua Yeo pose with the

Die chinesische Schauspielerin Luna Kwok und Regisseur Yeo Siew Hua. Bild: EPA/KEYSTONE

Die Internationale Jury unter der Leitung des chinesischen Filmemachers Jia Zhang-ke gab ihre Entscheide am Samstagnachmittag bekannt.

Der Trailer zum Siegerfilm

Video: YouTube/Patrick Frater

Überreicht werden die Leoparden für den besten Film, die beste Regie, die besten Schauspielerinnen und Schauspieler und weitere Auszeichnungen am Abend auf der Piazza.

Mit einem Spezialpreis zeichnet die Jury den Dokumentarfilm «M» der Französin Yolande Zauberman aus. Die jüdische Filmemacherin thematisiert sexuellen Missbrauch innerhalb der ultraorthodoxen Gemeinschaft in der israelischen Stadt Bnei Brak.

Der Leopard für die beste Regie geht an die Chilenin Dominga Sotomayor für «Tarde para morir joven». Der Spielfilm handelt vom Erwachsenwerden in einer Aussteigerkolonie im Sommer 1990 – kurz nach dem Ende der Diktatur in Chile.

Darstellerpreise für «Alice T» und «Gangbyun Hotel»

Als beste Darstellerin wiederum zeichnet die Jury Andra Guți für die Hauptrolle in«Alice T.» aus. Guți inkarniert im rumänischen Teenager-Drama von Radu Muntean eine rebellische 17-Jährige, die mit einer Schwangerschaft ihre Adoptivmutter herausfordert.

Der Leopard für die beste männliche Rolle geht an Ki Joobong als lebensmüder Dichter im südkoreanischen «Gangbyun Hotel». Regie in der melancholisch-humorvollen Schwarzweiss-Miniatur führte Locarno-Rückkehrer Hong Sangsoo, der 2015 für «Right Now, Wrong Then» den Goldenen Leoparden erhalten hatte.

Mit einer besonderen Erwähnung bedachte die Jury schliesslich das britische Sozialdrama «Ray & Liz» von Richard Billingham. Leer ging hingegen der einzige Schweizer Beitrag im Internationalen Wettbewerb aus: «Glaubenberg» von Thomas Imbach über eine wahnhafte Geschwisterliebe.

«Variety»-Kritikerpreis an Bettina Oberli

Ausserhalb des Leoparden-Wettbewerbs erhielt die Schweizer Regisseurin Bettina Oberli für «Le vent tourne» den Variety Piazza Grande Award. Mit dem Kritikerpreis fördert die US-amerikanische Fachzeitschrift die internationale Karriere eines Kinofilms. In die Schweizer Kinos kommt die im Jura spielende Dreiecksgeschichte Ende Jahr.

Der Publikumspreis für die auf der Piazza Grande gezeigten Filme geht dieses Jahr an «Blackkklansman» von Spike Lee. Der Streifen über einen schwarzen Polizeidetektiv, der den Ku-Klux-Klan infiltriert, ist bereits Ende August in den Kinos zu sehen.

Spezialpreis für «Closing Time» von Nicole Vögele

In der Sektion Cineasti del presente erhält die 35-jährige Schweizerin Nicole Vögele einen Spezialpreis für ihren Dokumentarfilm «Closing Time» über einen Nachtimbiss in Taipeh. Mit dem Wettbewerb für Erstlings- und Zweitlingswerke bietet das Locarno Festival eine Plattform für aufstrebende Filmemacher.

Der Hauptpreis geht an die in Wien lebende Syrierin Sara Fattahi für ihren Film «Chaos» über drei syrische Frauen, die an verschiedenen Orten leben. Den Preis für die beste Nachwuchsregie erhält Tarık Aktaş (Türkei) für «Dead Horse Nebula».

Mit dem Swatch First Feature Award wird zudem der beste Debütfilm ausgezeichnet: «Alles ist gut» von Eva Trobitsch (Deutschland). Bereits am Freitagabend ist der Signs of Life Award vergeben worden – an den Film «The Fragile House» von Lin Zi (China).

In der vom Festival unabhängigen Kritikerwoche ging der Hauptpreis an den Dokumentarfilm «Le Temps des Forêts» von François-Xavier Drouet (Frankreich).

(dsc/sda)

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

1989 fiel die Berliner Mauer und Meg Ryan fakte einen Orgasmus – Treffen mit einer Legende

Meg Ryan erzählt am Filmfestival Locarno, wie gefährlich der romantische Mythos vom weissen Ritter ist. Und wie sie finanzieller Erfolg vor Übergriffen schützte.

1989 fiel die Berliner Mauer und Meg Ryan fakte einen Orgasmus. Beide kamen 1961 zur Welt, die Mauer und Meg Ryan. Der Fall der einen führte zur deutsch-deutschen Wiedervereinigung. Der Fake der andern zu einer historischen Vertiefung des Geschlechtergrabens: Männer konnten nicht glauben, was sie auf der Leinwand sahen. In «When Harry Met Sally», wo Meg Ryan gerade Billy Crystal in einem Restaurant vorstöhnte, wie das tönt, wenn eine Frau im Bett so tut, als ob. Und Frauen standen ab …

Artikel lesen