Schweiz
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Der Weg führt momentan ganz klar nach links. bild: shutterstock

Quinoa-Salat statt Burger: Die globale «Fast Food»-Revolution ist in der Schweiz angekommen

Die Welt wird hektischer und die Menschen ernähren sich immer unvorteilhafter – im Stehen, während dem Gehen, vor dem Computer. Das stimmt, ist aber nur die halbe Wahrheit. 



Gibt man bei Google «Fast Food» ein, springt einem ein Hamburger ins Auge. Beim «Fast Food» betrage die Dauer zwischen der Bestellung und dem Erhalt meist weniger als zehn Minuten, heisst es darunter. Der Begriff sei im Sinne von Junkfood negativ belegt. 

Die Erklärungen für «Fast Food» dürften bald umgeschrieben werden müssen. Unter «Fast Food» fällt heute «Take away» «To go» oder einfach «Convenience Food». Alle Wortkombinationen sind englisch und im Zusammenhang mit der modernen Art zu essen, geben sich sämtliche Anbieter betont jung – und gesund. 

«Wir essen immer mehr ‹on-the-go›, dann aber gesund.»

Christine Brombach

Als Coop Anfang letzte Woche seine erste «To go»-Filiale im Bahnhof Stadelhofen in Zürich eröffnete, war dies nicht anders. Coop-Chef Joos Sutter präsentierte das Konzept nicht in Anzug und Krawatte, er stand in einem grünen Polo-Shirt im Laden. Angeschrieben war er lediglich mit seinem Vornamen. Der Grund ist klar: Man buhlt um die Gunst der Jungen, will die 15- 29-Jährigen ansprechen. 

Coop-Chef Joos Sutter spricht anlaesslich der Medienkonferenz zur Lancierung eines neuen Ladenkonzeptes fuer die schnelle Verpflegung am Stadelhofen Zuerich, am Dienstag, 18. August 2015. Immer mehr Menschen verpflegen sich unterwegs und nicht mehr Zuhause oder im Restaurant. Dieser Entwicklung traegt Coop mit einem neuen Ladenkonzept fuer die schnelle Verpflegung rechnung. Nun lanciert der Detailhaendler mit dem

Coop-Chef Joos Sutter im neuen «Coop to go» im Bahnhof Stadelhofen. Bild: KEYSTONE

Schnell und gesund muss es sein

Diese Generation verpflegt sich, statt in den eigenen vier Wänden oder im Restaurant, lieber unterwegs – allerdings nicht mit schwer Verdaulichem. Denn «Food» muss auf der einen Seite immer «faster» sein, zugleich aber «healthy». Ernährungswissenschaftlerin Christine Brombach bestätigt: «Wir essen immer mehr ‹on-the-go›, dann aber gesund.» Sogenannte Clean Produkte seien heute gefragt. Diese sollten

Brombach erklärt, der Begriff «Fast Food» sei daran, sich zu überformen und werde in Kürze wohl schon nicht mehr negativ konnotiert sein. 

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So sieht Take-away heute aus. bild: shutterstock

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Diese Art von Take-away hat es immer schwerer. bild: shutterstock

Als Grund für die steigende Nachfrage nach «gesunden Take-away-Läden» nennt Brombach eine immer mobilere Schweizer Gesellschaft. «Die Zahl der Pendler steigt stetig, die Arbeitswege werden länger; zugleich hat das Gesundheitsbewusstsein zugenommen», sagt Brombach. 

Dass gesundes Take-away ein grosses Bedürfnis bei Pendlern ist, zeigt sich bei den SBB. Über 60 Prozent des gesamten Verkaufsvolumen in den Schweizer Bahnhöfen geht auf das Konto von Esswaren. 23 Prozent davon betrifft den Bereich «Take-away/Restaurant» – Tendenz steigend. SBB-Sprecher Reto Schärli sagt: «Wir beobachten einen Trend zu einem Angebot mit vitaminreichen und frischen Lebensmitteln bei Take-away-Läden.» Nebst «Coop to go» kämpfen Migros «Bio Take-away», Hitzberger, Schnägg oder Guudy um Anteile am begehrten Markt. Schon jetzt geben die Schweizer 2.6 Milliarden Franken für schnelle Verpflegung aus. Diese Zahl wird rasch steigen.

ZUM KUERZLICH NEU EROEFFNETEN BAHNHOF LOEWENSTRASSE IN ZUERICH STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Reisende gehen durch die Ladenpassage im Bahnhof Loewenstrasse am Hauptbahnhof Zuerich, aufgenommen am 14. Juli 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Modernen Bahnhöfen mit gesunden Take-away-Angeboten gehört die Zukunft.  Bild: KEYSTONE

Ernährungswissenschaftlerin Brombach sagt dazu: «Im Vergleich zu den USA ist dies in der Schweiz erst der Beginn.» Bei Coop und Migros sieht man dies ebenso: «Der Trend zu Convenience Produkten ist ungebrochen», heisst es bei Coop. Die Migros spricht von einem «Wachstumsbereich mit grossem Potenzial.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • 's all good, man! 24.08.2015 10:23
    Highlight Highlight Ist das so? Habe natürlich keine Zahlen zur Hand, aber rein wahrnehmungstechnisch braucht es schon noch einen Moment, bis der «dreckige» Fastfood abgelöst oder zumindest überholt ist vom gesunden. Schaut einfach mal Mittags im (klassischen) Migros-Restaurant/ Take away, vor dem «Millenium» am Limmatplatz, bei all den Döner-Buden, bei «New York Food» & Konsorten vorbei, da sind doch massenhaft 15 - 29-jährige am anstehen. Nach wie vor.

    Aber ich finds gut, scheint es nun wirklich einen Trend zu mehr gesunder Ernährung zu geben - eben auch für die schnelle Mahlzeit unterwegs.
    • SirJoe 24.08.2015 11:57
      Highlight Highlight Es stimmt zwar, dass es immer noch sehr viele klassische Fastfood Stände /Restaurants gibt. Aber es gibt unterdessen an allen grösseren Knotenpunkten (zumindest in der Stadt Zürich) einige Alternativen - dass war vor 3 bis 4 Jahren nicht so. Eine Änderung ist definitiv im Gange. Ich begrüsse diese auch, fände es aber schade, wenns irgendwann keinen "ungesunden" Fastfood mehr gäbe. Ab und zu will ich mir einfach einen Döner oder so genehmigen!
    • Mafi 24.08.2015 19:11
      Highlight Highlight Wobei Döner deutlich gesünder als die meisten Fast Foods sind, besonders gesünder wie Burger King/McDonalds.

Bald könnte die 5. Initiative gegen Tierversuche kommen

Das Schweizer Stimmvolk dürfte erneut über ein Tierversuchsverbot entscheiden können. Eine entsprechende Volksinitiative ist auf der Zielgeraden.

Das Komitee der Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» sammelte bereits über 111'000 Unterschriften, wie dessen Website zu entnehmen ist. 100'000 sind für das Zustandekommen nötig.

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