Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
«Die vierte Gewalt» Dieter Fahrer

Auch wir haben noch Verbesserungspotential: Bild des watson-Newsdesk aus der Vogelperspektive. Bild: fair & ugly

5 Fakten zur Vertretung der Frauen auf watson

Beim Frauenstreik ist Zeit für Selbstkritik: Eine Woche lang analysierten wir bei watson die Vertretung der Frauen in der Redaktion, in Bildern und in Artikeln. Das Ergebnis ist ernüchternd.



Über vier Monate lang analysierte die Westschweizer Zeitung «Le Temps», wie viele Editorials von Frauen geschrieben, wie viele Interviews mit Frauen geführt wurden und wie viele Frauen in Teaserbilder vertreten waren.

Nach dem Vorbild der «Le Temps» haben wir für watson eine ähnliche Untersuchung durchgeführt.

Bild

bild: screenshot/letemps/02.05.2018

In der Woche vom 13. bis und mit 19. Mai wurden täglich um 11.30 Uhr die 20 bis 30 neusten Artikel auf verschiedene Faktoren untersucht. Die Ergebnisse im Listicle:

Autorinnen

Bei der Autorenanalyse zählten wir jene Artikel, die klar mit einem Autor oder einer Autorin gekennzeichnet waren. Durchschnittlich wurden 9.8 Artikel von Männern verfasst, bei den Frauen waren es 2.4 Artikel innerhalb einer Woche.

Expertinnen

Innerhalb der untersuchten sieben Tage war weder eine Analyse noch ein Kommentar einer Frau zu lesen. Kommentare, Analysen und Reviews von Journalisten gab es neun.

Bild

bild: screenshot/watson

Interviewpartnerinnen

Bei den Interviewpartnerinnen sieht es ähnlich aus. Einzige weibliche Interviewpartnerin innerhalb einer Woche war die Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Interviews mit männlichen Gesprächspartnern gab es in der untersuchten Zeitspanne zwei.

Bild

bild: screenshot/watson

Frauen in Bildern

Wir untersuchten ebenfalls die Bilder, welche auf der Startseite ersichtlich sind. Die Bilder ordneten wir fünf verschiedenen Kategorien zu. Hatte es mehrere Personen im Bild und war nur eine davon eine Frau, wurde das Bild den weiblichen Teaserbildern zugeordnet. Auch hier ist das Ergebniss eindeutig. Innerhalb von einer Woche erschienen im Durchschnitt 13 Männer in Teaserbildern. Bei den Frauen waren es im Schnitt sieben.

Bild

bild: watson

Journalistinnen

Wir beginnen mit dem Anteil Journalistinnen. Von allen Personen, die Artikel für watson schreiben, sind 32 Prozent weiblich.

Fazit

Auch bei watson sind Frauen deutlich untervertreten. Sowohl als Autorinnen und Journalistinnen als auch in Teaserbildern und als Expertinnen. Natürlich wird hier nur ein Ausschnitt einer sehr kurzen Zeitspanne gezeigt. Eine Untersuchung über einen längeren Zeitraum würde repräsentativere Ergebnisse liefern. Dennoch liegt die Vermutung nahe, dass sich auch bei einer Untersuchung von vier Monaten ein ähnliches Bild zeigen würde.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

49 Bilder aus aller Welt von 49 Frauen in 49 Berufen

Politikerinnen sind in Bundesbern stark untervertreten

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gibus "der Knopf" 14.06.2019 20:00
    Highlight Highlight Frau Obrist, ich hätte da jetzt eine Frage. Sie haben uns Fakten und Zahlen präsentiert. Diese Zahlen sagen uns aus, dass Frauen auch bei Watson "untervertreten" sind. Nun frage ich mich, ist Watson etwa nicht frauenpositiv eingestellt oder liegt es daran, dass sich nicht so viele Frauen bewerben die diese Jobs machen möchten? Wenn letzteres der Fall wäre, hätte es dann allerdings nichts mit Frauendiskriminierung zu tun. Mich würde es schon interessieren wieso es bei Watson zu so einem Ergebnis kommt. Zahlen können schon etwas aussagen, nicht unbedingt aber erklären.
  • Phrosch 14.06.2019 18:55
    Highlight Highlight Bei eurem Fazit fehlt mir persönlich, was ihr damit jetzt macht. Sind irgendwelche Massnahmen angedacht, oder ist es einfach wie es ist?
  • Piwi 14.06.2019 18:19
    Highlight Highlight Ich finde die Analyse toll, und einer näheren Untersuchung würdig:
    Wie erklären sich die beobachteten Ungleichheiten (Autorinnen, Artikel,...), und wie sieht es bei der Lohngleichheit bei Watson aus?
  • flying kid 14.06.2019 17:39
    Highlight Highlight Heisst das, mehr Männer bei watson arbeiten auch mehr?

    Was mich noch interessieren würde:
    - wie sehen eure Löhne aus? Frau und Mann dasselbe für die gleiche Arbeit?
    - wie viele Frauen arbeiten Teilzeit? Wie viele Männer?
    - wieso arbeiten mehr Männer bei watson, wenn doch die Frauenförderung so wichtig ist?
  • John H. 14.06.2019 17:26
    Highlight Highlight 👍 für den Artikel
    hätte jetzt noch etwas über Inhalte und Qualität schreiben wollen, aber das könnt ihr selber ;-)
  • Me, my shelf and I 14.06.2019 16:19
    Highlight Highlight Nice! Ihr nehmt's wirklich ernst. Löblich!

Seit dem Ende des Lockdowns steigen in Zürich die Fälle von sexueller Gewalt an Frauen

In Zürich suchen seit dem Ende des Lockdowns vermehrt Frauen Hilfe, die im Ausgang sexuell angegriffen wurden. Die Fallzahlen haben sich laut der Frauenberatung verdoppelt.

Für Corina Elmer, Geschäftsleiterin der Frauenberatung Sexuelle Gewalt, sind die Zahlen besorgniserregend: Seit den Lockdown-Lockerungen Anfang Juni haben sich 43 Frauen bei der Zürcher Beratungsstelle gemeldet, weil sie Opfer einer Vergewaltigung, sexueller Nötigung oder Schändung wurden. Das ist ein sprunghafter Anstieg der Beratungen im Vergleich zu den Vormonaten.

Problematisch ist für Elmer, dass die Zahlen von jetzt nicht nur höher sind als jene während des Lockdowns, als sämtliche …

Artikel lesen
Link zum Artikel